Hausarbeit Entwicklungspsychologie: Vorgeburtliche Entwicklung und Geburt
1. Einleitung. 4
1.1. Problemstellung 4
1.2. Aufbau 5
2. Die vorgeburtliche Entwicklung 6
2.1. Die Entwicklung der Sinne des Ungeborenen. 6
2.1.1. Der Tastsinn 6
2.1.2. Das Schmecken 7
2.1.3. Das Sehen 7
2.1.4. Das Hören 8
2.1.5. Der Geruchssinn. 10
2.2. Die Beziehung zwischen Mutter und Ungeborenem 10
2.2.1. Die drei Kommunikationsarten zwischen Mutter und Ungeborenem. 11
2.3. Vorgeburtliche Einflüsse auf das reifende Gehirn. 14
2.3.1. Auswirkungen der Ernährung 14
2.3.2. Arzneimittel und toxische Substanzen 15
2.3.3. Alkohol 15
2.3.4. Tabakrauch. 16
2.3.5. Drogen 17
2.3.6. Koffein. 17
2.3.7. Psychische Situation und Einstellung der Mutter 18
3. Die Geburt 20
3.1. Die Gefahren der Geburt. 21
3.1.1. Das Geburtstrauma. 22
3.1.2. Perinatale Asphyxie und infantile Zerebralparese 23
4. Schlussbemerkung. 25
5. Quellenverzeichnis 27
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
Erkenntnisse über die Entwicklung des Fetus im Mutterleib und über die Geburt sollen die Themen der folgenden Hausarbeit sein.
Was bekommt das Ungeborene schon von seiner Außenwelt mit? Wie kann es auf verschiedene Eindrücke reagieren? Und, vor allem, wie wird es durch Handlungen und die Einstellung seiner Mutter beeinflusst? Im Folgenden werde ich versuchen, diese Fragen zu klären.
Ursprünglich als Referat mit einer Kommilitonin gedacht, werde ich auf einige Dinge in dieser Arbeit nicht eingehen. Hierzu wäre beispielsweise weitgehend die physiologische Entwicklung des Fetus zu nennen, die natürlich keinesfalls unwichtig für dieses Themengebiet ist.
Auch zur Geburt werde ich im Wesentlichen auf die psychischen Folgen für das Kind eingehen; die Physiologie aber außen vor lassen.
Mit meiner Kommilitonin einigte ich mich damals darauf, dass wir das Thema „Frühgeburt“ nicht behandeln werden. Deshalb wird in dieser Arbeit auch nicht weiter darauf eingegangen. Somit werde ich mich „normalen“, voll ausgetragenen Babys beschäftigen, das heißt mit solchen, die nach der 37. Schwangerschaftswoche das Licht der Welt erblicken. Der Grund, weshalb ich mich eigentlich mit diesem Thema beschäftigen wollte, lag zu der Zeit, als ich das Referat vorbereitete, auf der Hand: Ich war schwanger und beschäftigte mich selbst seit Monaten mit den Fragen, die ich auch in der Hausarbeit aufgreife. Leider schaffte ich es letztendlich doch nicht ganz, meinen Kommilitonen in der Proseminargruppe die Erfahrungen und das Wissen, dass ich mir in der ganzen Zeit angeeignet hatte, zu vermitteln. In der Nacht vor dem Referatstermin kam meine Tochter Mia Jasmin nach einer sehr angenehmen Schwangerschaft, jedoch genau eine Woche vor ihrem errechneten Geburtstermin zur Welt. Gerade weil ich in der Zeit vor der Entbindung mit den normalen Sorgen einer werdenden Mutter zu kämpfen hatte, schränkte ich das Themengebiet mehr oder weniger radikal ein; ließ Behinderungen und die schon genannten Frühgeburten außen vor.
1.2. Aufbau
Die Hausarbeit in zwei Hauptabschnitte unterteilt: in die Vorgeburt und die Geburt selbst. Beim ersten Thema werde ich den Augenmerk besonders auf die Sinnesentwicklung des Ungeborenen lenken, sowie auf die Auswirkungen der mütterlichen Einstellung zu ihrem Kind, da mich gerade diese Themen in meiner Schwangerschaft sehr beschäftigten. Viele Studien wurden gerade zu der Wahrnehmungsfähigkeit von Feten gemacht und viele Theorien wurden ihr bezüglich aufgestellt; auf einige werde ich in meiner Arbeit eingehen. Nicht immer konnte ich jedoch meine eigenen Erfahrungen in Einklang mit allen Ergebnissen aus Studien mit Ungeborenen bringen. Deshalb ist es auch mein Anliegen, verschiedene Theorien zwar anzusprechen, sie aber zum Teil ein wenig zu kritisieren. Natürlich gibt es auch Studien, welche ich sehr gut mit meinen eigenen Erfahrungen vergleichen konnte. Auch solche werden in folgender Arbeit angesprochen. Der zweite große Abschnitt beschäftigt sich mit der Geburt. Nur auf ausgewählte Themen werde ich hierbei eingehen, wie zum Beispiel auf die natürliche Einleitung der Geburt, aber auch auf bestimmte Risiken, die bei einer Geburt auftauchen können.
2. Die vorgeburtliche Entwicklung
2.1. Die Entwicklung der Sinne des Ungeborenen
Ganz allmählich entwickeln sich die Sinne des Ungeborenen im Mutterleib. Es kann viel eher komplexe Reize wahrnehmen, als es angemessen darauf reagiert. Für den schon entwickelten Geruchssinn des Fetus gibt es nur Hypothesen; Tastsinn, Hören, Schmecken und Sehen sind hingegen nachgewiesen.
