Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Ziel der Arbeit 3
2. Le Parkour: Warum gerade diese Trendsportart? 3
2.1 Sinn und Ziele von Le Parkour: Die „Philosophie“ 5
2.2 Entstehung von Le Parkour und seine Aktualität 6
2.3 Bewegungselemente und ihre Funktion 7
3. Sportdidaktische Überlegungen: Modell nach Kurz 10
3.1 Bedeutung des mehrperspektivischen Sportunterrichts 10
3.2 Sinnrichtungen 11
3.3 Sportdidaktische Anforderungen an den Schulsport im Bildungsplan 13
4. Unterrichtsentwurf - Einführung in Le Parkour 14
4.1 Vorüberlegungen zum Unterricht 14
4.2 Unterrichtsentwurf und Durchführung 15
5. Reflexion und Fazit 17
6. Literaturverzeichnis 20
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1. Ziel der Arbeit
Das Ziel meiner Arbeit ist der exemplarische Versuch wie man die Trendsportart Le Parkour in den Schulsport sinnvoll einbinden kann. Zudem soll die Frage „Le Parkour - Eine Chance für den Schulsport?“ im Hinblick auf die aktuellen Verhältnisse im Schulsport beantwortet werden. Dafür begründe ich zu aller erst meine Wahl dieser Trendsportart, kläre über die Ziele, die Entstehungsgeschichte und den aktuellen Stand, sowie über spezifische Bewegungselemente von Le Parkour auf. Daran schließe ich sportdidaktische Überlegungen, in denen ich mich auf das Modell nach Kurz und auf den Bildungsplan von Baden-Württemberg konzentriere. Dabei steht der Bezug zu Le Parkour im Vordergrund. Aufgrund dieser Vorüberlegungen stelle ich einen Unterrichtentwurf vor, der in die Praxis umgesetzt und anschließend reflektiert wird.
2. Le Parkour: Warum gerade diese Trendsportart?
Viele Autoren unterscheiden meist nicht zwischen den Sportarten Le Parkour und Freerunning, obwohl die Akteure mit der Ausübung ihrer Sportart jeweils völlig andere Ziele und Motivationen verfolgen. Free Running basiert zwar auf den Grundtechniken von Le Parkour, besteht aber hauptsächlich aus athletisch anspruchsvoller und waghalsiger Akrobatik. Le Parkour beruht hingegen auf effizienten Bewegungen, mit denen man ein Hindernis überwindet, und nicht auf „Show“ (vgl. Natterer, 2007). Eine weitere Strömung aus diesem Bereich des Sports ist das Parcouring: Die Überwindung eines Parkours auf Zeit. Die folgende Tabelle verdeutlicht, welche unterschiedlichen Hauptintentionen mit dem Betreiben der jeweiligen Sportart verfolgt werden:
Le Parkour lässt sich sehr gut mit Schülern machen, da jeder Einzelne angesprochen wird die für seinen Könnensstand effektivste Bewegung über ein bestimmtes Hindernis anzuwenden. Dafür werden den Schülern die Grundtechniken von Le Parkour aufgezeigt, die sie erlernen und trainieren sollen. Den Einsatz der Techniken bestimmen sie selbst. Diese „Problemlösungsstrategien“ sind auch gut auf andere Fächer übertragbar (vgl. Krons, 2007, S.42).
Den motorischen Defiziten, die laut Kinder- und Jugendgesundheitsstudie „KIGGS“ über ein Drittel der 17000 untersuchten Mädchen und Jungen aufweisen, würde das Erlernen, Üben und Anwenden der verschiedenen Grundelemente entgegenwirken (vgl. Paulsen, 2007, S.52).
Eines der Hauptziele des Sportunterrichts ist es die Schüler zum außerschulischen Sporttreiben zu motivieren, deshalb muss dies auch ein Hauptziel für die Unterrichtseinheit Le Parkour sein (vgl. Krons, 2007, S.42). Die Erziehung zum Sport stellt auch ein Leitgedanke des Bildungsplans dar (vgl. 3.3). Ein weiterer „Pluspunkt“ für diese Sportart ist, dass man für die „Ausführung“ von Le Parkour keine Ausrüstung (außer gutes Schuhwerk und Sportkleidung) benötigt, wie es sonst in den meisten Trendsportarten wie z.B. Inlineskating, Skate/Snowboarding, der Fall ist. In der Schule benötigt man eine Turn- oder Gymnastikhalle und verschiedene Geräte aus dem Turnbereich wie Kästen, Matten, Bänke, Reck, Sprossenwand, Seile, Ringe etc.
Parkour ist außerdem eine Sportart, die man theoretisch überall, sei es in der freien Natur oder in der Stadt betreiben kann. In Anbetracht der Tatsache, dass Kinder und Jugendliche zunehmend ihre „natürliche Bewegungslust“ verlieren und statt 3,4 Stunden in den 1970er Jahren heute im Durchschnitt nur noch 1 Stunde im Freien spielen, versucht Le Parkour diesem Trend etwas entgegen zu bieten (Paulsen, 2007, S.52).
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Die aktuelle Forderung der „BAG Haltungs- und Bewegungsförderung“ Flure und Schulhöfe „bewegungsauffordernder“ zu gestalten würde der Sportart Le Parkour sogar entgegenkommen (Paulsen, 2007, S.58). Auch die deutsche „Parkour Association e.V.“ (PAWA, siehe 2.2) hat sich zum Ziel gemacht, die „bewegungsarme Generation Jugendlicher […] wieder nach draußen zu locken“ (Turzer, 2006, o.S.).
