I n h a l t s v e r z e i c h n i s
Abbildungsverzeichnis II
1 Einleitung 1
2 Modellbetrachtung 1
2.1 Beschreibung und Charakterisierung des Modells 1
2.2 Darstellung des Modellrahmens 2
2.3 Analyse des Modells. 5
3 Auswirkungen expansiver Geldpolitik 8
3.1 Steigerung der Geldmengenwachstumsrate. 8
3.1.1 Komparativ-statische Analyse. 8
3.1.2 Intertemporaler Transmissionsprozess in der Gesamtunion. 9
3.1.3 Intertemporaler Transmissionsprozess in den einzelnen Unionsländern
13
3.2 Vergleich einer einmaligen Steigerung der Geldmenge. 16
4 Schlussbetrachtung. 17
5 Anhang. 19
5.1 Herleitung der Zustandsgleichungen 19
5.2 Herleitung der langfristigen Gleichgewichtswerte 24
5.3 Herleitung der Anpassungszeitpfade 25
5.3.1 Sattelpunktstabilität des Systems. 25
5.3.2 Bestimmung der Anpassungszeitpfade des Summensystems 26
5.3.3 Bestimmung der Anpassungszeitpfade des Differenzensystems. 29
5.3.4 Bestimmung der Anpassungszeitpfade der nationalen Outputs 32
5.4 Modifikation der Ergebnisse für eine einmalige Geldmengensteigerung 32
5.4.1 Langfristige Gleichgewichtswerte. 32
5.4.2 Konstanten der Anpassungszeitpfade. 33
5.5 Numerisch ermittelte Anpassungszeitpfade 34
5.5.1 Plots der Zeitpfade einer antizipierten Steigerung von m 35
5.5.2 Plots der Zeitpfade einer unantizipierten Steigerung von m 40
44
5.5.3 Plots der Zeitpfade einer antizipierten Steigerung von dm 0
48
5.5.4 Plots der Zeitpfade einer unantizipierten Steigerung von dm 0
6 Literaturverzeichnis 52
I
Abbildung 1: Wirkungen einer Erhöhung des Geldmengenwachstums auf die
Währungsunion als Ganzes. ..........................................................................10
Abbildung 2: Wirkungen einer antizipierten Erhöhung des Geldmengen-
wachstums auf den aggregierten Output der Währungsunion.......................12
Abbildung 3: Konjunkturgefälle innerhalb der Währungsunion infolge einer
antizipierten Erhöhung des Geldmengenwachstums. ....................................14
Abbildung 4: Outputentwicklung in den einzelnen Mitgliedsländern bei einer
antizipierten Erhöhung des Geldmengenwachstums. ....................................15
Abbildung 5: Anpassungszeitpfad des aggregierten Unionseinkommens bei
einer antizipierten Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate. .....................35
Abbildung 6: Anpassungszeitpfad der terms of trade bei einer antizipierten
Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate. ...................................................35
Abbildung 7: Anpassungszeitpfad der realen Geldmenge bei einer antizipierten
Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate. ...................................................36
Abbildung 8: Anpassungszeitpfad des Realzinssatzes bei einer antizipierten
Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate. ...................................................36
Abbildung 9: Änderungsrate der terms of trade bei einer antizipierten
Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate. ...................................................37
Abbildung 10: Änderungsrate der realen Geldmenge bei einer antizipierten
Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate. ...................................................37
Abbildung 11: Anpassungszeitpfad der Preisdifferenz zwischen den Unions-
ländern bei einer antizipierten Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate. ..38
Abbildung 12: Anpassungszeitpfad der Einkommensdifferenz zwischen den
Unionsländern bei einer antizipierten Erhöhung der Geldmengenwachs-tumsrate. ........................................................................................................38
Abbildung 13: Anpassungszeitpfad des Outputs der einzelnen Unionsländer
bei einer antizipierten Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate. ...............39
Abbildung 14: Anpassungszeitpfad des aggregierten Unionseinkommens bei
einer unantizipierten Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate. .................40
Abbildung 15: Anpassungszeitpfad der terms of trade bei einer unantizipierten
Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate. ...................................................40
