Der Euro - auf dem Weg zur Leitwährung? Bestimmungsfaktoren und kritischer Ausblick
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis 3
I. Einleitung 4
II. Definition „Leitwährung“ 5
III. Wechselkurssysteme - Geschichtliche Entwicklung 5
1. Entwicklung eines Währungssystems - Der Goldstandard 5
2. Das Bretton-Woods-System 6
3. Der Aufstieg des Dollars zur Leitwährung. 9
IV. Der Euro 10
1. Entstehung einer neuen Währung 10
2. Der Euro als internationale Währung 11
3. Entwicklung des Euro als internationale Währung 13
3.1 Anlagewährung. 13
3.2 Reservewährung 14
3.3 Transaktionswährung 14
3.4 Ankerwährung 15
4. Wechselkursentwicklungen 15
4.1 Wirtschaftsleistung und Wachstumsdynamik 16
4.2 Kaufkraftparität - Inflation 17
4.3 Zinsparität - Zinsniveau. 17
4.4 Spekulationen und Erwartungen. 18
4.5 Devisenmarktinterventionen von Zentralbanken. 18
5. Bisherige Entwicklung des Euro 19
6. Mögliche Entwicklung des Euro 20
Literaturverzeichnis. 23
2
Der Euro - auf dem Weg zur Leitwährung? Bestimmungsfaktoren und kritischer Ausblick
Abkürzungsverzeichnis
BIP Bruttoinlandsprodukt EGV Europäischer Gemeinschaftsvertrag EU Europäische Union EWG Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft EWS Europäische Währungssystem EWU Europäischen Währungsunion EZB Europäische Zentralbank FED Federal Reserve System IWF Internationaler Währungsfonds OPEC Organization of Petroleum Exporting Countries
3
I. Einleitung
Die Bilder gingen um die Welt. Um Mitternacht, am 31. Dezember 1998, stießen der erste Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, und die Finanzminister der gerade gegründeten Währungsunion in Brüssel mit Champagner auf die neue europäische Währung an. Dieser Tag markierte einen Meilenstein in der Währungsgeschichte. Währungen aus 11 Ländern beendeten ihre Existenz. Der Euro trat an ihre Stelle.
Zehn Jahre später, im Jahre 2009, ist der Euro die gemeinsame offizielle Währung in 22 europäischen Staaten und im Alltag von rund 329 Millionen Bürgern angekommen. Der Euro löste die nationalen Währungen als Zahlungsmittel ab.
"Schon bevor der Euro überhaupt das Licht der Welt erblickte, gab es Spekulationen über seine Rolle als internationale Währung. Dem US-Dollar schien hier ein "Rivale" zu erwachsen, und über die rein wirtschaftlichen Aspekte hinaus wurde der Euro bereits von manchem als eine Art "Waffe" Europas gegenüber der Weltmacht USA gesehen, deren Hegemoniestellung nicht selten gerade mit der dominanten Position der amerikanischen Währung in Verbindung gebracht wurde." 1
Trotz vieler Zweifel an der neuen Währung, hat sich der Euro seinen Stellenwert in den internationalen Volkswirtschaften erkämpft und an Bedeutung gewonnen. Zwar spielt der US-Dollar weiterhin die Hauptrolle im Weltfinanz- und Weltwährungssystem. Doch hat sich der Euro als zweitwichtigste Währung der Welt fest etabliert. 2 Erstmals seit vielen Jahrzehnten wird daher ernsthaft darüber debattiert, ob der US-Dollar auch künftig die internationale Währung Nr. 1 bleiben wird.
Die vorliegende Arbeit setzt sich insbesondere mit der Entwicklung des Euros auseinander, zeigt die entscheidenden Faktoren einer Leitwährung und gibt einen Ausblick auf die Möglichkeit den US-Dollar als führende Währung der Welt abzulösen.
