Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Die Kopernikanische Wende 3
3 Das Wesen des Ideals der Vernunft 5
4 Die Reichweite der transzendentalen Bejahung 7
5 Das transzendentale Ideal 8
6 Philosophisch-Theologische Weltanschauungen 10
6.1 Panthesimus 11
6.2 Atheismus 11
6.3 Agnostizismus 12
7 Schlussbetrachtung 14
8 Bibliografie 16
1
1 Einleitung
Das Ziel dieser Hausarbeit ist die Darstellung des Einflusses der kopernikanischen Wende auf den Gottesbegriff und das Gottesverständnis bei Kant. Gottesbegriff meint dabei das Ideal des höchsten Wesens als Urgrund. Kopernikanische Wende meint die von den Rezeptionisten Kants häufig genutzte Allegorie, mit welcher Kant die Auswirkungen seiner Untersuchungen innerhalb der Kritik der reinen Vernunft, im Folgenden mit Kritik abgekürzt, charakterisiert. Im engeren Sinne ist damit der Ausspruch "Die Gegenstände müssen sich nach unserem Erkenntnis richten, welches so schon besser mit der verlangten Möglichkeit einer Erkenntnis derselben a priori zusammenstimmt, die über die Gegenstände, ehe sie uns gegeben werden, etwas festsetzen soll" 1 gemeint, im weiteren Sinne steht der Begriff der "Kopernikanischen Wende" stellvertretend für die gesamten Kantischen Ansichten in der Kritik. Im Zentrum dieser Hausarbeit steht mit dem dritten Hauptstück der transzendentalen Dialektik das Ideal der reinen Vernunft, in welchem Kant der Ursache und Begründbarkeit eines höchsten Wesens nachgeht. Durch die aus heutiger Sicht manchmal etwas zweideutige Schreibweise, in der die Kritik verfasst wurde, sind bei einigen Textstellen Interpretationen nötig welche unter Umständen zu Ungenauigkeiten führen können.
1 KrV, B XV
2
2 Die Kopernikanische Wende
Kant selbst verwendet den Terminus Kopernikanische Wende innerhalb der Kritik nicht, sondern spricht in der Vorrede zur zweiten Auflage lediglich von einer neuen erkenntnistheoretischen Denkweise, nach der sich "die Gegenstände [. . . ] nach unserem Erkenntnis richten" 2 müssten und vergleicht diese Denkweise mit den Ideen des Kopernikus. Während in der westlichen Welt vor ihm das geozentrische Weltbild vertreten wurde, hatte Kopernikus maßgeblichen Einfluss auf die Weiterentwicklung und Verbreitung des heliozentrischen Weltbildes, dem zufolge sich die Planeten um die Sonne drehen. Diese Ansicht übernimmt Kant nun und wendet sie auf seine Metaphysik an. Während ein Wissen a priori nicht möglich sei, solang sich die Beschaffenheit der Gegenstände die Anschauung bedinge, sie dies durchaus möglich, wenn sich "der Gegenstand (als Objekt der Sinne) nach der Beschaffenheit unseres Anschauungsvermögens" richte 3 , sich die Perspektive also entsprechend der kopernikanischen Wende ändere. Knapp weist darauf hin, dass Kopernikus lediglich das Modell, aber "nicht die Methode, wodurch sich wissenschaftliche Modelle auszeichnen" 4 gewechselt habe und macht damit klar, dass der Kopernikus-Vergleich nicht auf den Inhalt der neuen Metaphysik Kants, sondern ihr Zustandekommen abziele. Somit könne es Kant auch nicht um eine "erkennt-nistheoretische Parallelisierung" 5 der kopernikanischen und seiner eigenen Lehre gehen, da in diesem Falle das denkende Subjekt, analog zur Menschheit bei Kopernikus, in den Mittelpunkt gerückt werde, was der Wende bei Kant eben genau nicht entspräche. Im Hinblick auf die Fragestellung dieser Hausarbeit entwickelt der Begriff der Kopernikanischen Wende eine weitere, bezeichnende Konnotation.
2 KrV, B XVI
3 KrV, B XVII
4 Knapp 2008: 27
5 Knapp 2008: 25
3
Genauso, wie sich Kopernikus nach der zögerlichen Veröffentlichung seiner Lehren Kritik seitens der Kirche ausgesetzt sah - zum Beispiel fügte der Nürnberger Reformator Andreas Osiander Kopernikus Hauptwerk "De Revolutionibus Orbium Coelestium" ein Vorwort hinzu, welches die neue heliozentrische Weltsicht lediglich als hypothetische Behelfskonstruktion darstellte 6 -, übte auch Kant, nicht zuletzt durch eben seine erste Kritik explizite Kritik an der theologischen Auffassung seiner Zeit.
6 Rohls 2002: 292
4
Arbeit zitieren:
Georg Thieme, 2009, Die Kopernikanische Wende bei Kant, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Georg Thieme hat einen neuen Text hochgeladen
Gottvermissen. Eine theologische Kritik der reinen Vernunft?
Die neue Politische Theologie ...
Rudolf Langthaler
Kants kopernikanische Wende vom Wissen zum Glauben
Systematischer Kommentar zu Vo...
Hilmar Lorenz
Gesamtausgabe Abt. 2 Vorlesungen Bd. 25. Phänomenologische Interpretat...
Martin Heidegger, Ingtraud Görland
Gesamtausgabe Abt. 2 Vorlesungen Bd. 25. Phänomenologische Interpretat...
Martin Heidegger, Ingtraud Görland
0 Kommentare