Abbildung 16: Anpassungszeitpfad der realen Geldmenge bei einer unantizi-
pierten Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate. .......................................41
Abbildung 17: Anpassungszeitpfad des Realzinssatzes bei einer unantizipierten
Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate. ...................................................41
II
Abbildung 18: Anpassungszeitpfad der Preisdifferenz zwischen den Unions-ländern bei einer unantizipierten Erhöhung der Geldmengenwachstums-rate. ................................................................................................................42
Abbildung 19: Anpassungszeitpfad der Einkommensdifferenz zwischen den
Unionsländern bei einer unantizipierten Erhöhung der Geldmengen-wachstumsrate. ..............................................................................................42
Abbildung 20: Anpassungszeitpfad des Outputs der einzelnen Unionsländer bei
einer unantizipierten Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate. .................43
Abbildung 21: Anpassungszeitpfad des aggregierten Unionseinkommens bei
einer antizipierten Erhöhung der Geldmenge. ...............................................44
Abbildung 22: Anpassungszeitpfad der terms of trade bei einer antizipierten
Erhöhung der Geldmenge. .............................................................................44
Abbildung 23: Anpassungszeitpfad der realen Geldmenge bei einer antizi-
pierten Erhöhung der Geldmenge..................................................................45
Abbildung 24: Anpassungszeitpfad des Realzinssatzes bei einer antizipierten
Erhöhung der Geldmenge. .............................................................................45
Abbildung 25: Anpassungszeitpfad der Preisdifferenz zwischen den Unions-
ländern bei einer antizipierten Erhöhung der Geldmenge. ............................46
Abbildung 26: Anpassungszeitpfad der Einkommensdifferenz zwischen den
Unionsländern bei einer antizipierten Erhöhung der Geldmenge..................46
Abbildung 27: Anpassungszeitpfad des Outputs der einzelnen Unionsländer bei
einer antizipierten Erhöhung der Geldmenge. ...............................................47
Abbildung 28: Anpassungszeitpfad des aggregierten Unionseinkommens bei
einer unantizipierten Erhöhung der Geldmenge. ...........................................48
Abbildung 29: Anpassungszeitpfad der terms of trade bei einer unantizipierten
Erhöhung der Geldmenge. .............................................................................48
Abbildung 30: Anpassungszeitpfad der realen Geldmenge bei einer unantizi-
pierten Erhöhung der Geldmenge..................................................................49
Abbildung 31: Anpassungszeitpfad des Realzinssatzes bei einer unantizipierten
Erhöhung der Geldmenge. .............................................................................49
Abbildung 32: Anpassungszeitpfad der Preisdifferenz zwischen den Unions-
ländern bei einer unantizipierten Erhöhung der Geldmenge. ........................50
Abbildung 33: Anpassungszeitpfad der Einkommensdifferenz zwischen den
Unionsländern bei einer unantizipierten Erhöhung der Geldmenge. ............50
Abbildung 34: Anpassungszeitpfad des Outputs der einzelnen Unionsländer bei
einer unantizipierten Erhöhung der Geldmenge. ...........................................51
III
1 Einleitung
In der derzeitigen weltweiten konjunkturellen Schwächephase werden immer wieder Stimmen laut, die eine expansivere Geldpolitik mit dem Ziel der Stabilisierung bzw. Stimulierung der wirtschaftlichen Aktivität der Zentralbanken fordern. 1 Im Vergleich zur US-Amerikanischen Federal Reserve Bank of New York, die zu diesem Zweck auf eine expansive geldpolitische Linie einschwenkte, verhält sich die Europäische Zentralbank (EZB) eher zurückhaltend, was zum einen auf die restriktivere Zentralbankverfassung, 2 in der die Geldwertstabilität das primäre Ziel einnimmt und die wirtschaftpolitische Stabilisierung im Konjunkturzyklus lediglich als Nebenziel eingeht, als auch auf die ungewissen Transmissionswirkungen expansiver Geldpolitik zurückzuführen ist.
