Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. BEGRIFFE UND RAHMENBEDINGUNGEN 4
2.1 INTERAKTIONSBEGRIFF VON GOFFMAN. 4
2.2 RAHMENBEDINGUNGEN 5
2.3 DIE KOMMUNIKATIONSSITUATION 6
2.4 ENTWICKLUNG DER SPRACHE IM/DURCH CHAT: 7
3. BEZIEHUNGEN IM CHAT 9
3.1 PRAXISBEISPIEL. 10
4. ANALYSE 11
5. RESÜMEE. 12
6. LITERATUR: 13
2
1. Einleitung
Die Möglichkeiten der Partnersuche sind vielfältig. Viele Menschen müssen einander „in die Augen sehen“ oder physisch auf einander aufmerksam werden, wenn sie eine Liebesbeziehung beginnen. Diesem „Sehen“ des Gegenübers im Real Life folgt zumeist eine Faceto-Face Kommunikation, ein Gespräch, in dem man Interesse und vielleicht schon Zuneigung ausdrückt. Online gibt es andere Möglichkeiten, sich ein geeignetes Bild vom Gegenüber zu machen. Abgesehen von Videochats ist man beim Chatten auf die textuelle, bzw. symbolische Ebene reduziert. Das bedeutet, dass die gesamte Gefühlswelt in Sätzen- oder Satzteilen ausgedrückt werden muss, um sich mitzuteilen.
Es fehlen bei der Kommunikation in Chats wichtige Kommunikationskanäle, wie z.B. Mimik, Gestik, Intonation der Stimme, die einen Großteil der Verständigungsbasis ausmachen. Es gibt weder die Möglichkeit einen Augenkontakt zum Gegenüber herzustellen oder sie/ihn anzulächeln, um sich auszudrücken. Jene Merkmale, durch die man sein Gegenüber offline einordnen kann (z.B. Kleidung, Frisur oder Körperhaltung, Aussehen etc.) bleiben im Verborgenen und der para-sprachliche Anteil der gesprochenen Sprache (Tonfall, Seufzen oder Pausen) bleibt aus. Diese „soziale Interaktion“ zwischen zwei Personen im Internet nehme ich als Anlass, um die Struktur des Chattens und die möglicherweise resultierenden Beziehungen, näher zu untersuchen. Dabei stütze ich mich auf einige Begriffe, unter anderem den Interaktionsbegriff von Goffman, die bei der Untersuchung Verwendung finden. Die spezielle Kommunikationssituation des Chattens soll verdeutlichen, unter welchen Bedingungen sich die Teilnehmer/innen online treffen und miteinander agieren und mit welchen Mitteln, im Netz vorzugsweise die Sprache (textbasiert), dieses Aufeinandertreffen/Kennenlernen bewältigt wird. Ein Gespräch mit einem Kollegen, der das Zustandekommen seiner langjährigen Beziehung dem Internet bzw. Chat beschreibt¸ stellt den Praxisbezug her. Als intensiver Nutzer der Online-Möglichkeiten hat er eine Menge an Daten und Erfahrungen im Umgang mit Chats aufzuweisen. Absehen will ich hier von der Form der Short Message Service (kurz: SMS) die eine Sonderform des Chat darstellt, aber nicht in dieser Arbeit besprochen wird.
3
2. Begriffe und Rahmenbedingungen
2.1 Interaktionsbegriff von Goffman
Goffman definiert den Begriff der sozialen Interaktion wie folgt,
„Social Interaction can be identified narrowly as that which uniquely transpires in social situations, that is, environments in which two or more individuals are physically in one another’s response presence“ 1
Soziale Interaktion kann nach Goffman als eine eindeutige, soziale Situation, die sich ereignet, beschrieben werden, in der zwei oder mehrere Individuen physisch miteinander agieren. Individuen sind laut Goffman Menschen und nicht Maschinen, da Interaktion zwischen Mensch und Maschine eben keine Interaktion ist. Die Unterhaltung mit so genannten Chat-Bots stellt demnach keine Interaktion im Sinne Goffmans dar. Wenn wir auf der Grundlage von Goffman aufbauen wollen, so muss man die Begriffe des Raumes und der Anwesenheit in diesem Zusammenhang näher betrachten und für die Definition (und deren Gültigkeit) erweitern. Dass Personen miteinander agieren, ist laut Goffman eine der Basisgrundlagen für eine funktionierende Interaktion, die physische Anwesenheit eine andere, nicht zu vernachlässigbare Komponente. Wenn wir uns also vorstellen, dass physische Anwesenheit auf einen Raum beruht, indem sich die zwei interagierenden Personen befinden, so muss dieser Raum am Beispiel Chat um die virtuelle Komponente erweitert werden. Das bedeutet, dass der Raum, der Chatraum, ein ebensolcher (nicht minder realer) Raum als der ‚reale’ physische Raum ist, indem sich zwei oder mehrere Personen treffen, um miteinander zu agieren. Diese Interaktion schränkt den Begriff aber nicht ein, nur ist die Face-to-Face Kommunikationssituation nicht vorhanden. Das ist die erste Prämisse zu Goffmans Definition. Das führt aber dazu, dass die nonverbale Ebene eines Gesprächs offensichtlich entfällt. Außer Acht gelassen wird dabei der Beziehungsaspekt, der angibt, in welchem Verhältnis der Sender zu dem Empfänger steht (Anm. d. Verf.: Modell nach Schultz von Thun: Sender - Kodierung - Nachricht - Dekodierung - Empfänger), bzw. was er von diesem hält.
Dieser Aspekt zeichnet sich durch eine besondere Empfindlichkeit aus, denn hierbei fühlt sich der Empfänger als Person behandelt bzw. misshandelt. Bei dem Beziehungsaspekt ist die Gefahr einer Überinterpretation gegeben. Viele beziehen das Geäußerte nur auf sich und sind daraufhin beleidigt. Man kann sagen, dass die Menschen ständig auf der Beziehungslauer
1 Goffman, Erving: „The Interaction order“, American Sociological Ass., 1982 p.2
4
Arbeit zitieren:
Mario Toefferl, 2006, Aus Spaß wurde Ernst - Textbasierte Kommunikation im Netz als Beziehungsknüpfer, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Mario Toefferl's Text Aus Spaß wurde Ernst - Textbasierte Kommunikation im Netz als Beziehungsknüpfer ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Mario Toefferl hat den Text Aus Spaß wurde Ernst - Textbasierte Kommunikation im Netz als Beziehungsknüpfer veröffentlicht
Mario Toefferl hat einen neuen Text hochgeladen
Online-Kommunikation und -Psychologie
Kunden zielsicher verführen un...
Thomas Kilian, Sascha Langner
Online-Kommunikation mit Best Agern im Rahmen des Seniorenmarketings
Anforderungen und strategische...
Timo Mayer
Grundlagen, Praxisfelder und M...
Claudia Fraas, Stefan Meier, Christian Pentzold
0 Kommentare