Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Energiesicherheit 5
2.1. Energiepolitische Entwicklung in der EU 5
2.2. Gründe für das Aufleben des Energiesicherheitsaspektes 6
3. Energiesicherheitsstrategie der EU 9
3.1. Bezugsquellen der Importe von Erdöl und Erdgas 9
3.2. Minderung der Abhängigkeit von bestimmten Staaten 10
3.3. Sicherheitspolitische Aspekte der Europapolitik 11
3.4. Sicherheitspolitisches Maßnahmenpaket der EU 12
3.5. Die Umsetzung der EU Sicherheitsstrategie 14
3.5.1 Der Vertrag über eine Verfassung für Europa´ 14
3.5.2 European defence - A proposal for a White Paper´ 15
3.5.3 Szenarien des European Defence Paper´ 16
3.5.4 Szenariotechnik 18
3.5.5 Szenario: arabisch-israelischer Krieg 19
4. Gefahr von Konflikten und Kriegen 23
Literaturverzeichnis 27
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1. Einleitung
Das, was das Leben auf der Erde antreibt und ermöglicht ist Energie. Die Energie, die auf der Welt vorkommt, wurde vor Milliarden Jahren durch den Urknall in Form von Materie gebündelt. Der die Erde betreffende Energiekreislauf wird maßgeblich durch die Photosynthese bestimmt. Die Photosynthese ist ein komplexer Prozess und kann nur durch grüne Pflanzen und einige Mikroorganismen durchgeführt werden. Die immense Bedeutung der Photosynthese wird deutlich, wenn man bedenkt, dass nur diese Organismen die eingestrahlte Sonnenenergie (Globalstrahlung) verarbeiten können und als Biomasse in den Kreislauf der Natur einschleusen. Aus Kohlenstoffdioxid und Wasser entsteht mit Hilfe der Strahlungsenergie Sauerstoff, Wasser und Glucose, ein Kohlenhydrat. Die bei der Photosynthese entstehende Glucose verteilt sich über die gesamte Nahrungskette und ermöglicht somit Leben. Die ausführliche Reaktionsgleichung lautet: 6 CO2 + 12 H2O + Strahlungsenergie der Sonne reagieren zu C6H12O6 + 6 O2 + 6 H2O. In der frühen Erdgeschichte gab es nur frei vorkommende anorganische Stoffe wie z.B. Helium, Eisen und Kohlenstoff. Erst die Photosynthese, die die Freisetzung von Sauerstoff und Glucose bewirkt, schaffte die stofflichen Voraussetzungen für die Atmung. Sie ist die Umkehr der Photosynthese. Bei der Atmung reagiert Glucose, Sauerstoff und Wasser zu Kohlenstoffdioxid und Wasser. Aus dieser Rückkopplung bildete sich eine vielfältige Flora und Fauna, in der der Mensch sich entwickeln konnte. Je größer das Angebot an Nahrung wurde, desto größer wurde auch die Unabhängigkeit des Menschen von der Natur. Je eigenständiger er wurde, weil er sich genügend sichere Nahrungsquellen schuf u.a. durch Werkzeuge, Waffen, Ackerbau und Viehzucht, desto komfortabler gestaltete sich das Leben. Dem Menschen blieb mehr Zeit um die Natur zu erforschen, sie zu verstehen und diese Erkenntnisse zum eigenen Wohl zu nutzen. Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des Homo sapiens ist die gezielte Verwendung des Feuers, sprich das Freisetzten von Energie (Wärme) durch Verbrennungen. Verbrennungen bestimmen auch heute noch das Energieangebot des Menschen. Damals nutzten die Menschen die Energie, die beim Verbrennen von Bäumen und Sträuchern freigesetzt wurde. Heute verbrennt der Mensch fossile Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas, Torf und Kohle. In ihrer molekularen Beschaffenheit ähneln sich diese Stoffe. Sie enthalten die Kohlenstoffketten, die durch die Photosynthese in der Vergangenheit in den Stoffkreislauf gespeist wurden. Dadurch ist es möglich, die Energie die in Millionen Jahren gebunden wurde, heute innerhalb vergleichsweise kürzester Zeit freizusetzen und nutzbar zu machen. Seit der Industriellen Revolution und dem Beginn der industriellen Erdölförderung im 18. und 19. Jahrhundert, explodierte der Energiebedarf des Menschen, in Folge der Etablierung von Elektrizität, Antrieben und Maschinen. Das Leben der Menschen revolutionierte sich durch das gestiegene Angebot von Elektrizität und Treibstoffen. Energie war bis zu den Anfängen der Erdölförderung immer eine Mangelware. Diese Zeit
