Inhaltsverzeichnis
1. Geistige Behinderung - Definition Seite 4
2. Schulgesetz und Lehrplan der Förderschule Seite 5
3. Eigene Erfahrungen Seite 6
4. Methodik und Didaktik Seite 7
5. Stehen wie eine Kiefer Seite 9
6. Beobachtung und Auswertung der Kiefer Seite 10
7. Qigong Yangsheng Seite 11
8. Medien für die Unterrichtsstunde Seite 11
9. Das Spiel des Bären Seite 13
10. Das Spiel des Kranichs Seite 16
11. Das Spiel des Tigers Seite 18
12. Das Spiel des Hirschen Seite 21
13. Das Spiel des Affen Seite 24
17. Literaturliste Seite 25
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Geistige Behinderung - was bedeutet dieser Begriff?
Heinz Bach 1976
Als geistigbehindert gelten Personen, deren Lernverhalten wesentlich hinter der auf das Lebensalter bezogenen Erwartung zurückbleibt und durch ein dauerndes Vorherrschen des anschauend-vollziehenden Aufnehmens, Verarbeitens und Speicherns von Lerninhalten und eine Konzentration des Lernfeldes auf direkte Bedürfnisbefriedigung gekennzeichnet ist, was sich in der Regel bei einem Intelligenzquotienten von unter 55/60 findet. Geistigbehinderte sind zugleich im sprachlichen, emotionalen und motorischen Bereich beeinträchtigt und bedürfen dauernd umfänglicher pädagogischer Maßnahmen. (1)
Juristische Definition in Deutschland
Im bundesdeutschen Recht wird die Behinderung im Sozialgesetzbuch IX (§ 2 Abs. 1) so festgelegt: Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist.
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Schulgesetz der Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung
In den Richtlinien der Schulen mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung (im folgenden Förderschule genannt) steht zum Recht auf schulische Bildung folgendes:
Kinder und Jugendliche zwischen sechs und achtzehn Jahren haben in unserem Land das Recht, verbunden mit der Pflicht, eine systematische Unterstützung ihrer Entwicklung in Anspruch zu nehmen. Ihre Fähigkeiten, ihre Möglichkeiten sollen genutzt, ihre Kenntnisse und Handlungsmöglichkeiten ausdifferenziert und ihre sozialen und emotionalen Anlagen vertieft werden. (2)
Lehrplan der Förderschule für ganzheitliche Entwicklung Der Lehrplan der Förderschule fordert psychomotorische Bewegungserziehung als wichtiges Lern-, Erfahrungs- und Bewährungsfeld, in dem im besonderem Maße auch soziale Kompetenzen vermittelt werden können:
- Zur Entwicklung von Wahrnehmungs- und Orientierungsfähigkeit und zur Freude an der eigenen Bewegung
- Zur Förderung von Eigenaktivität, Fantasie und der Koordinationsfähigkeit
- Zur Herausbildung einfacher Bewegungsmuster und zur Überwindung körperlicher Hemmungen/Beeinträchtigungen
- Zur Überwindung von sprachlichen Hemmungen, zur Anbahnung von Partner- und Gruppenfähigkeit und zum Informationsaustausch
- Zur Bewältigung von emotionalen Konflikten, Aggressionen, Misserfolgeserlebnissen u.a.m.
- Der Auswahl und der Einhaltung von Spielregeln, des fairen Umgangs miteinander und Schaffung eines sozialen Wohlbefindens Motorische Kompetenzen sind grundlegend und unentbehrlich für die Ausführung komplexerer Bewegungen und Alltagshandlungen sowie für alle sportlichen Aktivitäten.
