Meissner , Waldemar Formen und Inhalte raumbezogener Planung
Winz , Alexander WS 06/07
Gliederung
1. Einleitung 2
2. Europäische Metropolregionen. 3
3. Aktueller Diskurs der Metropolregionen. 5
4. Europäische Metropolregionen im makroökonomischen Kontext 6
5. Metropolregion Berlin-Brandenburg. 11
5.1 Die Positionierung der Metropolregion Berlin-Brandenburg in
der Hierarchie der europäischen Metropolregionen 12
5.2 Entwicklungspolitische Perspektiven und Strategien der
Metropolregion Berlin-Brandenburg. 15
6. Fazit 18
Literaturverzeichnis. 19
Abbildungsverzeichnis 21
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1. Einleitung
In Zeiten der zunehmenden Globalisierung der Wirtschaft, die durch eine immer stärkere Verflechtung der Volkswirtschaften gekennzeichnet ist, trägt sich der globale Wettbewerb nicht mehr zwischen den einzelnen Nationalstaaten aus. Viel mehr konzentrieren sich weltumspannende wirtschaftliche Funktionen zwischen den einzelnen großen Städten und Regionen (Metropolregionen). Nationalstaaten können nur noch in geringen Maßen die ansässige Wirtschaft lenken. Humankapital, Produktion und Hauptsitze großer Unternehmen sind in der heutigen postmodernen Zeit wesentlich mobiler und sind nicht mehr an den ortsansässigen Markt gebunden. Vor allem die neue Wissensökonomie wird immer relevanter für die Wahl der Standorte.
Die zentrale Fragestellung: „Können Metropolregionen in Europa zu Trägern und Kristallisationspunkten von gesamtwirtschaftlichem Wachstum werden?“ soll im Laufe dieser Arbeit geklärt werden.
Am Beispiel von den 30 größten europäischen Metropolregionen und dessen Wirtschafts- und Innovationspotential soll gezeigt werden wie wichtig diese Region für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Europas sind.
Die Metropolregion Berlin-Brandenburg soll näher untersucht werden. Dabei soll geklärt werden welchen Stellenwert die Region im deutschen und europäischen Vergleich hat. Neue nationale und internationale Rahmenbedingungen erfordern innovative Handlungsstrategien. Wo liegen die Stärken und die Schwächen dieser Region? Welche Entwicklung hat die Metropolregion Berlin-Brandenburg in den letzten Jahren vollbracht? Welche Probleme und Hürden muss sich die Region stellen um sich im internationalen Netz der Metropolregionen zu behaupten? Welche Strategien verfolgt die Politik um „die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg“ zu entwickeln. Dies sind nur einige Fragen, die im Laufe dieser Arbeit geklärt werden sollen. Berlin und Brandenburg werden als Gesamtregion betrachtet (Metropolregion Berlin-Brandenburg), aber auch gegenübergestellt und verglichen. Dadurch soll ein möglichst differenziertes Bild entstehen, welches dem Leser einen Tieferen Einblick in die Thematik erlaubt.
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2. Europäische Metropolregionen
Im Zeitalter der Herausbildung der Nationalstaaten entwickelten sich große Ballungsräume, meist die Hauptstädte, zu politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zentren. Vor allem in stark zentralisierten Staaten bildeten sich Metropolen heraus. Die prägnantesten Beispiele für europäische Metropolen in dieser Zeit sind in Frankreich Paris und in England London, die auch heute eine herausragende Bedeutung in Europa haben.
Das föderalistische System Deutschlands bewirkte eine polyzentrische Verteilung der Bevölkerung und der Agglomerationen. Das führte dazu, dass keine Großstadt sich als ein überragendes Zentrum entwickelt hat. Statt dessen bildeten sich mehrere Großstadtregionen mit metropolitanen Strukturen heraus, so wie Berlin-Brandenburg, Frankfurt/Rhein-Main, Hamburg, Hannover, München, Rhein-Ruhr, Stuttgart und Halle/Leipzig-Sachsendreieck. Diese Großstadtregionen werden seit 1995 von der Ministerkonferenz für Raumordnung als „Europäische Metropolregionen“ bezeichnet (BMBau 1995, S. 25f). Entgegen der klassischen Definition, die eine Metropole als „Hauptstadt politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Mittelpunkt eines Landes“ (LESER 2005, S. 554) beschreibt, wird in der modernen Wissenschaftsdebatte der Begriff als Synonym für einen führenden Wirtschaftsstandort verwendet (vgl. ADAM 2006, S. 7). In diesem Sinne werden die Metropolregionen im Raumordnungsbericht 2000 als „hoch verdichtete Agglomerationsräume mit mehr als einer Million Einwohnern, die sich gemessen an ökonomischen Kriterien wie Wertschöpfung, Wirtschaftskraft und Einkommen besonders dynamisch entwickeln und international besonders herausgehoben und eingebunden sind“ definiert (BBR 2000, S318).
