CHIRAC L’AFRICAIN - GLIEDERUNG i
Gliederung
Gliederung i
Abk ürzungsverzeichnis iii
Verzeichnis der Abbildungen im Text iv
Verzeichnis des Anhangs v
Vorwort vi
1 Einleitung 1
2 Theoretische Grundlagen und Rahmenbedingungen 4
2.1 Die Rollentheorie 4
2.2 Demokratiedefizit und Wertorientierung in der Außenpolitik 5
2.3 Anwendung der Rollentheorie in der Außenpolitik 6
2.3.1 Vorstellung der Makroebene 7
2.3.2 Vorstellung der Mikroebene 7
2.3.3 Zusammenführung von Makro- und Mikroebene 8
3 Die Prägung der postkolonialen französischen Afrikapolitik (bis 1995) 10
3.1 Gaullistische Einflüsse und Grundprinzipien 11
3.1.1 Grandeur und indépendance 11
3.1.2 Die domaine réservé des Präsidenten 13
3.2 Entkolonialisierung versus Neokolonialismus 14
3.2.1 Françafrique 15
3.2.1.1 Praxis der réseaux 16
3.2.1.2 Politische und verwaltende Strukturen. 17
3.2.1.3 Finanzpolitische Zusammenarbeit 18
3.2.2 Wirtschaftliche Entwicklung und Demokratisierung 19
3.2.3 Schutzmacht und Stabilisierung 22
3.3 Zwischenfazit 23
4 Chiracs politischer Werdegang und Persönlichkeit 24
4.1 Politischer Werdegang 24
4.1.1 Frühe Einführung in die réseaux 25
4.1.2 Persönlicher politischer Stil 26
4.1.2.1 Politische Überzeugungen 27
4.1.2.2 Präferenz der Außenpolitik gegenüber der Innenpolitik 29
4.1.2.3 Zwischenmenschlicher Stil 31
4.2 Wahrnehmung, Einstellungen, Werte und Interessen 32
4.2.1 Kenner der arts premiers 33
4.2.2 Freund der Kulturen 34
4.3 Zwischenfazit 36
CHIRAC L’AFRICAIN - GLIEDERUNG ii
5 Chiracs ambivalente Afrikapolitik. 37
Chirac l’Africain: Wie bewertet man die Bezeichnung? 37
5.1
5.2 Zwischen gaullistischer Prägung und eigener Interpretation 40
5.3 Allianz der Eliten oder Volksnähe? 42
5.4 Kritisierter Sippenchef und anerkannter Anwalt Afrikas. 49
5.5 Ein umstrittener Mediator 51
5.6 Militärisches désengagement mit Einflusswahrung. 56
5.7 Zielkonflikt: Demokratie versus Stabilität. 61
5.8 Entwicklungshilfe: Reform oder réseaux? 66
6 Fazit und Ausblick. 73
Anhang 77
Literaturverzeichnis 82
CHIRAC L’AFRICAIN - ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS iii
Abkürzungsverzeichnis
ABN - Autorité du Bassin du fleuve Niger
AU - Afrikanische Union AKP - Afrika, Karibik und Pazifik APD - Aide publique au développement BBC - British Broadcasting Corporation BIP - Bruttoinlandsprodukt CFA - Colonies Françaises d’Afrique (bis 1960) “ - Communautés Financières Africaines “ - Coopération Financière d’Afrique Centrale DAC - Development Assistance Committee DRK - Demokratische Republik Kongo ECOWAS - Economic Community of West African States EG - Europäische Gemeinschaft ENA - Ecole Nationale de l’Administration EU - Europäische Union G8 - Gruppe der Acht HLM - Habitation à loyer modéré IStGH - Internationaler Strafgerichtshof IWF - Internationaler Währungsfonds
MONUC - Mission de l’Organisation des Nations Unies en RD Congo NATO - North Atlantic Treaty Organisation NEPAD - New Partnership for Africa’s Development ODA - Official Development Assistance OECD - Organisation for Economic Co-operation and Development ONU - Organisation des Nations Unies RFI - Radio France Internationale RPR - Rassemblement Pour la République SWP - Stiftung Wissenschaft und Politik USA - United States of America UN - United Nations ZAR - Zentralafrikanische Republik
CHIRAC L’AFRICAIN - VERZEICHNIS DER ABBILDUNGEN IM TEXT
Verzeichnis der Abbildungen im Text
Abb. 1: Zusammenführung von Makro- und Mikroebene
Abb. 2: Einordnung des pré-carré subsaharischer, franko-afrikanischer Kooperation
Abb. 3 /4: Anzahl stationierter französischer Soldaten in ausgewählten Ländern im Zeitvergleich
Abb. 5: Der Anteil bilateraler französischer Entwicklungshilfe am Gesamtvolumen im Zeitvergleich.
