Gliederung
1. Einleitung 2
2. Hausaufgaben im Kontrast 3
2.1. Hausaufgaben aus der Sicht von Schülern, Lehrern und Eltern 4
3. Das Erteilen von Hausaufgaben 5
4. Kontrolle von Hausaufgaben 6
5. Wirkung und Ziel produktiver Hausaufgaben 6
5.1. Hausaufgabenqualität 7
6. Schlussbetrachtungen 8
7. Quellen- und Literaturverzeichnis 9
1
1. Einleitung
„Vergessen wir niemals, dass ein Kind, das nie Freude an der Lernarbeit, das nie das herrliche Gefühl der Lust und des Stolzes nach dem Überwinden einer großen Schwierigkeit ausgekostet hat, ein unglücklicher Mensch ist. Das Kind Freude an der Arbeit empfinden lassen, ihm Erfolgserlebnisse beim Lernen zu verschaffen und in seinem Herzen das Gefühl des Stolzes und der eigenen Würde wachzurufen, ist das erste Gebot der Erziehung“. 1
Der Unterricht besteht aus vielen kleinen Teilen, die sich zu einem großen Ganzen zusammenfügen und die Lehr-Lern-Erfolge innerhalb der Klasse beeinflussen. Hausaufgaben sind ein Bestandteil des Unterrichts, welcher vielen kontroversen Diskussionen ausgesetzt ist. Darum möchte ich mich mit diesem Teilbereich eines erfolgreichen Unterrichts beschäftigen, um feststellen zu können, inwiefern Hausaufgaben effizient sind. Dabei stütze ich mich vor allem auf die handlungsorientierte Didaktik von Britta Kohler und Georg E. Becker, da diese besonders auf die Vor- und Nachteile von Hausaufgaben eingehen und sich mit möglichen Lösungen beschäftigen, um Hausaufgaben sinnvoll in die Unterrichtspraxis zu integrieren. Wie der Gliederung entnommen werden kann, beginne ich mit dem Pro und Kontra zu Hausaufgaben im Allgemeinen und fahre dann mit den unterschiedlichen Sichtweisen aller Betroffenen fort. Dazu gehören Lehrer, Schüler 2 und auch Eltern. Weiterhin möchte ich m i c h zum sinnvollen Erteilen von Hausaufgaben äußern, da dies den Kernpunkt einer erfolgreichen Praxis darstellt. Auch das Kontrollieren und Bewerten von Hausaufgaben sollte gut überlegt und regelmäßig angewendet werden. Zum Schluss beschäftige ich mich mit Wirkung und Ziel von Hausaufgaben und einer ausgewogenen Hausaufgabenqualität. Dabei werde ich auf unterschiedliche Quellen aufbauen. Der Großteil der von mir genutzten Literatur ist aus den 1980iger-Jahren, dennoch bin ich der Meinung, dass deren Aussagen und Inhalte nicht an Bedeutung verloren haben. Die Problemstellung ist zu heutiger Zeit die gleiche. Meine Schwerpunkte und Interessen liegen hauptsächlich bei einem positiven Einsatz von Hausaufgaben, da diese, meiner Meinung nach, aus einer erfolgreichen Unterrichtspraxis nicht wegzudenken sind.
1 Suchomlinski: Mein Herz gehört den Kindern, S.125
2 Aus Gründen der Lesbarkeit wird im Text nicht zwischen männlichen und weiblichen
Formen unterschieden; alle personenbezogenen Bezeichnungen gelten für das weibliche ebenso
wie für das männliche Geschlecht.
2
2. Hausaufgaben im Kontrast
Wie bei allen Bereichen der Unterrichtspraxis treten auch beim Thema Hausaufgaben viele unterschiedliche Meinungen auf. Gegen Hausaufgaben spricht, dass sie, falsch praktiziert, eine hohe Belastung für Schüler, Lehrer und Eltern darstellen können. Oft führen Hausaufgaben zu einer zeitlich sehr hohen Belastung der Schüler, was negative Auswirkungen auf das Freizeitempfinden dieser haben kann. 3 Außerdem folgt die soziale Isolierung, da Hausaufgaben im Großteil der Fälle Einzelarbeit sind. Meist fühlen sich die Schüler unter psychischen Leistungsdruck gesetzt und schüren Versagensängste. Dabei können sie das Interesse am Unterricht verlieren und schulmüde werden, was für alle Beteiligten äußerst deprimierend sein kann. 4 Weiterhin besteht die Gefahr, dass eine Stigmatisierung und Etikettierung durch Mitschüler erfolgt. Fleißige werden somit schnell als Streber, andere wiederum als Faulpelze bezeichnet, was sich nicht gerade positiv auf das Unterrichtsklima auswirkt. 5 Leider werden Hausaufgaben auch oft als Disziplinierungsmittel benutzt, wobei es zu einer Sanktionsspirale kommen kann: die Schüler fühlen sich unfrei und vom Lehrer abhängig. 6 Doch natürlich gibt es auch positive Kritiken, die für den Einsatz von Hausaufgaben sprechen. Da Halbtagsschulen den Großteil aller Schulen in Deutschland ausmachen, fehlt oft notwendige Zeit, so dass am Vormittag Gelerntes am Nachmittag vertieft und wiederholt werden sollte. Wenn etwas im Unterricht nicht geschafft wird, kann dieses innerhalb der Hausaufgaben erledigt werden, sofern diese gut durchdacht und korrekt gestellt sind. Eben diese Zeit, welche die Schüler selbstständig am Nachmittag nutzen sollen, fördert ihre Persönlichkeitsentwicklung. Sie lernen, sich ihre Zeit einzuteilen, in regelmäßigen Abständen eine gute Leistung zu erbringen, ihr Durchhaltevermögen zu stärken und ihre Pflicht zu erfüllen. Dabei lernen Schüler auch, zu verzichten und weniger wichtiges hinter die Arbeit am Nachmittag zu stellen. Weiterhin können sie sich natürlich über Erfolge freuen und ihren eigenen Lernprozess mitverfolgen; ihre Selbstdisziplin entwickelt und verstärkt sich. Sie werden damit auf den weiteren Lebensweg vorbereitet, da es in unserer heutigen Gesellschaft absolut notwendig ist, selbstständig und kognitiv korrekt arbeiten zu können. Außerdem erhalten so Eltern, die sich für die Hausaufgabenpraxis ihrer Kinder interessieren und diese mitverfolgen, einen Einblick in das aktuelle Unterrichtsgeschehen und in den Lernprozess des Kindes. Auch Lehrer erhalten durch Hausaufgaben eine Verbindung zum Elternhaus der Kinder, was notwendig ist, um einen erfolgreichen Lern- und Erziehungsprozess zu fördern. 7 Diese Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile von Hausaufgaben und die Anforderungen der Gesellschaft und des Arbeitsmarktes an die nächste Generation zeigen, dass Hausaufgaben einen wichtigen Beitrag zu einer erfolgreichen sozialen Entwicklung der Kinder leisten. Durchdacht, richtig gestellt und eingesetzt können diese nicht
3 Vgl. Becker u.a.: Hausaufgaben - kritisch sehen, S.10
4 Vgl. ebd., S.11
5 Vgl. ebd., S.12
6 Vgl. ebd., S.13
7 Vgl. ebd., S.14-21
3
Arbeit zitieren:
Jana Spiegelhauer, 2009, Unterrichtsbestandteil Hausaufgaben - wann sind diese wirklich effizient?, München, GRIN Verlag GmbH
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