1 Issing Ottmar: Der Euro, Geburt-Erfolg-Zukunft, München 2008, S. 152
2 www.bundesbank.de/10jahreeuro/10jahreeuro_bewertung_6.php (Stand 12.07.09)
4
II. Definition „Leitwährung“
Erst einmal gilt es festzustellen was eine Leitwährung in Ihrer Funktion ausmacht. Unter dem Begriff Leitwährung versteht man eine Währung, die auf internationalen Devisen-, Geld-, Kapital- und Rohstoffmärkten gegenüber den anderen Währungen eine besonders hervorgehobene Rolle einnimmt. Sie dient als Orientierung für die Geld- und Währungspolitik anderer Länder. Eine Leitwährung hat einen großen Anteil an den internationalen Währungsreserven der Zentralbanken (Reservewährung). Ein großer Teil der Rechnungen im internationalen Handel lauten in Einheiten einer Leitwährung (Fakturierungswährung). Eine Leitwährung ist auch eine wichtige Anlagewährung an den internationalen Finanzmärkten. 3
Vor 1914 galt das Britische Pfund als Leitwährung, danach wurde es vom US-Dollar abgelöst, der inzwischen innerhalb des Europäischen Wirtschaftssystems vom Euro Konkurrenz erhalten hat. Ebenfalls eine starke Stellung im internationalen Zahlungsverkehr hat der japanische Yen.
III. Wechselkurssysteme - Geschichtliche Entwicklung
1. Entwicklung eines Währungssystems - Der Goldstandard
"So wichtig und elementar eine stabile Währung für die Menschen ist, so instabil und Wechselhaft erweisen sich oftmals Währungssysteme." 4 Im Verlauf der Geschichte gab es verschiedene Ansätze das internationale Währungssystem optimal zu gestalten, um letztendlich die weltweite wirtschaftliche Entwicklung in möglichst geordneten Bahnen verlaufen zu lassen. Nach diversen Versuchen Währungsformen und Systeme auf den Weg zu bringen, war es der klassische Goldstandard vor dem ersten Weltkrieg, der alle wichtigen Handelsnationen zu einem Währungssystem vereinte. Der Goldstandard bezeichnet die Deckung einer Währung durch Gold. Es entstand ein erstes international gültiges Währungssystem mit Papiergeld auf Goldbasis.
Dieser Goldstandard sorgte außenwirtschaftlich für einen automatischen Ausgleich der Leistungsbilanz: Defizite ließen Gold ins Ausland abwandern; Überschüsse hatten Goldzuflüsse zur Folge. 5 Mit Einführung des Goldstandards entstand die so genannte
3 Vgl. Leitwährung: Focus Fakten, Der Euro. Mannheim 2000, S. 130-131
4 Wildmann Lothar: Makroökonomie, Geld und Währung, München 2007, S. 201
5 Vgl. Neubäumer R., Hewel B.: Volkswirtschaftslehre - Grundlagen der Volkswirtschaftstheorie und
5
Verpflichtung zur Konvertibilität, das heißt es war für jeden Bürger zu jeder Zeit theoretisch möglich sein Bargeld gegen die entsprechende Menge Gold bei der Zentralbank zu tauschen. Die Goldparität bezeichnet hierbei das Umtauschverhältnis. Dieser reine Goldstandard existierte eigentlich nur in der Theorie. Praktisch fungierte die Hinterlegung der Währung mit Gold jedoch nur als eine Art Absicherung vor zu starker Bargeldinflation (Preisstabilisierung).
Mit Beginn des Ersten Weltkrieges erhöhte sich der Geldbedarf seitens der Regierungen dramatisch. Verstärkt wurde diese Entwicklung noch mit der Weltwirtschaftskrise und so entwickelte sich in der Zwischenkriegszeit der Gold-Devisen-Standard, der das Gold als Reservemedium und Deckungsgrundlage des inländischen Geldumlaufs um ausländische Währung bzw. Devisen mit Golddeckung (im Wesentlichen Pfund und Dollar) ergänzte. 6
Aufgrund dieser Weltwirtschafts- und der damit zusammenhängenden Weltwährungskrise, die in den dreißiger Jahren herrschte, brach der Gold-Devisen-Standard aber wieder zusammen. Der Grund dafür war der folgende Aspekt: Die einzelnen Staaten versuchten durch eine Abwertung ihrer Währung die internationale Konkurrenzfähigkeit ihrer Exportwirtschaft zu steigern und somit ihr Auslandsdefizit zu verringern. Dies gelang verständlicher weise nur so lange, wie ein Land schneller und stärker abwertete als die übrigen. Die Folge war ein internationaler Abwertungswettlauf, der wie bekannt zu Massenarbeitslosigkeit, Zusammenbruch von Banken und Unternehmen und Hyperinflationen in den einzelnen Staaten führte. Das Fundament eines freien Welthandels war bereits im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges zerstört worden.
