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I n h a l t
1 DIE BEDEUTUNG DER BEW EGUNGS A NA L Y S E F Ü R DA S
BEW EGUNGS L EH REN 3
2 BEW EGUNGS BES C H REIBUNG 3
2.1 Anlauf/Absprung 4
2.2 Aush o le n/S c h lage n 4 2.3 L and ung 5
3 BIO M EC H A NIS C H E A NA L Y S E DES BEW EGUNGS A BL A UF S 5
3 .1 P ri nz i p d e r Anfangsk raft 6
3 .2 O pt i m ale r B e sc h le uni gungsw e g 6
3 .3 K o o rd i nat i o n d e r T e i li m pulse 7
3 .4 Ak t i o n - R e ak t i o n 8
4 F UNK TIO NEL L E A NA L Y S E DES BEW EGUNGS A BL A UF ES 8
5 F UNK TIO NS P H A S ENA NA L Y S E NA C H GÖ H NER 11
5.1 R ah m e nbe d i ngunge n 11 5.2 F unk t i o nsph ase n 13
5.3 T ransfe r auf d e n S c h m e t t e rsc h lag 14 5.4 K ri t i k 17
6 ERM ITTL UNG DER BEW EGUNGS S TRUK TUR NA C H K A S S A T 18
6.1 T h e o re t i sc h e G rund lage n 18
6.2 T ransfe r auf d e n S c h m e t t e rsc h lag 19 6.3 Anm e rk unge n 22
7 BEO BA C H TUNGEN A N TEIL NEH M ERN DES S C H W ERP UNK TF A C H ES 2 3
7.1 Ausw e rt ung 23 8 L ITERA TUR 2 6
S t e f a n L i e h r V o l l e y b a l l S P F 96/ 97
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1 D i e B e d e u t u n g d e r B e w e g u n g s a n a l y s e f ü r d a s B e w e g u n g s l e h -
r e n
Beim Lernen einer neuen Bewegung macht man Fehler. Von diesen Fehlern „lebt“ der T rainer oder der S portlehrer. Denn würden die Lernenden keine Fehler machen, was wä re dann seine Aufgabe?
U m Fehler zu erkennen muß man wissen, was richtig ist. W ie eine richtige Bewegung auszusehen hat, wird im allgemeinen beim Leistungssportler abgeguckt. Dies reicht aber noch nicht aus um einen Fehler auch zu korrigieren. Dafür bedarf es eines tieferen Verstä ndnis für die inneren Ablä ufe einer Bewegung. E rst aus ihm kann sich der Lehrende eine M ethodik erarbeiten.
Dabei sollte es beim Lernen und Lehren v on Bewegung nicht darum gehen Bewegungsbilder nachahmen zu können, sondern es ist darauf hinzuarbeiten, mit den jeweiligen M öglichkeiten des Lernenden eine Bewegungsaufgabe optimal zu erfüllen. Dafür ist es unerlä ß lich, daß der Lehrende genaue K enntnis v on der zu erfüllenden Aufgabe sowie der möglichen und der zulä ssigen Lösungswege hat. U m diese K enntnis zu erwerben und anzuwenden ist eine möglichst genaue Bewegungsanalyse notwendig.
W elche unterschiedlichen M öglichkeiten der Bewegungsanalyse es gibt soll diese Arbeit am Beispiel des S chmetterschlags, der komplex esten T echnik im Volleyball, zeigen.
2 B e w e g u n g s b e s c h r e i b u n g
I m Folgenden wird der Bewegungsablauf des S chmetterschlags beschrieben, wie er bei hochklassigen S pielern zu beobachten ist und wie er in der Literatur dargestellt wird.
Dabei weisen die Autoren darauf hin, daß insbesondere im Anlauf- und Absprungv erhalten unterschiedlicher S pieler und sogar einzelner S pieler groß e Variationen zu beobachten sind. Diese erklä ren sie mit taktischen M aß nahmen sowie den Anforde-
St e f a n L i e h r V o l l e y b a l l S P F 96/ 97
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rungen der jeweiligen S pielsituation. ( ALE X AN DE R / S E AR BO R N 1 9 8 7 ,
C H R I S T M AN N / K R I S P I N 1 9 8 2, M Ö S E R / S AABO R O W S K I 1 9 7 4 , O LI VI E R 1 9 8 1 ) .
