I. Inhaltsverzeichnis
II Tabellenverzeichnis
III Abkürzungsverzeichnis
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Vorgehensweise 1
1.2 Definition von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) 2
1.3 Makroökonomische Bedeutung der KMU in Europa 2
2 Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen 3
2.1 Wettbewerbsfähigkeit und Innovation im Kontext einer globalisierten, wissensbasierten Ökonomie 3 2.1.1 Definitionen von Wettbewerbsfähigkeit 3 2.1.2 Von der traditionellen zur wissensbasierten Wirtschaftsweise 4 2.1.3 Schumpetersche Innovationsbegriffe 6 2.1.4 Mikroökonomische Faktoren der Innovationen 7
2.2 Wettbewerbsvorteile kleiner und mittlerer Unternehmen 8 2.2.1 Flexibilität 8 2.2.2 Position des Unternehmers als Innovator 10 2.2.3 Fähigkeit zur offensiven Innovationsstrategie 11 2.2.4 Wissensverwertung 11 2.2.5 Innerbetriebliche Kommunikation 13 2.2.6 Risikobereitschaft unter Innovationsunsicherheiten 14
2.3 Wettbewerbsnachteile der KMU 15 2.3.1 Finanzierung 15 2.3.2 Forschung & Entwicklung 17 2.3.3 Marketing & Vertrieb 17 2.4 Lösungsansätze 18 2.4.1 Cluster 18 2.4.2 High Tech Cluster von Cambridge 20
3 Fazit 22
23 IV Anhang
24 V Literaturverzeichnis
II. Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Makroökonomische Kennzahlen Europa-19............................... 23 Tabelle 2: Makroökonomische Kennzahlen der Kandidaten- und
Beitrittsländer .............................................................................. 23 Tabelle 3: Anteil der Hochtechnologie-Industrie an der
Gesamtproduktion ....................................................................... 23
III. Abkürzungsverzeichnis
CHASE Cambridge High-Tech Association ENSR Europäischen Netzwerks für KMU Forschung EU Europäische Union Europa-19 EU-15 plus die drei Länder des Europäischen
EU-15 Die Mitgliedsstaaten der EU vor der Erweiterungsrunde 2004 F&E Forschung und Entwicklung GU Großunternehmen KMU Kleine und mittlere Unternehmen OECD Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit WHO Welthandelsorganisation
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Vorgehensweise
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bestimmen in Industrieländern, aber auch in Transformations- und Entwicklungsländern zu einem wesentlichen Teil die wirtschaftliche Entwicklung und leisten einen zunehmenden Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit nationaler
Volkswirtschaften. Dieser steigt in dem Maße, wie Wissen beziehungsweise technischer Fortschritt an wirtschaftlicher Bedeutung gewinnt. 1 Die vorliegende Arbeit beantwortet die Frage, weshalb im Besonderen KMU in wissensbasierten Wirtschaften besonders innovativ im Sinne Schumpeters sind und worin die speziellen Wettbewerbsvorteile von KMU bestehen. Dabei werden größenspezifische Nachteile nicht unberücksichtigt gelassen und Ansätze skizziert, die diese Nachteile ausgleichen können. Nach einer kurzen begrifflichen Einordnung der KMU in Gliederungspunkt 1.2 wird unter Gliederungspunkt 1.3 die Bedeutung von KMU in modernen Volkswirtschaften anhand empirischer Kennzahlen der Europa-19 2 und den Beitrittsländern beziehungsweise Kandidatenländern der EU genauer spezifiziert.
Der darauf folgende Gliederungspunkt stellt den Schwerpunkt der Arbeit dar. Hierin wird zunächst die Definition des zentralen Begriffs der Wettbewerbsfähigkeit geliefert, ehe anschließend die Entwicklung von der traditionellen zur wissensbasierten Wirtschaftsweise dargestellt wird. Daran schließt sich die Beschreibung des Schumpeter’schen Innovationsbegriffs an, gefolgt von den mikroökonomischen Bestimmungsfaktoren der Innovationen nach Freeman (1982). Unter Gliederungspunkt 2.2. werden die speziellen Wettbewerbsvorteile der KMU in wissensbasierten Volkswirtschaften skizziert. Dazu zählen besondere Fähigkeiten in punkto Flexibilität, der Position des Unternehmers als Innovator, der Wissensverwertung, der Fähigkeit zu einer offensiven Innovationsstrategie, der Innerbetrieblichen Kommunikation sowie der Risikobereitschaft von KMU. Der Darstellung der wesentlichen Wettbewerbsnachteile in den Bereichen Finanzierung, Forschung & Entwicklung (F&E) und Marketing
1 Vgl. Acs (1990), S. 1
2 Europa-19: EU-15 plus die vier Länder des Europäischen Wirtschaftsraums Island,
Liechtenstein, Norwegen, Schweiz
1
& Vertrieb folgen unter Gliederungspunkt 2.3. Lösungsmöglichkeiten, diese Wettbewerbsnachteile auszugleichen. Exemplarisch wird kurz auf das Cambridge High Tech Cluster als Fallbeispiel für einen erfolgreichen Ansatz eingegangen. Im Fazit wird nochmals die Bedeutung der KMU unterstrichen und Möglichkeiten zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit selbiger vorgestellt.
