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Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einleitung. 3 - 4
2. Wirkungsweise des Fernsehens. 4 - 6
3. Negative Folgen des Fernsehens. 6 - 11
4. Positive Folgen des Fernsehens 11 - 13
5. Fazit. 13 - 15
Literaturverzeichnis 16
3
1. Einleitung
Neueste Untersuchungen über den Medienkonsum der Jüngsten zeigen ein
alarmierendes Bild. Bereits jeder vierte 6-Jährige verfügt über ein eigenes
TV-Gerät. Jeder fünfte der 12- bis 17-Jährigen verbringt mehr Zeit vor dem
Bildschirm als in der Schule. 1
„Das wahre Leitmedium ist nach der […] Forsa-Studie immer noch das Fernsehen mit 203 Minuten am Tag pro Kopf“ 2 .
Diese Studien sind zwar knapp sechs Jahre her, dennoch kann man sich vorstellen, dass die Tendenz steigend ist und nicht etwa ein Rückgang des Fernsehkonsums festzustellen ist.
Der Fernseher ist in der heutigen Zeit kaum noch aus unserem Haushalt wegzudenken. Er wird als ‚lebensnotwendig‘ eingestuft und kann nicht mal zur Pfändung herangezogen werden. Der Fernseher selbst ist uns unentbehrlich in den Tag ein-gebunden wurden - dass dieser Wirkungen auf uns hat, steht außer Frage. Diese Wirkungen sind von uns nicht immer so gewollt. Meistens setzen wir uns vor den Fernseher, um unterhalten zu werden oder die Zeit zu vertreiben. Manchmal sogar auch, um uns zu bilden - jedenfalls ist es unsere Absicht. Doch unsere Wirkungsabsichten stimmen nur teilweise mit dem Effekt, dass das Fernsehen bei uns verursacht, überein. Es liegt zwar in unserer Hand dem Fernsehen Bedeutung zuzuweisen, da eine Wirkung immer wechselseitig ist, doch oft werden wir Folgen ausgesetzt, die wir nicht einmal bewusst wahrnehmen.
Sprache spielt im Fernsehen nicht nur eine wichtige Rolle, sie ist die überwiegende Basis, und gerade deshalb ist es wichtig, dass die bewusste Wahrnehmung ihrer Sprache genügend funktioniert.
In jeder Gesellschaft sind Kommunikationsmuster vorhanden, die den Austausch von Informationen ermöglichen. „Je differenzierter eine Kultur, desto vielfältiger
1 Die Zeit v. 18.09.2003. In: Hartmut Jonas & Petra Josting (Hg.): Medien im Deutschunterricht
2004. Verlag kopaed. München 2005. S. 53
2 Hartmut Jonas & Petra Josting (Hg.): Medien im Deutschunterricht 2004. Verlag kopaed. Mün-
chen 2005. S. 29
4
wird das System ihres Informationsaustausches“ 3 . Zweifellos gehört der Fernseher zu diesem Kommunikationsmuster und ist Bestandteil des Informationsaustausches und bestimmt deshalb den Inhalt unserer Gedanken, die in unserer Gesellschaft transportiert werden. Da sich dieses Medium rasch verbreitet hat und sich immer noch verbreitet, hat es einen enormen Wirkungsradius. Aufgrund des alltäglichen und massenhaften Kontakts ist es umso wichtiger zu erforschen, wie sich das Fernsehen auf uns auswirkt
Gegenstand dieser Hausarbeit wird es sein, nicht die Existenzbedeutung des Fernsehgeräts zu hinterfragen, sondern vielmehr inwiefern sich das Fernsehen auf die Entwicklung der kommunikativen Kompetenz, größtenteils der Sprache, auswirkt.
2. Wirkungsweise des Fernsehens
Das Fernsehgerät ist sehr viel mehr „als eine Kamera mit Übertragungskanal und Bildfläche“ 4 . Es kann „nicht nur die Welt beobachten, sondern die Welt verändert sich auch aufgrund der Beobachtung durch die Kamera“ 5 . Und es hat die „Fähigkeit, durch die Beobachtung das Beobachtete zu verändern“ 6 , also den Zuschauer. Bestandteile des Fernsehens, die den Informationsaustausch ermöglichen sind die Bilder bzw. die Sprache der Bilder. Wichtig ist hierbei, dass die Bilder nicht unbedingt mit einem Ton versehen sein müssen, denn Bilder haben ihre eigene Sprache. Auch ohne Ton nehmen wir Bilder wahr und messen ihnen Bedeutungen zu. Wenn wir beispielsweise ein lachendes Kind im Fernsehen sehen, wissen wir, dass es sich freut oder glücklich ist, auch wenn wir den Ton des Lachens nicht hören.
