„ Die Texte der Kinder sind wie Fenster sie geben die Sicht frei auf den meist
verborgenen, stillen Austausch zwischen dem lesenden Kind und seinem
ausgew ählten Buch.“
Andrea Bertschi-Kaufmann 1
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Leseförderung 3
3. Das Lesetagebuch als Methode der Leseförderung. 7
3.1 Aufbau und Inhalt eines Lesetagebuches 7
3.2 Ziele 8
3.3 Einsatzmöglichkeiten. 9
3.4 Offene und geschlossene Form 9
3.5 Aufgaben der Lehrperson. 9
3.6 Problematische Aspekte des Lesetagebuchs. 10
4. Praxisbeispiel zum Einsatz des Lesetagebuchs 12
4.1 Inhalt „Paul Vier und die Schröders“ 12
4.2 Methodisch- didaktische Überlegungen zu „Paul Vier und die Schröders“ 12
4.3 Die Arbeit mit dem Lesetagebuch und Steinhöfels Roman
„Paul Vier und die Schröders“ 13
4.4 Beispiele aus dem Seminar. 14
5. Resümee 15
6. Literatur. 17
6.1 Literaturverzeichnis 17
6.2 Internetquellen 17
1 Vgl.: Bertschi-Kaufmann, Andrea: „Ich würte das Buch alen empfelen zu lesen.“ Leseerfahrungen
und ihre Spuren im Lesetagebuch, S. 14.
2
1. Einleitung
Im Wintersemester 2007/2008 hatte ich die Möglichkeit am Seminar „ Leseförderung am Beispiel der Kinder- und Jugendliteratur“ teilzunehmen. Im Laufe des Semesters beschäftigten wir uns mit dem Begriff der Leseförderung und verschiedenen methodischen Konzepten der Leseförderung im schulischen Kontext. In einem 90minütigen Referat, einschließlich eines Praxisteils der von den Kommilitonen und Kommilitoninnen ausgeführt wurde, stellte ich gemeinsam mit einer Kommilitonin in einer Sitzung die Methode des Lesetagebuches vor. Neben einer kurzen Einführung in die moderne Leseförderung soll in dieser Arbeit der Schwerpunkt auf dem Lesetagebuch und seinen methodisch-didaktischen Hintergründen liegen. Exemplarisch verdeutlicht werden soll die Arbeit mit einem Lesetagebuch anhand des Jugendromans „Paul Vier und die Schröders“ von Andreas Steinhöfel und den im Seminar entstandenen Beispielen der Studierenden. Abschließend werde ich zu einer persönlichen Stellungnahme kommen, indem ich die Methode des Lesetagebuches noch einmal in den Kontext der Leseförderung stelle und seine Wirksamkeit kritisch-konstruktiv hinterfrage und zusammenfasse.
2. Leseförderung
Der Begriff „Leseförderung“ hat im Deutschunterricht eine lange Tradition, das Konzept hinter dem Begriff hat sich in den letzten zwanzig Jahren jedoch gewandelt. „Leseförderung“ bedeutet heute nicht mehr die individuelle Förderung von leseschwachen Kindern und die Einführung des „weiterführenden Lesens“ in der Primarstufe, sondern bezieht sich auf die gesamte Schülerschaft und alle Schulstufen und -formen. 2 Ziel der Leseförderung ist die Vermittlung positiver Leseerfahrungen, die durch einen möglichst unverschulten Umgang durch den Deutschunterricht ermöglicht werden sollen. 3 Seit den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde der Schule mehr und mehr die Hauptverantwortung für die Aufgabe der Leseförderung übergeben, die jedoch unterstützend außerschulische Einrichtungen integrieren sollte. Durch die Begriffserweiterung der Leseförderung
