Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Abk ürzungsverzeichnis V
Symbolverzeichnis VI
1. Einleitung 1
2. Theoretisch-konzeptionelle Grundlagen 1
2.1 Abgrenzende Begriffsbestimmung 1
2.1.1 Soziale Gerechtigkeit 1
2.1.2 Alterssicherung 3
2.2 Konzeption der Alterssicherung 4
2.2.1 Funktionen 4
2.2.2 Organisationsmerkmale 5
3. Analysegrundlagen 6
3.1 Messung von Gerechtigkeit 6
3.2 Beurteilungskriterien 10
3.2.1 Beitragsäquivalenzprinzip 10
3.2.2 Mindestbedarfsicherungsprinzip 12
3.2.3 Weitere Prinzipien 12
4. Kritische Analyse der kontextrelevanten Organisationsprinzipien vor dem Hintergrund
der sozialen Gerechtigkeit 13
5. Zusammenfassung und Ausblick 17
Literaturverzeichnis VII
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: OLG-Modell in Grundform (2 Generationen)
III
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Formen der Verteilungsanalyse und Gerechtigkeitsdimensionen 7
Tabelle 2: Gerechtigkeitsdimensionen im OLG-Modell 8
Tabelle 3: KDV und ULV im Vergleich auf Erreichen der Gerechtigkeitsdimensionen 17
IV
1. Einleitung
Gerechtigkeit und Sicherheit gelten als institutionell eingebettete, normative Postulate einer westlichen Gesellschaft. 1 Die Sozialpolitik hat dies insofern aufgegriffen, dass sie sie zu ihren Finalzielen erklärt und hieraus das Konzept der sozialen Sicherung entwickelt hat. 2 Obwohl ein Zusammenhang zwischen Gerechtigkeit und Verteilung als theoretisch unstrittig gilt 3 , hat die moderne Ökonomie diese Thematik in den Hintergrund gedrängt und sich stärker auf effi-zienzorientierte Analysen fokussiert 4 . Dass dies auch für die Alterssicherung gilt 5 , verwundert vor dem Hintergrund einer Vielzahl der durch die Gesellschaft an der Alterssicherungskonzeption wahrgenommener Gerechtigkeitsprobleme 6 . Ziel dieser Arbeit ist die Herstellung einer Verknüpfung zwischen diesen beiden Themenfeldern, indem anhand ökonomischer Analysen geprüft wird, ob die Alterssicherung in ihrer konzeptionellen Ausgestaltung Raum für eine im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit stehende Ausgestaltung gibt.
Hierfür wird in Abschnitt 2.1 zunächst eine grundlegende Abgrenzung von relevanten Begrifflichkeiten vorgenommen, woran sich in Abschnitt 2.2 die Darstellung der Alterssicherung in funktionaler und organisationaler Form anschließt. Auf diesem theoretisch-konzeptionellen Fundament aufbauend werden in Kapitel 3 die Grundlagen zur Analyse der Gerechtigkeit in der Alterssicherung vorgestellt, wozu die relevanten Dimensionen und Modelle zur Messung der Gerechtigkeit (Abschnitt 3.1) sowie die Beurteilungskriterien (Abschnitt 3.2) zählen. In Kapitel 4 werden rückgreifend auf die gelegten Grundlagen die kontextrelevanten Organisationsmerkmale der Alterssicherung vor dem Hintergrund der hergeleiteten Kriterien der sozialen Gerechtigkeit theoretisch in Bezug auf die Vorziehenswürdigkeit einer Konzeption analysiert. 7 Die Arbeit schließt in Kapitel 5 mit einer Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse und einem Ausblick.
2. Theoretisch-konzeptionelle Grundlagen 2.1 Abgrenzende Begriffsbestimmung
2.1.1 Soziale Gerechtigkeit
Der Streit um die Semantik der Gerechtigkeit wird bis zu den Ursprüngen der griechischen
1 Vgl. Klump (2006), S. 246-247.
2 Vgl. Schönig (2001), S. 41-42, insb. auch Fn. 119, S. 56-67 und Ott (2007), S. 561-563.
3 Vgl. u.a. Rürup (2004), S. 40.
4 Vgl. Musgrave (1994), S. 11.
5 Bei aktuellen ökonomischen Fragestellungen stehen Diskussionen um die Verteilung im Hintergrund. Vgl.
Almsick/Köhler-Rama (2007), S. 1-20 und auch Barr (2006), S. 6-13.
