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Inhaltsverzeichnis:
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1. Einleitung
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2. Scharnhorst und Gneisenau als Wegbereiter von Clausewitz
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3. &ODXVHZLW 7KHRULHGHU9RONVEHZDIIQXQJLQÄ9RP.ULHJH
3.1. Wichtige Aspekte und Grundsätze 5
3.2. Neue Möglichkeiten und Grenzen des Modells 7
8
4. Guevaras Guerillahandbuch ÄLa Guerra de Guerrillas
4.1. Prinzipien der Guerillakriegsführung 8
4.2. Die Guerillatheorie in der Praxis der Kubanischen Revolution 10
4.3. Errungenschaften und Einschränkungen des Vorgehens 11
&ODXVHZLW 9RONVEHZDIIQXQJXQG XHYDUDV XHULOODGRNWULQ im Vergleich 12
5.
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6. Schlussfolgerung
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7. Bibliographie
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1. Einleitung
Schon der chinesische Militärtheoretiker Sun Tzu, der schätzungsweise zwischen 400 und Y &KU VHLQ %XFK Ä'LH .XQVW GHV .ULHJHV³ VFKULHE EHVFKlIWLJWH VLFK PLW GHU Anwendung von Guerillataktiken. Auch klassische antike Autoren wie Polybius, Plutarch oder Tacitus berichteten bereits über mehr oder weniger erfolgreiche Kleinkriege, unter anderem gegen das Römische Reich. 1 Somit hat der Partisanenkrieg (die Begriffe Partisan und Guerilla werden in dieser Arbeit synonym verwendet) eine gewisse Tradition im Lauf der Geschichte, entwickelte sich aber erst zunehmend im späten 18. bzw. Anfang des 19. Jahrhunderts 9RQ GHQ ÄKLW-and-UXQ³ 7DNWLNHQ GHU Rebellen im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775-1783) abgesehen, gewann der Guerillakrieg besonders in Europa zunehmend Bedeutung, als der scheinbar unaufhaltbare Napoleon Bonaparte eine traditionelle Armee nach der anderen besiegte und demnach fast das gesamte Kontinentaleuropa unter seine Herrschaft brachte. Die darauf folgende Reaktion war der teilweise erfolgreiche Einsatz von Guerillatechniken in Spanien, Teilen Österreichs (Tirol) und Russland. Auch in Deutschland beschäftigten sich die progressiven Generäle Gerhard Johann David von Scharnhorst und August Neithardt von Gneisenau mit dem Thema der Volksbewaffnung und des Landsturms, doch wurden diese Theorien nie wie geplant in die Praxis umgesetzt. Erst Carl von Clausewitz widmete sich nach dem Sieg über Napoleon erneut der Volksbewaffnung in seiQHP :HUN Ä9RP .ULHJH³ XQG VWHOOWH EHGHXWHQGH Grundsätze für Strategie und Taktik des Krieges an sich, als auch der alternativen Kriegsführung (in Form des Partisanenkriegs) heraus. Ziel dieser Arbeit ist es, wichtige Aspekte und Theorien des 26. Kapitels ÄVolksbewaffnung³ im sechsten Buch von Clausewitz¶ Ä9RP.ULHJH³KHUDXV]XDUEHLWHQXQGGHUHQDOOJHPHLQH*OWLJNHLWELVKHXWHKLQ zu überprüfen. Im Vergleich dazu sollen die circa 130 Jahre später entstandenen Schriften (UQHVWR Ä&KH³ Guevaras über den Partisanenkrieg (im Zusammenhang mit der kubanischen Revolution) näher betrachtet werden. ,QZLHIHUQ &ODXVHZLW]¶ 3ULQ]LSLHQ VLFK auch in Guevaras Werken wieder finden lassen und inwieweit sich diese im 20. Jahrhundert verändert bzw. weiterentwickelt haben, soll außerdem im Rahmen dieser Untersuchung behandelt werden.
1 Vgl. Ian F. Beckett: Modern Insurgencies and Counter-Insurgencies. Guerrillas and their Opponents since 1750, London, 2001, S. 1.
