G L I E D E R U N G
1 Einleitende Gedanken zum Thema „Emotionen“ 2
1.1 „Was ist eine Emotion?“ und die Probleme der Emotionsforschung. 2
1.2 Universalitätstheorie nach Darwin und Ekman. 3
2 Freude, Angst, Wut und Traurigkeit und ihre Auswirkungen auf physiologischer,
kognitiver , mimischer und Verhaltensebene. 4
2.1 FREUDE: die positivste aller Emotionen 4
2.1.1 Definitionsversuch 4
2.1.2 Auswirkungen 4
2.2 ANGST: Die negativste aller Emotionen. 6
2.2.1 Unterscheidung von Angst und Furcht. 6
2.2.2 Auswirkungen 7
2.3 WUT: negative Emotion mit hohem Selbstbewusstsein 8
2.3.1 Wut als ambivalente Emotion im Alltag 8
2.3.2 b) Auswirkungen 9
2.4 TRAURIGKEIT: negative Emotion mit Motivationspotential. 11
2.4.1 Bedeutung von und Auslöser für Traurigkeit. 11
2.4.2 Auswirkungen 11
3 Fazit: Die Möglichkeiten und Probleme der Emotionsforschung im Bezug auf eine
praktische Anwendung. 14
4 Quellenverzeichnis. 15
1
1
1 Einleitende Gedanken zum Thema „Emotionen“
1.1 „Was ist eine Emotion?“ und die Probleme der Emotionsforschung
Das breite Feld der Emotionsforschung ist nicht leicht zu untersuchen: unklare Definitionen, wage Validitäten in durchgeführten Studien und subjektive Einschätzungen machen es schwierig, einen einheitlichen Überblick über die Emotionspsychologie zu bekommen. Warum ist das so? Zuallererst scheint die Schwierigkeit darin zu liegen, eine einheitliche und trotzdem treffende Definition von Emotionen zu finden. Historisch gesehen beginnt die Emotionsforschung mit ersten Fragestellungen von Horwicz (1878), in denen er das Verhältnis zwischen Gefühlen und Bewusstsein und den Zusammenhang von Gefühlen und Trieben untersucht und Versuche anstellt, um Ursachen, Einteilungsmöglichkeiten und Verlaufsformen von Gefühlen zu finden 1 . Horwicz bedient sich dabei der Methodik der Selbstbetrachtung und somit zeichnen sich hier bereits zwei typische Probleme der Emotionsforschung ab:
1.) erkennt Horwicz selbst, dass Emotionen mit Gefühlen allein nicht ausreichend definiert scheinen und
2.) ist das Mittel der Introspektive nicht objektivierbar.
Relativ zeitnah entsteht daraufhin die heut bekannte James-Lange-Theorie (1884) aufgrund der Ansicht, dass neben Gefühlen auch physiologische und kognitive Prozesse bei Emotionen eine Rolle spielen. William James und Carl Lange gehen dabei so weit anzunehmen, dass Emotionen überhaupt erst durch Körperreaktionen entstehen: man fühlt, nachdem der Körper reagiert hat und diese physiologische Reaktion wahrgenommen wurde. Diese Theorie ist bis heute von größter Bedeutung, da sie viele Gegentheorien ausgelöst hat und dennoch nicht widerlegt werden konnte.
1 Schmidt-Atzert, Lothar: Emotionspsychologie. (S. 16/17) 2
Anhand dieser beiden Beispiele lässt sich also zeigen, dass Emotionen mehr Komponenten als nur unser subjektives Gefühlsempfinden enthalten, die genauen Zusammenhänge untereinander jedoch sehr komplex sind. Eine „aktuelle“ Definition von Emotionen liefern Zimbardo & Gerrig in ihrem Standardwerk Psychologie (Stand 2004) 2 :
An dieser Definition orientiert sich auch mein folgender Analyse-Teil, wenn ich versuche, die
vier Emotionen Freude, Angst, Wut und Traurigkeit zu beschreiben. Neben Auswirkungen auf physiologischer, kognitiver und Verhaltensebene gehe ich nachfolgend auch auf die mimischen Auswirkungen der oben genannten Emotionen ein. Ein Grund dafür ist die Hypothese, dass es kulturelle Gemeinsamkeiten im Gesichtsausdruck von Emotionen gibt.