1.2 Definition von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) Die Definition von KMU ist nicht einheitlich geregelt. Generell sind KMU unabhängige Firmen, deren Beschäftigtenzahl innerhalb einer bestimmten Größe liegt, wobei auch weitere Kriterien in die Kategorisierung mit einfließen können.
So gilt in den USA die Höchstgrenze von 500 Mitarbeitern, während andere Länder die Grenze auf 200 Mitarbeiter festgelegt haben. 3 Die europäische Kommission in Brüssel beschloss im Jahr 2002 eine für alle EU-Staaten verbindliche Definition des Begriffs. KMU sind demnach Unternehmen, die weniger als 260 Beschäftigte haben und deren jährlicher Umsatz 50 Mio. Euro nicht übersteigt oder deren Bilanzsumme geringer als 43 Mio. Euro ist. Die Europäische Union unterscheidet weiter zwischen Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten, einem Umsatz oder einer Bilanzsumme kleiner als zwei Mio. Euro und Kleinunternehmen mit maximal 50 Mitarbeitern und einem Umsatz oder einer Bilanzsumme unter 10 Mio. Euro. 4 Dieser Arbeit wird die europäische Definition von KMU zugrunde gelegt.
1.3 Makroökonomische Bedeutung der KMU in Europa Volkswirtschaftliche Kennzahlen unterstreichen die wichtige Rolle der KMU in modernen Wirtschaften. Tabelle 1 im Anhang macht offensichtlich, dass die meisten Unternehmen in Europa-19 zu der Kategorie des Kleinstunternehmens mit weniger als 10 Mitarbeitern zählen und einen beträchtlichen Beitrag zur Europäischen Wirtschaftsleistung und Beschäftigung leisten. So stellten KMU 2003 mit 99,8% die Mehrzahl der Unternehmen in Europa-19 und beschäftigten 69,73% aller Arbeitnehmer. 5 Der Export spielt bei KMU eine geringe Rolle. Exporte haben bei
3 Vgl. OECD (2002), S. 7
4 Vgl. European Commission (2003a), L 124/39
5 Vgl. European Commission (2003b), S. 25
2
Kleinstunternehmen einen Anteil am Gesamtumsatz von lediglich 9%, im Vergleich zu 23% bei Großunternehmen. Bei der Arbeitsproduktivität zeigt sich, dass diese positiv mit der Unternehmensgröße korreliert. Der Anteil der Arbeitskosten an der Wertschöpfung ist bei großen Unternehmen geringer als bei KMU. Rechnet man hier aber Strukturunterschiede 6 bei der Betrachtung heraus, weisen KMU einen geringeren Arbeitskostenanteil auf. Als letzte Größe sei hier die Rentabilität, als Differenz zwischen Bruttowertschöpfung und Arbeitskosten, betrachtet. Die Rentabilität der Unternehmen steigt mit ihrer Firmengröße an, wobei insbesondere die Rentabilität der Kleinstunternehmen hinter der der anderen Größenklassen zurückbleibt. 7
Auch in den sich noch im Transformationsprozess befindenden Beitritts-und Kandidatenländern, spielen KMU als Motor der wirtschaftlichen Entwicklung eine wichtige Rolle. Die Förderung von KMU war ein Hauptbestandteil der Wirtschaftsreformpolitik nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Planwirtschaft in Osteuropa. Die Privatisierung vormals staatseigener Betriebe und die Förderung unternehmerischer Initiative trugen zur Gründung zahlreicher neuer KMU bei. Tabelle 2 im Anhang liefert Daten zur Bedeutung der KMU in Beitritts- und Kandidatenländern im Vergleich zu Europa-19. Vergleicht man die Anzahl der Unternehmen und die der Beschäftigten, so fällt auf, dass in Europa-19 ein KMU im Durchschnitt aus fünf Mitarbeitern besteht, wohingegen sich ein KMU in den Beitritts- und Kandidatenländern aus durchschnittlich drei Beschäftigten zusammensetzt. 8
2 Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen 2.1 Wettbewerbsfähigkeit und Innovation im Kontext einer globalisierten,
wissensbasierten Ökonomie 2.1.1 Definitionen von Wettbewerbsfähigkeit
Der Begriff der Wettbewerbsfähigkeit ist in der Literatur nicht eindeutig definiert. Es wird zunächst zwischen einer mikroökonomischen und einer
6 KMU, die eine geringe Arbeitsproduktivität aufweisen, sind häufig im Einzelhandel
tätig. Dies wirkt sich negativ auf die Arbeitskosten je Wertschöpfungeinheit aus.
