Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Focusing bei der Anwendung persönlicher Probleme 3
3. Focusing im therapeutischen Prozess. 6
3.1. Phase 1 7
3.2. Phase 2 8
3.3. Phase 3 9
3.4. Phase 4 10
3.5. Zusammenfassung 10
4. Schluss 11
5. Literaturverzeichnis 12
2
1. Einleitung
Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit der Technik des Focusing im alltäglichen Leben wie auch im therapeutischen Prozess. Im ersten Teil wird es darum gehen, die Grundlagen des Focusing für die eigene Anwendung in kurzer Form darzustellen. Im zweiten Teil steht die Wirkungsweise von Focusing aus therapeutischer Perspektive im Zentrum. Zusätzlich wird eine psychodynamische Betrachtung des Focusingprozesses mit eingebracht.
2. Focusing bei der Anwendung persönlicher Probleme
Zunächst stellt sich die Frage, was Focusing überhaupt ist. Die Anwendung des Focusing lässt sich grob in sechs Schritte unterteilen, wobei beachtet werden sollte, dass es sich letztlich nur um künstlich erzeugte Teilschritte handelt, die bei der praktischen Anwendung nicht vollständig zu trennen sind und auch nicht zwingenderweise genauso angewendet werden müssen.
Die Basis des Focusing stellt die Konzentration auf ein unklares, aber dennoch wahrnehmbares Körpergefühl dar, dem felt-sense (Gendlin, 1984). Gendlin (Ebd.) nennt als mehr oder weniger alltägliches Beispiel für einen felt-sense das Gefühl etwas vergessen zu haben, was sicherlich jedem schon einmal passiert ist. Der Körper weiß genau, was vergessen wurde und meldet sich spürbar zu Wort. Sobald einem klar wurde was man vergessen hat, gibt es eine deutlich merkbare körperliche Reaktion. Der felt-sense ist nämlich eine Art des Körperbewusstseins, dass deutlich spürbar aber zunächst nicht leicht vom Verstand zu erfassen ist 1 .
1 Es ist hier noch wichtig zu erwähnen, dass Gendlin sorgfältig zwischen anderen Erlebenszuständen unterscheidet. So ist der felt-sense für ihn keine konkrete Emotion oder ein Gedanke mit spezifischen Inhalt oder dergleichen. Es ist die Summe aller Wahrnehmungen und Gefühle. So könne man, laut Gendlin, nie alle Aspekte einer Problemsituation bewusst erfassen. Der felt-sense ist eine Repräsentation dieser totalen Erfassung.
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Gendlin (1984) schreibt hierzu:
Ein felt-sense ist keine geistige, sondern eine physische Erfahrung, ein körperliches Wahrnehmen einer Situation, einer Person oder eines Ereignisses. Eine innere Aura, die alles umgibt, was Sie zu einem bestimmten Gegenstand zu einer bestimmten Zeit fühlen und wissen ± sie umgibt es und teilt es Ihnen mit, nicht eines nach dem anderen, sondern alles auf einmal [«]. Ein felt-sense tritt nicht in Form von Worten oder Gedanken oder andern getrennten Einheiten auf, sondern als umfassendes (wenn auch oft verwirrendes und komplexes) körperliches Gefühl. ( S. 41/42)
Ziel des Focusing ist es nun, die Aufmerksamkeit auf den unklaren felt-sense zu richten und daraus etwas Konkretes bzw. Fassbares entstehen zu lassen, sei es ein Bild, ein Symbol oder ein Satz. Man befindet sich also in einer passiven, fragenden Haltung gegenüber dieser unbestimmten Wahrnehmung im eigenen Körper. Wurde ein treffendes Symbol gefunden, dass den felt-sense in treffender Weise charakterisiert, dann kommt es laut Gendlin zu einem body-shift. Dieser ist Ämysteriös in seiner Wirkung. Er wird immer als positiv empfunden, selbst wenn das, was er zutage fördert, aus distanzierter, rationaler Sicht das Problem keineswegs DOVOHLFKWHUHUVFKHLQHQOlW³ (Gendlin, 1984, S. 63). Der body-shift ist eine spürbare körperliche Erleichterung bzw. Entspannung, die als unmittelbare Folge eines geglückten bewussten Ausdrucks des felt-sense zu verstehen ist. Obwohl Gendlin mehrmals betont, dass Focusing in der Praxis ein einheitlicher Prozess ist, so lassen sich zu Lernzwecken einige grobe Schritte unterteilen:
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Arbeit zitieren:
David Hofmann, 2009, Focusing und Psychodynamik, München, GRIN Verlag GmbH
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