Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Was ist Intuition? 5
2.1 Begriffsklärung 5
2.2 Formen der Intuition 6
3. Bedeutung, Nutzen, Grenzen 7
3.1 Neurologische Erkenntnisse 7
3.2 Wie funktioniert Intuition? 8
3.3 Grenzen der Intuition 9
4. Intuition im Beruf 10
4.1 Akzeptanz von Intuition im Beruf 10
4.2 Was leistet Intuition im Unternehmen? 11
4.3 Intuition im Beratungsgespräch 13
5. Schlussbemerkungen 15
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Literaturverzeichnis 16
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1. Einleitung
Ein Neffe von Benjamin Franklin (ich nenne ihn John) stand zwischen zwei Frauen. Er liebte beide, konnte sich aber nicht entscheiden. Hilfesuchend wandte er sich an seinen Onkel. Dieser gab ihm folgenden Rat: „Wenn du zweifelst, notiere alle Gründe, pro und contra, in zwei nebeneinanderliegenden Spalten auf einem Blatt Papier, und nachdem du sie zwei oder drei Tage bedacht hast, führe eine Operation aus, die manchen algebraischen Aufgaben ähnelt; prüfe welche Gründe oder Motive in der einen Spalte denen in der anderen an Wichtigkeit entsprechen […] und wenn du alle Gleichwertigkeiten auf beiden Seiten gestrichen hast, kannst du sehen, wo noch ein Rest bleibt.“ (Gigerenzer 2007, S. 13). Gesagt, getan. John war froh einen logischen Lösungsweg für sein Problem erhalten zu haben. Er nahm sich also etwas Zeit, schrieb alle Gründe auf, die für und gegen jede der beiden Frauen sprachen, gewichtete sie und begann zu streichen. Er war zu einem Ergebnis gekommen. Es stand schwarz auf weiß vor ihm, aber eine innere Stimme sagte ihm, dass es nicht stimmte. John erkannte, dass sich sein Herz bereits entschieden hatte - „gegen die Kalkulation und zugunsten des anderen Mädchens.“ (Gigerenzer 2007, S. 13). Durch diese Berechnung wurde ihm eine unbewusste Entscheidung bewusst. Die Gründe dafür kannte John nicht. Wie war es möglich, unbewusst eine Entscheidung zu treffen, die seinem bewussten Denken widersprach? ‐ Diese kleine Anekdote reizte mich schon beim Lesen, mehr über das Thema Intuition zu erfahren. Besonders bei komplexen Konflikten treffen wir Entscheidungen aus dem Bauch heraus, also intuitiv, und können die Gründe, warum wir uns gerade so und nicht anders entschieden haben, nicht genau benennen. Intuition spielt sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich eine, im wahrsten Sinne des Wortes, entscheidende Rolle. In meiner Arbeit werde ich das noch genauer beleuchten. Doch zunächst werde ich versuchen eine Definition zu finden, um in das Thema einsteigen zu können. 4
2. Was ist Intuition? 2.1 Begriffsklärung
Der Begriff Intuition stammt ab von dem lateinischen Verb intuieri und bedeutet so viel wie genau hineinsehen (vgl. Hänsel 2002, S. 7). Laut Definition ist Intuition „die Fähigkeit, Einsichten in Sachverhalte, Sichtweisen, Gesetzmäßigkeiten oder die subjektive Stimmigkeit von Entscheidungen ohne diskursiven Gebrauch des Verstandes, also etwa ohne Schlussfolgerungen, zu erlangen.“ (Wikipedia, 10.03.09). Eine recht nüchterne und rationale Erklärung, die mir das „was genau“ und „wie genau“ noch nicht näher bringen konnte. In der Literatur wird der Begriff Intuition oft gleich gesetzt mit Eingebung oder Einsicht oder dem sogenannten sechsten Sinn (vgl. Berne 1999, S. 36). Darüber hinaus ist es auch als implizites Wissen, Erfahrungswissen und tacit knowledge ein Begriff (vgl. Zeuch 2008, S. 6). Bedeutende Philosophen, wie z.B. Kant oder Descartes, hingegen bezeichnen Intuition sogar „als einen der Bausteine ihrer großartigen Gedankengebäude.“ (Berne 1999, S. 36). Für Berne wiederum ist Intuition Wissen, „das auf Erfahrung beruht und durch direkten Kontakt mit dem Wahrgenommenen erworben wird, ohne daß der intuitiv Wahrnehmende sich oder anderen genau erklären kann, wie er zu der Schlußfolgerung gekommen ist.“ (Berne 1999, S. 36). Das bedeutet also, dass wir etwas wissen, ohne zu wissen, wie wir es wissen. Darüber hinaus kann es sogar sein, dass wir nicht einmal wissen, was wir wissen, jedoch handeln wir so, als ob unser Verhalten auf etwas beruht, das wir wissen (vgl. Berne 1999, S. 37).
Schmid, Hipp und Caspari machen deutlich, das Intuition weder positiv, noch negativ zu bewerten sei. Wenn man sich mit Intuition befasse, dürfe man das Urteilsvermögen, welches sich in der Intuition zeigt, nicht außer Acht lassen. „Intuitives Urteilen kann falsch oder richtig, qualifiziert oder unqualifiziert, befangen oder unbefangen, konventionell oder kreativ, borniert oder weitsichtig, versponnen oder weltzugewandt, liebevoll oder gnadenlos sein […] und ist wie jedes Urteilsvermögen im Zusammenhang mit der persönlichen Entwicklung von Menschen und der Kultur zu sehen, in der sie sich bewegen.“ (Schmid; Hipp; Caspari 1999, S. 3). Es kommt daher auch darauf an, ob ich meiner Intuition offen gegenüber stehe, welche Erfahrungen ich bereits mit meiner Intuition gesammelt habe und inwieweit meine Umgebung Intuition ermöglicht bzw. zulässt. Bezüglich des letzten Punktes muss vor allem im beruflichen Umfeld noch viel getan werden. An anderer Stelle werde ich darauf noch näher eingehen.
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Arbeit zitieren:
Sarah Wölke, 2009, Intuition - Über Bedeutung und Nutzen unserer inneren Stimme, München, GRIN Verlag GmbH
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