Abb 6: Die Verteilung der bilateralen französischen Entwicklungshilfe im Zeitvergleich
CHIRAC L’AFRICAIN - VERZEICHNIS DES ANHANGS v
Verzeichnis des Anhangs
Anhang 1: Koloniale Aufteilung des afrikanischen Kontinents im Jahre 1924………………………… 77 Anhang 2: Politische Karte Afrika………………………………………………………………….………78 Anhang 3: Der Übergang subsaharischer Länder zur Demokratie in den 90ern…………………..…... 79 Anhang 4: Afrikanische Staatsoberhäupter, die in Chiracs Amtszeit präsidierten……………............. 80 Anhang 5: Karte der ABN-Länder………………………….…………………………………………..…. 81 Anhang 6: Rohstoffvorkommen in der DRK …………………………...……………………………..….. 81
CHIRAC L’AFRICAIN - VORWORT vi
Vorwort
Den Beginn meiner Beschäftigung mit dem Thema dieser Diplomarbeit kann ich ziemlich genau festlegen. Es begann damit, dass meine Kollegin im Praktikum bei Radio France Internationale (RFI) sich eines Tages beim Mittagessen über ein Gespräch mit einem Taxifahrer echauffierte. Der Fahrer, ursprünglich aus dem Westen Afrikas stammend, hatte sie an diesem Junimorgen 2007 zur Arbeit gebracht und war im Zuge der Aktualität mit ihr ins Gespräch über den scheidenden Präsidenten gekommen. Er war der Meinung, dass Chirac ein exzellenter Präsident gewesen sei, vor allem auf internationaler Bühne. Afrika habe er weitergebracht. Er sorge sich um die afrikanischen Völker wie kein anderer vor ihm. Meine Kollegin entrüstete sich ungemein: Chirac? Dieser opportunistische, überzeugungslose und machtgierige Politiker, ein Wohltäter Afrikas? Mit seinen obskuren Machenschaften, den schwarzen Kassen und leeren Worten, die er geschwungen hatte, ohne aber je zur Tat zu schreiten?
Da ich mich sehr für persönlichkeitsfokussierte Politik interessiere und dafür, was einflussreiche Menschen motiviert, habe ich mich daraufhin entschieden, herauszufinden, was Chirac im Zuge seiner Afrikapolitik in zwölf Jahren Amtszeit leisten wollte, leisten sollte und schließlich geleistet hat.
CHIRAC L’AFRICAIN - EINLEITUNG 1
1 Einleitung
„Jamais sans doute un président français ne se sera voulu, senti, aussi ,africain’ que celui - là“, sobeginnt ein mit „Le rêve africain de Chirac“ betitelter Aufsatz der panafrikanischen Zeitschrift Jeune Africain. 1 Dieser Satz formuliert annähernd die Prämisse, die der
vorliegenden Arbeit zugrunde liegt: Der französische Staatspräsident stand und steht in einem ganz besonderen Verhältnis zu Afrika. Wie dieses Verhältnis zu bewerten ist, sagt das Zitat aber noch nicht aus. Untersucht werden soll deshalb in dieser Arbeit die Haltung, welche Chirac Afrika als Präsident entgegenbrachte und somit die Motivation, aus der heraus er außenpolitisch handelte. Zweites Untersuchungsziel ist es, herauszufinden, wie man die Bilanz seines Wirkens in Folge einer als ambivalent zu bezeichnenden Politik hin zu einer tatsächlichen Veränderung oder Verbesserung der afrikanischen Verhältnisse bezüglich Demokratie, Frieden und Entwicklung bewerten kann. Hierin besteht auch die Schwierigkeit des Vorhabens: Es gilt, die Quellen gründlich zu sichten, um über den Staatsmann und Menschen Jacques Chirac ein Gesamtwerk zu komponieren, welches dennoch nicht pseudo-psychologisch oder sogar größenwahnsinnig dadurch wird, dass ein Feld, welches so komplex, so wenig durchschaubar und empirisch ist wie der einzelne Mensch, zum Gegenstand der (Kultur)Wissenschaft wird. Diese Arbeit soll leisten, all diemeist einseitig positiven oder negativen Darstellungen und Verwicklungen der Person Chiracs in die französische Afrikapolitik - auszuwerten und zu einer ausgewogenen Analyse von Chiracs persönlicher Motivation und seinen erzielten Ergebnissen zu gelangen.
Von wissenschaftlichem Interesse ist das Thema gerade deshalb, weil üblicherweise in der Wissenschaft lediglich auf einer Makroebene Geschehnisse analysiert und interpretiert werden, wohingegen der Mikroebene, den einzelnen Machthabern mit ihrer Motivation sowie ihrem direkten Wirken, wenig Aufmerksamkeit zukommt. Die vorliegende Arbeit soll die Zusammenführung beider Ebenen leisten.