2 Vgl.: Hurrelmann, Bettina, Elias, Sabine: „Leseförderung in einer Medienkultur“, S. 4.
3 Vgl.:Ebenda, S. 4.
3
geht es „nun[...]um die Sicherung einer zentralen Kulturtechnik, [...]um den Aufbau und Erhalt von Lesemotivation, um eine Hilfe bei der Ausbildung stabiler Lesegewohnheiten und persönlicher Leseinteressen, um die Ermöglichung von [...] Erfolgserlebnissen beim Bewältigen umfangreicherer und komplexerer Texte.“ 4 Bettina Hurrelmann hat sich intensivst in verschiedenen Studien und Fallbeispielen mit Bereichen der Leseförderung auseinandergesetzt, unter anderem auch mit der Bedeutung der Lesekompetenz in einer Mediengesellschaft. Für sie ist bedeutend herauszustellen, warum das Lesen auch im 21. Jahrhundert eine weiterhin zu erlernende Kulturtechnik bleibt, wenn auch eine, die im Verbund mit den anderen Medien (sowohl Print-, als auch Bildmedien) steht. 5 Auch in einer multimedialen Gesellschaft ist Lesefähigkeit und -kompetenz unumgänglich, sie ermöglicht sogar erst einen verantwortungsvollen und selbstbestimmten Umgang der neuen Medien. 6 Fachdidaktische Überlegungen zur Leseförderung müssen also nach Hurrelman genau hier ansetzten und danach fragen, warum Lesen heute noch aktuell ist. 7 Um diese Frage zu beantworten, müssen die einzelnen Prozesse des Lesens genauer betrachtet werden. Durch Beobachtungen des Alltags von Müttern und ihren Kindern wurde herausgefunden, dass die Mütter während des Vorlesens am bewusstesten ihre Sprache auswählten und so die Kinder gezielt in ihrer Sprachentwicklung gefördert wurden. Hurrelmann zieht daraus das Fazit, dass Lesen (auch Vorlesen) die Sprachentwicklung wie keine andere Medientätigkeit fördert. 8 Auch kognitiv ist das Lesen eine hochkonzentrierte Leistung, bei der das Gehirn sowohl die Schriftzeichen decodieren muss, als auch das Gelesene mit vorhandenem Wissen verknüpfen muss, um so ein Verstehen zu bewirken. Des Weiteren stellt das Lesen wie kein anderes Medium den Raum für die Entwicklung von sozialem Verstehen und Empathie zur Verfügung, indem es durch seine langsame Rezeption, in Vergleich zu beispielsweise dem Film, eine vertiefte Perspektivübernahme und emotionales Nachvollziehen von Erfahrungen ermöglicht. Hier kann auch ergänzt werden, dass Leser, die es gewohnt sind sich auf einen Text langfristig zu konzentrieren und sich durch Verinnerlichung in den Inhalt hineingeben, mehr Informationen aus einem Film herausfiltern und später wiedergeben können,
4 Ebenda, S. 4.
5 Vgl.: Ebenda, S.3.
6 Vgl.: Ebenda, S.3.
7 Vgl.: Hurrelmann, Bettina: „Leseförderung“, S.16.
8 Vgl.: Ebenda, S.16.
4
als ungeschulte Leser. 9 Lesen kann also als Schlüssel zum selbstbestimmten und reflektierten Mediengebrauch betrachtet werden. 10 Bettet man die „Leseförderung“ in die Bildungspläne von Baden-Württemberg ein, so finden sich für alle Schulstufen Standards und Anregungen, die das Lesen und seine Förderung betreffen. 11 In der Grundschule wird der Leseförderung selbstverständlich eine besondere Rolle zugeschrieben, weil sie den Grundstein legt für die Lesebiographie eines jeden Schülers. In den Leitgedanken zum Kompetenzerwerb heißt es:
„ Die Schule muss bestrebt sein, die Lernlust und Neugier der Kinder auf Sprache und ihre unterschiedlichen Ausprägungsformen (Sprechen, Schreiben, Lesen) zu bewahren. Die wichtigste Aufgabe des Deutschunterrichts ist es, bei den Kindern Freude am Umgang mit Sprache zu wecken, zu steigern, sie zum Lesen und Schreiben zu motivieren und dafür zu sorgen, dass sie sich dabei von Anfang an als kompetent und erfolgreich erleben können. Nur so lässt sich eine lebenslange positive Lese- und Schreibhaltung aufbauen. Die Teilnahme an Lese- und Schreibwettbewerben kann Schülerinnen und Schüler besonders motivieren und herausfordern.“ 12
Unter den Kompetenzen finden sich des weiteren konkrete Angaben, wie eine Lesekultur in der Klasse durch anregende Angebote, wie Partnerschaften aus Schule und Umfeld und verpflichtende Buchpräsentationen aufgebaut werden kann, damit die Lesefähigkeit als wichtigste Kompetenz für selbstständiges Lernen von Anfang an gefördert wird. 13
Unter den verschiedenen Methoden, die sich zur erfolgreichen Leseförderung anbieten, wird im Bildungsplan unter anderem auch das Lesetagebuch als eine Methode erwähnt, die ab dem 3. Schuljahr verpflichtend eingeführt werden muss. Auf das Lesetagbuch als Methode der Leseförderung werde ich im Verlauf dieser Arbeit (siehe 3.) meinen Schwerpunkt legen. Zunächst möchte ich aber darauf eingehen, wie die Rahmenbedingungen für eine erfolgreichen Leseförderungen gesetzt sein müssen. Selbstverständlich sind ideale Bedingungen gegeben, wenn ein Kind schon
