INHALT
1. Einleitung 2
2. Berlin is in Germany 3
2.1 Plot 3
2.2 Allgemeine Filmdaten 4
2.3 Die Problemstellung 5
2.3.1 Die Figuren 6
2.3.2 Darstellung und Einbeziehung der Wende’ im Film 9
2.3.3 Thema DDR und die Vergangenheit 11
2.4 Symbolik und filmische Mittel 13
2.5 Bezugnahmen zu anderen Werken 15
3. Bibliographie 17
1
1. EINLEITUNG
Ein Mann, der während der Zeit des DDR-Regimes inhaftiert wird, den Fall der Mauer im Gefängnis erlebt und nach der Wiedervereinigung entlassen wird - dies ist der authentische Hintergrund des deutschen Films Berlin is in Germany aus dem Jahr 2001. Der Regisseur Hannes Stöhr hat diese wahre Geschichte als Ausgangspunkt für seinen, auf der Berlinale prämierten Film, gewählt und als „Märchen“ 1 fortgesetzt.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik des Neuanfangs eines Ex-Häftling im vereinten Deutschland und dem zentralen Thema der ‚Wende’ und deren Darstellung im untersuchten Film. Es soll unter anderem betrachtet werden, wie der Protagonist im Film mit seinem Schicksal umgeht und sich in die für ihn neue Gesellschaft einfügt, nachdem er einen gesamten gesellschaftlichen und politischen Wandel, durch seine Inhaftierung, verpasst hat.
Als Basis für diese Arbeit dient das gleichnamige Referat vom 08.01.2009, aus der Veranstaltung „Die ‚Wende’ in Literatur und Film“. Die gegebene Gliederung orientiert sich demzufolge an der Struktur des Referats, so dass ein Hauptteil für diese Ausarbeitung vorliegt. Einleitend soll eine Inhaltsangabe einen Überblick über die filmische Handlung bieten, ferner werden hier generelle Daten zum Film und zum Regisseur Hannes Stöhr getätigt. Darauf folgt die Problemdarstellung im Film, welche gleichermaßen die Charaktere im Film, die Darstellung der ‚Wende’ und das Gesamtthema DDR und die DDR-Vergangenheit einbezieht. Symbolik sowie weitere filmische Stilmittel sollen den Abschluss dieses analytischen Teils bilden. Filmbeispiele, die während des Referats zur genaueren Darstellung vorgeführt wurden, sind hier als Verweise, beziehungsweise Fußnoten vermerkt. Der Schluss der Arbeit ist durch eine bibliografische Übersicht gegeben.
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e.de/bilder2/banner/zt/328/recherch.jpg&farbe=gainsboro&tab=3&titel=Filmkatalog&sitemap_id=297292 [März
2009]
2
Martin Schulz wird zu DDR-Zeiten im Juli 1989 wegen Mordes verhaftet. Er hat im Affekt und ohne Vorsatz seinen Hausverwalter erschlagen, der ihm im Bezug auf Martins Republikflucht auf die Schliche gekommen ist. So erlebt Martin Schulz die Wende im Gefängnis und wird 2001 nach 11 Jahren Haft in der JVA Brandenburg entlassen. Bei seiner Entlassung erhält Martin (36) sein Eigentum zurück, welches er bei seiner Inhaftierung mit sich trug: ein paar Scheine Ostgeld, sein DDR-Pass und sein DDR-Führerschein. Mit einer neuen Hoffnung im Gepäck, seinem Fernseher unterm Arm, 800DM Entlassungsgeld und einer Fahrkarte nach Berlin kehrt er in seine alte, erneuerte Heimat Berlin zurück und erkennt sein gewohntes Ostberlin zunächst kaum wieder.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit einigen Neuerungen wie einem Fahrkartenschalter der Deutschen Bahn und dem ungewohnten Klingeln von Handys, versucht Martin in Berlin zu Recht zu kommen und nimmt sich ein Zimmer in einem Hotel. Was ihm dort bleibt ist lediglich das Basteln von Papierfliegern aus dem wertlosen Geld der ehemaligen DDR. In der vereinten Stadt trifft er seine alten Freunde Peter und Enrique - sowohl Gewinner als auch Verlierer der Wende - wieder, die ihm das Ankommen in der ungewohnten neuen aber alten Umgebung ein wenig erleichtern und auch seine Frau Manuela, die zur Zeit seiner Verhaftung schwanger war und welche er seit vier Jahren nicht mehr gesehen hat, da er nicht wollte, dass sie ihn noch weiterhin besucht. Sie lebt jetzt mit dem gemeinsamen Sohn Rokko, den Martin noch nie gesehen hat, und ihrem neuen Lebensgefährten Wolfgang, der aus Stuttgart stammt, zusammen in Pankow. Martins einziger Wunsch ist es nun seinen Sohn richtig kennen zu lernen und neuen Fuß zu fassen in dem für ihn noch fremden und neuen Berlin.