Dabei ist die Rollentheorie einschlägig, welche sich besonders gut zur Auswertung von ambivalenten Verhaltensweisen eignet. Sie besagt unter anderem, dass der (politisch) handelnde Mensch sowohl durch seine persönlichen Wahrnehmungen, Werte, Einstellungen und Interessen wie auch durch die Umgebung und Traditionen seiner Gesellschaft geformt wird. Im politischen Bereich sind hier die Autoren Kalevi Holsti,
1 Soudan (1996) - „Le rêve africain de Chirac“, S. 4.
CHIRAC L’AFRICAIN - EINLEITUNG 2
Margaret Hermann und James Rosenau aus dem Sammelband Role Theory and Foreign Policy Analysis, herausgegeben von Stephen Walker, maßgeblich. Es gibt in der Literatur große Divergenzen bezüglich der Motivation und Wirkung des französischen Präsidenten Chirac in der Afrikapolitik. Ein Beispiel, in dem Tadel nicht zu kurz kommt, sind die Werke von François-Xavier Verschave, dem wohl größten Kritiker der französischen Afrikapolitik seit der Entkolonialisierung, bekannt geworden durch die Titel La Françafrique - le plus long scandale de la République und Noir Chirac. Ich stütze mich bei meinen Untersuchungen aber hauptsächlich auf einschlägige Aufsätze zur französischen Afrikapolitik von politischen Instituten und Verlagen, die zu etwa gleichen Teilen aus dem deutschen und französischen und zu einem kleineren Teil aus dem englischen Sprachraum stammen, wie auch auf Zeitungsartikel aus einigen großen Tages-und Wochenzeitungen, insbesondere Le Monde, L’Express und Die Zeit. Afrikaexperten wie Vincent Hugeux, François Soudan und Andreas Mehler kommen zu Wort. Auch die afrikanische Sicht der Dinge wird durch Quellen wie die oben zitierte Jeune Afrique oder den afrikanischen Autor und Politiker Jean-Paul Ngoupandé dargestellt. Aussagen Chiracs in offiziellen Reden oder in Pierre Péans Interview-Biographie L’inconnu de l’Elysée spielen deshalb eine große Rolle, weil sie den Vorzug der Unmittelbarkeit besitzen. Fremdkommentare bekannter Politiker aus Interviews, zum Beispiel in Patrick Rotmanns Dokumentarfilmserie Chirac und der Parodie Dans la peau de Jacques Chirac von Zéro und Royer, sind aus selbigem Grund von Bedeutung.
Sofern in dieser Arbeit die Rede von Afrika sein wird, ist damit stets insbesondere (aber nicht nur) das frankophone subsaharische Afrika gemeint, für dessen Beziehungen sich in der französischen Politik der Ausdruck „politique africaine“ etabliert hat. 2 In der Regel
betrifft dies die Teile West- und Zentralafrikas, denen Frankreich immer noch verbunden ist oder wo es einen erheblichen Einfluss ausübt.
Die Vorgehensweise in dieser Arbeit ist folgende: Zunächst werden in einem Abriss über die Makroebene Frankreichs Beziehungen zu Afrika in der Nachkolonialzeit erläutert, denn letztlich kann man die Besonderheit in den Beziehungen Chiracs zum afrikanischen Kontinent nicht erläutern, wenn nicht zuvor ihre Tradition dargestellt worden ist. Hierbei spielt besonders der kritische Begriff Françafrique eine Rolle. Darauf folgend wird in einem Abschnitt über Chiracs politischen Werdegang und Persönlichkeit die Mikroebene erklärt, getreu der These, dass auch der Politiker nicht nur
2 Die Beziehungen zu den maghrebinischen Staaten fallen gebrauchsgeschichtlich unter die Begrifflichkeiten „politique mediterranéenne“, „politique arabe“ oder auch „politique nord-africaine“.
CHIRAC L’AFRICAIN - EINLEITUNG 3
durch Tradition und Gesetze bestimmt wird, sondern dass sein Handeln ebenso durch seine persönlichen Haltungen, Interessen und Werte erklärbar wird. Den Hauptteil der Arbeit stellt die Zusammenführung von Makro- und Mikroebene als die Auswertung bezüglich Chiracs Rolle in diversen Konflikten und Affären und in seinen persönlichen, oft kritisierten, Beziehungen zu den afrikanischen Staatschefs dar. Welche Komponenten seines Handelns werden durch die nationale Rollenprägung bedingt und welche fügt er durch seine Persönlichkeit hinzu? Was ist ideologisch oder emotional zu verstehen und was ist reines Nutzenkalkül? War seine Implikation letztlich förderlich für die Entwicklung Afrikas und wie wird sie vom französischen und afrikanischen Volk oder von anderen Staatschefs bewertet? Diese Fragen werden im Folgenden beantwortet.
CHIRAC L’AFRICAIN - 2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND RAHMENBEDINGUNGEN 4
2 Theoretische Grundlagen und Rahmenbedingungen
Die theoretische Grundlage dieser Arbeit ist die Rollentheorie, angewendet auf die Außenpolitik und den außenpolitischen Akteur. Die Rahmenbedingungen sind ausgewählte Gegebenheiten und Werthaltungen in der Außenpolitik. Sie werden herausgehoben, weil sie zum Verständnis der darauf folgenden Analyse beitragen.
