Inhaltsverzeichnis
1. Begriffserklärung 3
2. Historische Entwicklung 3
2.1 Phase 1: Vorprofessionelle Gruppenarbeit 4
2.2 Phase 2: Etablierung der Arbeit mit Gruppen 5
2.3 Phase 3: kritische Infragestellung 5
2.4 Phase 4: Therapeutisierung 6
3. Theoretische Grundlagen 6
3.1 Primärgruppe 7
3.2 Sekundärgruppe 7
3.3 formelle Gruppen 7
3.4 informelle Gruppen 7
3.5 Ingroup (Eigengruppen) 8
3.6 Outgroup (Fremdgruppe) 8
4. Zielsetzung. 8
5. Rechtliche Grundlagen 9
6. Methodische Besonderheiten 10
6.1. Gruppenphasen. 10
6.2 Gruppenrollen. 11
7. Anwendungsbereiche/Zielgruppen 13
8. Kritische Positionen. 13
9. Eigene Bewertung 14
10. Literaturverzeichnis 15
2
1. Begriffserklärung
Soziale Gruppenarbeit gehört neben der Einzelfallhilfe und der Gemeinwesenarbeit (GWA) zu den klassischen Methoden der
Sozialarbeit/Sozialpädagogik. Es handelt sich dabei um einen Arbeitsansatz, der zwischen Selbsthilfe und professionellem Handeln (Professionalisierung) liegt. 1 Soziale Gruppenarbeit zielt auf eine Gruppe von Menschen, die mit individuellen und sozial bedingten Beschädigungen leben müssen. Festgestellte Defizite oder subjektive Unzulänglichkeiten, die der Alltagsbewältigung hinderlich sind, sollen durch das Angebot einer Gruppenarbeit kompensiert werden. Ziel der sozialen Gruppenarbeit ist es, den einzelnen Menschen in der Gruppe Hilfestellungen zu geben, die sie befähigen, alltägliche Lebenssituationen und Beziehungen in Familie, Kindergarten, Schule und Beruf so zu meistern, dass sie keine außengerichteten Hilfen mehr benötigen, dass also die gesellschaftliche Funktionalität des einzelnen Individuums wiederhergestellt wird. 2
Mit Einführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII) 1990 gehört die Soziale Gruppenarbeit (§29 SGB VIII) zu den Hilfen zur Erziehung (§27 SGB VIII). Die Teilnahme soll Kindern und Jugendlichen bei der Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensproblemen helfen. Soziale Gruppenarbeit ist ein Angebot zum sozialen Lernen in Gruppen, das auf der Freiwilligkeit der Inanspruchnahme beruht und neben Jugendlichen auch zunehmend Kinder einbezieht. 3
2. Historische Entwicklung
Die Soziale Gruppenarbeit hat, wie die Soziale Arbeit auch, ihren Ursprung in den USA. Obwohl es Gruppen und somit gruppendynamische Prozesse unter den Menschen schon immer gab, entwickelte sich die professionelle Arbeit in und mit Gruppen erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
1 Vgl. http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/projekte/slex/seitendvd/konzepte/l53/l5381.htm
2 Vgl. Schmidt-Grunert Marianne; Soziale Arbeit mit Gruppen; 1997; S. 62
3 Vgl. Wikipedia (2009)
3
Mit der Industrialisierung kam auch die Armut in die USA. Es entstanden Slums durch die Abwanderung der bäuerlichen Bevölkerung in die Städte und durch Masseneinwanderung in die Vereinigten Staaten. Während die älteren sozialen Dienste damals noch scharf zwischen dem Hilfegebenden und dem Hilfeempfänger unterschieden, begann in der neuen Sozialarbeit eine neue Idee Wirklichkeit zu werden: Selbsthilfe aus der Gruppe heraus. Es wurde anfangs weder eine bestimmte Methode, noch eine Theorie dafür festgelegt. Die Gruppenarbeit stützte sich lediglich auf die Mitgestaltung und Einmischung der Betroffenen. 4
Obwohl schon Anfang des 20. Jahrhunderts erste methodische Impulse für eine Arbeit mit Gruppen aus den USA nach Europa kamen, konnte die Soziale Arbeit und damit auch die Arbeit in und mit Gruppen erst ab 1949 in der neu gegründeten Bundesrepublik eigenständige wissenschaftliche und methodische Konturen entwickeln. Die Arbeit mit sozialen Gruppen konnte 1945, nach einem Entwicklungsstopp durch das Dritte Reich, wieder aufgenommen und weitergeführt werden. Die Entwicklung der Gruppenarbeit von 1945 bis heute lässt sich laut Schmidt-Grunert (1997) in fünf Phasen aufteilen und beschreiben: 5
1. Phase (1945 bis 1965): vorprofessionelle Gruppenarbeit 2. Phase (bis Ende der sechziger Jahre): Etablierung der Arbeit mit Gruppen
3. Phase (Anfang der siebziger Jahre): kritische Infragestellung 4. Phase (Mitte der siebziger Jahre bis heute): Therapeutisierung 5. Phase (Mitte der achtziger Jahre bis heute): Verwissenschaft- lichung
Nachfolgend möchte ich die einzelnen Phasen kurz erläutern:
2.1 Phase 1: Vorprofessionelle Gruppenarbeit
1949 wurde das „Haus Schwalbach - Heim für Volksbildung und Jugendpflege“ in der Nähe von Bad Schwalbach im Taunus mit der pädagogischen Leiterin
4 Vgl. Schmidt-Grunert Marianne; Soziale Arbeit mit Gruppen, S. 23
5 Vgl. Schmidt-Grunert Marianne; Soziale Arbeit mit Gruppen, S. 26ff
4
Magda Kelber, eröffnet, die die weitere Entwicklung und die Verbreitung gruppenpädagogischer Konzepte in den Mittelpunkt ihres Wirkens stellte.