Gefährlich bei der Bildsprache ist es, dass sie für jeden (ausgenommen Blinde) zugänglich ist. Auch wenn man ein Kind vor den Fernseher setzt, dass der Sprache noch nicht mächtig ist, wird es diese Bilder aufnehmen und eventuell werden
3 Peter Moritz: Fernsehkonsum und Fernsehideologie. Versuch einer sozialphilosophischen Kritik.
Bd./Vol. 176. Verlag Peter Lang. Frankfurt am Main 1989. S. 21
4 Jo Reichertz. Die Macht der Worte und der Medien. VS Verlag für Sozialwissenschaften. Wiesba-
den 2007. S. 23
5 Ebd.
6 Ebd.
5
diese Bilder beim Kind etwas bewirken. Dabei kann man nicht steuern, ob die Bilder sich positiv oder negativ auf das Kind auswirken. Außerdem ist noch zu bemerken, dass „Bilder einen leichteren Zugang zum Bewusstsein haben, als andere symbolische Kommunikationsformen“ 7 . Gerade durch diesen direkten Zugang vermitteln sie den „Schein einer Nähe“ 8 und wirken somit glaubwürdiger und wirklichkeitsnäher als ein geschriebenes Buch. Wie genau Medien wirken und was sie bewirken, kann man nicht mit genauer Sicherheit sagen, denn Medienwirkungen „waren schon immer und sind heute in jedem Fall weiterreichend, komplexer und grundlegender, als sie die empirische Wirkungsforschung gedacht, vor allem untersucht hat und weiterhin untersucht“ 9 . Wie die „verschiedensten Beziehungen zwischen […] dem Bild/Bildern analysiert und erfasst, wie Sinn aufgebaut wird, gehört zu den bisher noch wenig geklärten Aufgaben von Wissenschaft und Deutschunterricht“ 10 .
Die Bilder allein im Fernsehen sind „weder gut noch schlecht“ 11 . Erst aus dem Kontext der Beziehung des Menschen zu diesem Medium erhält der Fernseher seinen Wert.
Klaus Schönbach und Werner Früh haben schon früh gemerkt, dass Medium Einfluss auf uns hat und erläuterten den doppelten Austausch. Dieser besagt, dass nicht nur eine Wechselwirkung zwischen Medium und Rezipient stattfindet, sondern auch zwischen dem Medium und der Psyche des Rezipienten. 12 Demnach entsteht das Wirkungspotential sowohl aus der „’Vorgabe der Medienbotschaft’“ 13 , als auch aus der „’Bedeutungszuweisung des Rezipienten’“ 14 . Unterscheiden muss man hier, dass es eine Gruppe gibt, „die die Informationsangebote […] variabel nutzt, und die andere“ 15 Gruppe, „die nur wiederholend mit Medien umgeht und im Rezeptionsverhalten stagniert“ 16 .
7 Peter Moritz: Fernsehkonsum und Fernsehideologie. S. 23
8 Ebd.
9 Hans-Dieter Kübler: „Mediale Kommunikation“. In: Erich Straßner (Hg.): Grundlagen der Medien-
kommunkation. Bd. 9. Max Niemeyer Verlag GmbH. Tübingen 2000. S. 95
10 Hartmut Jonas & Petra Josting (Hg.): Medien im Deutschunterricht 2004. S. 15
11 Peter Moritz: Fernsehkonsum und Fernsehideologie. S. 10.
12 vgl. Hans Dieter Kübler: „Mediale Kommunikation“. S. 78
13 Ebd.
14 Hans Dieter Kübler: „Mediale Kommunikation“. S. 78f
15 Hartmut Jonas & Petra Josting (Hg.): Medien im Deutschunterricht 2004. S. 30
16 Ebd.
Arbeit zitieren:
Yasmin Tosun, 2009, Die Folgen des Fernsehens für die Entwicklung der kommunikativen Kompetenz, München, GRIN Verlag GmbH
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