2.1 Die Rollentheorie
“The confluence and simultaneity of conflicting role demands in the cognitive and emotional space of people, in other words, has transformed them into an arena in which world politics unfold. Individuals have become a major battleground on which the state, its subgroups, and transnational organisations compete for their loyalties, thereby posing for them choices that cannot be easily ignored and that, for us as analysts, can serve as both a measure of global
3
change and a challenge to global stability.”
Die ursprünglich dem Theater entstammende Rollentheorie ist ein Konzept, welches in der Wissenschaft durch den US-amerikanischen Anthropologen Ralph Linton mit seinem Hauptwerk The Study of Man (1936) begründet wurde. Seitdem wurde sie vielfältig in Soziologie, Psychologie und Anthropologie weiterentwickelt. Die Rollentheorie dient dazu, Verhalten von Individuen oder organisierten Entitäten zu erklären. Sie hat einen beschreibenden, strukturierenden und erklärenden Wert, indem sie mehrere Dimensionen der komplexen Lebenswirklichkeit des zu untersuchenden Subjektes aufgreift. 4
Der soziale Akteur verinnerlicht in seiner sozialen Position bzw. seinen pluralen sozialen Positionen verschiedene, vom dazugehörigen sozialen System abhängige Werte, Handlungsmuster und Verhaltensweisen, welche eine soziale Rolle definieren. Gleichzeitig begegnet er den zu seiner Rolle komplementären Rollen, welche wiederum bestimmte Erwartungen an seine Rolle haben. 5 Mit der Rollentheorie werden einerseits jeder Rolle
systemhafte Rollengrenzen und -festlegungen zugeschrieben und erklärt sowie demgegenüber die Spiel- und Handlungsfreiräume definiert, welche dem Inhaber in seiner Rolle offenstehen. Die Theorie schließt in ihrer Betrachtung und Analyse sowohl prägende Umwelteinflüsse, wie auch dem Rollenträger innewohnende Rollenpräferenzen und eine eventuelle Emanzipation von der klassischen Rolle mit ein.
Durchaus kann das Verhalten, beziehungsweise die Rollenperformance des Akteurs, in den Augen des Beobachters widersprüchlich sein. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Oft ist von einem komplexen Rollenbündel die Rede, in dem mehrere Rollen gegeneinander
3 Rosenau (1987) - „Roles and Role Scenarios in Foreign Policy“, S. 50.
4 Vgl. Walker (1987) - „The Relevance of Role Theory to Foreign Policy Analysis“, S. 2.
5 Vgl. Rosenau (1987) - „Roles“, S. 58.
CHIRAC L’AFRICAIN - 2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND RAHMENBEDINGUNGEN 5
ausgespielt werden oder wo mehrere Einflüsse auf die Rolle einwirken: Es kommt zu Rollenkonflikten. Die Rollentheorie ist dementsprechend besonders wirksam, um schwer verständliches oder ambivalentes Verhalten zu erklären. Man kann im Ergebnis von einer gewissen Ausrichtung der Rolle (role orientation) im Hinblick auf die vorwiegend ausgeübte Eigenschaft sprechen.
Die Vorgehensweise besteht darin, zunächst von den hypothetischen Rollenerwartungen auszugehen. Von da aus unternimmt man die Untersuchung. Es kann aber auch ebenso sein, dass die Erwartungen des Analysten an die Rolle nicht dieselben sind, die der Akteur selber darunter versteht, dadurch wird die Untersuchung besonders aufschlussreich:
“Obviously, normative expectations about behaviour may not result in accurate predictions of behaviour for several reasons: There may be role conflict; the individual may be playing a different role than the researcher believes; the individual may be making a “mistake”; the individual may ,misunderstand’ how to implement the expectations. In addition, many times the role expectations are in fact the researchers and not the role occupants. The role expectations in case become the hypothesis that the researcher will test by his research.” 6
2.2 Demokratiedefizit und Wertorientierung in der Außenpolitik
Unter Außenpolitik wird, hier insbesondere durch die Definition von Seidelmann 7 , die
Politik verstanden, mit der sich ein Staat gegenüber anderen Staaten im internationalen System durchsetzt. Der Staat nimmt über sie seine internationalen Interessen wahr, er agiert und reagiert auf bestehende Strukturen und Anreize und versucht, seinen Handlungsspielraum auszuweiten. Hierbei sind sowohl die innerstaatliche Interessen- und Erwartungslagen von Bedeutung, wie auch die Konsequenzen im internationalen System. Bedingt werden die Ziele, der Gestaltungsfreiraum, die Reichweite sowie die Inhalte von Außenpolitik durch strukturelle Bedingungsfaktoren wie zum Beispiel die geographische Lage, das militärische Potenzial, Rohstoffabhängigkeiten und wirtschaftliches Potenzial allgemein sowie historische Gegebenheiten und Traditionen.