Alle Wahrnehmungssysteme beim Ungeborenen sind sehr eng miteinander verbunden. Im Folgenden werde ich näher auf die Entwicklung der einzelnen Sinne eingehen.
2.1.1. Der Tastsinn
Die Haut ist das Basisorgan aller Wahrnehmungen. Zwischen der 8. und er 17. Schwangerschaftswoche breitet sich die Fähigkeit aus, Berührungen zu empfinden - vom Gesicht ausgehend bis in alle anderen Hautregionen aus. Ab dem dritten Monat versucht sich der Fetus wegzudrehen, wenn man der Schwangeren auf den Bauch drückt; später reagiert er sogar mit Schlägen und Tritten auf solch eine Störung seiner Ruhe im Mutterleib. Ich persönlich habe in meiner eigenen Schwangerschaft mitbekommen, dass das Ungeborene durchaus auch Berührungen mögen kann. Wenn ich meinen Bauch sanft berührte und streichelte, bewegte sich mein Kind immer der Hand hinterher und drückte diejenige Stelle zurück, die ich als letztes berührt hatte.
Ein unangenehmes Erlebnis für Mia war allerdings, als gegen Ende der Schwangerschaft der Frauenarzt bei der Untersuchung zufällig den kleinen Kopf berührte, woraufhin sie furchtbar zusammenschreckte.
Zu solchen frühen Berührungsempfindungen wurden einige Studien betrieben, bei denen Feten mit einer Nadel punktiert wurden. Das Ergebnis war, dass schon in einem sehr frühen Stadium der Schwangerschaft der Fetus heftig zurückzuckte, damit also seine Fähigkeit zu spüren bewiesen war.
In die Kategorie Tastsinn fallen natürlich auch die Reaktionen auf Temperaturveränderungen. Wenn die Mutter Fieber hat, so steigt auch die Temperatur des Fetus, die normalerweise sowieso schon um 0,5 bis 1,5 °C höher ist, als die der Mutter. Er reagiert mit Stress darauf und ist unruhig. Auch wenn das Fruchtwasser künstlich abgekühlt wird, reagiert der Fetus mit Stress. So injizierte man eine kältere Salzlösung in das Fruchtwasser und konnte beobachten, wie er versuchte, auszuweichen.
2.1.2. Das Schmecken
Bereits nach 8 Wochen werden die Geschmacksknospen auf Zunge und benachbarten Gebieten sichtbar. In der 13. Schwangerschaftswoche sind sie bereits wie beim Erwachsenen entwickelt. Im Laufe der Zeit wird das System nur noch vervollständigt, indem die Geschmacksknospen sich zahlenmäßig vervielfältigen, sich weiter ausbreiten und von haarartigen Mikrovilli umgeben werden.
Man hat in zahlreichen Untersuchungen festgestellt, dass der Fetus bereits in der 12. Schwangerschaftswoche beginnt, Fruchtwasser zu schlucken. Hypothesen besagen, dass er ab der 15. Woche dabei Geschmackserlebnisse hat.
Hierzu fand A.W. Liley 1972 heraus, dass Feten süßen Geschmack bevorzugen. Er führte dem Fruchtwasser Saccharin zu - der Fetus schluckte mehr, beinahe doppelt so viel und um einiges schneller als normal. Wurde dem Fruchtwasser hingegen Lipidol (ein jodähnliches Öl) zugeführt, wurden die Schluckbewegungen weniger oder hörten sogar ganz auf. In den letzten Jahren stellte man fest, dass Alkohol und Nikotin eine ähnliche Wirkung wie Lipidol auf das Ungeborene haben. Auch diese Stoffe dämpfen den Appetit und die Kinder weisen bei ihrer Geburt ein signifikant geringeres Gewicht auf als andere. Vielleicht fällt auch in diese Kategorie das Lutschen an Fingern und Zehen, welches ab der 9. Schwangerschaftswoche auftritt. In jedem Fall ist es eine Methode des Fetus, sich zu beruhigen oder angenehme Gefühle zu verschaffen - und natürlich auch eine optimale Vorbereitung auf die Nahrungsaufnahme nach der Geburt.
2.1.3. Das Sehen
Das letzte Wahrnehmungsorgan, welches im Mutterleib zu funktionieren beginnt, sind die Augen. Noch beim Neugeborenen sind diese nicht sehr gut ausgebildet; sie sehen noch sehr unscharf und nicht in Farbe, doch sie sind den unmittelbaren Bedürfnissen angepasst. Dass der Fetus seine Augen noch nicht wirklich braucht zeigt sich auch darin, dass sie sich am Anfang des zweiten Schwangerschaftsmonats schließen und erst im siebten Monat wieder öffnen.
Es liegt auf der Hand, dass der Fetus seine Augen noch nicht richtig braucht. Was er bis dahin wahrnehmen kann, sind Helligkeitskontraste. Diese bemerkt er jedoch trotz der geschlossenen Lider, da Uterus und Bauchwand lichtdurchlässig sind. Man nimmt an, dass der Fetus spätestens ab der 16. Schwangerschaftswoche mitbekommt, wann sich die Mutter sonnt.
Arbeit zitieren:
Patricia Männer, 2003, Vorgeburtliche Entwicklung und Geburt, München, GRIN Verlag GmbH
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