7 Vgl. European Commission (2003b), S. 26f.
8 Vgl. European Commission (2003b), S. 30f.
3
makroökonomischen Sichtweise unterscheiden. Von einer makroökonomischen Perspektive ausgehend, definiert die OECD Wettbewerbsfähigkeit als das Maß, in dem eine Nation in der Lage ist, unter den Bedingungen des freien Marktes und fairer Marktbedingungen, Waren und Dienstleistungen zu produzieren, die auf internationalen Märkten bestehen können, bei langfristig steigenden Realeinkommen der Einwohner. 9 Nach der mikroökonomischen Betrachtungsweise wird ein Unternehmen als wettbewerbsfähig definiert, wenn sein Produkt qualitativ hochwertiger ist als das des Wettbewerbers oder die Kosten geringer sind, so dass es Marktanteile und die Gewinnspanne im Vergleich zum Wettbewerber ausbauen kann. 10 Es geht also um eine überlegene Leistung gegenüber dem Wettbewerber. Eine überlegene Leistung wird anhand von drei Kriterien bestimmt: Sie muss ein für den Kunden wichtiges Leistungsmerkmal betreffen. Sie muss vom Kunden tatsächlich wahrgenommen werden und sie darf von der Konkurrenz nicht innerhalb einer kurzen Zeitspanne einholbar sein, dass heißt sie muss eine gewisse Dauerhaftigkeit besitzen. 11 Sowohl bei der mikroökonomischen als auch bei der makroökonomischen Definition von Wettbewerbsfähigkeit wird somit einem herausragenden Produkt, beziehungsweise einer Innovation, eine besondere Stellung zugewiesen. Eine Innovation kann aus mikroökonomischer Sicht zu einem strategischen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Konkurrenten führen. Aus makroökonomischer Sicht führen Innovationen zu einer Zunahme des technischen Wissens und damit zu anhaltendem Wachstum. Warum Innovation und die damit einhergehenden Produktvorteile gegenüber Preisvorteilen seit den letzten zwei Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung gewinnen und welche Rolle dabei Unternehmertum im Sinne Schumpeters spielt, wird in den nächsten beiden Gliederungspunkten beantwortet.
2.1.2 Von der traditionellen zur wissensbasierten Wirtschaftsweise Man kann drei verschiedene Arten von Industrien unterscheiden: Lieferanten-dominierte Industrien in traditionellen Wirtschaftsregionen, produktionsintensive Industrien mit Skaleneffekten und spezialisierten
9 Vgl. OECD (1997)
10 Vgl. Kusic und Grupe (2004), S. 805
11 Vgl. Simon (1988), S. 467
4
Lieferanten und außerdem wissensbasierte Industrien. 12 In den letzten 60 Jahren hat sich die Wirtschaftsstrukur, vor allem in den westlichen Volkswirtschaften und mit ihr die Anforderungen an die Unternehmen, durch die zunehmende Bedeutung der wissensbasierten Industrie stark verändert. Globalisierung stellt eine Ursache für diese Veränderung dar. Durch die Weiterentwicklung der Informations-und
Telekommunikationstechnologien, der Abschaffung von
Handelshemmnissen durch die Welthandelsorganisation (WHO) und die Gründung des Europäischen Binnenmarktes hat sich die Vernetzung der einzelnen Volkswirtschaften in Europa aber auch weltweit stark erhöht. Volkwirtschaften und mit ihnen die einzelnen Unternehmen stehen heute mehr denn je im Wettbewerb. Die starken Lohnkostenunterschiede zwischen den modernen, entwickelten Volkswirtschaften Europas, Nordamerikas und Japans auf der einen und den Entwicklungs- und Schwellenländern wie z. B. Indien und China auf der anderen Seite, haben zu einem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in Hochlohn-Ländern geführt. Der Grund dafür liegt darin, dass Skalenvorteile der Großunternehmen in westlichen Industrieländern an Bedeutung verloren haben: 13 Diese Entwicklung hin zu einem stärkeren Kostendruck macht es notwendig, dass Unternehmen in modernen Volkswirtschaften nicht mehr den Preis ihrer Produkte als Hauptwettbewerbsfaktor betrachten, sondern die Qualität der Produkte, den Kundenservice und die höhere Flexibilität in den Vordergrund stellen. Zudem gewinnt die Generierung und Verwertung von Wissen gegenüber manueller Tätigkeit an Bedeutung. Insbesondere in den letzten zwei Jahrzehnten wurde die zunehmende Bedeutung von Wissen offensichtlich. So sind die Länder der OECD in immer größerem Maße abhängig von der Produktion, Verbreitung und Nutzung von Wissen. Der Output und die Beschäftigung in wissensintensiven Bereichen haben stark zugenommen. Wie aus Tabelle 3 im Anhang entnommen werden kann, hat sich der Anteil der Hochtechnologieindustrie an der Gesamtproduktion von 1970 bis zum Jahr 1993 stark gesteigert. 14
12 Vgl. Karlsson und Olsson (1998), S. 33
13 Skalenvorteile besagen, dass mit steigender Produktionsmenge die
Produktionskosten je Stück fallen.
14 Vgl. OECD (1996), S.9. Es wird geschätzt, dass ungefähr 50 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts aus dem Bereich der wissensbasierten Technologien stammen.
5
Arbeit zitieren:
Diplom-Handelslehrer Sebastian Siegler, 2006, Die Rolle von kleinen und mittleren Unternehmen in modernen Wirtschaften, München, GRIN Verlag GmbH
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