Außenpolitik zeichnet sich im Gegensatz zur Innenpolitik durch eine ungleich größere Handlungsfreiheit aus, aufgrund des geringeren Organisations- und Regulierungsgrades im internationalen System. So führt auch Holsti an: „The difference between the integrated social context and the international milieu is that in the former a large portion of human action is effectively governed by legal enactments, while in the latter primarily routine matters […].” 8 Die Exekutive hat also einen Handlungsvorsprung und kann relativ
6 Hudson; Singer (1987) - „Role Sets and African Foreign Policy Behavior: Testing an External Predisposition Model“, S. 199.
7 Vgl. Seidelmann (2007) - „Außenpolitik”, S. 26-29.
8 Holsti (1987) - „National Role Conceptions in the Study of Foreign Policy“, S. 10f.
CHIRAC L’AFRICAIN - 2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND RAHMENBEDINGUNGEN 6
unabhängig von Parlament und kritischer Öffentlichkeit entscheiden, was von Seidelmann als „Demokratiedefizit“ 9 bezeichnet wird. Dieser Sachverhalt stammt noch aus der Zeit der
bürgerlichen Revolution, in der es der Monarchie gelang, im Zuge der Parlamentarisierung der Staaten die Reservate Diplomatie und Militär weitmöglichst bei sich zu behalten. Hierdurch blieb das Bürgertum außen vor, eine Prägung, die sich in vielen Staaten bis heute nicht sehr geändert hat. Durch diese historisch bedingte Unmündigkeit der Bürger kann es mitunter zu Akzeptanzkrisen in der Öffentlichkeit kommen, sowie zur Bildung von Organisationen und Gegenbewegungen innerhalb des Landes. Eine andere, oft weiter verbreitete Reaktion ist Indifferenz gegenüber den außenpolitischen Handlungen des eigenen Staates, beziehungsweise Resignation, weil das Gefühl besteht, dass jede Agitation ohnehin nutzlos wäre oder der Aufwand zu hoch eingeschätzt wird. Das allgemein eher geringe Interesse an Außenpolitik, vor allem in westlichen Demokratien zu Friedenszeiten, bedingt auch, dass sich gemeinhin wenig außenpolitische Zielsetzungen in Wahlprogrammen finden, da die Möglichkeit begrenzt scheint, über sie Wählerstimmen zu gewinnen.
In den letzten Jahrzehnten, vor allem seit dem Ende des Kalten Krieges, wurde durch außenpolitische Akteure eine neue, gerechtere Weltordnung und Friedenspolitik immer wieder gefordert. Sie gehört inzwischen gewissermaßen zum „guten Ton“ vor allem des westlich geprägten Politikers im Sinne einer better global governance. Peace-keeping und peace-establishing-Eingriffe sind Beispiele für diese neue Werthaltung gegenüber einer globalen Ordnung, in der es scheinbar nicht mehr um die eigene Machterhaltung, sondern um die Durchsetzung von Frieden, Menschenrechten und der Gewährleistung effizienter Wirtschaftsstrukturen im Interesse aller geht. 10
Insgesamt greift es aber zu kurz, außenpolitisches Handeln allein mit den Zielen des jeweiligen Staates gleichzusetzen: Immer sind auch die ausführenden Akteure mit ihrer Persönlichkeit, ihren individuellen Werturteilen und ihrem Nutzenkalkül ein ebenso wichtiger Faktor für die Ausgestaltung der Außenpolitik eines Landes.
2.3 Anwendung der Rollentheorie in der Außenpolitik
Die Rollentheorie hat in der Außenpolitik Eingang gefunden, um das Verhalten ganzer Staaten als Träger einer speziellen Rolle im internationalen System zu erklären. Eine Alternative dazu ist, durch den individuellen rollentheoretischen Zugang das Verhalten der
9 Seidelmann (2007) - „Außenpolitik”, S. 28.
10 Vgl. ebd., S. 29.
CHIRAC L’AFRICAIN - 2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND RAHMENBEDINGUNGEN 7
außenpolitischen Akteure zu analysieren und durch diesen letztlich auch die Staatsper-formance zu erklären. Dies funktioniert besonders gut, wenn der zu analysierende Politiker große Macht in außenpolitischen Belangen hat. Es handelt sich dabei um einen alternativen Zugang, außenpolitisches Verhalten nicht auf der Systemebene, sondern auf der individuellen und persönlichen Ebene verstehen zu wollen. Letztlich wird der Akteur aber sowohl von der Mikro- wie auch von der Makroebene beeinflusst. 11
2.3.1 Vorstellung der Makroebene
Außenpolitik impliziert eine nationale Rollenkonzeption, die zum Großteil durch die außenpolitischen Grundeinstellungen nationaler Führungseliten geprägt wurde. Dementsprechend entwickeln sich eine politische Kultur und ein gewisses Selbstbewusstsein des Nationalstaates, von dem in der Folge weitere Politiker ebenfalls geprägt werden. Dies ist ein Vorgang, dem sich der außenpolitisch handelnde Akteur kaum entziehen kann, einmal durch die Rollenerwartung, die sich infolgedessen an ihn ergibt, aber auch durch eine unterbewusste Prägung in dem Sinne, dass jene vorgegebenen, traditionell bedingten Handlungsgrenzen und -freiräume schon „immer“ bestanden. Staatliche Rollenkonzepte wirken demnach nachhaltig auf das Rollenverhalten der zentralen Entscheidungsträger. Sie bilden die Makroebene des Handlungs- und Entscheidungssystems des Akteurs. Die Leistungen des Akteurs sind dadurch unter anderem eine „Ableitung des außenpolitischen Rollenkonzeptes einer Nation“ 12 .