Er begibt sich auf Jobsuche, die sich letztendlich ein wenig schwierig gestaltet und beginnt wieder den engen Kontakt zu seinen Freunden aufzubauen. Durch seinen kubanischen Freund Enrique, der zuvor Vertragsarbeiter war und nun Taxifahrer ist, entscheidet sich Martin ebenfalls einen Taxischein zu machen. Gleichzeitig arbeitet er nebenbei in einem Erotikvideoladen seines ehemaligen Mitgefangenen Victor Valentin. Während dieser Zeit trifft er sich immer öfter mit Manuela und auch Rokko. Manuela lernt gemeinsam mit Martin für seinen Taxischein und übt mit ihm die neuen Straßennamen von Berlin ein, die für Martin alle noch fremd sind - ohne zu wissen, dass er als Vorbestrafter ohne ein entsprechendes Gutachten überhaupt nicht als Taxifahrer arbeiten darf.
3
Als sein Leben gerade beginnt in geregelte Bahnen zu kommen und er seine guten Vorsätze versucht einzuhalten, wird Martin allerdings schnell von seiner Vergangenheit eingeholt: aufgrund krummer Geschäfte von Victor, gerät Martin zu Unrecht in Konflikt mit der Polizei. Es wird aufgedeckt, dass Victor in seinem Erotikvideoladen illegale Videos verkauft, wovon Martin nichts weiß. Er flüchtet aus dem Laden und wird von der Polizei verfolgt. Als er Zuflucht bei Manuela sucht, wird diese ihm durch ihren Lebensgefährten Wolfgang untersagt. Dieser ruft die Polizei, wodurch Martin erneut festgenommen wird. Er muss sich einem Verhör stellen, in dem auch der Grund für seine erste Verhaftung zu DDR-Zeiten aufgedeckt wird. Kurz darauf stellt sich Victor aber der Polizei und Martin wird entlassen. Seine Frau Manuela und Rokko stehen ihm von nun an zur Seite und er bekommt eine neue Chance im Leben.
2.2 ALLGEMEINE FILMDATEN
Der deutsche Film Berlin is in Germany feierte am 08. Februar 2001 auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin seine Premiere und kam am 01.11.2001 in die Kinos. Ausgestrahlt im Fernsehen wurde er erstmals am 09.03.2003 vom ZDF und ORB. 2 Der Film des deutschen Regisseurs Hannes Stöhr ist in das Genre der Tragikkomödie einzuordnen - in einigen Quellen wird auch der Begriff der „Dramödie“ 3 verwendet - ist es doch ein ernstes Thema, mit welchem die Figuren in Berlin is in Germany auf lakonische und oft auch ironische Weise umgehen.
Die Idee zu dem Film entstand durch eine wahre Geschichte: eine Bekannte von Hannes Stöhr, die in Berlin Mitte bei der „Freien Hilfe Berlin e.V.“, einem Verein für die Betreuung von Haftentlassenen, arbeitet, berichtete dem Regisseur von einem Sträfling, der 1998, nach elf Jahren hinter Gittern, mit seinem alten DDR-Ausweis plötzlich vor ihr stand. Ein Mann also, der den Mauerfall nur aus dem Fernsehen kannte und sich im neuen Berlin zurechtfinden musste. Diese wahre Geschichte war der Anlass für das Drehbuch Stöhrs. Er selbst äußerte sich dazu folgendermaßen: „Die Gratwanderung des Films besteht darin, die komische Seite, die der Situation der Figur anhaftet, zu erzählen, ohne die Tragik unter den Tisch fallen zu
2 Daten aus: http://www.firststeps.de/film.html?ID=c1a9e0d3-3646-4d3d-8d1c-e0db66104601 [März 2009]
3 u.a.: http://www.filmstarts.de/kritiken/35540-Berlin-is-in-Germany.html [März 2009]
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Arbeit zitieren:
B.A. Hülya Akkaş, 2009, Berlin is in Germany - eine Filmanalyse, München, GRIN Verlag GmbH
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