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des Mangels schien nun vorbei. Mit dem Fortschritt stieg auch der Bedarf an Energieträgern drastisch. Ab Ende des 20. Jhd. merkte man, dass diese fossilen Energiequellen nicht unerschöpflich sind und auch die bei der massenhaften Verbrennung frei gewordene Energie und das Kohlenstoffdioxid hatten nicht nur einen nützlichen, sondern auch einen schädlichen Aspekt. Das Vorhanden sein von Energie gilt als Garant für Wohlstand, Komfort, wirtschaftliche und politische Stärke. Darum strebt jeder Staat und jede Staatengemeinschaft heutzutage danach, den Zugang zu fossilen Rohstoffen zu erschließen und wenn möglich, diese zu besitzen. Kurz gesagt: Jeder Staat strebt nach Energiesicherheit. Im folgenden Verlauf werde ich zunächst die grundlegenden Begriffe erklären und die aktuelle Situation bei der Verteilung von Erdöl, Erdgas und deren Preisentwicklung darstellen. Danach nenne ich die Probleme, die aus dem unterschiedlich ausgeprägten Vorkommen der energetischen Ressourcen und den steigenden Beschaffungspreisen resultieren und greife einige Maßnahmen der EU auf, um diesen Problemen entgegenzutreten. Desweiteren beschreibe ich die Umsetzung der europäischen Lösungsansätze und komme dann zu einem von mir erdachten Szenario. Letztendlich erarbeite ich einen möglichen Ausblick, über eine zukünftige europäische Energiesicherheitsstrategie und wiege ab, ob dieser Weg friedlicher oder gewaltsamer Natur ist.
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2. Energiesicherheit
Der strategische Umgang der Staaten mit Energie beruht auf dem Energiedreieck bestehend aus Umweltschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit, wobei alle drei Punkte in Konkurrenz zu einander stehen. 1 Energiesicherheit bedeutet Versorgungssicherheit und damit die Abwesenheit von Erpressbarkeit durch Energielieferanten. 2 Energiesicherheit heutzutage meint rnationale Energiesicherheit (im Sinne von ausreichenden Energieressourcen für die globale Energieversorgung) an sich, sondern lediglich die Versorgungssicherheit (Unterbrechung von Pipelines, Schifffahrtsrouten etc.) durch innerpolitische und regionale po 3
2.1. Energiepolitische Entwicklung in der EU
In der Energiepolitik gilt es einen Mittelweg zu finden, der alle drei Bereiche abdeckt. In den letzten Jahrzehnten befasste man sich in der EU-Energiepolitik nicht in einem gleichen Maß mit der
Energieversorgung überließ man den privaten Konzernen, die dort wo Energie gebraucht wurde, zuverlässig ausreichende Mengen bereitstellten. Versorgungsengpässe gab es nicht, 4
Erst im Dezember 1994 versuchte die EU mit der ´Europäischen Energiecharta´ eine gemeinsame Energiepolitik zu etablieren. Ziel dieses Richtlinienpapieres ist es, einen marktwirtschaftlichen
europäischen Strategie für Energieversorgungssicherheit". Darin warnt die Kommission. [D]as
6 Sie stellt auch fest, dass Europa in den folgenden Jahren noch abhängiger von Energieimporten sein wird. 7 Aufbauend auf dieses Grünbuch veröffentlichte die EU noch weitere Richtlinien die die Energiesicherheitspolitik betreffen wie z.B. folgende Berichte: `Energieeffizienz oder Weniger ist mehr´ vom 22. Juni 2005, `Eine europäische Strategie für nachhaltige, wettbewerbsfähige und sichere Energie´ vom 8. März 2006, `Aktionsplan für Energieeffizienz: Das Potenzial ausschöpfen´