2.3.2 Vorstellung der Mikroebene
In der Politikwissenschaft geht es häufiger um die Analyse des Agierens von Staaten als abstrakte Entitäten (die Makroebene) und weniger um den einzelnen Politiker, seine Motivation und sein Wirken. In Zeitungskommentaren, Biographien und manchmal auch Dokumentarfilmen findet sich die individualpsychologische Alternative, also die Analyse eines einzelnen politischen Akteurs, bedeutend häufiger. Sie ist aber meist nicht wissenschaftlich begründet. Um bei der Akteursanalyse wissenschaftlich zu bleiben, kann die Rollentheorie durch ihre Erklärungs- und Aussagekraft eine aufklärende Funktion haben. Die Berechtigung dieses Ansatzes erkennt Holsti in seinem Aufsatz „National Role Conceptions in the Study of Foreign Policy“ an:
11 Für die Aufteilung in Makro- und Mikroebene vgl. Kirste; Maull (1997) - Zivilmacht und Rollentheorie.
12 Ebd.
CHIRAC L’AFRICAIN - 2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND RAHMENBEDINGUNGEN 8
„Some aspects of behaviour are best examined on the personal rather than organizational,
13 may become parameters while
social or cultural levels. Role prescriptions of the alter
attention is shifted to the ego’s own conception of his position and functions, and the behaviour appropriate to them - what we shall call a role conception. The perceptions, values, and attitudes of the actor occupying a position thus become the crucial independent variables in explaining role performance. In real life, of course, behaviour results from a combination of self-defined goals and norms of conduct, a variety of situational variables, and social norms and expectations. If the position ,makes the man’, the reverse of the coin is that man interprets and defines for himself the rights, duties, privileges, and appropriate forms of behaviour associated with his positions and relationships in society. Ideally, any study should combine these approaches, which respectively emphasize the states of the alter and ego as independent
14
variables.“
Psychologische Variablen wie die in dem Zitat von Holsti angedeuteten Wahrnehmungen, Werte und Einstellungen, aber auch Interessen, bilden zusammen mit dem persönlichen politischen und zwischenmenschlichen Stil die Quelle der eigenen Konzeption Rolle des außenpolitischen Akteurs. Endogene Werte, die größtenteils durch die persönliche Biographie bestimmt und jedoch nur schwer ermittelbar sind, beeinflussen seine Leistungen in hohem Maße. Sie bilden die Mikroebene der Entscheidungsfindung.
2.3.3 Zusammenführung von Makro- und Mikroebene
Der außenpolitische Akteur muss in der Verinnerlichung der Rolle gesehen werden, den Abweichungen von den Erwartungen und das gesellschaftlich politisch Vorgegebene (das Ausnutzen der Handlungsfreiräume, das Stoßen an die Handlungsgrenzen), den Rollenkonflikten und seiner (eventuellen) Emanzipation von der Rollenperformance seiner Vorgänger. Wichtig sind in der Analyse ebenfalls verschiedene Relationen, die sich unter den Repräsentanten verschiedener Nationen als komplementäre Rollenpositionen durch die Geschichte ergeben haben und durch persönliche Präferenzen neu ergeben. Von ihnen hängt wesentlich der Verlauf bestimmter zwischenstaatlicher Beziehungen ab. 15
Mikro- und Makroebene werden in der vorliegenden Arbeit sinngemäß zusammengeführt zur Rollenperformance (Entscheidungen und Handlungen) des Akteurs. Die Fragen, die dazu führen, werden ebenfalls von Holsti gestellt:
„[…] what are the sources of role conceptions held by policymakers? Are there graduations in the specificity and structure of policymakers’ national role conceptions? If so, what are the
16
likely consequences for foreign policy decisions and actions?“
13
“the alter” kann auch übersetzt werden mit “der
oder das
andere“ und meint
hier die von außen kommenden Verhaltenserwartungen an eine bestimmte Rolle.
14
Holsti (1987)
- „National
Role“, S. 7.