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2. Scharnhorst und Gneisenau als Wegbereiter von Clausewitz
Nach den ersten Jahren der erfolgreichen territorialen Expansion Napoleon Bonapartes schien keine andere europäische Macht ein passendes Rezept gegen die revolutionären französischen Truppen zu haben, welche den veralteten Armeen und deren Offizierskorps unter anderem durch Mobilität und Einfallsreichtum haushoch überlegen waren. Den ersten erfolgreichen Widerstand leistete das spanische Volk im Guerillakrieg gegen die französische Besatzungsmacht (1808 bis 1813). 2 Dem Beispiel der Spanier folgten auch die Tiroler (1809) 3 , deren Bemühungen jedoch von weniger Erfolg gekrönt waren und einige Jahre später auch die Russen (1812) 4 . Inspiriert durch diese neuen Kriegsführungen, versuchte Scharnhorst, ähnliche Projekte und Innovationen in Preußen zu realisieren. Abgesehen von der Umwandlung der Infanterie als auch der Schützentaktik mit dem Ziel höherer Flexibilität und der Aufstellung von Scharfschützenverbänden 5 , wurden Offiziere und beurlaubte Soldaten als nicht offizielle Truppenverbände aufgestellt. 6 Mit der Mobilisierung der Bevölkerung und der damit verbundenen Bildung eines Landsturms gingen die Aufrufe zu einem nationalen Aufstand einher. Der Landsturm, welcher sich aus regionalen Miliztruppen mit Training in Guerillataktiken zusammensetzte, sollte parallel zur regulären Truppe unter optimaler Ausnutzung des Terrains die Logistik des Feindes stören und dessen Moral durch nächtliche Attacken schwächen. Offene Schlachten hingegen sollten um jeden Preis vermieden werden. 7 Als offizielles Dokument, indem sich
2 Als die regulären spanischen Truppen ohne weiteres von Napoleon geschlagen worden waren, wollte die Mehrzahl der Spanier diese Niederlage nicht akzeptieren. In ländlichen Gegenden schlossen sich u. a. Bauern und Studenten zusammen und beschäftigten die französische Armee durch viele kleine militärische Aktionen an zahlreichen Orten. Dabei wurden kaum größere militärische Erfolge erzielt, GHQQRFKVRUJWHQGLHÄ1DGHOVWLFKH³IUHLQH]XQHKPHQGH=HUPUEXQJGHU0RUDOGHU)UDQ]RVHQVgl. Walter Laqueur: Guerrilla Warfare. A Historical and Critical Study, New Brunswick, 1998. S. 29-41. Schätzungsweise 250000 französische Soldaten (die Hälfte der französischen Gesamttruppenzahl) waren ständig durch etwa 50000 spanische Partisanen gebunden und konnten somit nicht auf anderen Kriegsschauplätzen eingesetzt werden. Vgl. Carl Schmitt: Theorie des Partisanen. Zwischenbemerkung zum Begriff des Politischen, Berlin, 1963, S. 13.
3 Ähnlich dem spanischen Vorbild leisteten die Tiroler unter Andreas Hofer verbissenen Widerstand (unter Ausnutzung des heimatlichen Berglandes) gegen die französische Herrschaft. Bayrische Verbände, welche die Rebellen eliminieren sollten, wurden kurzerhand von ihrer Versorgungsbasis abgetrennt und die Kommunikation gestört. Zwar erlitten die Bayern größere Verlusten, doch nach Gefangennahme und späterer Hinrichtung Hofers, verlief sich die Bewegung im Sande. Vgl. Martin Rink9RPÄ3DUWKH\- JlQJHU³]XP3DUWLVDQHQ'LH.RQ]HSWLRQGHVNOHLQHQ.ULHJHVLQ3UHXHQ-1813, Europäische Hochschulschriften, Reihe III, Geschichte und ihre Hilfswissenschaften, Band 851, Frankfurt am Main, 1999, S. 4-7.
4 Die russische Guerillaphase verlief nur relativ kurzzeitig. Aufgrund der günstigen territorialen Gegebenheiten operierten kleine reguläre russische Verbände im Rücken der Franzosen in der Gegend um Moskau, welche wenig später wieder die Initiative für eine Offensive übernahmen. Vgl. Laqueur, S. 44-49.
