Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 2
2 Vorstellung der erkenntnisleitenden Fragestellung 3
3 Abgrenzungen der Begrifflichkeiten: Didaktik und Methodik (Basisfrage 1) 4
4 Die Methodenfrage und ihre historische Entwicklung 5
5 Zweck und Auftrag der Methoden in der Sozialen Arbeit (Basisfrage 2) 8
6 Modelle zur Systematisierung der Methodenfrage (Basisfrage 3) 10
7 Fazit. 17
1 Einleitung
Ist die angehende Profession der Sozialen Arbeit durch eine hohe Vielfältigkeit
an Handlungsfeldern mit eigenen Problemlagen und Adressatengruppen
gekennzeichnet , so wird doch die Arbeit der Fachkräfte in ihnen durch
Determinanten bestimmt, welche als Metaanforderungen bezeichnet werden
k önnen. Als eine klare Kernanforderung ist die Fähigkeit zum
didaktisch /methodischen Denken, Planen und Handeln für Situationen,
Hilfeprozesse , Konzepte und Evaluationen zu bezeichnen 1 Die Relevanz dieser
Thematik findet sich in ihrem Stellenwert in den Curricula und Lehrplänen an den
Hochschulen und Fachschulen wieder.
Leider ist festzustellen, dass der Praktiker nur über ein geringes methodische
angelegtes Verständnis und Handlungswissen verfügt (siehe die Beschreibung
der Untersuchungen zum Methodenverständnis von Klüsche in von Spiegel
S.116) Dieses könnte seine Begründung finden in dem nicht vorliegen einer
wissenschaftlich trennscharfen Definition, welche Formen der Intervention als
eigentliche Methoden bezeichnet werden können.
Zwar liegen eine Reihe von gut durchdachten Modellen vor doch konnte sich bis
jetzt noch keines im Verständnis der Fachwelt durchsetzen, wodurch die
Unsch ärfe und gewisse Beliebigkeit in der Benutzung des Methodenbegriffes
Vorschub geleistet wird.
1 Angelehnt an die Arbeitshilfen von Hiltrud von Spiegel
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Ziel dieser Arbeit soll es nun sein, drei Modelle, welche in der Wissenschaft wie in der Praxis am bekanntesten sind, in ihren Positionen im Bezug auf die Methodenfrage vorzustellen und gegeneinander abzugrenzen.
2 Vorstellung der erkenntnisleitenden Fragestellung
Dem Bereich der didaktischen und methodischen Arbeit wird in der Sozialen Arbeit seit den Anfängen dieser Profession 2 eine elementare Bedeutung beigemessen.
Obwohl die Methoden einen sehr wichtigen Aspekt im Rahmen des fachlichen Handelns darstellen, liegt keine klare und allgemein gültige Systematik vor, welche die vielen in der Praxis zur Anwendung kommenden Handlungsansätze klar definiert und festlegt, welche als Methoden benannt werden können und welche andere Begrifflichkeiten zur Anwendung kommen sollten. Als Basisliteratur für diese Arbeit wird das Fachbuch von Franz Stimmer „Grundlagen des Methodischen Handelns in der Sozialen Arbeit“ herangezogen. Stimmer bearbeitet die Methodenfrage sehr detailliert und zeigt ein sehr umfangreiches Modell zur Einordnung von Konzepten, Methoden, Verfahren und Techniken auf.
Im Folgenden soll versucht werden anhand einer Sekundäranalyse der Literatur die erkenntnisleitende Fragestellung zu beantworten:
„Welchem Auftrag haben die Methoden der Sozialen Arbeit in der Praxis und welche Modelle zu ihrer Systematisierung werden in der Fachliteratur diskutiert?“
2 Die Gründung der ersten Fachschule für Soziale Arbeit in Berlin 1907 durch Alice Salomon kann als Beginn der Professionalisierung dieses Berufes in Deutschland betrachtet werden. Einer der Hauptmotivationen zur Gründung dieser Schule ist in dem Wunsch zu finden, den Schülerinnen praktische Hilfen in die Hand zu geben wie der tägliche Umgang mit den Adressaten besser zu meister wäre. Hier spielen sehr deutlich didaktisch/methodische Überlegungen zur curricularen Ausgestaltung der Arbeit eine Rolle.
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Zur besseren Bearbeitung dieser Fragestellung wird diese in drei Basisfragen operationalisiert:
1. Was wird unter der Begrifflichkeit der Methode verstanden? 2. Welchen Zweck/Auftrag erfüllen die Methoden? 3. Welche Grundaussagen haben die Referenzautoren zur Methodenfrage?
Um die Möglichkeit des Vergleiches zu schaffen und um Aspekte des Theoriefeldes der Methodenlehre in Deutschland etwas tiefgründiger zu beleuchten werden neben Stimmer noch die Grundpositionen und Perspektiven von Michal Galuske und Johannes Schilling als zwei in Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit sehr bekannten Referenzautoren vorgestellt werden.
3 Abgrenzungen der Begrifflichkeiten: Didaktik und Methodik (Basisfrage 1)
Wie lassen sich die Fachtermini der Didaktik von den Methoden begrifflich und inhaltlich abgrenzen?
