Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 2
II. Entwicklung der athenischen Polis 3
1. Entstehung und Geschichte 3
2. Die athenische Polis unter Solon und Kleisthenes 4
3. Die athenische Polis unter Ephialtes und Perikles 5
III. Das politische Gemeinwesen 7
1. Die Volksversammlung (ekklêsía) 7
2. Gesetzgebung (Nomothesie) 8
3. Der Rat (boul) 9
4. Die Geschworenengerichte (dikastria) 10
5. Die Beamten 12
IV. Resümee 14
V. Literaturverzeichnis 16
1
I. Einleitung
Das 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. gilt als kulturelle und politische Blütezeit der griechischen Antike. In dieser Zeit entstanden herausragende Leistungen in Philosophie, Kunst, Literatur und Wissenschaft, die das Weltbild dieser Zeit prägten. Vornehmlich in der stadtstaatlichen Gesellschaftsform der Polis von Athen und Sparta verfaßten die Vollbürger ihre Schriften. Mit dem Begriff „Polis“, aus dem griechischen „pólis“, für „Burg“ oder „Stadt“, wird ein Gemeinwesen bezeichnet, das aus einem städtischen Zentrum (zum Beispiel Athen) und dem angrenzenden Umland besteht (im Falle Athens, die Attika) - der Stadtstaat. Sie war eine im antiken Griechenland weit verbreitete Staatsform, die sich als Gemeinschaft von Bürgern, den Politen, verstand, für die es bestimmte soziale und ethnische Zugehörigkeitskriterien gab. 1 Den Politen war es möglich aktiv am politischen Leben teilzunehmen - sie galten als „Vollbürger“. Sie grenzten sich von den Sklaven und Metöken (Fremde) klar ab, welche, wie die Frauen und Halbfreien, keine politischen Rechte hatten. Wichtige Kennzeichen der Polis waren eine Selbstverwaltung und eine Verfassung, in der die Rechte und Normen für den Einzelnen festgeschrieben waren. Verbreitete Staatsformen in den politisch voneinander unabhängigen Stadtstaaten waren Oligarchie und Demokratie. Die Glanzzeit der Polis lag zwischen dem sechsten und vierten Jahrhundert v. Chr. 2 Die Einwohnerzahl lag üblicherweise bei mehreren Zehntausend, wobei die größten Stadtstaaten auch Hunderttausende Bürger umfaßten. Die Enge des Staatsgebiets erleichterte zudem die Verständigung unter den Bürgern, was letztendlich die Entstehung demokratischer Systeme begünstigte. Die Polis galt bei Aristoteles und Platon als „größte handlungsfähige politische Gemeinschaft.“ 3 Zum Wesen der Polis zählte weiterhin, daß sie nach außen unabhängig und im innern organisiert und überschaubar sein mußte. Wie funktionierte und bewahrte man sich diese Selbstverwaltung und Souveränität? Es stellt sich auch die Frage, welche Umstände in Athen zur ersten demokratischen Ordnung führten, dessen Idee dann auch in andere Gebiete „exportiert“ wurde. Im nächsten Kapitel werden die Bedingungen im allgemeinen gesellschaftspolitischen Umfeld dargelegt, die zu dieser Entwicklung führten. Im dritten Kapitel wird dann auf die einzelnen politischen Institutionen und deren Beziehungen und besondere Organisation eingegangen.
1 Naßmacher, Hiltrud. „Politikwissenschaft“. München; Wien: Oldenbourg, 4. Aufl., 2002. S. 308.
2 Brockhaus-Enzyklopädie. „Polis“. Leipzig; Mannheim: F.A. Brockhaus, 20. Aufl., 1996-99.
3 Naßmacher. S. 308.
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II. Entwicklung der athenischen Polis
1. Entstehung und Geschichte
Im 2. Jahrtausend v. Chr. wanderten indogermanische Stämme in den Raum Griechenlands ein. In den dörflichen Ansiedlungen, die unter der Hoheit von Adligen standen, machten sie sich als Bauern oder Hirten seßhaft ohne sich jedoch zu einem größeren politischen Ganzen zusammenzuschließen. Die Besonderheit des besiedelten Landes und eine Gefährdung von außen förderten die Aufgliederung. Im Zeitraum von 1100 bis 800 v.Chr. entstanden dann erste kleine Gemeinwesen mit einer Verfassung - eine frühe Variante der Polis. 4 1400 v. Chr. wurde Athen erbaut und blieb bis 900 v. Chr. ein Kleinstaat unter vielen in Attika. Mitte des neunten Jahrhunderts v. Chr. entwickelte sich Athen zu einem Stadtstaat, nachdem das umliegende Land mit eingegliedert wurde. 5
Die Monarchie wurde daraufhin durch eine Aristokratie ersetzt, in der der einfache Bürger kaum Rechte besaß.
Um 600 v. Chr. war ein erstes Gefüge eines institutionalisierten Gemeinwesens erkennbar: So gab es einen Adelsrat (Areopag), fungierend als höchster Gerichtshof, der die neun (vormals drei) Archonten ernannte - höchste Beamte, die Athen regierten und zuständig waren für Kriegsführung, Gesetze und Religion. Das Archontat war ein Jahresamt, was dazu führte, daß die Adligen innerhalb des politischen Gemeinwesens miteinander konkurrierten. Außerdem war noch das Gericht der 51 Epheten existent, welches sich Tötungsdelikten und der Streitschlichtung annahm. 6
In den nächsten Jahrhunderten wurde die attische Polis mehrfach reformiert, worauf in den folgenden Abschnitten eingegangen wird.
Nach dem Krieg mit den Persern (480 v. Chr.) entwickelte sich Athen zu einer großen Handels- und Kulturstadt. Die verlorene Schlacht gegen Sparta im Peloponnesischen Krieg (431 - 404 v. Chr.) besiegelte den Niedergang Athens. Diverse Kriege folgten, Athen geriet unter Fremdherrschaft, womit die athenische Demokratie unter Phokion und Demades 322 v. Chr. endete. 7 146 v. Chr. wurde Athen von den Römer erobert und blieb Jahrhunderte geistiges Zentrum herausragender Griechen und Römer, bis die Goten im dritten Jahrhundert n. Chr.
4 Rumpf, Horst. „Die Griechische Polis“, in: „Politische Weltkunde I“. Stuttgart: Klett, 1979. S. 5.
5 Encarta-Enzyklopädie. „Athen“. Redmond: Microsoft Corporation, 1993-99.
6 Bleicken, Jochen. „Die athenische Demokratie“. Paderborn; München; Wien; Zürich: Schöningh, 2. Aufl., 1994. S. 20
7 Bleicken. S. 634 f.
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Arbeit zitieren:
Ricardo Westphal, 2003, Das politische Gemeinwesen in der athenischen Polis, München, GRIN Verlag GmbH
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