9 Ebenda, S. 16.
10 Vgl.: Hurrelmann, Bettina, Elias, Sabine: „Leseförderung in einer Medienkultur“, S. 3.
11 Bildungsplan für die Hauptschule, Fach Deutsch, Baden- Württemberg, S.28. Vgl.: Bildungsplan für
die Realschule, Fach Deutsch, Baden-Württemberg, S.49
12 Bildungsplan für die Grundschule, Fach Deutsch, Baden-Württemberg, S.43.
13 Vgl.: Ebenda, S.44.
5
Arbeit zitieren:
M.A. Sarah Nixdorff, 2008, Das Lesetagebuch als Methode der Leseförderung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Einsatz des Lesetagebuchs zur Förderung der Lesemotivation
Untersucht im Deutschunterrich...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Examensarbeit, 67 Seiten
Ermöglicht der Umgang mit dem Lesetagebuch literarische Lernprozesse?
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 27 Seiten
Eine Unterrichtsstunde für eine dritte Klasse: Übende Elemente zur Erw...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 22 Seiten
Umgang mit Literatur in der Sek I, Methodenbeispiel: das Lesetagebuch
Referat (Ausarbeitung), 11 Seiten
Realisierung von 'Offenem Unterricht' unter der Berücksichtigu...
Wissenschaftlicher Aufsatz, 28 Seiten
Schreibkonferenzen in der Grundschule
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Schreibprozess und Schreiben als Prozess
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Seminararbeit, 19 Seiten
Unterrichtsstunde: Leiter und Nichtleiter
Ausführlicher Unterrichtsentwu...
Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)
Unterrichtsentwurf, 14 Seiten
Heines ironische Kritik an der Göttinger Gelehrtenwelt - Funktion und ...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 32 Seiten
Probleme und positive Faktoren im Bereiche des Zweit- und Fremdsprache...
Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache
Seminararbeit, 13 Seiten
Das Experimentieren im Sachunterricht eines zweiten Schuljahres, darge...
Die Schülerinnen und Schüler l...
Examensarbeit, 80 Seiten
Sachtexte - Merkmale, Irritationen über den Begriff 'Wert'
Deutsch - Grammatik, Stil, Arbeitstechnik
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Unterrichtsstunde: Handlungsorientierter Umgang mit einem Märchen
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 31 Seiten
Einfluss der Muttersprache auf Erwerb einer Fremdsprache
Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Handlungs- und produktionsorientierter Umgang mit Gedichten - Dargeste...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Examensarbeit, 56 Seiten
Unterrichtsstunde: Kindheit auf der mittelalterlichen Burg
Ein Entwurf für geschichtsbezo...
Unterrichtsentwurf, 18 Seiten
Portfolios als alternative Form der Leistungsbewertung: Vor – und Nach...
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Hausarbeit, 15 Seiten
Sarah Nixdorff's Text Das Lesetagebuch als Methode der Leseförderung ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Sarah Nixdorff hat den Text Das Lesetagebuch als Methode der Leseförderung veröffentlicht
Sarah Nixdorff hat einen neuen Text hochgeladen
Medienzentrierter Deutschunterricht in der Grundschule
Konzeptualisierung, unterricht...
Karin Vach
Arbeitsfelder, Tätigkeiten, Me...
Ulf Abraham, Ortwin Beisbart, Gerhard Koß, Dieter Marenbach
Präsentationskompetenz im gymnasialen Deutschunterricht
Ziele, Inhalte und Methoden
Miriam Geldmacher
0 Kommentare