Daniela Ische
Inhalt: Seite:
1 Einleitung 1
2 Vorstellung des Krankheitsbild - Schizophrenie 2
3 Gefahrenpotential der Erkrankung 4
3.1 Symptomatik und Komorbidität. 4
3.2 Präventionsmöglichkeiten 7
4 Vorstellung des Maßregelvollzugs 10
4.1 Juristische Grundlagen 10
4.2 Informationen zum Nds. LKH Moringen 13
4.3 Beispiel eines Unterbringungsverlaufes 13
5 Fazit 18
6 Literaturverzeichnis 20
7 Anhang: Tabelle 2 - Informationsquellen zur Risikoanamnese 22
Daniela Ische
Abkürzungsverzeichnis:
d.h. das heißt et. al. et alii (männlich), et aliae (weiblich) f folgende ff fortfolgende ICD International Classification of Diseases Nds. MVollzG Niedersächsisches Maßregelvollzugsgesetz Nds. LKH Niedersächsisches Landeskrankenhaus StGB Strafgesetzbuch StPO Strafprozessordnung Tab. Tabelle TCO Threat, Control, Override u.a. unter Anderem URL Uniform Resource Locator vgl. vergleiche WHO World Health Organisation z.B. zum Beispiel
Tabellenverzeichnis: Seite:
Tab. 1: Positiv- und Negativsymptome einer Schizophrenie 2
Tab. 2: Informationsquellen für Risikoindikatoren 19
Daniela Ische
Vorwort
Es würde oftmals umständliche Formulierungen bedürfen, um den weiblichen wie auch männlichen Sprachgebrauch gerecht zu werden. Doppelformulierungen können den Lesefluss erschweren. Deshalb habe ich mich in dieser Arbeit für die männliche Form entschieden.
Gemeint ist aber ebenfalls die weibliche Form.
Daniela Ische
1 Einleitung
Stellen sie sich vor sie sind ein Agent beim Geheimdienst. Sie stellen fest, dass dessen Machenschaften kriminell sind und versuchen auszusteigen. Doch ab jetzt müssen sie um ihr Leben fürchten. Nach und nach wird Ihnen klar, dass der Geheimdienst alles perfekt geplant hat. Sogar Ihr Obermieter gehört dazu und bespitzelt Sie. Sie ziehen sich zurück versuchen nicht entdeckt zu werden und öffnen nicht die Tür. Denn das könnte der Obermieter sein, der Sie zum Schweigen bringen soll. Eines Tages macht sich Jemand an Ihrer Tür zu schaffen. Sie haben Angst. Sie gehen in die Küche und nehmen sich dort ein Messer. Bereit sich zu verteidigen. Dann geht die Tür auf und Ihr besorgter Obermieter kommt zusammen mit dem Hausmeister herein.
Sie sehen in den beiden Personen Auftragskiller, die Sie zum Schweigen bringen wollen. Sie gehen auf beide mit dem Messer los und stechen sie nieder. Erschrocken über das Blut und Ihre Tat sacken Sie zu Boden und zittern vor Angst.
Mit diesem fiktiven Fall soll die Perspektive des Patienten dargestellt werden. Er dient als Ausgangspunkt für die Darstellung eines Unterbringungsverlaufs in der Psychiatrie. Als Beispiel dient das Niedersächsische Landeskrankenhaus Moringen (Nds.LKH) indem psychisch kranke Straftäter behandelt werden. Aus der Darstellung eines typischen Unterbringungsverlaufs sollen die Probleme für schizophrene Patienten verdeutlicht werden. Hauptaugenmerk wird in dieser Abhandlung auf die Bedeutung der Deliktprävention für den Patienten gelegt. Die Bedeutung für die Wirtschaft, die Institution Psychiatrie, die Öffentlichkeit (Opferschutz) oder der Volkswirtschaft werden in dieser Arbeit nicht aufgegriffen.
