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Die Luther-Renaissance

Titel: Die Luther-Renaissance

Essay , 2010 , 7 Seiten , Note: 1,3,

Autor:in: Klaus-Peter Mentzel (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In diesem Essay soll untersucht werden, wie das Lutherbild am Beginn der DDR war und auf welche Weise es sich bis zum Reformationsjubiläum von 1983 entwickelt und verändert hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die Sicht der DDR-Geschichtswissenschaft bis zum Ende der 50er Jahre

2. Luther und die Frühbürgerliche Revolution

3. Ein neues Lutherbild entsteht

4. Das Martin-Luther-Komitee

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die diachrone Entwicklung des Lutherbildes in der DDR-Geschichtsschreibung von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis zum offiziellen Reformationsjubiläum im Jahr 1983 und analysiert dabei den ideologischen Wandel der Bewertung Luthers innerhalb des sozialistischen Geschichtsbildes.

  • Transformation des Lutherbildes von negativer Ablehnung zu positiver Traditionsintegration.
  • Die Rolle Luthers im Kontext der frühbürgerlichen Revolution.
  • Die instrumentelle Bedeutung des Reformationsjubiläums 1983 für die DDR-Identität.
  • Der Einfluss politischer Leitlinien, wie des "entwickelten gesellschaftlichen Systems des Sozialismus", auf die historische Forschung.
  • Die Institutionalisierung der Lutherrezeption durch das Martin-Luther-Komitee.

Auszug aus dem Buch

Luther und die Frühbürgerliche Revolution

Obwohl bis in die Mitte der sechziger Jahre eine negative Lutherdeutung vorherrschte, war dies in der DDR-Geschichtswissenschaft nicht mehr die alleinige Tendenz. Günter Vogler brachte 1962 die frühbürgerliche Revolution mit einer auf nationale Einheit abzielenden Politik in Verbindung.

Außerdem stellte sich die SED um 1960, zumindest programmatisch , liberaler zur Kirche dar. Man vertrat die Zwei-Linien-Theorie in de deutschen Geschichte mit einer weiteren Akzentuierung der Zweistaatlichkeit. In dieser Periodisierungsdefinition war Luther eine mittelalterliche Persönlichkeit, während der ideologische Schwerpunkt eindeutig beim Bauernkrieg und der historischen Gestalt Müntzers lag.

Im Jahre 1960 tagte in Wernigerode die deutsche Historikergesellschaft zum Thema „Frühbürgerliche Revolution in Deutschland (1476-1535)“. Dabei waren vor allem die 34 Thesen von Max Steinmetz von großer Bedeutung, die u.a. darauf hinwiesen, dass die frühbürgerliche Revolution einen prozessualen Verlauf habe. Außerdem argumentierte er, dass Luther den Kampf gegen die römische Knechtung und Aussaugung zwar eröffnete und zum Held und Sprecher der deutschen Nation wurde, dass aber seine bürgerlich-gemäßigte Reformation in die Hände der antinationalen Fürsten gelangte.

Zusammenfassung der Kapitel

Die Sicht der DDR-Geschichtswissenschaft bis zum Ende der 50er Jahre: Das Kapitel beschreibt die initiale, fast ausschließlich negative Bewertung Luthers in der unmittelbaren Nachkriegszeit sowie den wachsenden Fokus auf den Bauernkrieg und Thomas Müntzer.

Luther und die Frühbürgerliche Revolution: Hier wird der theoretische Wandel hin zur "frühbürgerlichen Revolution" und die differenziertere Betrachtung Luthers als einer teils fortschrittlichen Persönlichkeit dargestellt.

Ein neues Lutherbild entsteht: Dieses Kapitel thematisiert die entscheidende Wende ab Ende der 1970er Jahre, in der Luther als Auslöser der Reformation und bedeutende historische Figur voll in das sozialistische Traditionsverständnis integriert wurde.

Das Martin-Luther-Komitee: Das Kapitel analysiert die Gründung des Komitees 1980 unter Erich Honecker und die damit verbundene staatliche Würdigung Luthers als "Sohn des deutschen Volkes".

Zusammenfassung: Dieser Abschnitt rekapituliert die zentralen Faktoren des Wandels, insbesondere die Idealisierung des Reformators zur Integration in die revolutionäre Traditionslinie der DDR.

Schlüsselwörter

DDR-Geschichtswissenschaft, Martin Luther, Reformation, Bauernkrieg, Frühbürgerliche Revolution, SED, Lutherjubiläum 1983, Thomas Müntzer, Geschichtsbild, Traditionspflege, Sozialismus, Ideologie, Martin-Luther-Komitee, Zwei-Linien-Theorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich die offizielle Bewertung von Martin Luther in der DDR-Geschichtsschreibung im Laufe der Jahrzehnte von einer strikten Ablehnung hin zu einer positiven Würdigung als bedeutende deutsche Persönlichkeit entwickelt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Entwicklung des Lutherbildes in Abhängigkeit von den politischen Vorgaben der SED, die wissenschaftliche Debatte um die "frühbürgerliche Revolution" und die Instrumentalisierung der Geschichte für die Identitätsbildung der DDR.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist die Aufarbeitung der Transformation des Lutherverständnisses und die Untersuchung, welche historischen Konzepte genutzt wurden, um Luther für das sozialistische Traditionsverständnis zu reklamieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine historiographische Auswertung von Fachpublikationen, Lehrbüchern und historischen Diskursen in der DDR zwischen 1945 und 1983.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil wird der Wandel von einer rein negativen Sicht (bis Ende der 50er Jahre) über die Einführung des Konzepts der "frühbürgerlichen Revolution" bis hin zur umfassenden Rehabilitierung Luthers im Rahmen des Reformationsjubiläums 1983 detailliert dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie DDR-Geschichtswissenschaft, Lutherbild, frühbürgerliche Revolution, Traditionsverständnis und Ideologie geprägt.

Welche Rolle spielte Erich Honecker bei der Neubewertung Luthers?

Honecker fungierte als Vorsitzender des Martin-Luther-Komitees und legte durch seine Äußerungen fest, dass die Lutherehrung eine Demonstration für Frieden und Humanität sein solle, was Luthers Status als "Sohn des deutschen Volkes" festigte.

Was bedeutete das Reformationsjubiläum 1983 für das Lutherbild?

Es markierte den vorläufigen Höhepunkt der Transformation, bei dem Luther nicht mehr kritisiert, sondern in das staatlich geförderte revolutionäre Traditionsbild der DDR integriert wurde.

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Details

Titel
Die Luther-Renaissance
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (IInstitut für Geschichtswissenschaften)
Veranstaltung
Hauptseminar
Note
1,3,
Autor
Klaus-Peter Mentzel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
7
Katalognummer
V145373
ISBN (eBook)
9783640725496
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Luther-Renaissance
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Klaus-Peter Mentzel (Autor:in), 2010, Die Luther-Renaissance, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145373
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Leseprobe aus  7  Seiten
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