Aufgrund der heterogenen Wirtschaftsstrukturen der einzelnen Mitgliedsländer des Euroraumes in den Bereichen der Finanzsysteme 3 , der Arbeitsmärkte, 4 dem Grad der Offenheit der einzelnen Volkswirtschaften sowie des Lohnsetzungsverhaltens ergeben sich erhebliche Asymmetrien auf der Angebots- und der Nachfrageseite. Somit bedarf es einer genaueren Analyse der Transmissionswirkungen expansiver Geldpolitik innerhalb einer asymmetrischen Währungsunion, um die Auswirkungen auf makroökonomische Größen innerhalb der einzelnen Länder zu erklären. Vor diesem Hintergrund wird exemplarisch im Rahmen dieser Arbeit ein dynamisches Modell für eine asymmetrische Währungsunion betrachtet. Zunächst wird unter Kapitel 2 der Modellrahmen erläutert und charakterisiert, auf dessen Basis dann in Kapitel 3 die intertemporalen Auswirkungen expansiver Geldpolitiken im antizipierten und unantizipierten Fall untersucht werden. In Kapitel 4 wird die gesamte Untersuchung einer Schlussbetrachtung unterzogen.
2 Modellbetrachtung
2.1 Beschreibung und Charakterisierung des Modells
Es handelt sich bei dem nachfolgend betrachteten Ansatz um das sattelpunktstabile System eines dynamischen Modells einer kleinen Währungsunion mit Asymmetrien auf der Angebots-, wie auf der Nachfrageseite. Auf der Nachfrageseite wird hierbei
1 Vgl. hierzu International Monetary Fund (2002), S. 27; EUROFRAME (2002), S. 5 sowie Interna-
tional Monetary Fund (2003), S. 27.
2 Vgl. Art. 105 Abs. 1 und 2 EGV.
3 Siehe Clausen/Hayo (2002), S. 10.
4 Siehe Siebert (1997), S. 40 f.
1
von unterschiedlichen Zinssensitivitäten der privaten Güternachfrage und auf der Angebotsseite von sich unterscheidendem Lohnsetzungsverhalten in den Unionsländern ausgegangen. 5 Der Grundtyp dieses Modells geht auf die sogenannten "sticky price“ oder "overshooting“ Ansätze von Dornbusch zurück. 6 Charakteristisch für Modelle diesen Typs sind die unterschiedlichen Anpassungsgeschwindigkeiten der Zustandsvariablen. Während die nicht-prädeterminierte, die sogenannte Sprungvariable, diskrete Änderungen in der Zeit vollzieht, passt sich die prädeterminierte Zu-standsvariable exogenen Störungen erst zeitverzögert an. Im Rahmen dieses Modells stellen die terms of trade indirekt über den Wechselkurs, der als Informationsvariable des Kapitalmarktes rationaler Erwartungsbildung unterworfen ist, die nichtprädeterminierte Zustandsvariable dar. Der intertemporale Verlauf der realen Geldmenge, welche die zweite Zustandsvariable des dynamischen Systems darstellt, ist hingegen über die verzögerte Preisanpassung prädeterminiert. Das gesamte intertem-porale Modellverhalten lässt sich durch die dynamischen Zustandsgleichungen dieser beiden Variablen darstellen. 7
2.2 Darstellung des Modellrahmens
Der Modellrahmen der kleinen Währungsunion besteht aus folgendem Gleichungssystem: 8 τ * c − − − + + − + + − − + = ) ) ( ( )) ( ( b p p b y b y b y b b g p i a y a a y (1) &
1 5 2 1 4 3 2 2 1 1 0 1 1 1 21 1 1 0 1
τ * c − − − + + − + + − − + = (2) ) ) ( ( )) ( ( b p p b y b y b y b b g p i a y a a y &
2 5 1 2 4 3 1 2 2 1 0 2 2 2 22 2 1 0 2
τ = − + * ( ) p p e (3)
1 1
τ = − + * ( ) p p e (4)