2.1 Sinn und Ziele von Le Parkour: Die „Philosophie“
Le Parkour heißt die neue Sportart und bedeutet aus dem Französischen übersetzt soviel wie „Kurs“ oder „Strecke“. Le Parkour wird als eine Crossover-Sportart bezeichnet, da sich Elemente aus dem Bereich der Leichtathletik wie z.B. Springen und Laufen, mit Elementen aus dem Bereich des Turnens wie z.B. Hangeln, Stützen und Rollen überschneiden bzw. vermischen. Dieses Vorgehen eines „Verschmelzungsprozesses“ ist nicht neu, es gibt mittlerweile viele Crossover-Sportarten mit langer Tradition wie z.B. Wasserballet oder Feld-Handball. Aufgrund seiner anhaltenden Wirkungsdauer und mittleren Wirkungsbreite hat Le Parkour inzwischen den Status einer Trendsportart erreicht und ist damit mehr als eine kurzfristige Modeerscheinung, oder ein Hype (vgl. Wopp, 2006, S. 16/17). Ziel der Akteure dieser Sportart ist es den kürzesten und elegantesten Weg zwischen zwei Punkten- sei es in der freien Natur oder im Stadtgelände- zu finden und die Hindernisse, die sich ihnen in den Weg stellen „möglichst fließend zu überwindenetwa mit einer Flugeinlage“ (Kraft, 2007, S. 174). Der Sportler dieser Bewegungsart nennt sich „Traceur“: „Der eine Linie zieht“, oder auch „Der sich den Weg ebnet“ (Kraft, 2007, S. 174). Ein wichtiges Grundprinzip der „Traceure“ ist das Vermeiden von „waghalsigen, tollkühnen Spektakeln“, im Vordergrund steht der fließende Bewegungsablauf, seine Effektivität in Bezug auf den festgelegten Parkour und vor allem der Spaß (vgl. Kraft, 2007, S. 176). Traceure verfolgen mit ihren Bewegungen Effizienz und Schnelligkeit und nicht das perfekte Ausführen einer „Lehrbuchtechnik“ (vgl. Rosenfelder, 2006). Dies schafft einen gewissen individuellen Bewegungsfreiraum, der heterogene Gruppen wie Schulklassen anspricht. Unter den Traceuren finden sich vor allem Jugendliche und junge Erwachsene männlichen Geschlechts. Sie bilden eine eigenständige Jugendszene, die in Bezug auf Kleidung und Musik Parallelitäten zur Hip-Hop- und Skaterszene aufweist
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(vgl. Le Parkouring/Free Running, 2007, o.S.). Das eigenständige Nutzen und Uminterpretieren scheinbar festgelegter Funktionen der Architektur ist eines der ideologischen Prinzipien von Jugendkulturen: die „Idee der Zurückeroberung“ des urbanen Raums (vgl. Rosenfelder, 2006). Dies fordert einen respektvollen Umgang mit der Umgebung und den Mitmenschen, was ein weiteres Hauptprinzip von Parkour darstellt (vgl. Parkour. Die Kunst der Fortbewegung, 2007, o.S.). Die „Philosophie“ von Parkour ist die Verbindung von Mensch und Natur (vgl. 2.2, „methode naturelle“), die sozial-kritische Auseinandersetzung mit seiner unmittelbaren Umwelt (der Stadt) und die fernöstliche Vorstellung der Einheit von Körper und Geist, die zu „bewusster Körperbeherrschung und ästhetischem Ausdruck“ führt (Le Parkouring/Free Running, 2007, o.S.).
2.2 Entstehung von Le Parkour und seine Aktualität
Parkour wurde von dem Franzosen David Belle erfunden, der von seinem Vater Raymond in den 1980er Jahren die „méthode naturelle“ - den Körper im Einklang mit der Natur zu trainieren, erlernte und diese später auf die städtischen Gegebenheiten anpasste (vgl. Schmieder, 2007, o.S.). Als französischer Soldat machte sich Raymond Belle diese Methode während seiner Militärzeit in Indochina zu Nutze, um möglichst schnell durch unwegsames Gelände laufen zu können (vgl. Kraft, 2007, S.176/178).
Die „méthode naturelle“ wurde von Georges Hébert (1875-1957) entwickelt, der der Auffassung war, dass das Training in und mit der Natur den Menschen widerstandsfähiger macht. Davon überzeugt wurde er auf seinen zahlreichen Reisen nach Afrika und anderen fernen Ländern, auf denen er Menschen beobachtete, die eng im Einklang mit der Natur lebten.
Sein Training bestand aus Laufen, Rennen, Springen, Klettern, Balancieren, Selbstverteidigung und Schwimmen, wodurch neben den konditionellen Fähigkeiten Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Beweglichkeit auch mentale Fähigkeiten wie Willenskraft, Tapferkeit und Beständigkeit trainiert wurden (vgl. Parkour. Die Kunst der Fortbewegung, 2007, o.S.). Damit bietet sich die Möglichkeit im Rahmen des Sportunterrichts, ängstlicheren Schülern zu mehr Selbstvertrauen und Überwindungskraft zu verhelfen.
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Arbeit zitieren:
Stud. phil. Jan Schultheiß, 2007, Le Parkour - Eine Chance für den Schulsport?, München, GRIN Verlag GmbH
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