Dies ist nicht durch bloße motorische Ertüchtigung und physiotherapeutische Funktionsübungen zu erreichen, vielmehr ist es erforderlich, dass das Kind über bzw. durch Bewegung sich und seine Umwelt wahrnimmt. Den eigenen Körper kann ein Kind nur erfahren und erleben, ein Bewusstsein davon entwickeln, wenn es sich bewegt oder bewegt wird und dabei seinen Körper und dessen einzelne Teile in unterschiedlichen Lagen und im Rahmen vielfältiger Handlungen wahrnimmt. Hinzu kommen soziale und emotionale wie auch kognitive und kommunikative Prozesse. (2)
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Eigene Erfahrungen
Die defizitäre Sicht, wie Bach 1976 geistige Behinderung definiert, die hauptsächlich das Nicht-können beschreibt, möchte ich so im Schulalltag nicht aufrecht erhalten.
Von ökologischen Ansätzen wissen wir, dass sich menschliche Entwicklung, und damit auch geistige Behinderung, dynamisch im Austausch von Individuum und Umwelt vollzieht. Aus dieser Sicht besteht Behinderung in gestörter Integration des betreffenden Menschen in sein Umfeldsystem. So entwickeln sich auch geistig behinderte Kinder dynamisch im Austausch mit ihrem Umfeld. Durch verbesserte Umfeldbedingungen kann ein Mensch demnach weniger behindert sein als zuvor. Auch geistig behinderte Schüler und Schülerinnen haben sehr viele Ausdrucksmöglichkeiten und Fähigkeiten ihren Alltag zu gestalten. Sie unterscheiden sich aber in Tempo und Intensität der Verarbeitung der angebotenen Lerninhalte deutlich von der Gruppe der gleichaltrigen normalbegabten Schüler.
Geistig behinderte Kinder lernen unter anderem, durch Nachahmung und emotionale Koppelung an ihre sozialen Bezugspersonen. So hat der Lehrer/die Lehrerin zunächst die Aufgabe durch Empathie das Vertrauen des Kindes zu gewinnen, um so den Schulalltag zu gestalten, und ein angenehmes Lernklima zu schaffen.
Daraus ergibt sich für mich die Aufgabe, jeden einzelnen Schüler /Schülerin individuell zu akzeptieren, den aktuellen Wissens- und Könnensstand zu eruieren und ein Konzept zur Förderung zu entwickeln. Seit vielen Jahren übe ich Qigong und habe immer wieder kleine Übungen wie: - Hände reiben, Gesicht waschen, Ohren reiben, Haare kämmen und sammeln im Dantian - in meiner Klasse mit Schülern zwischen acht und zwölf Jahren praktiziert.
Dabei konnte ich feststellen, dass schon nach recht kurzen Übungsphasen (circa 5 Minuten) die Konzentration und Ausdauer meiner SchülerInnen bei nachfolgenden kognitiven Aufgaben deutlich zunahm. Dadurch ermutigt wählte ich zunächst einfache Übungen aus dem Lehrsystem des Qigong Yangsheng von Professor Jiao Guorui und „erfand“ dazu Geschichten, die den Kindern ermöglichten sich mit den Bewegungsabläufen vertraut zu machen und sich damit zu identifizieren.
Anhand von Bildern, Fotos oder konkreten Gegenständen konnten die Schüler „begreifen“ was sie darstellten.
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Methodik und Didaktik
Zum Stundenaufbau und der Methodik des Lehrens muss das besondere Lernverhalten der Schüler berücksichtigt werden.
1. sie sind überwiegend sachverhaftet ansprechbar:
- angebotene Inhalte müssen real begreifbar gemacht werden
2. sie sind vor allem sensorisch und motorisch aufnahmebereit
3. sie benötigen spezielle Führung
wichtig
4. sie besitzen eine sehr gemäßigte Lerndynamik
5. sie benötigen permanente Anregung
6. sie sind oft motorisch gestört
Arbeit zitieren:
Anne Merz, 2010, Qigong - Das Spiel der Tiere - nach Prof. Jiao Guorui, München, GRIN Verlag GmbH
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Anne Merz's Text Qigong - Das Spiel der Tiere - nach Prof. Jiao Guorui wurde kommentiert
Anne Merz's Text Qigong - Das Spiel der Tiere - nach Prof. Jiao Guorui ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
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Das vorliegende Buch eignet sich als Unerrichtshilfe in der Arbeit mit geistig behinderten Kindern.
am Saturday, May 01, 2010-