2 2
c c − + + + − + + = (5) ) ( ) ( i l y l l p i l y l l p m
2 2 2 1 0 2 1 2 1 1 0 1
* + = = (6) e i i i &
2 1
1 1 1 δ = = + − c ( ) p w p y y & & & (8) 2
2 2 2 2
α α α α α α p c ( * + + + = = + + (9) mit ( ) e p p p ) 1
2 3 1 3 2 2 1 1 1
α α α p c ( * + + + = (10) ) e p p p
3 1 2 2 1 2
5 Vgl. Wohltmann/Clausen (2001), S.149.
6 Vgl. Dornbusch (1976), S. 1161 f.
7 Vgl. Wohltmann (1994), S. 3.
8 Das Modell ist Wohltmann/Clausen (2001), S. 150 f. entnommen.
2
(11) ) ( p p f f f y
2 1 2 1 1 0 1
τ − + + = (12) ) ( p p f f f y
1 2 2 2 1 0 2
Bezeichnung der Variablen:
reales Sozialprodukt des Unionslandes j, y
j
Nominalzins des Unionslandes j, i
j c − Realzins des Unionslandes j, p i &
j j
Staatsausgaben für Güter und Dienstleistungen des Unionslandes j, g
j
Preisniveau der im Unionsland j hergestellten Güter und Dienstleistungen, p
j c Konsumentenpreisindex in Unionsland j, p
j
τ terms of trade,
in Preisnotierung angegebener flexibler Wechselkurs der Union gegenüber e dem großen Ausland, Geldmengenaggregat der Union, m
Nominallohnsatz in Unionsland j, w
j
natürliches (langfristiges) Outputniveau in Unionsland j. y
j
{ } ∈ Hierbei kennzeichnen die Indizes jeweils die Variablen der beiden Unions- 2 , 1 j
länder, im Folgenden mit U bezeichnet. Variablen des großen Auslands sind jeweils
j
mit einem Stern versehen und die langfristigen Gleichgewichtswerte einer Variablen mit einem Querstrich gekennzeichnet. Größen, die mit einem Punkt versehen sind,
stellen die rechtsseitige Ableitung dieser Variablen nach der Zeit (z. B.
d. h. entlogarithmiert ihre prozentuale Änderungsrate. Die Modellparameter , , a b
i i
α , δ und , sind allesamt nichtnegativ. Es handelt sich hierbei um ein logarith- l f
i i i
misch-lineares Gleichungssystem, d. h. mit Ausnahme der Zinssätze handelt es sich bei den Variablen um logarithmierte Größen.
Die Modellgleichungen (1) und (2) stellen die Standard-IS-Gleichungen einer Währungsunion und somit des Gütermarktgleichgewichts in den einzelnen Unionsländern dar. Als erste Hauptkomponente geht die private Absorption ein, welche positiv vom Realeinkommen im jeweiligen Unionsland und negativ vom Realzins abhängt. Hierbei tritt die nachfrageseitige Asymmetrie auf, da sich die Semizinselastizitäten zwischen den Mitgliedsstaaten dahingehend unterscheiden, dass in U die private Inves- 1
3
a > titionsgüternachfrage zinssensitiver ist als in U , d. h. es gilt . Weiterhin a
22 21 2
bilden die realen Staatsausgaben und der Außenbeitrag weitere Komponenten der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. Der Außenbeitrag wiederum setzt sich aus den Einkommenskomponenten der drei Länder zusammen. Es fließen der realen Außenbeitrag zum großen Ausland in Abhängigkeit der terms of trade und der bilaterale Handelsbilanzsaldo innerhalb der Union, welcher durch das Preisgefälle determiniert ist, ein. τ Die Gleichungen (3) und (4) definieren die externen terms of trade der Unions- j
länder gegenüber dem großen Ausland.
Aus Gleichung (5) geht das Geldmarktgleichgewicht der Währungsunion hervor und besteht aus der Summe der symmetrischen LM-Geldnachfragefunktionen der einzelnen Mitgliedsstaaten. Das Geldangebot ist exogene Instrumentvariable der Zent- m ralbank.
Modellgleichung (6) charakterisiert die ungedeckte Zinsparität. Hiernach weichen die Nominalzinsen der Union lediglich um die rational erwarteten Wechselkursände- * rungserwartungen der Marktteilnehmer vom ausländischen Zinsniveau i ab. e &
Aus den Gleichungen (7) und (8) gehen die Lohn-Preiszusammenhänge innerhalb der einzelnen Unionsländer hervor. Die Lohngleichungen vom Phillipskurventyp weisen ein unterschiedliches Lohnsetzungsverhalten auf. In U ist die Lohnsteige- 1
rung an die halbe Geldmengenwachstumsrate der Gesamtunion
c rational erwartete Änderung des Kaufkraftindexes gebunden. Darüber hinaus p 2 & δ y − geht noch eine Lohndruckkomponente in die Lohnforderungen der Ge- y ) ( j
j
werkschaften mit ein. Das Lohnsetzungsverhalten ist zwischen den Unionsländern somit hochgradig asymmetrisch. Während sich in U lediglich bei tatsächlich durch- 1
geführten geldpolitischen Maßnahmen die Löhne anpassen, geschieht dies in U
2
bereits bei Antizipation einer solchen Maßnahme über die rational erwartete Änderung des Konsumentenpreisindexes flexibler. Hierin besteht die angebotsseitige Asymmetrie des Modellrahmens.