Im Zentrum steht die Frage, welche Ansatzpunkte für eine Prävention bei Schizophrenie vorhanden sind und wie nahezu unmöglich eine erfolgreiche Behandlung eines bereits straffällig gewordenen Patienten aufgrund der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen ist. Seite 1 von 22
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Zuvor jedoch wird das Krankheitsbild mit seinen spezifischen Symptomen dargestellt.
Im Anschluss wird der Verlauf skizziert und das Risikopotential herausgearbeitet.
Hans - Ludwig Kröber hat in seinem Artikel „Kann man die akute Gefährlichkeit schizophren Erkrankter erkennen“ 15 Risikobereiche formuliert, die hier aufgegriffen und auf ihr Präventionspotential hin überprüft werden sollen. (vgl. Kröber 2008: S. 134)
2 Vorstellung des Krankheitsbild - Schizophrenie
Es werden die Symptome, der Verlauf der Erkrankung sowie ihrer Ätiologie dargestellt, um anschließend im Rahmen der Gefahrenprognose darauf zurückzugreifen.
Von der ICD-10 Klassifikation wird Schizophrenie folgendermaßen definiert:
„Die schizophrenen Störungen sind im allgemeinen durch grundlegende
und charakteristische Störungen von Denken und Wahrnehmung sowie
inadäquate oder verflachte Affekte gekennzeichnet. Die
Klarheit des Bewusstseins und die intellektuellen Fähigkeiten sind in der
Regel nicht beeinträchtigt. Im Laufe der Zeit können sich jedoch gewisse
kognitive Defizite entwickeln.“
(WHO 2008: S. 111)
Die Symptome einer Schizophrenie werden in Positiv- und Negativsymptome aufgeteilt. Die Tabelle 1 zeigt eine Gegenüberstellung.
Tab. 1:Positiv- und Negativsymptome einer Schizophrenie. (Eigene Darstellung, vgl. Möller et.al. 2001: S.143) Seite 2 von 22
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Die Erkrankung kann kontinuierlich oder in Phasen verlaufen. Die Prodromalphase (Vorläuferphase) verläuft oft mit eher untypischen Symptomen wie Unruhe, Depression und Angst.
Positiv- Symptome (z.B. Halluzination/ Wahn) treten hier meistens noch nicht auf oder zeigen sich sehr abgeschwächt, was eine Diagnosestellung erschwert.
In der Akutphase kommt es dann zu überwiegend psychotischen Symptomen wie Halluzinationen und Wahnerlebnissen, welche eine Diagnosestellung vereinfachen. Es zeigen sich Auffälligkeiten im alltäglichen Leben wie z.B. der Rückzug aus sozialen Rollen und zwischenmenschlichen Beziehungen.
In der Remissionsphase (Rückbildungsphase) kommt es zum Abklingen der Positivsymptomatik und einem Erschöpfungszustand, der durch Depression und Negativsymptomatik gekennzeichnet ist. Allgemein kann eine Phase mit einer vollständigen oder unvollständigen Remission abschließen. Bei einer unvollständigen Rückbildung bleiben Restsymptome (meistens Negativsymptome) der Erkrankung zurück. Die Ursachen für die Entstehung der Schizophrenie sind bis heute nicht genau festzulegen. Hans-Jürgen Möller et.al. sprechen von einer multifaktoriellen Genese. Als Ursachen zählen sie genetische-, zerebralesowie psychosoziale Faktoren auf.
Eine weitere Theorie ist das Vulnerabilitäts-Stress-Modell welches das Vorhandensein prädisponierender Faktoren und eines gleichzeitigen Auslösers (Stress / Lebensumstände) als Ursache für die Erkrankung beschreibt. (vgl. Möller et.al. 2001:S.134ff)
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Arbeit zitieren:
Daniela Ische, 2009, Die Bedeutung der Deliktprävention bei Schizophrenie, München, GRIN Verlag GmbH
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