2. Das Bretton-Woods-System
Um die Fehler der zwanziger und dreißiger Jahre, welche zu dem oben erwähnten Abwertungswettlauf und damit zur Weltwirtschaftskrise aufgrund des Nichtvorhandenseins von internationalen Organisationen im Bereich der Währungs-und Handelspolitik geführt haben, nicht zu wiederholen, hat man bereits im Verlauf des zweiten Weltkrieges erste Versuche unternommen, internationale Institutionen zu bilden. Diese sollten die wirtschaftlichen Strukturen in diesen Ländern aufbauen und
Volkswirtschaftspolitik, Wiesbaden, 2001, S. 574
6 Vgl. ebd.
6
Arbeit zitieren:
Daniel Kampik, 2009, Der Euro - auf dem Weg zur Leitwährung?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Bestimmung von Marktmacht: Ökonomische Kriterien und kritische Dis...
Seminararbeit, 21 Seiten
Ein Vergleich der Gesamtbelastung von Fremdwährungskrediten der letzte...
BWL - Investition und Finanzierung
Diplomarbeit, 215 Seiten
Der Erfolgsfaktor Kommunikation im Change Management
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 33 Seiten
Ökonomische Währungsrisiken und Möglichkeiten ihres Managements
BWL - Investition und Finanzierung
Diplomarbeit, 76 Seiten
Analyse des Verlaufs des realen Wechselkurses
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Währungssysteme: Vor- und Nachteile fester bzw. flexibler Wechselkurse
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Seminararbeit, 18 Seiten
Kaufkraftparitätentheorie: Begriff, Bestimmung, Aussagekraft
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Hausarbeit, 27 Seiten
Chancen und Risiken einer Euroisierung der MOEL
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Seminararbeit, 30 Seiten
Kommunikation im Changemanagement / Change Management
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 15 Seiten
Das Firmenkundengeschäft - ein Wertvernichter?
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Hausarbeit (Hauptseminar), 30 Seiten
Robert A. Mundell (1961): Die Theorie optimaler Währungsräume – Wie is...
Seminararbeit, 24 Seiten
Die Dollarisierung der Weltwirtschaft
Tribut an die Hegemonialmacht ...
Soziologie - Wirtschaft und Industrie
Zwischenprüfungsarbeit, 43 Seiten
E-Apotheke - Möglichkeiten, Grenzen und Erfolgsfaktoren von E-Commerce...
Hausarbeit, 29 Seiten
Diskussion einer Reform des Weltwährungssystems
BWL - Investition und Finanzierung
Seminararbeit, 36 Seiten
Kundenbindung als strategische Zielsetzung im Firmenkundengeschäft
BWL - Investition und Finanzierung
Referat (Ausarbeitung), 19 Seiten
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 14 Seiten
Die Entwicklung des Euro im Verhältnis zum Dollar: Bestimmungsfaktore...
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Seminararbeit, 24 Seiten
Andrej May folgt nun Der Euro - auf dem Weg zur Leitwährung?
Daniel Kampik's Text Der Euro - auf dem Weg zur Leitwährung? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Daniel Kampik hat den Text Der Euro - auf dem Weg zur Leitwährung? veröffentlicht
Situationspädagogik: Ausblicke auf ein Lebenswerk. Anne Fischer-Buck w...
Reinhard Aulke, Anne Fischer-Buck, Anton Fischer, Karl-Heinz Schäfer, Detlef Zöllner
Einordnung der CCS-Technologie in das geltende Recht und Ausblick auf ...
Veröffentlichungen des Institu...
Markus Vogt
Mathematik Neue Wege 7. Schuljahr. Schülerband. Gymnasium. Euro-Ausgab...
Hessen, Nordrhein-Westfalen, S...
Günter Schmidt, Arno Lergenmüller
The Euro, the Eurosystem and the European Economic and Monetary Union....
Reviews and Prospects of a Uni...
Detlev Ehrig, Uwe Staroske, Otto Steiger
0 Kommentare