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Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Musik und Musiktherapie 4
1.1 Der geschichtliche Hintergrund von Musik in der Heilbehandlung 4
1.2 Musiktherapie heute 6
2. Zielsetzungen in der musiktherapeutischen Behandlung. 8
3. Musiktherapie in der Praxis. 9
3.1. Einzel- und Gruppentherapie 9
3.2 Aktive Musiktherapie 9
3.3 Rezeptive Musiktherapie 10
4. Arbeitsfelder von Musiktherapeuten 11
5. Forschung und Therapie am Beispiel der Schmerztherapie 14
5.1 Projektteilnehmer 14
5.2 Musiktherapiekonzept 15
5.3 Ergebnisse 16
Schlusswort. 17
Literaturangaben 18
Einleitung
Die heilende Wirkung von Musik ist seit Jahrtausenden in allen Weltkulturen bekannt. In unserem christlich geprägten Kulturland findet man auch in der Bibel Aussagen zur wohltuenden Kraft von Musik: „Wenn nun der Geist Gottes über Saul kam, so nahm David die Harfe und spielte mit seiner Hand; so erquickte sich Saul, und es ward besser mit ihm, und der böse Geist wich von ihm.“ 1 Die Musiktherapie befindet sich jedoch erst seit jüngster Zeit auf dem Weg zu einer wissenschaftlich fundierten ganzheitlichen Psychotherapie obwohl auch zahlreiche Malereien, Dokumente und Gesundheitsführer positive Erfahrungen der vorwissenschaftlichen, teils auch magischen Heilpraxis überliefern. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sie sich aus mehreren voneinander unabhängigen Richtungen, die im Wesentlichen aus der Schulmedizin, der klinischen Psychologie und der Pädagogik bestehen. Das Erscheinungsbild der heutigen Musiktherapie ist daher sehr vielfältig und deckt ein weites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten ab.
Musiktherapie hat sich im Laufe der letzten fünf Jahrzehnte dort etabliert, wo 2 zu finden sind, wo „psychotherapeutische Behandlung bzw. Klienten oder Patienten
psychohygienische Begleitung krankheits-, behinderungs- störungs- oder krisenbedingter körperlich-seelisch-geistiger Zustände und Prozesse am 3 wirkungsvollsten unter Einbezug des Mediums Musik geschehen kann.“ Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem geschichtlichen Hintergrund von Musik in der Heilbehandlung und dem derzeitigen Stand der psychotherapeutisch verstandenen Musiktherapie auseinander, berücksichtigt die Wirkung der Musik auf den Menschen und nennt Methoden, Zielsetzungen und Arbeitsfelder dieser Therapieform. Im letzten Teil der Arbeit wird an einem Projekt aus der Musiktherapieforschung gezeigt, wie ein Behandlungskonzept aussehen kann und dass man wissenschaftlich fundiert den Nutzen von Musiktherapie darstellen und nachweisen kann.
1 1. Samuel 16,23. In: Stuttgarter Erklärungsbibel. Stuttgart (2005): Deutsche Bibelgesellschaft 2 Zum besseren Lesefluss nenne ich in meiner Arbeit Personengruppen in maskuliner Form, meine aber immer beide Geschlechter.
3 vgl. Timmermann, T./ Oberegelsbacher, D.: Praxisfelder und Indikation. In: Decker-Voigt/Oberegelsbacher/Timmermann (Hrsg.): Lehrbuch Musiktherapie. München (2008): Ernst Reinhardt Verlag, S. 21
1.Musik und Musiktherapie
1.1 Der geschichtliche Hintergrund von Musik in der
Heilbehandlung
Untersucht man, wie die Wirkung von Musik auf den Menschen erklärt wird, kann man die Heilung mit Musik geschichtlich in vier Kategorien einteilen: 1. Die magisch-mythische Form der Musikheilung 2. Die rational-wissenschaftliche Musikheilung 3. Musik und Medizin vom 15.-19. Jahrhundert 4. Die Auffassung der heutigen Musiktherapie.
Die Darstellung der heutigen Auffassung der Musiktherapie wird im nachfolgenden Abschnitt behandelt.