1.2 Universalitätstheorie nach Darwin und Ekman
Dieser Gedankengang wurde als Erstes von Charles Darwin in seinem Buch Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren im Jahr 1872 aufgegriffen: er unterstellt Emotionen adaptive Funktionen, die uns z.T. angeboren sind und uns helfen sollen im Umgang mit bestimmten, immer wiederkehrenden Situationen in der Welt. Psychologen wie Carroll E. Izard (1981, 1994) und Silvan Tomkins (1962, 1981) haben diesen Gedankengang aufgegriffen und bei Studien an Kleinkindern ungelernte, affektive und oft auch gleiche Reaktionen auf Stimuli feststellen können. Obwohl viele Klassifikationen unterschiedlichster Autoren folgten, gilt heute die Theorie Paul Ekmans, dass es genau 7 universell gültige Gesichtsausdrücke für Emotionen gibt und diese von Angehörigen aller Kulturen richtig interpretiert werden:
Furcht, Ekel, Freude, Überraschung, Verachtung, Ärger und Trauer.
Die nachfolgend betrachteten Emotionen gehören also zu der Gruppe dieser weltweit erkennbaren Ausdrücke für Emotionen. Da sich Paul Ekman aber nur auf die mimischen Auswirkungen von Emotionen konzentriert hat, stelle ich nachfolgende Analyse im Allgemeinen auf die Grundlage von Carroll E. Izards Forschung, da er ebenfalls von
2 Zimbardo, Philip G. & Gerrig, Richard J.: Psychologie. (S.547) 3
universellen Emotionsausdrücken ausgeht, die einzelnen Emotionen und ihre Auswirkungen aber umfassender beschreibt und somit als eine gute Einführung in die Emotionspsychologie dienen kann.
2 Freude, Angst, Wut und Traurigkeit und ihre Auswirkungen
auf physiologischer, kognitiver, mimischer und
Verhaltensebene
2.1 FREUDE: die positivste aller Emotionen
2.1.1 Definitionsversuch
Vergleicht man Situationen, in denen Freude auftritt, findet man häufig kaum Gemeinsamkeiten…aber fast alle besitzen die Hauptkomponenten Unerwartung und Plötzlichkeit. Izards Versuch einer Definition von Freude lautet deshalb wie folgt 3 :
Izard spricht in dieser Definition klar an, dass man Freude nicht leicht „pauschalisieren“ bzw. dass es mehrere „Formen“ von Freude geben kann. Freude erlangt man nicht, wenn man es als Ziel beabsichtigt - viel mehr scheint Freude eine Art „positive Begleiterscheinung“ zu sein, die wir aus vollzogenen Taten ziehen. Freude kann sowohl selbstbezogen als auch
einem anderen gegenüber empfunden werden. Sicher scheinen wir bis jetzt also nur zu wissen, dass Freude in uns positive Gefühle auslöst. Deswegen scheint es ratsam, sich auch mit den Auswirkungen zu beschäftigen, um die Emotion „Freude“ klarer einordnen zu können.
2.1.2 Auswirkungen
Zuerst möchte ich die kognitiven Auswirkungen von Freude betrachten. Wenn ich von kognitiven Prozessen spreche, meine ich höhere geistige Prozesse wie Wahrnehmung, Gedächtnis, Sprache, Problemlösen und abstraktes Denken 4 . Bei Izard kommen kognitive
3 Izard, Carroll E.: Die Emotionen des Menschen. (S. 272)
4 Zimbardo, Philip G. & Gerrig, Richard J.: Psychologie. (S. 344)
4
Arbeit zitieren:
Sandra Straube, 2009, Die vier Emotionen Angst, Wut, Freude und Traurigkeit und ihre Auswirkungen auf mimischer, kognitiver, physiologischer und Verhaltensebene, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Anthroposophische Kunsttherapie mit Menschen mit geistiger Behinderung
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Examensarbeit, 88 Seiten
Leistungsmessung und -bewertung in der Schule
Referat (Ausarbeitung), 9 Seiten
Schulische und außerschulische Lernorte im dualen System
BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik
Referat (Ausarbeitung), 8 Seiten
Offener Unterricht und Unterrichtsplanung
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Sandra Straube hat den Text Die vier Emotionen Angst, Wut, Freude und Traurigkeit und ihre Auswirkungen auf mimischer, kognitiver, physiologischer und Verhaltensebene veröffentlicht
Sandra Straube hat einen neuen Text hochgeladen
Festschrift für Verena Kast zu...
Hinderk M. Emrich, Ingrid Riedel
Rationales Herdenverhalten und seine Auswirkungen auf Investitionsents...
Eine Analyse des durch Informa...
Binyu Zhu
Das Finanzmarktstabilisierungsgesetz und seine Auswirkungen auf Aktion...
Eine Untersuchung der aktien- ...
Thomas Krüger
Die Begriffsbestimmung des Versuchs und ihre Auswirkung auf den Versuc...
Luis C. Rey-Sanfiz
Reform der Pflegeversicherung - Auswirkungen auf die Pflegebedürftigen...
Gerhard Igl, Gerhard Naegele, Silke Hamdorf
0 Kommentare