1 Vgl., Petermann, Jürgen (Hrsg.). Sichere Energie im 21. Jahrhundert. Hofmann und Campe. 2008. S. 15
2 Vgl. Umbach, Frank. Europäische Energiesicherheit. Die Problematik internationaler Ordnungspolitik zu Beginn des 21. Jahrhunderts. In: Reader Sicherheitspolitik (hrsg. vom Streitkräfteamt, Informations- und Medienzentrale der Bundeswehr) 10, Oktober 2002. S. 44
3 Umbach, Frank. Internationale Energiesicherheit zu Beginn des 21. Jahrhunderts. In: BAKS (Hg.): Sicherheitspolitik in neuen Dimensionen, Ergänzungsband I, Hamburg-Berlin-Bonn 2004. S. 347
4 Diermoser, Dietmar. Energiesicherheit. Neue Knappheiten, das Wiederaufleben von Ressourcennationalismus und die Aussichten auf multilaterale Ansätze. Kompass 2020. S. 3
5 Ebd., S. 127 6 Petermann, Jürgen S. 361
7 Vgl. http://ec.europa.eu/energy/green-paper-energy-supply/doc/green_paper_energy_supply_de.pdf S. 2 Zugriff 03.08.2009
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vom 19. Oktober 2006, `Eine Energiepolitik für Europa´ vom 10.01.2007 und `Verbesserung der Energieeffizienz durch Informations- und Kommunikationstechnologien´ vom 13. Mai 2008. Also was sind die Gründe, die für das Aufleben des Strebens nach Energiesicherheit in Europa verantwortlich sind?
2.2. Gründe für das Aufleben des Energiesicherheitsaspektes
Die Gründe sind vielfältig und komplex, doch haben sie alle ihren Ursprung in der ungleichmäßigen
zukünftige Entwicklung wird wesentlich bestimmt durch die zu erwartende Verlagerung der
Meer bis Nordwestsibirien, für die Versorgung der Welt mit Öl und Gas wächst, weil die Produktion der OECD- 8 So schätz man, dass 61,8% der sicher förderbaren Erdölreserven im Nahen Osten liegen. Andere Lagerstätten sind in Russland und den ehemaligen GUS-Staaten (10,4%), Afrika (9,8%), Südamerika (9,2%) und Nordamerika (3,9%). Die Vorräte wuchsen zwar, im Zeitraum von 1991 bis 2007, von 134.829 auf 163.524 Mio. t sicher förderbaren Erdöls. In Europa, Nordamerika und Asien hingegen nimmt die Förderquote ab. Was im Umkehrschluss heißt, die Abhängigkeit der Hauptverbraucher steigt, während die Produzenten immer mehr an Gewicht im politischen Handeln dazugewinnen. Bei Erdgas sieht die Tendenz ungefähr gleich aus. Wobei zu erwähnen ist, dass auch hier wiederum im Nahen Osten die größten Lagerstätten sind. Jedoch ist die globale Verteilungspanne nicht so groß wie beim Erdöl. Im Orient liegen 40,1% des globalen Erdgasvolumens. In Russland und den ehemaligen GUS-Staaten sind 31,9% des weltweit sicher förderbaren Erdgases vorhanden. Von einer Monopolstellung des Nahen Ostens beim Erdgasexport kann demnach keine Rede sein. 9 Lange Zeit wurde Erdöl als billiges und unendlich verfügbares Gut angesehen, diese Zeiten sind seit dem Steigen der Ölpreise aber vorbei. Von 1960 bis 2008 sind die Ölpreise von ca. 3 US-$ je Barrel auf über 146 US-$ gestiegen. Dabei ist zu beachten das von 1960-1999 der Preis je Barrel, mit Ausnahme der Ölkrise während des 1. Golfkriegs und deren Folgen im Zeitraum von 1981-1985, unter 20 US-$ je Barrel lag. Erst nach drastischen Förderkürzungen der Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC) im Jahr 1999, eis ist in den letzten 5 Jahren um bis zu
500% gestiegen und hatte im Juli 2008 real seit Ende der 70er Jahre seinen höchsten Stand erreicht
8 Diermoser, Dietmar. S. 2
9 Vgl. http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Energie/energiestatistiken,did=180954.html und http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Energie/energiestatistiken,did=180956.html Zugriff 03.08.2009
