Name: Sören Lindner 02.06.2008
Modul: BM 4 - Einführung in die Sozialstruktur Deutschlands Übung: Einführung in die Sozialstruktur Deutschlands
Inhaltsverzeichnis
Einleitung.......................................................................................................................3
Herausforderung Bevölkerungsentwicklung .................................................................3
Quellenverzeichnis:........................................................................................................9
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Name: Sören Lindner 02.06.2008
Modul: BM 4 - Einführung in die Sozialstruktur Deutschlands Übung: Einführung in die Sozialstruktur Deutschlands
Einleitung
Herausforderung Bevölkerungsentwicklung. Das ist das Thema dieses Essays. Aber was ist darunter zu verstehen? In dieser Einleitung möchte ich zunächst meine Vorgehensweise erläutern und später eine Fragestellung formulieren, unter welcher ich dieses Thema behandeln möchte.
Zuerst möchte ich die Entwicklung der deutschen Bevölkerung analysieren, indem ich die Entwicklung unter den Aspekten der Geburten- und Sterbeentwicklung betrachte und Deutschland ein passendes Modell der Altersstruktur zuweise. Daraus soll sich eine Art „Bevölkerungsprofil“ Deutschlands ergeben. Aus diesem Profil ergeben sich vielerlei Konsequenzen in den unterschiedlichsten Bereichen unserer (Politik-)Felder. Ich möchte das Thema „Arbeitsmarkt“ näher betrachten. Die Frage für dieses Essay lautet also: „Welche Konsequenzen ergeben sich für den deutschen Arbeitsmarkt, vor dem Hintergrund der Entwicklung der deutschen Bevölkerung?“
Am Schluss ziehe ich ein finales Fazit und gehe noch einmal auf die hier eingangs formulierte Fragestellung ein und komme eventuell zu einer möglichen Antwort.
Herausforderung Bevölkerungsentwicklung
Ein wichtiger Aspekt ist -wie eingangs erläutert- die Analyse des Verhältnisses von Geburten-und Sterbeziffern und deren Entwicklung.
1841 bis zur Jahrhundertwende 1901 lag die Geburtenrate in Deutschland (Deutsches Reich) auf einem hohen Niveau. Unter Berücksichtigung von einigen Schwankungen, bewegte sich die Zahl der Lebendgeborenen pro 1000 Einwohner bei etwa 32 bis 41 Geburten. Seit der Jahrhundertwende fiel die Geburtenrate stetig bis 1918 auf gerade einmal etwa 14 Lebendgeburten pro 1000 Einwohner. In den frühen 1920er Jahren stieg die Rate wieder stark auf 25 Lebendgeburten an, ehe sie zum Ende der 1930er Jahre auf 15 absank. Im weiteren Verlauf der Jahre fiel sie weiter auf etwa 11 Lebendgeburten 1997. 1 Woran liegt nun dieser Fall der Geburtenentwicklung? Die Schwankungen ab 1841 bis zum Jahre 1918 sind auf die Kriege Preußens bzw. des Deutschen Reiches zurückzuführen. Die „Einigungskriege“, die viele Männer in den Krieg zogen, verursachten die Rückgänge der Geburten bis schließlich mit dem Ausbruch bzw. Ende des Ersten Weltkriegs die Geburtenrate auf dieses Tief von nur
1 Kopp / Hill: Fertilitätsentwicklung, S. 735.
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Name: Sören Lindner 02.06.2008
Modul: BM 4 - Einführung in die Sozialstruktur Deutschlands Übung: Einführung in die Sozialstruktur Deutschlands
14 Geburten fiel (aufgrund der „fehlenden“ männlichen Soldaten im Krieg). Derselbe Effekt zeigte sich auch im Zuge des Zweiten Weltkriegs. Das Ansteigen der Geburtenrate in den jeweiligen Friedensjahren ist auf die hohe Rate vor den Kriegen zurückzuführen. Mit einer hohen Rate geht auch die Anzahl potenzieller Eltern in die Höhe, die für das Ansteigen einige Jahre später verantwortlich sind. Diese zeitliche Versetzung ist der „demographischen Trägheit“ zuzuordnen.
Seit den 1960er Jahren und besonders mit der Einführung der „Anti-Baby-Pille“ Mitte der 60er Jahre fiel die Geburtenrate bis auf das oben genannte Tief von 11 Geburten. In der ehemaligen DDR fiel die Entwicklung bis Ende der 1970er Jahre ähnlich aus. Ab 1980 etwa stieg die Geburtenrate auf etwa 14 Geburten an. Seit der Wiedervereinigung jedoch fiel die Rate in den neuen Bundesländern noch schneller als in den alten Bundesländern auf einen Tiefstand von 5 Geburten pro 1000 Einwohner. Gerade die jüngeren Generationen bis zur Kohorte 1965 bekommen immer weniger Kinder. 2
Die Einführung der „Anti-Baby-Pille“ ist aber nicht der einzige Grund für das Sinken der Geburten.
Im Verlauf der Säkularisierung und der Bildungsexpansion verschob sich das Kräfteverhältnis der Rolle der Frau. Die Rolle der Frau wird nicht mehr primär der Mutterschaft und Hausfrauenrolle zugeordnet, sondern daneben auch der Erwerbstätigkeit. Die Frau im Berufsleben entwickelt sich zu einer immer stärker akzeptierten Form. Durch den durch die Säkularisierung verursachten Wertewandel treten immer mehr Ehescheidungen und immer weniger Eheschließungen auf. Dadurch entstehen neue Lebensformen, wie zum Beispiel „Patchwork“-Familien 3 oder kinderlose Partnerschaften. Hinzu kommt, dass die Entscheidung für Kinder irreversibel, also unumkehrbar ist. Ist ein Kind einmal geboren, lässt es sich nicht wieder „entfernen“. Im 18. Und 19. Jahrhundert waren die Kinder für die Familie / den geschlossenen Familienverband ein großer finanzieller Vorteil. Sie bildeten Zweige für den Erwerb von Einkommen zur Mitfinanzierung der Familie. In der heutigen Zeit sind Kinder jedoch kostenverursachende Faktoren, indem Betreuungskosten usw. für die Eltern entstehen. Diese „Opportunitätskosten“ 4 können und wollen einige Paare nicht aufbringen und entscheiden sich somit gegen Kinder. 5
2 Ebd., S. 736.
3 Heidenreich, Martin: Vorlesung am 19.05.08.
4 Ebd.
5 Ebd.
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Arbeit zitieren:
Sören Lindner, 2008, Einführung in die Sozialstruktur Deutschlands - Herausforderung Bevölkerungsentwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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