15 Vgl. ebd., S. 6. 16 Ebd., S. 6.
CHIRAC L’AFRICAIN - 2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND RAHMENBEDINGUNGEN 9
Aus der Zusammenführung von Mikro- und Makroebene ergeben sich auch die unterschiedlichen Rollenausrichtungen (role orientations) der Position. Die Rollenausrichtung wird weiterhin dadurch gefiltert, wie groß das Interesse des Akteurs an Außenpolitik und der Handlungsrahmen des Akteurs überhaupt sind und wie sehr sich sein Engagement infolgedessen auswirkt. Die Bilanz ermisst schließlich die Realisierung des jeweiligen Rollenkonzepts, denn “[h]aving the [role] orientation does not necessarily insure one will be successful in implementing one’s wishes.“ 17
17
Hermann (1987)
- „Assessing
the Foreign Policy Role Orientations of Sub-Saharan
African Leaders”,
S. 184.
CHIRAC L’AFRICAIN - 3. DIE PRÄGUNG DER POSTKOLONIALEN FRANZÖSISCHEN AFRIKAPOLITIK (BIS 1995) 10
3 Die Prägung der postkolonialen französischen Afrikapolitik (bis 1995)
„We may now define national role performance as the general foreign policy behaviour of governments. It includes patterns of attitudes, decisions, responses, functions, and commitments towards other states. From the observer’s point of view, these patterns or
18
decisions can be called national roles.”
Frankreich und Afrika verbindet die Kolonialisierung großer Regionen Afrikas durch Frankreich, welche Ende des 19. Jahrhunderts begann und größtenteils bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts dauerte. Die subsaharischen Kolonien Frankreichs in Westafrika waren Benin, Burkina Faso, die Elfenbeinküste, Guinea, Mali, Mauretanien, Niger, Senegal und Togo. In Zentralafrika gehörten Gabun, Kamerun, die Republik Kongo, Tschad und die Zentralafrikanische Republik (ZAR) dazu. 19 Im Gegensatz zu Engländern
und Belgiern, die sich nach Beendigung der Kolonialzeit rasch aus ihren vormaligen Herrschaftsgebieten zurückzogen, unterhält Frankreich bis heute enge Beziehungen zu seinen ehemaligen Kolonien sowie auch zu einigen anderen afrikanischen Ländern außerhalb dieser pays du champ, zu denen „quasi-post-colonial-links“ 20 bestehen. Dazu
gehört das ehemalige Zaire, das sich heute Demokratische Republik Kongo (DRK) nennt.
18 Holsti (1987) - „National Role“, S. 12.
19 Eine Karte mit der kolonialen Aufteilung aus dem Jahr 1924 befindet sich im Anhang Nr. 1.
20 Clapham (2004) - Africa and the international system, S. 85.
21 Der Ausdruck „pré carré“ ist gebräuchlich, um Frankreichs Einflussbereich in Afrika zu kennzeichnen, insbesondere das frankophone Afrika. Er ist vergleichbar mit dem Ausdruck „pays du champ“.
CHIRAC L’AFRICAIN - 3. DIE PRÄGUNG DER POSTKOLONIALEN FRANZÖSISCHEN AFRIKAPOLITIK (BIS 1995) 11
Die wichtigsten Elemente dieser außenpolitischen Beziehungen der postkolonialen Zeit sollen in den folgenden Kapiteln der Arbeit dargestellt werden.
3.1 Gaullistische Einflüsse und Grundprinzipien
“Once such entities [role systems] are identified in this manner, further inferences are
23
necessary to clarify the principles, norms, rules and procedures that govern their behaviour.”
Für den General Charles de Gaulle, der in Folge der Libération nach dem Zweiten Weltkrieg als Frankreichs Befreier galt und noch über Jahrzehnte eine Art Vaterfigur für das Land darstellen sollte, waren zwei Prinzipien im Zusammenhang mit der französischen Außenpolitik besonders wichtig: grandeur und indépendance. Sie prägen das Gebaren jedes französischen Politikers bis heute. Es handelt sich dabei gewissermaßen um eine ideologische Untermauerung des außenpolitischen Handelns. Für die Beziehungen zu Afrika als „Projektionsraum französischer Macht“ spielen sie ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Rolle. 24 In der Verfassung der V. Republik 25 , deren Grundsätze
hauptsächlich de Gaulle durchgesetzt hat, finden sich ebenfalls die Gründe, warum der französische Präsident eine besonders große Machtfülle besitzt.
3.1.1 Grandeur und indépendance
„La France n’est réellement elle-même qu’au premier rang“ und „La France ne peut être la France sans la grandeur“ 26 sind berühmte und oft zitierte Äußerungen de Gaulles, wenn es
um die Außenpolitik Frankreichs geht. Sein politisches Wirken kennzeichnet das Streben nach nationaler Größe und internationalem Einfluss. Eine hohe weltpolitische Position für Frankreich wurde schon dadurch erreicht, dass de Gaulle der französischen Nation einen Platz unter den alliierten Siegermächten des zweiten Weltkriegs und als ständiges Mitglied im Weltsicherheitsrat erkämpfte.