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mit einem Rekord von 146 US- . 10 Ab dann fiel der
Ölpreis infolge der Finanz- und Bankenkrise bis auf 36 $/b und liegt momentan bei 64$/b für Brent. 11 Ein anderer Grund ist das Auftreten der `asiatischen Tigerstaaten´ China und Indien auf dem Weltmarkt, die mit einem noch nie gekannten Ausmaß von Energiehunger die Industrielle Revolution Europas in nur einem Bruchteil der eigentlichen Zeit durchlaufen und Wirtschaftswachstumsquoten im zweistelleigen Bereich aufweisen. Diese Staaten positionieren sich neu am Markt und sorgen so für eine erhöhte Konkurrenz und Nachfrage, was ein Ansteigen des Erdölpreises verursacht. 12 So geht die `International Energy Agency´ (IEA) davon aus, dass die Nachfrage nach Rohöl jährlich um 1,8% ansteigen wird. Verbrauchte die Welt im Jahr 2001 noch 77 Millionen Barrel pro Tag (mb/d) wird sie bis zum Jahr 2030 einen Verbrauch von 115mb/d haben. Nach Angaben der `Energy Information Administration´ (EIA) beträgt die Nachfrage nach Erdöl 2025 119mb/d. 13 Bei Erdgas, das größtenteils bei der Förderung von Erdöl freigesetzt wird, sehen die Prognosen einen prozentual noch größeren Anstieg vor. Erdgas ist bei seiner Verbrennung umweltschonender als Erdöl und wird deshalb heutzutage bevorzugt zur Energiegewinnung eingesetzt. So wird prognostiziert, dass aller Voraussicht -30 Jahren die Ölimporte der EU von gegenwärtig 76% des ansteigen werden. 14
Dies wäre nicht dramatisch, wenn die OPEC nicht schon den Großteil des leicht förderbaren und deshalb kostengünstigeren Leichtöls gefördert hätte. Seit 1859 wird auf der Erde Leichtöl gefördert und man geht davon aus, dass von 2200 Mrd. Barrel nur noch 1100 Mrd. verfügbar sind. Es scheint so, dass
früheren Überkapazitäten der OPEC- Länder sind auf eine Größenordnung von 2-3 Mio. Barrel pro Tag (b/d = Barrel/Day; Barrel = 159 Liter) geschrumpft bei einem weltweiten Verbrauch von 86 Mio. B/d im Jahr 2007. Von vielen wird befürchtet, dass größere Lieferausfälle in Krisenstaaten wie Iran, Irak, Venezuela oder Nigeria mit so einer kleinen Produktionsreserve nicht vollständig ausgeglichen werden 16 Im Zeitraum 1990-91 betrug die OPEC-Reserveförderkapazität noch 5 Mio. b/d. 17 Zu dem Problem der knapper werdenden Rohstoffe kommt das Problem hinzu, dass die Erdöl- und Erdgasförderung sowie die Verarbeitung und der Transport energetischer Stoffe immer mehr durch und
10 http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/B/bericht-der-bundesregierung-zur-oel-und-
gasmarktstrategie,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf S. 13 Zugriff 03.08.2009
11 Vgl. http://www.finanzen.net/rohstoffe/oelpreis Zugriff 29.09.2009
12 Vgl. Umbach, Frank. S. 345ff.
13 Vgl. Energy Information Administration. International Energy Outlook 2003 World Oil Markets, Washington DC. S. 2
14 Umbach, Frank. S. 361
15 Vgl. Roithner, Thomas. Von kalten Energiestrategien zu heißen Rohstoffkriegen. In: Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (Hg): Schachspiel der Weltmächte zwischen Präventivkrieg und zukunftsfähiger Rohstoffpolitik im Zeitalter des globalen Treibhauses. LIT Verlag. Wien 2008. S 75 16 http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/B/bericht-der-bundesregierung-zur-oel-undgasmarktstrategie,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf S. 14 Zugriff 03.08.2009
17 Umbach, Frank. S. 52
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Andre´ Neugebauer, 2009, Eine Erläuterung der europäischen Energiesicherheitsstrategien, München, GRIN Verlag GmbH
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