6 Vgl. Mika (2007), S. 670-676.
7 Dabei werden die beiden noch vorzustellenden Konzeptionen des Umlageverfahrens und des Kapitaldeckungs-
verfahrens ausschließlich in ihrer jeweiligen Reinform analysiert. Für eine Analyse, die auch Mischformen be-
rücksichtigt vlg. u.a Althammer (2001).
1
Philosophie zurückgehend interdisziplinär auf normativer Ebene geführt. 8 Da dem Begriff in seiner allgemeinen Form „ungeteilte Zustimmung“ 9 zuteil wird und er darüber hinaus vielfach als moralischer Deckmantel für die Rechtfertigung sozialstaatlicher Maßnahmen Verwendung findet 10 , ergibt sich das Bedürfnis nach einer einheitlichen und abgrenzungsfreien Definition um hieraus wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen oder wirtschaftspolitische Implikationen abzuleiten. Auf Basis dieser Definition gölte es zu überprüfen, ob die Zustimmung auf derselben normativen Leitvorstellung basierte und falls ja, ob die Begründung für die politischen Maßnahmen mit dieser konsistent und damit legitim wären. Dennoch ist es bisher nicht gelungen eine solche Definition zu erarbeiten 11 , wodurch eine zu starke Divergenz der interdisziplinären Interpretationen nahegelegt wird 12 und bei Ansätzen einer kriteriellen Konkretisierung werden damit zwangsweise wissenschaftliche Teilbereiche in den Hintergrund gedrängt wodurch die allgemeine Zustimmung ggü. dem Begriff reduziert wird 13 .
Trotz der semantischen Ambiguität ist die Konkretisierung des Begriffs Gerechtigkeit als Ar-beitsgrundlage für eine ökonomische Analyse erforderlich. 14 Einen ersten möglichen Ansatz stellt die Assoziation mit Gleichheit dar. Hierdurch wird eine Operationalisierung anhand von Gleichheitsmaßen ermöglicht, welche verhältnismäßig verlässliche Aussagen über die (intragenerationale) Verteilung zulassen 15 , jedoch selbst nicht ausreichen, Gerechtigkeit zu begründen 16 , sondern vielmehr der Wohlfahrtsökonomie Grundstein für die Modellierung verschiedenartiger gesellschaftlicher Wohlfahrtsfunktionen sind. Aus diesen wurden zahlreiche theoriespezifische Lösungsvorschläge für die (gerechte) Verteilung der Produktionsergebnisse abgeleitet, welche indes erstens aufgrund der Vielzahl der der jeweiligen Theorie zugrunde liegenden restriktiven Annahmen 17 , welche die Lösung in ihrer Allgemeingültigkeit stark einzuschränken und zweitens aufgrund der durch die negativen Leistungsanreize ausgelösten Effizienzverlusten, die aus einer lösungsgerechten Umverteilung resultieren, vor dem Ziel einer möglichst großen zu verteilenden Ausgangsgröße kritisch zu sehen sind. Diesem Ansatz gilt es entgegen zu halten, dass zwischen den der Gleichheit und Gerechtigkeit zugrundeliegenden normativen Wertvorstellungen Zielkonflikte bestehen 18 , als auch, dass es um die Klärung der Frage „Gleichheit von was?“ eine wohlmöglich genauso intensive normative Diskus-
8 Vgl. Schönig (2001),S. 42-43. Grundlegend hierfür vgl. Kersting (2000), S. 9-67.
9 Schmähl (2005), S. 444.
10 Vgl. Bäcker (2004), S. 12; Bomsdorf (2004), S. 85; Hayek, von (1996), S. 181.
11 Vgl. u.a. Hayek, von (1996), S. 181-182.
12 Vgl. Sen (2007), S. 108.
13 Vgl. Schmähl (2005), S. 444.
14 Vgl. Schönig (2001), S. 41, 43; Schlotter (1981), S. 4.
15 Hierfür wird i.d.R. das Einkommen als Bezugsgröße verwendet. Vgl. Sen (1975), S. 36-58.
16 Vgl. Schmidt (2000), S. 383
17 Vgl. hierzu Ott (2007), S. 567-568.
18 Vgl. Breyer/Buchholz (2009), S. 30-32
2
Arbeit zitieren:
Hendrik von der Brelie, 2009, Soziale Gerechtigkeit in ökonomischer Perspektive: Alterssicherung, München, GRIN Verlag GmbH
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