Die gruppenpädagogische Konzeption, die Magda Kelber vertrat wurzelte in amerikanischer „social group work“, einem gruppenmethodischen Ansatz aus dem Bereich der Sozialarbeit. Allerdings lag es nicht in der Absicht von Magda Kelber, sozialpsychologische Theorien zu entwickeln oder dataillierte Wirkungsforschung zu betreiben.
Somit kann diese Phase als eine vorprofessionelle Gruppenarbeit charakterisiert werden da es ihr an wissenschaftstheoretischen Fundierung für ein professionellen Einsatz gruppenbezogener Handlungsstrategien in der sozialen Ausbildung und in den unterschiedlichen sozialpädagogischen Tätigkeitsfeldern mangelt.
2.2 Phase 2: Etablierung der Arbeit mit Gruppen
Soziale Gruppenarbeit oder aber auch „social group work“ etablierte sich als eine eigenständige Methode. Die Ausbildungsbereiche der Erzieherinnen wurden ergänzt.
Heinrich Schiller, damaliger Rektor der Evangelischen Höheren Fachschule nahm die Gruppenpädagogik als eigenständiges Ausbildungsfach im Bereich der Methodenlehre auf. Bis heute hat sich die soziale Gruppenarbeit als eigenständige Methode einen Platz gesichert und ist nicht mehr wegzudenken und hat seit Ende der sechziger Jahre ihren festen Platz in sozialen Ausbildungsstätten.
2.3 Phase 3: kritische Infragestellung
Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre wurde die soziale
Gruppenarbeit von zwei Seiten her hinterfragt. Es wurden die Inhalte kritisiert sowie die soziale Gruppenarbeit im Kontext gesellschaftlicher Fragen diskutiert. Siehe Punkt: 7.8 Kritische Positionen
5
Arbeit zitieren:
Sylvia Mertes, 2009, Soziale Gruppenarbeit, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Entwicklung von Kindern gleichgeschlechtlicher Eltern
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Hausarbeit, 18 Seiten
Kommunale Kriminalprävention: eine Antwort?
Soziologie - Recht, Kriminalität abw. Verhalten
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Die pädagogische Bedeutung der Nikomachischen Ethik von Aristoteles
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Kinder psychisch robust machen - Zur Förderung der Resilienz durch Soz...
Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
Hausarbeit, 18 Seiten
Der westdeutsche Arbeitsmarkt 1960-1990 - Strukturwandel der Erwerbstä...
Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Magisterarbeit, 144 Seiten
Warum sollten Schule und Jugendhilfe miteinander kooperieren
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Seminararbeit, 34 Seiten
Die Aktualität der aristotelischen Tugendethik
Philosophie - Philosophie der Antike
Seminararbeit, 20 Seiten
Die Entstehung und die Entwicklung der Sozialversicherung in England u...
Politik - Politische Systeme - Historisches
Hausarbeit (Hauptseminar), 30 Seiten
Depressive Störungen im Kindes- und Jugendalter
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Hausarbeit, 28 Seiten
Arbeitslosigkeit als Faktor so...
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Studienarbeit, 19 Seiten
Fundraising und moderne Finanzierungsmodelle für Sozialunternehmen in ...
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Hausarbeit, 26 Seiten
Die Entwicklung des Jugendlichen in der Adoleszenz am Beispiel der Ent...
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Hausarbeit, 17 Seiten
Sylvia Mertes hat den Text Soziale Gruppenarbeit kommentiert
Sylvia Mertes hat den Text Soziale Gruppenarbeit veröffentlicht
Sylvia Mertes hat einen neuen Text hochgeladen
Soziale Netzwerke und soziales Vertrauen in den Transformationsländern
Social Networks and Social Tru...
Klaus Roth
Kooperation in sozialen Organisationen
Grundlagen und Instrumente der...
Hans-Jürgen Balz, Erika Spieß
Familie, Soziale Netzwerke und Gesundheitspolitik
Family, Social Networks and He...
Klaus Eichner, Breno Fontes
Karin Luther
das Geld hätte ich mir sparen sollen... ne 1,0?
am Wednesday, February 09, 2011-
Sylvia Mertes
War tatsächlich ne 1,0....schade, dass es Dir nicht weitergeholfen hat
am Thursday, February 10, 2011-