5 Vgl. Rink, S. 265f.
6 Ebd., S. 279.
7 Ebd., S. 317ff.
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die genauen Anweisungen für den Landsturm befanden, galt das Edikt über den Landsturm vom 21.04.1813, welches sogar vom preußischen König unterzeichnet worden war. Es beinhaltete genaue Vorschriften, wie sich jeder Bürger gegenüber dem Feind verhalten sollte (keine Kooperation um mit allen möglichen Mitteln dem Feind zu schaden) und stellte damit die Legitimierung des Partisanen zur nationalen Verteidigung dar. Doch wenig später wurde dieses Dokument aufgrund seiner Gefährlichkeit (Laqueur berichtet von geplanten radikal-revolutionären Maßnahmen Gneisenaus wie beispielsweise der Politik der verbrannten Erde zur Bekämpfung des Feindes, verbunden mit Dorf- und Ortzerstörungen, Vergiftung von Wasser- und Nahrungsvorräten und dem Abzug von Vieh und Pferden aus den Provinzen) 8 komplett überarbeitet und verändert, sodass nur noch die notwendigsten Maßnahmen zur Verfolgung des Zieles genehmigt wurden. Außerdem sollte der Landsturm ab diesem Zeitpunkt nur noch als Reserve der Landwehr dienen. 9 In diesen Umstellungen spiegelte sich die Angst vor einer möglichen Revolution und den zu fortschrittlichen Reformern beim deutschen König Friedrich Wilhelm III. wider. 10 Rink zufolge setzte die Führung eines kleinen Krieges (und der damit verbundenen Selbständigkeit der untersten Führungsebene) das Vertrauen der höheren Führungsebenen voraus ± doch genau dieses fehlte. Somit wurden die Pläne für einen Volksaufstand nie realisiert. 11 Letztendlich beschränkte sich die Tätigkeit einiger Teile des Landsturms auf die Unterstützung 12 der Operationen der regulären Truppen, ohne je die Möglichkeit erhalten zu haben, die eingeübten Guerillatechniken im Hinblick auf einen Volksaufstandes anzuwenden. 13 Doch Gneisenaus Konzept war bisher einmalig, denn hier lassen sich die Grundprinzipien des Partisanen erkennen ± die Irregularität (Auftreten ohne erkennbare Uniform und offen sichtbare Waffen), die Mobilität (blitzschnelle Aktionen und damit fortwährende Beschäftigung des Feindes), der tellurische Charakter (optimale Geländekenntnis bzw. ±ausnutzung und Zusammenarbeit mit der ansässigen Bevölkerung) und das verstärkte politische Engagement (absolute Feindschaft 14 , indem der Gegner auch von der Beamtenschaft total sanktioniert wird). 15
8 Vgl. Laqueur, S. 112.
9 Vgl. Schmitt, S. 47ff.
10 Vgl. Günther Maschke: Kritik des Guerillero. Zur Theorie des Volkskriegs, Frankfurt am Main, 1973, S. 30.
11 Vgl. Rink, S. 333/336.
12 Lediglich die Landwehr unterstützte die reguläre Armee aktiv. Der Landsturm hingegen wurde zur Sicherung von Ruhe und Ordnung verwendet. Ebd., S. 379.
13 Vgl. Laqueur, S. 112.
14 'LHVEH]JOLFKIRUGHUWH*QHLVHQDXODXW0DVFKNHHLQHÄSHUPanent betriebene Fanatisierung und ,QGRNWULQLHUXQJGHU%HY|ONHUXQJ³'DEHLVROOWHQXQWHUDQGHUHP3ULHVWHUGLH%HY|ONHUXQJGXUFK Verbreitung von Feind- und Hasspropaganda politisch animieren. Maschke, S. 32.
15 Ebd., S. 30f.
Arbeit zitieren:
Stefan Küpper, 2006, Clausewitz’ Theorie der Volksbewaffnung im 19. Jahrhundert - Wegbereiter der Guerilladoktrin Guevaras im 20. Jahrhundert?, München, GRIN Verlag GmbH
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