Afrika hatte als geographisch größter Einflussbereich für de Gaulle in besonderer Weise eine Bedeutung für die Großmachtstellung Frankreichs. 27 Überzeugt von Frankreichs
22 Die Karte des gesamten Kontinents befindet sich zwecks einer besseren Übersicht im Anhang Nr. 2. Hierauf ist auch Djibouti zu sehen, welches als ostafrikanische ehemalige Kolonie Frankreichs aufgrund seiner Lage eine wichtige strategisch-militärische Funktion hat. 23 Rosenau (1987) - „Roles“, S. 48f.
24 Vgl. Löhr (2003) - Frankreichs Afrikapolitik - Kontinuität und Wandel seit 1990, S. 33-35.
25 Vgl. Französische Nationalversammlung (04.10.1958) - Verfassung der V. Republik.
26 Charles de Gaulle, zitiert in: Lachaise (2006) - Du général de Gaulle à Jacques Chirac. Le gaullisme et les Français, S. 48.
27 Vgl. Glaser; Smith (2005) - Comment la France a perdu l’Afrique, S. 49f.
CHIRAC L’AFRICAIN - 3. DIE PRÄGUNG DER POSTKOLONIALEN FRANZÖSISCHEN AFRIKAPOLITIK (BIS 1995) 12
kulturhistorischem Auftrag als Ursprungsland der Menschenrechte wurde auch die Kolonisation im Nachhinein als positiv bewertet:
„Certes, au temps où la colonisation était la seule voie qui permit de pénétrer des peuples repliés dans leur sommeil, nous fûmes des colonisateurs, parfois impérieux et rudes. Mais au total, ce que nous avons, en tant que tels, accompli, laisse un solde largement positif aux
28
nations où nous l’avons fait.“
De Gaulle kündigte ebenfalls an, dass Frankreich es sein solle, welches als zivilisatorisches Vorbild den Rhythmus des Weges der Kolonien „in die Freiheit“ bestimme: „Les fins de l'œuvre de civilisation accomplie par la France dans les colonies écartent toute idée d'autonomie, toute possibilité d'évolution hors du bloc français de l'Empire.“ 29 Auch nach
de Gaulle wurden Frankreichs Verantwortung und Solidarität mit Afrika unter der Bedingung der Beibehaltung der Beziehungen betont. 30 Eine erste Etappe dorthin war
1958 die Gründung der Communauté Française aus der kolonialen Union Française, die sich am Beispiel des britischen Commonwealth orientierte. Sie stellte die zwischen Frankreich und den Kolonien bestehenden Beziehungen auf eine strukturelle Basis, die auch weiterhin enge Kooperation ermöglichte. Schließlich sollte auch nach der Entkolonialisierung der französische Einfluss in aller Welt gewahrt werden: „La France, parce qu’elle le peut, parce que tout l’y invite, parce qu’elle est la France, doit mener au milieu du monde une politique qui soit mondial.“ 31 Dabei hatten zahlreiche, meist
bilaterale und mit Geheimklauseln gespickte Verträge im sicherheitspolitischen sowie im wirtschaftlichen und kulturellen Bereich eine verbindliche Funktion. 32 Sie wurden laut
Löhr den Kolonien unter Drohungen im Austausch gegen die Unabhängigkeit oft gewissermaßen aufgezwungen. 33
Die institutionalisierte Frankophonie 34 und die alle zwei Jahre stattfindenden Gipfeltreffen
der französischen und afrikanischen Staatschefs sind in der Bindung zwischen Kontinent und ehemaliger Kolonialmacht ebenfalls von großer Bedeutung. Vor allem die franko-
28 Charlesde Gaulle, zitiert in: „Les renseignements généreux (2006) - Que fait la France en Afrique? La Francafrique, ou la face cachée de la politique française en Afrique“, S. 3.
29 De Gaulle (06.02.1944) - Recommandations de la conférence de Brazzaville.
30 Vgl. Löhr (2003) - Frankreichs Afrikapolitik, S. 53-56.
31 De Gaulle (31.12.1963) - Vœux pour l’année 1964.
32 Ein Auszug aus einem solchen Vertrag Frankreichs mit der Elfenbeinküste, Dahomey (späteres Benin) und Niger von 1961 ist online verfügbar unter http://www.ladocumentationfrançaise.fr/dossiers/cote-divoire/ pdf/accord_de_defense_24041961.pdf.
33 Vgl. Löhr (2003) - Frankreichs Afrikapolitik, S. 36.
34 Als Frankophonie wird die Gesamtheit der Staaten bezeichnet, in denen Französisch offizielle Sprache, Muttersprache oder Lehrsprache ist. Die Organisation Internationale de la Francophonie (OIF) dient aber großteils der Festigung der Beziehungen zwischen den ehemaligen Kolonien und Frankreich.
Arbeit zitieren:
Christina Höschele, 2008, Chirac l’Africain - Analyse und Bilanz einer ambivalenten Außenpolitik zwischen nationaler Prägung und individuellem Rollenverständnis, München, GRIN Verlag GmbH
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