Die folgende Unterscheidung bietet sich an, wenn von dem Wortstamm beider Begriffe her gearbeitet wird:
• Didaktik leitet sich vom griechischem Wort “didaskein“ ab und heißt ein zweifaches: lehren, belehren und lernen, belehrt werden (Schilling, 22) • Der Begriff Methode entstammt ebenfalls dem griechischem und findet seinen linguistischen Ursprung in „Methodos“; was der Weg nach bedeutet.
Fragt die Didaktik nach dem Was und Warum so stellt die Methodik die Frage nach dem Wie und Womit.
Dieser Gedankengang lässt sich am bestem an einem Beispiel aus der täglichen Praxis der Sozialen Arbeit verdeutlichen:
Die Erzieherin M. der Kindertagesstätte Finkenschlag bereitet ein Projekt für den kommenden Monat vor. Zuerst überlegt sie welche Thematik behandelt werden soll (didaktische Ebene). Sie kommt zu folgender Überlegung:
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WAS: Neben der Kita befindet sich eine Baustelle, welche die Neugier der Kinder häufig auf sich zieht. Frau M. wählt das Thema Baustelle/Bauarbeiten zum Projektthema.
WARUM: Frau M. greift einen lebensweltlichen Aspekt der Kinder auf welcher für diese von Interesse ist und noch nicht bearbeitet wurde. Nun überlegt Frau M. wie sie die gewählte Thematik in einem Projekt umsetzen kann (methodische Ebene).
WIE: Hier könnte ein Methodenmix greifen. Ein Besuch auf der Baustelle, das einladen eines Arbeiters, das Schauen eines Filmes, das erstellen eines kleines Produktes im Außengelände.
WOMIT: Mit diesem Planungsaspekt wird nach den Medien gefragt, welche zur Anwendung kommen könnten. Bei diesem Bespiel könnte es sich um einen Film handeln.
In dieser Arbeit soll der Schwerpunkt auf die Methodologie als die Lehre von den Methoden gelegt werden.
4 Die Methodenfrage und ihre historische Entwicklung
Wurde bisher die begriffliche Bestimmung und der linguistische Wortursprung des Fachwortes Methode als „Methodos“ was der Weg nach erläutert und eine Abgrenzung zum Begriff der Didaktik aufgezeigt, so soll im folgenden die Komplexität der Benutzung des Begriffes in der Praxis der Sozialen Arbeit verdeutlicht werden. Diese soll anhand der Entwicklung der Methodenfrage in Deutschland geschehen, um deutlich zu machen aus welchen historischen Verläufen und Einflüssen sich diese für das Wissenschaft- und Praxissystem der sich entwickelnden Profession der Sozialen Arbeit wichtigen Fragestellung herauskristallisiert hat.
Entwickelte sich ein allgemein in der Fachwelt anerkanntes Methodenverständnis erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges durch die Übernahme des klassischen methodischen Trias (Einzelfallhilfe, Gruppenpädagogik und als letztes der Gemeinwesensarbeit) aus dem angloamerikanischen Raum so
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existierten schon vorher Überlegungen zum methodischen Vorgehen in der Praxis.
Als eine der Vorreiterinnen dieser Entwicklung kann Frau Dr. Alice Salomon (*1872-+1948), die Gründerin der ersten (Frauen-) Schule für die Soziale Arbeit 1908 in Berlin bezeichnet werden. War sie für die Professionalisierung der Sozialen Arbeit von einer einschneidenden Bedeutung so war sie ebenfalls eine Vertreterin der Einzelfallhilfe und hat erste methodische Vorgehensweisen an ihrer Schule gelehrt.
Weitere methodischen Ansätze finden sich bei den bürgerlichen Wanderfalken des beginnenden 20. Jahrhunderts, welche als eine erste Form der Gruppenpädagogik bezeichnet werden können.
Nach dem Ende der Nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland, welche durch die Hitler-Jugend (HJ) und dem Bund Deutscher Mädchen (BDM) eine eigene und durchaus „erfolgreiche“ Gruppenpädagogik betrieb, kam es zu einer Übernahme des Methodentrias aus dem amerikanischem Raum, welches dort durch Persönlichkeiten wie Jane Addams (*1860-+1935) und Mary Richmond (*1861-+1928) mit entwickelt worden waren.
Einzelfallhilfe, Gruppenpädagogik und Gemeinwesensarbeit (GWA) prägten lange Zeit das methodische Verständnis in Wissenschaft und Praxis der Sozialen Arbeit in Deutschland (siehe z.B. Belardi 1980 und Bardy 1992). Erst Mitte der 60er und 70er Jahre des letzten Jahrhunderts entwickelte sich eine Gegenbewegung.
„Methodenlehre ist pure Handwerkelei“ (Müller; 2001, 129). Diese Botschaft der „Sozialpädagogischen Korrespondenz“ verbreitete sich über einschlägige Fachzeitschriften in den Praktikerkreisen und führten im späteren zu einem Umdenken und ausdifferenzieren der Methodenlehre. Gab es bisher nur die drei „klassischen“ Methoden so wurden diese nun durch weitere methodische Ansätze (z.B. Case. Management, Erlebnispädagogik, TZI, Gewaltfrei Kommunikation, Empowerment) ergänzt bzw. in Konkurrenz gesetzt. „Die Zeit ist vorbei, in der die drei traditionellen Methoden(…) die Reflexion der Sozialen Arbeit in weiten Praxisbereichen bestimmen und auch in der Ausbildung
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Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Dirk Ulrich, 2010, Die Methodenfrage in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag GmbH
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