In der Frühantike wurde der Musik eine magische Kraft zugeschrieben. Der Glaube an Götter und andere übernatürliche Kräfte, die Schuld an Krankheiten waren, war allgegenwärtig. Mit der Musik konnte man diese beschwichtigen. Die Musik hatte dabei die Funktion, einem Kranken ein besonders intensives, rauschhaftes Erlebnis mit überaus großen Emotionen zu ermöglichen. Bei den Ritualen spielten auch Angehörige und Bekannte des Kranken eine große Rolle, die aktiv beteiligt waren. 4 In der klassischen Antike wurde die magisch-mythische Denkweise von der rationalwissenschaftlichen abgelöst. „Für die Pythagoreer im 4. Jahrhundert v. Chr. war die Zahl das ordnende Prinzip allen Seins und Musik war Ausdruck eines geordneten Kosmos. Da nach ihrer Vorstellung Seele und Körper des Menschen von derselben Zahlenordnung bestimmt waren wie die musikalischen Intervalle, erschienen ihnen Mensch und Musik als wesensverwandt.“ 5 Die ordnende Macht der Musik konnte also auch die Ordnung und Harmonie im Menschen wiederherstellen. Im 15. und 16. Jahrhundert nahm das Interesse an der Musikheilung stark zu. Die heilende Kraft der Musik wurde der Beziehung zwischen der Musik und den menschlichen Affekten zugeschrieben. Im Zeitalter des Barock beeinflussten zwei bedeutende Ereignisse die Anschauungen über die Heilung mit Musik. Zum einen war dies Descartes Trennung von Leib und Seele und zum anderen die Entdeckung des Blutkreislaufes durch William Harvey. Gesundheit wurde jetzt nicht mehr als ein
4 vgl. Plahl, C./Koch-Temming, H.: Grundlagen der Kindermusiktherapie - Geschichte der Musiktherapie. In: Musiktherapie mit Kindern. Bern (2005): Verlag Hans Huber, S. 30
5 ebd., S. 30
harmonisch geordnetes Gleichgewicht im Menschen aufgefasst, sondern als ein ungestörter Ablauf physikalisch-chemischer Vorgänge im Körper. Die Wirkung von Musik wurde meist mechanisch erklärt. 6 Der Jesuitenpater Ernst Anton Nicolai veröffentlichte 1745 in Halle eine Abhandlung über die emotionale Wirkung der Musik. Darin schreibt er: „Nach Beschaffenheit wirkt Musik fröhlich, traurig, auch sogar in dem Körper ereignen sich alsdann viele Veränderungen. Man empfindet öfter starken Schauer in der Haut, wenn man eine Musik anhöret. Die Haare richten sich in die Höhe, das Blut beweget sich von außen nach innen, die äußeren Teile fangen an, kalt zu werden. Das Hertze klopft geschwinder und man holt etwas langsamer und tiefer Othem“. 7
Noch bis ins späte 18. Jahrhundert wurde Musik ergänzend zur ärztlichen Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Allerdings konnte die therapeutische Wirkung von Musik mit den naturwissenschaftlich geprägten medizinischen Theorien immer weniger erklärt werden. So verschwand sie im Laufe des 19. Jahrhunderts bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts aus der medizinischen Behandlung. Musik wurde lediglich in Kurkliniken und Krankenhäusern dazu verwendet, Patienten moralisch zu stärken und so den Genesungsprozess zu unterstützen. 8 Erst in der zweiten Hälfte des 20 Jahrhunderts erwachte das Interesse an der Musiktherapie neu und es begann eine systematische Untersuchung der physiologischen und psychologischen Auswirkungen von Musik.
6 vgl. Plahl, C./Koch-Temming, H.: Grundlagen der Kindermusiktherapie - Geschichte der Musiktherapie. In: Musiktherapie mit Kindern. Bern (2005): Verlag Hans Huber, S. 31
7 ebd., S. 32
8 vgl. ebd., S. 32
Arbeit zitieren:
Stefan Wieland, 2009, Grundlagen der Musiktherapie, München, GRIN Verlag GmbH
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