Die Modellgleichungen (9) und (10) sind die Konsumentenpreisindizes oder Kaufkraftindizes der einzelnen Unionsländer. Deren Niveau setzt sich zusammen aus Gütern und Dienstleistungen, die im eigenen Unionsland, mit dem anderen Unionsland α und mit dem großen Ausland gehandelt werden. Die Parameter signalisieren so- j
4
mit den Grad der Offenheit bzw. Geschlossenheit der Volkswirtschaften. Hierbei gilt die Schlüsselannahme, dass die Haushalte in den einzelnen Unionsländern indifferent sind zwischen Konsumgütern aus dem eigenen und dem anderen Unionsland, d. h. es α = . Hierdurch ist gewährleistet, dass die Aoki-Methode auch auf diesen von gilt
2 1
Asymmetrien geprägten Modellrahmen angewendet werden kann, da sowohl die Konsumentenpreisindizes als auch die Realzinsen zwischen den Unionsländern übereinstimmen.
Die beiden letzten Modellgleichungen (11) und (12) stellen die langfristigen makroökonomischen Angebotsfunktionen dar. 9 Hiernach ist das langfristige natürliche Vollbeschäftigungseinkommen j y gemäß des neoklassischen Kalküls eines preisge- τ abhängig 10 . 11 räumten Arbeitsmarktes positiv von den langfristigen terms of trade j
2.3 Analyse des Modells
Die intertemporale Entwicklung der Unionsländer lässt sich gemäß der Dekompositionsmethode nach Aoki 12 durch zwei Gleichungssysteme darstellen, die sich unter der Schlüsselannahme der vollständigen Indifferenz der Konsumenten bezüglich α α = , anwenden lässt. Aus Gütern und Dienstleistungen innerhalb der Union, d. h.
2 1
der beschriebenen Annahme resultiert implizit die Gleichheit der Realzinssätze über c c 1 = die Identität der Kaufkraftindizes gemäß (9) und (10) sowie der ungedeckten p p
2
Zinsparität (6).
Das Summensystem als erstes Gleichungssystem enthält ausschließlich die Aggregatvariablen der Gleichungen (1) bis (12) und stellt die Entwicklung der Währungsunion als ein Land dar. 13 Aus diesem reduzierten Gleichungssystem lässt sich dann ein Differentialgleichungssystem erster Ordnung in den Zustandsvariablen der terms
of trade τ und der realen Geldmenge der Gesamtunion ( ) m − de r Form p
(13)
( ) − m p & &
= mit: d
11
9 Vgl. Wohltmann (1994), S. 6.
10 Siehe hierzu Wohltmann (2000a), S. 408 f.
11 Da ausschließlich Geldpolitik Betrachtungsgegenstand dieser Arbeit ist, hätte auf Endogenisierung
des Vollbeschäftigungseinkommens verzichtet werden können, wurde jedoch der Vollständigkeit
halber im Modellrahmen belassen.