Die deutsche Ministerkonferenz für Raumordnung führte den Begriff der „Europäischen Metropolregionen“ beim Raumordnungspolitischen Handlungsrahmen 1995 ein. „Europäische Metropolregionen sind räumliche und funktionale Standorte, deren herausragende Funktionen im internationalen Maßstab über die nationalen Grenzen hinweg ausstrahlen. Als Motoren der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung sollen sie die Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit Deutschlands und Europas erhalten und dazu beitragen, den europäischen Integrationsprozess zu beschleunigen. Ein wesentliches Kennzeichen europäischer Metropolregionen ist ihre gute Erreichbarkeit auf interkontinentaler Ebene” (BMBau 1995, S. 25f).
Metropolregionen lassen sich in funktionale und räumliche Kategorien einteilen. Räumlich sind Metropolregionen ein Gefüge aus mehreren Städten (polyzentristisch ausgerichtet) oder
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auch ein Gefüge aus einer zentralen Stadt mit Umland, welche in Form von Hubs (Bsp. München), Spokes, etc. auftreten können Funktional werden Metropolregionen als Cluster metropolitaner Einrichtungen , wie Dienstleistungs-, Innovations-und
Steuerungseinrichtungen betrachtet (vgl. BLOTEVOGEL 2006, S. 6). Die funktionale Betrachtungsweise bezieht sich auf 3 Hauptfunktionen:
-Entscheidungs- und Kontrollfunktion
-Innovations- und Wettbewerbsfunktion
-Gatewayfunktion
Bei der Entscheidungs- und Kontrollfunktion handelt es sich um politische und ökonomische Machtzentren. Ausschlagebene Indikatoren sind politische Institutionen , wie Ministerien, UN-Sitze, EU-Sitze, etc. Auf ökonomische Basis sind Headquater-Standorte multilateraler Unternehmen von Bedeutung, da Diese Entscheidungen treffen, die weit über die Landesgrenzen hinaus wirken. Darüber hinaus wird aber auch der Bilanzumsatz der größten Versicherungs- und Bankgesellschaften in Betracht gezogen. Die Innovations- und Wettbewerbsfunktion misst sich an Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen , welche zum Aufbau eines „kreativen Millieus“ notwendig sind. Hier werden Anzahl der Hochschulen, Ausländische Studenten und Stammsitze von Forschungseinrichtungen in Betracht gezogen. Die Wettbewerbsfunktion wird an sozialen und kulturellen Innovationen ermittelt, wie z.B. Anzahl der Großveranstaltungen, Übernachtungen , Theaterbesuche ,etc..
Die Gatewayfunktion gliedert sich in Zugang zu Menschen, Zugang zu Wissen und Zugang zu Märkten. Der Zugang zu Menschen lässt sich an der vorhanden Infrastruktur messen, wie z.B. das Passagiers- und Frachtaufkommen auf Flughäfen, Anzahl der Flug- und Zugverbindungen, Autobahnverbindungen etc. Dies trägt unter anderem dazu bei , dass ein hohes Zugangspotential zu Wissen, Märkten und Informationen in diesen Regionen gegeben ist.
Zum Teil wird die Symbolfunktion hinzugezogen,, bei der Image der Metropolregion, Theateranzahl, Architektur, etc. herangezogen werden. Zusammengenommen tragen die drei wichtigsten Funktionen zu einer kategorischen Bewertung von europäische Metropolregionen bei, die in Abbildung 1 dargestellt ist. Die Werte symbolisieren einen Bedeutungsüberschuss der Metropolstandorte, der im Einzelnen nicht konkret definiert ist. Des weiteren wurden kleine Städte mit einem Wert unter sechs, welche nicht weiter als 20km voneinander entfernt sind zum einem Polygon vereint (vgl. ADAM 2006, S. 17).
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3. Aktueller Diskurs der Metropolregionen
Vergleichbar zur deutschen Raumordnungspolitik wurde im Europäischen
Raumentwicklungskonzept (EUREK) im Jahr 1999 besonders die Bedeutung der Metropolregionen hervorgehoben. Mit fortschreitender Globalisierung nimmt der Stellenwert von Metropolregionen im weltweiten Standortwettbewerb immer weiter zu, dies wirkt sich nicht nur auf Metropolregionen im asiatischen oder amerikanischen Wirtschaftsraum aus, sondern betrifft auch den Europäischen Raum. Wobei sich die Auswirkungen der Globalisierung am ehesten in entwickelten Metropolräumen verdeutlichen werden. „Die
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Arbeit zitieren:
Alexander Winz, Waldemar Meissner, 2006, Europäische Metropolregionen, München, GRIN Verlag GmbH
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