Facharbeit im Berufspraktikum - Yvonne Hegner - Mai/Juni 2009
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Grundkenntnisse Bindung 4
2.1. Definition 4
2.2. Entwicklungsphasen 4
2.3. Bindungsmuster 5
2.4. Der Fremde - Situations - Test 5
3. Bindungsstörung 6
3.1. Definition nach ICD-10 6
3.1.1. F94.1 6
3.1.2. F94.2 6
3.2. Ursachen 7
3.3. Verlauf 7
3.4. Formen und deren Symptome 7
3.4.1. Typ I 8
3.4.2. Typ IIa 8
3.4.3. Typ IIb 9
3.4.4. Typ III 10
3.4.5. Typ IV 10
3.4.6. Typ V 11
3.4.7. TypVI 11
3.4.8. Typ VII 12
3.5. Diagnose 12
3.6. Differentialdiagnose 12
4. Was Kinder brauchen 13
4.1. Halt 13
4.2. Gefühle 14
4.3. Spielräume 16
5. Betreuung 18
6. Fazit 19
2
Facharbeit im Berufspraktikum - Yvonne Hegner - Mai/Juni 2009
1. Einleitung
„ Das Bindungsbedürfnis eines Menschen …ist... genauso grundlegend wie sein Bedürfnis nach Nahrung, Erkundung, Sexualität und Fortpflanzung.“ (Karin Großmann, 1990) 1
Auf folgenden Seiten werde ich nun das Thema Bindungsstörungen näher bringen, da mir im Arbeitsalltag aufgefallen ist, wie viele Kinder und Jugendliche aus meiner Praxiserfahrung bereits eindeutige Symptome zeigen oder die akute Gefahr besteht diese zu bekommen. Ich möchte ebenfalls die Wichtigkeit dieses Themas nahebringen um mehr Bewusstsein zum Thema Bindungsstörungen zu schaffen. Wie schon im Zitat oben angedeutet wird das Bedürfnis nach Bindung oft noch unterschätzt oder gar nie bewusst. Folgende Seiten sollen dies ändern! Die Beispiele sind aus meiner Praxiserfahrung der Inobhutnahmegruppe (Heimbereich). Alle Namen wurde geändert. Allgemein gehe ich davon aus, dass die Grundkenntnisse über die „Bindungstheorie“ nach Bowlby und dem „Fremden Situationsansatz“ nach Mary Ainsworth bekannt sind. Da ich nur 17 Seiten zur Verfügung habe für diese Facharbeit, werde ich im 2. Gliederungspunkt „Grundkenntnisse Bindung“ lediglich die wichtigsten Begriffe darstellen, um eine Basis zu schaffen. Auch alle weiteren Punkte können nur angerissen werden und nicht in ihrer ganzen Fülle an Informationen dargestellt werden. In den Quellenangaben kann man jedoch bei Bedarf sich noch umfassender über ein Thema informieren. Ich möchte noch darauf hinweisen, dass ich meinen Schwerpunkt auf die Praxis gelegt habe. Es ist mir wichtig nicht nur bloße Theorie zu vermitteln, sondern vor Allem erprobte Vorschläge aus der Praxis und für die Praxis weiterzugeben.
Ich wünsche viel „Spass“ und „Aha“- Erlebnisse beim Lesen!
1 Hermann Hobmair 1996, S.44
3
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2. Grundkenntnisse Bindung 2.1. Definition Bindung
Es ist das Grundbedürfnis eines jeden Menschen in den ersten Lebensjahren einen dauerhaften und verlässlichen Kontakt zu einer Beziehungsperson zu haben. Daher begannen in den Sechziger Jahren Mary Ainsworth und John Bowlby der Bindung mehr Bedeutung zu geben und gründeten die Bindungstheorie. Sie konzentriert sich vor allem darauf, was in der Beziehungserfahrung (un)gesund macht. Bowlby definiert in der Bindungstheorie die Bindung als ein: „enges, gefühlsgetragenes Band von Eltern und Kind, welches nach einem halben Jahr des alltäglichen Umgangs und der Erfahrungen miteinander gefestigt ist und langandauernd besteht.“ 2
2.2. Entwicklungsphasen der Bindung 3
1969 unterscheidet Bowlby in 4 Entwicklungsphasen der Bindung: 1. Phase: Der Säugling lässt sich von allgemein allen
verschiedenen Personen ansprechen und geht in Beziehung. 2. Phase: Mit ca. 6 Monaten schränkt er sich auf ihm nahe und
vertraute Bezugspersonen ein, mit welchen er in Beziehung tritt. 3. Phase: Im Alter von 6 Monaten bis 3 Jahren zeigt das Kind eine
deutliche Bindung an eine ihm nah vertraute Bezugsperson. Dies ist auch eine kritische Zeit, da hier das Kind grundlegend seine Bindungsfähigkeit und innere Strukturen, entwickelt um sich später selbstständiger machen zu können. 4. Phase: Das Kind ist mit 3 Jahren in der Lage die Trennung von
der Bezugsperson für eine kurze Zeit (einige Stunden - max. wenige Tage) zu ertragen (ohne Weinen) und kann realisieren, dass diese dann auch wiederkommen wird. Es kann sich die Bezugsperson vorstellen trotz derer Abwesenheit.