12 Siehe Aoki (1981).
13 Das reduzierte Gleichungssystem findet sich im Anhang 5.1, S. 19.
5
12 = d
= d
21
= d
22
= ∆
ableiten, welches die intertemporale konjunkturelle Entwicklung der Gesamtunion vollständig abbildet. 14
Das Differenzensystem als zweites Gleichungssystem ergibt sich - zur Erklärung des Konjunkturgefälles - d. h. der unterschiedlichen Entwicklung zwischen den einzelnen Unionsländern, aus den Differenzen der einzelnen Unionsvariablen. Hieraus erhält man folgende Zustandsgleichung der Preisniveaudifferenz als
d = (14) p &
mit
Man erkennt jedoch hierdurch, dass sich das Konjunkturgefälle gemäß Gleichung (14) nicht unabhängig vom Summensystem (13) bestimmen lässt, da dies vom Zeit-
pfad der realen Geldmenge ( ) & − abhängig ist. p m &
Aus der Bildung des arithmetischen Mittels dieser beiden Gleichungssysteme lassen sich die jeweiligen Werte für die einzelnen Unionsländer ermitteln. Beispielhaft lässt sich dies durch
(15) ) ( y y
2 1 darstellen. 15
Gemäß der Lösungsmethode von Turnovsky (2002) lassen sich aus diesen Gleichungen die Anpassungszeitpfade der verschiedenen Unionsvariablen herleiten. 16 So ergeben sich für die Zustandsvariablen des Summensystems folgende Anpassungszeitpfade, wobei T für den Zeitpunkt der Implementierung einer geldpolitischen Maßnahme der Zentralbank steht, mit
14 Vgl. hierzu Wohltmann (2000b), S. 58. Eine explizite Herleitung des Differenzialgleichungssystems
mit seinen beiden Zustandsgleichungen findet sich im Anhang 5.1, S. 22 f.
15 Vgl. Wohltmann (1994), S. 7.
16 Eine explizite Herleitung der Anpassungszeitpfade findet sich im Anhang 5.3, S. 25 ff.
6
(16)
(17)
− m p ( )
aus denen sich wiederum die Zeitpfade des aggregierten Unionseinkommen mit
= + (18) y y
und
ermitteln lassen.
Für das Differenzensystem ergeben sich der Zeitpfad der Preisdifferenz als
(20)
und
= (21) d p
sowie für die Einkommensdifferenz zwischen den Unionsländern mit
= d (22) y
und
= (23) d y
Die Konstanten c , und c der einzelnen Gleichungen sind schockabhängig und c
1 2 3
ergeben sich für den Fall einer Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate m durch & 17 die Zentralbank mit
1
sowie
= − c
1 dm > für den Fall einer einmaligen Erhöhung der Geldmenge . 0
Aus vorangegangenen Gleichungen erkennt man, dass sich die kurz- und langfristigen Wirkungen der einzelnen Politikmaßnahmen unterscheiden. Weiterhin differiert der zeitliche Verlauf der Systemgrößen abhängig davon, ob die Politikmaßnahmen vor Durchführung bekannt gemacht werden, oder ob Durchführungszeitpunkt und Bekannt werden der Maßnahme zusammenfallen. Letzterer Fall ist als Spezialfall für = in den Lösungszeitpfaden enthalten. 0 T
3 Auswirkungen expansiver Geldpolitik
3.1 Steigerung der Geldmengenwachstumsrate
3.1.1 Komparativ-statische Analyse
Zunächst werden die langfristigen Effekte, die von einer Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate , was in diesem Abschnitt exemplarisch als Referenzfall der m &
Geldpolitik betrachtet wird, durch die Zentralbank ausgehen, untersucht. Hierbei wird, wie vorangehend bereits angemerkt wurde, zwischen den Fällen einer durch die = Wirtschaftssubjekte antizipierten Politikmaßnahme, d. h. einer in t durch die 0 > Zentralbank glaubhaft angekündigte Erhöhung von in T und einer unantizi- 0 m &
pierten Politikmaßnahme, womit eine für die Wirtschaftssubjekte überraschende Er- == höhung von in t gemeint ist, unterschieden. 0 m & T
In beiden Fällen ergeben sich die gleichen Langfristeffekte. 18 Aus den mathemati- τ == − = − = − c c schen steady-state-Bedingungen 0 & lassen sich für die m p p p p p & & & & & &
2 1 2 1
realwirtschaftlichen Größen die bekannten Ergebnisse der Modelldichotomie ermitteln. Hiernach determiniert die Geldmengenwachstumsrate langfristig die Inflati- m &
17 Die Herleitung der Konstanten findet sich im Anhang 5.3.2, S. 29 für den Fall dm > und unter 0 &
dm > 5.4.2, S. 33 f. für den Fall . 0
18
Zur genauen Herleitung der langfristigen Multiplikatoren für
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Kai Nekat, 2003, Intertemporale Effekte antizipierter und nicht antizipierter Geldpolitik in einer Währungsunion, München, GRIN Verlag GmbH
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