HUMBOLDT - UNIVERSITÄT ZU BERLIN PHILOSOPHISCHE FAKULTÄT III INSTITUT FÜR KULTUR- UND KUNSTWISSENSCHAFTEN SEMINAR FÜR THEATERWISSENSCHAFT UND KULTURELLE KOMMUNIKATION THEATERGESCHICHTE MITTELALTER - VOM LEIB ZUM KÖRPER
A N D R E A S C A P E L L A N U S
„ D E A M O R E “
Astrid Lukas
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INHALT
1. Einleitung S 3
2. Zur Minnelehre S 4
3. Biographisches S 5
4. Zu Struktur und Inhalt des Traktats S 6
5. Minnegerichtshof S 10
6. König Amor und die Begegnung mit dem Totenheer S 12
7. Rezeptionsgeschichte S 14
8. Literaturangaben S 16
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1 . E I N L E I T U N G
Wie bereits die Rekonstruktion der Herkunft des Autors sowie vor allem die Rezeptionsgeschichte zeigen werden, läßt sich dieser Traktat nicht ohne Schwierigkeiten einordnen. Bis heute gibt es keine einheitliche Meinung darüber, wie und als was das Werk einzuschätzen ist.
Ich werde in meiner Arbeit daher möglichst wertfrei vorgehen, das Werk in seiner Struktur und seinem Inhalt vorstellen, auf Besonderheiten - auch unter theatralem Aspekt - hinweisen sowie einzelne Beiträge und wichtige Argumente in der Diskussion um die Bedeutung des Traktats nennen.
Thema und Rahmen dieser Arbeit erlauben nur einen kleinen Einblick in die Vielschichtigkeit des Traktats. Im Wesentlichen stütze ich mich auf Untersuchungen von Alfred Karnein und Georges Duby (siehe Literaturangaben).
Auf die allgemeine Thematik der Minne bzw. einzelner Modelle höfischer Minne werde ich nur so weit eingehen, wie es für das Verständnis des Textes erforderlich ist, da dies bereits Gegen-stand eines anderen Referats ist.
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2 . Z U R M I N N E L E H R E
Mit Aufkommen und Blütezeit des Minnegedankens im 12. und 13. Jahrhundert entwickelt sich neben dem höfischen Roman und dem Minnegesang auch eine weitere literarische Form - die Minnelehre. Diese theoretisch- didaktische Beschäftigung mit dem Thema Liebe bringt vor allem in Frankreich eine umfangreiche Literatur hervor, in welcher Regeln und Gesetze der Liebe formuliert, Fälle „richtigen“ und „falschen“ Liebesverhaltens diskutiert werden. Treten diese Erörterungen über die Liebe im höfischen Roman und in der höfischen Erzählung als handlungsbedingte Unterweisung einer bestimmten Person auf - z.B. die Belehrung der Lavinia in „Eneit“ Heinrich von Veldekes - , so entstehen aber auch selbständige Werke der Minnedidaktik unterschiedlicher Form:
a) Minneallegorie 1
b) gereimtes Streitgespräch - z.B. bei Hartmann von Aue
c) Prosatraktat
Letzterem ist der Traktat „de amore“ von Andreas Capellanus zuzuordnen. 1 Die Minneallegorie verbindet die Darstellung des Wesens der Minne mit der Erteilung konkreter Anweisungen und praktischer Ratschläge. Diese sind in eine Handlung oder ein Bild mit tieferer Bedeutung im Sinne einer Allegorie eingekleidet, in denen oft allegorische Figuren wie Frau Minne oder die Triuwe ihre Lehren erteilen. Beispiel einer solchen Minnelehre ist der „Roman de la rose“ von Guillaume de Lorris. -- 4
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Astrid Lukas, 1999, Andreas Capellanus - de amore, Munich, GRIN Publishing GmbH
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