2 BP-Woche 2 eigenhändige Mitschrift, Otterbach 2009
3 Rossmann 1996, S.85
4
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2.3. Bindungsmuster nach Bowlby 4
Ebenfalls legt Bowlby die 4 Bindungsmuster (-typen) fest, die das tatsächliche Bindungs- und Explorationsverhalten beschreiben. Er unterscheidet zwischen sicher-gebunden, ängstlich-ambivalent, unsicher-vermeidend und desorientiert. Je unsicher ein Kind ist, umso mehr wird es mit dem Bindungsverhalten beschäftigt sein und kann weniger die Welt entdecken und erkunden (Explorationsverhalten). Bei sicher-gebundenen Kindern ist genau das Gegenteil der Fall. Während die vermeidende Gruppe überwiegend Explorationsverhalten und die ambivalente Gruppe überwiegend Bindungsverhalten ausübt, hat die sichere Gruppe bereits eine gesunde Balance zwischen Beiden.
2.4. Der Fremde - Situations - Test nach M. Ainsworth 5 Mary Ainsworth hat den „Fremden - Situations - Test“ entwickelt, welcher Kleinkinder untersuchte und ihre Bindungsmuster beurteilte. Hierzu wurden Kinder in ihnen unbekannte Räume mit Spielzeugen, und teilweise mit fremden Erwachsenen, gebracht, während die Mutter (Bezugsperson) in mehreren Versuchsvariationen unterschiedlich lang präsent oder abwesend für das Kind war. Anhand der Reaktionen des Kindes konnte man nun Studienergebnisse (ca.1990) aufstellen, die bei deutschen Kindern fast die Hälfte als unsicher-vermeidend und ein Drittel als sicher gebunden einstuften.
4 BP- Woche 2, eigenhändige Mitschrift, Otterbach 2009
5 Rossmann 1996, S.86-87
5
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3. Bindungsstörungen 3.1. Definition nach dem ICD-10-Katalog 6 Bindungsstörungen sind als Abweichung von sozialen Funktionsfähigkeiten zu verstehen, die bereits in der Entwicklungszeit eines Kindes beginnen. Primär sind jedoch nicht die Defizite sozialer Funktionen, sondern vielmehr die schwerwiegenden Milieuschäden/ Deprivation, die eine entscheidende Rolle spielen! Grundsätzlich unterscheidet der ICD-10 zwischen der Reaktiven Bindungsstörung(F94.1.) und der Bindungsstörung mit Enthemmung (F94.2.).
3.1.1. F94.1 Reaktive Bindungsstörung des Kindesalters Sie tritt in den ersten 5 Lebensjahren auf und zeigt sich in Defiziten des sozialen Beziehungsmusters. Sie ist von einer emotionalen Störung begleitet und zeigt sich in Furchtsamkeit, Übervorsichtigkeit, eingeschränkten sozialen Interaktionen, Aggressionen, Unglücklichsein und teilweise in Wachstumsverzögerungen. Wahrscheinlich als Folge schwerer elterlicher Vernachlässigung, Missbrauch und Misshandlung.
3.1.2. F94.2. Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung
Diese Form ist ein spezielles und verändertes soziales Funktionsmuster, welches ebenfalls in den ersten 5 Lebensjahren entsteht und auch nach deutlichen Veränderungen des Millieus bestehen bleibt. Es äußert sich vor Allem im undifferenzierten Bindungsverhalten (wird noch erklärt) und das Kind kann sich kaum auf Interaktionen mit Gleichaltrigen einlassen.
6 ICD-10 Katalog 1994, S.393-394
6
Arbeit zitieren:
Yvonne Hegner, 2009, Bindungsstörung , München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
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