U m die Ü bersichtlichkeit bei der Darstellung der Bewegung zu wahren, wird die Bewegung in die E lemente Anlauf/ Absprung, Ausholen/ S chlagen sowie Landung unterteilt. Diese T rennung soll keine Aufteilung im analytischen S inne darstellen. 2.1 A n l a u f / A b s p r u n g
Der Anlauf erfolgt zumeist mit drei S chritten, deren Geschwindigkeit der S pieler der beobachteten Ballflugkurv e anpaß t, um den Ball am höchsten P unkt seines S prunges zu treffen.
Der Anlauf schließ t mit einem S temmschritt ab, bei dem v erschiedene Formen des Aufsetzens der Füß e und ihrer S tellung zueinander möglich sind. Als beste K ombination für eine max imale S prunghöhe und die optimale S tellung des S pielers zum Ball hat O LI VI E R ( 1 9 8 1 ) den Zweitaktaufsatz in S chrittstellung mit rechts-links-Beinfolge für R echtshä ndler bzw. links-rechts-Beinfolge für Linkshä ndler herausgestellt ( diese Aussage folgt allerdings allein aus empirischen Beobachtungen und nicht aus biomechanischen M essungen) . Dabei ist das Aufsetzen der Fersen v or den Zehen zu bev orzugen ( ALE X AN DE R / S E AR BO R N 1 9 8 2) . Vor dem Absprung sollten die Gelenke v on H üfte, K nie und Fuß jeweils 9 0 ° gebeugt sein ( ALE X AN DE R / S E AR BO R N 1 9 8 2) .
Bereits wä hrend des Anlaufes schwingen beide Arme gestreckt nach hinten-oben bis zur Ü berstreckung der S chultergelenke und unterstützen damit eine leichte R ücklage des S pielers. M it dem Beginn des S temmschritts schwingen sie nach unten-v orne. W enn die Arme die H üfte erreichen, beginnt die Absprungstreckung der Beine, die v on den Armen in ihrer Bewegung nach v orne-oben unterstützt wird. 2.2 A u s h o l e n / S c h l a g e n
Der freie Arm beendet seine v orwä rts-aufwä rts Bewegung , wenn er v or dem K örper in R ichtung des Balles zeigt. Der S chlagarm hingegen wird weiter hinter den K örper geführt und im E llbogen abgewinkelt. Daraus resultiert eine Verwringung
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des O berkörpers, die einher geht mit seinem Zurückbeugen und dem Anwinkeln der K nie ( Bogenspannung) .
M it dem Absenken und Beugen des freien Arms beginnt die Auflösung der Verwringung - die in eine mediale S chulterrotation übergeht - und der Bogenspannung, durch die der S chlagarm passiv beschleunigt und gestreckt wird. Damit einher geht die S treckung der K nie und das Beugen der H üfte, wobei diese Bewegungen bei dem dem S chlagarm diagonal gegenüberliegenden Bein stä rker ausgeprä gt sind als bei dem der S chlagarmseite.
Die S chlagbewegung wird abgeschlossen mit einer passiv en P ronation der S chlag-hand und dem Abklappen der H and wä hrend des Ballkontaktes. 2.3 L a n d u n g
N ach dem Ballkontakt wird die S chlagschulter zurückgenommen, der O berkörper aufgerichtet und die K nie werden zur Vorbereitung des Bodenkontakts gebeugt.
3 B i o m e c h a n i s c h e A n a l y s e d e s B e w e g u n g s a b l a u f s
Die Biomechanik hat einige P rinzipien zur physikalischen Analyse v on Bewegungen herausgearbeitet. S ie beschreiben den physikalischen R ahmen, in dem sich jegliche Bewegung abspielen muß . Die aufgeführten P rinzipien sind in dieser Form v on H O C H M U T H ( 1 9 8 2) formuliert worden.
W ä hrend die P rinzipien der K oordination v on T eilimpulsen und der Gegenkraft auf mechanischen Gesetzen beruhen, sind das P rinzip der Anfangskraft und das des optimalen Beschleunigungsweges „teilweise empirisch unter E inbeziehung - aber nicht E rklä rung - biologischer R ealisierungsmöglichkeiten, teilweise wiederum rein mechanisch abgeleitet“ ( BAU M AN N 1 9 8 9 , 9 8 ) .
„Die dargestellten P rinzipien sind bei kritischer Anwendung hilfreiche Leitlinien bei der Beurteilung sportlicher T echniken, P rinzipien im strengen S inne allgemeingültiger Grundsä tze sind es nicht. Die biologischen C harakteristiken fehlen v ollstä ndig.“ ( BAU M AN N 1 9 8 9 , 9 8 )
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Die für die Betrachtung des S chmetterschlags wichtigen P rinzipien sind im einzelnen:
3 .1 P r i n z i p d e r A n f a n g s k r a f t
Durch eine einleitende Gegenbewegung wird das nutzbare K raftpotential v ergröß ert. Die Gegenbewegung findet v or der eigentlichen Bewegung statt, wobei der Ü bergang zwischen den beiden flüssig gestaltet werden muß . Die M uskulatur besitzt dadurch zum Bewegungsanfang, d. h. zum Zeitpunkt des R ichtungswechsels, bereits eine Anfangskraft ( auch Vorspannung genannt) . H ierunter fallen:
• Stemmschritt: I m S temmschritt wird die H orizontalgeschwindigkeit des Anlaufes durch das Beugen v on H üft-, K nie- und Fuß gelenken sowie der damit v er-bundenen ex zentrischen Arbeit v on H üft-, K nie- und Fuß gelenkstreckern gebremst. Diese Anfangskraft addiert sich zu der konzentrischen Arbeit des Absprungs.
• Z u rü ck n ehmen des Schl a g a rms: Als Vorbereitung für den S chlag wird der S chlagarm schwungv oll nach hinten genommen. Vor der eigentlichen S chlagbewegung muß der Arm wieder abgebremst werden, um dann unv erzüglich in den S chlag überzugehen. Durch das Abbremsen arbeitet die beteiligte M uskulatur exzentrisch. Diese Anfangskraft addiert sich wieder zu der konzentrischen Arbeit des eigentlichen S chlages.
3 .2 O p t i m a l e r B e s c h l e u n i g u n g s w e g
Beschleunigung = Kraft × W eg
U m eine optimale Beschleunigung zu erzielen ist es notwendig, die eingesetzte K raft und den Beschleunigungsweg zu optimieren. Durch die Anatomie des M enschen beeinflussen diese beiden Größ en sich gegenseitig. S o kann die M uskulatur bei ex tremen Gelenkwinkeln nicht optimal kontrahieren und der max imale Beschleunigungsweg führt somit nicht zwangslä ufig zu max imaler Beschleunigung.
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E s gilt zum E rreichen einer max imalen Beschleunigung jene Bewegung zu finden, bei der K rafteinsatz und Beschleunigungsweg optimal aufeinander abgestimmt sind. H ierunter fallen:
• Stemmschritt: Durch das Beugen v on H üft-, K nie- und Fuß gelenken wird der Beschleunigungsweg für den nachfolgenden S prung v erlä ngert.
• B o g en sp a n n u n g , V erw rin g u n g , Z u rü ck f ü hren des Schl a g a rms: Auch hier sollen die jeweiligen Ausholbewegungen den Beschleunigungsweg v erlä ngern. 3 .3 K o o r d i n a t i o n d e r T e i l i m p u l s e Die E inzelbewegungen müssen so aufeinander abgestimmt werden, daß sich ihre W irkungen addieren. Die I mpulsübertragung erfolgt dabei in Form einer kinematischen K ette, in der die Geschwindigkeit des jeweils nä chsten K örperteils bei gleichzeitiger Verzögerung des v orherigen T eils gesteigert wird. Der Vorteil der hinterei-nander geschalteten K raftwirkungen besteht hierbei in der Verlä ngerung des Beschleunigungsweges. H ierunter fallen:
• A rmschw u n g beim Stemmschritt: Der nach oben gerichtete Armschwung unterstützt den Absprung. Der I mpuls wirkt jedoch nur auf die M asse der Arme und nur gering auf den K örperschwerpunkt ( K S P ) . E ine kinematische K ette liegt nicht v or. M Ö S E R / S ABO R O W S K I stellen jedoch fest, daß v on ihren P robanden keiner die Geschwindigkeitsmax ima v on Armschwung und Absprung zum selben Zeitpunkt erreicht. S ie kommentieren dazu: „ Auf Grund theoretischer Ü berlegungen ist zu erwarten, daß unter mechanischem Aspekt durch die zeitliche Differenz zwischen dem Geschwindigkeitsmax imum der S chwungbewegung und dem der S prungbewegung infolge des reaktiv en E influsses eine zeitlich lä ngere K raftwirkung auf die U nterstützungsflä che und ein erhöhter Gesamtkraftstoß erreicht werden.“ ( M Ö S E R / S ABO R O W S K I 1 9 7 4 , 6 4 4 )
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Arbeit zitieren:
Stefan Liehr, 1997, Bewegungsanalyse des Schmetterschlages im Volleyballspiel, München, GRIN Verlag GmbH
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