1 Einleitung 3
2 Grundlagen des Lesens 3
2.1 Definition und Herkunft 3
2.1.1 Der Lesevorgang 3
2.1.2 Herkunft 4
2.2 Aufnahme von Text - Unsere Augen 4
2.3 Geistige Leistungsfähigkeit 5
3 Lesemanagement 5
3.1 Vorbereitung und Auswahl des Lesestoffs 6
3.2 Interesse - Konzentration - Motivation 6
3.3 Methoden zur Textbearbeitung 7
4 Lesehemmnisse 8
4.1 Beleuchtung 8
4.2 Bewegung 9
4.3 Kontraste 9
4.4 Geräusche 10
4.5 Medium 10
5 Schnelllesen 10
5.1 Entwicklung des Schnelllesens 11
5.2 Schnelllesetechniken im Überblick 11
5.3 Lesebeschleuniger 12
5.3.1 Blickerweiterung 12
5.3.2 Regressionen 13
5.3.3 Blicksteuerung 13
5.3.4 Subvokalisation 14
5.4 Normal Lesen versus Schnelllesen 15
6 Fazit 15
7 Literaturverzeichnis 17
2
1 Einleitung
Die vorliegende Seminararbeit wurde im Rahmen des Studiengangs „Bachelor of Arts“ an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Berlin erstellt.
Die zentrale Problemstellung rankt sich um die Aufnahme und Verarbeitung von in Schrift vorliegenden Informationen: dem Lesen. Dabei wird insbesondere auf die Aspekte der Lesegeschwindigkeit und des Leseverständnisses eingegangen. In diesem Zusammenhang erfolgt eine Betrachtung der Faktoren, die die vorgenannten Aspekte wesentlich beeinflussen.
Schwerpunkte sind Lesehemmnisse, das Lesemanagement sowie die Vorstellung von Methoden zum schnelleren normalen Lesen und „echten Schnelllese-Methoden“.
Grund für die Themenwahl ist die stetig wachsende Informationsflut, der sich die moderne Gesellschaft gegenübersieht. Im Studium und in der Wissenschaft, in der Wirtschaft und anderen Berufszweigen ist es heute zunehmend erforderlich, große Mengen - zumeist schriftlicher - Informationen zu sichten und zu verarbeiten.
Ziel ist es, aus den verfügbaren Informationen Empfehlungen und Handlungsanweisungen abzuleiten, die der Optimierung des Leseprozesses zuträglich sind, um der Informationsflut besser Herr zu werden.
2 Grundlagen des Lesens
Im Folgenden wird zunächst auf die Grundlagen des Lesens eingegangen. Dazu werden Entwicklung, Zweck und Abläufe des Lesens erläutert.
2.1 Definition und Herkunft
2.1.1 Der Lesevorgang
„Lesen ist ein höchst komplexer Vorgang der Bedeutungsentnahme, der aus mehreren Teilprozessen besteht. Lesen ist eine aktive Konstruktion der Textbedeutung. Die im Text enthaltenen Aussagen werden aktiv mit dem Vorwissen, Weltwissen und Sprachwissen des Lesers verbunden 1 .“
Lesen ist demnach ein Prozess, der aus mehreren Ebenen oder Prozessen besteht. Dazu gehören die visuelle Wahrnehmung des Geschriebenen (Buchstaben, Silben, Wörter, etc.) sowie
1 PISA 2000 (2001), S. 71.
die damit einhergehende oder verbundene kognitive Verarbeitung des Gelesenen 2 . Das Lesen ist von der Informationsaufnahme somit nicht zu trennen 3 . Voraussetzung für das Lesen ist das Erlernen dieser Fähigkeit, die das Vorhandensein von Schrift voraussetzt, die wiederum die Sprache als Voraussetzung hat 4 .
2.1.2 Herkunft
Lesen gilt neben dem Schreiben und Rechnen als eine der drei wichtigsten Kulturtechniken. Die historische Bedeutung des Wortes „lesen“ (aus dem lateinischen „legere“) steht für auswählen, sammeln, aufheben bzw. auflesen und lässt sich (etymologisch) auf germanische Kulturverhältnisse zurückführen. Es handelte sich dabei um das Auflesen der zur Weissagung ausgestreuten Runenstäbchen und der Tätigkeit des Enträtselns der Runen 5 . In Anlehnung an das lateinische „legere“ kann „lesen“ als die Aufnahme von Geschriebenem mit den Augen verstanden werden 6 .
2.2 Aufnahme von Text - Unsere Augen
„Was unsere Augen nicht sehen, können wir nicht lesen 7 .“ Wie bereits in der einleitenden Aussage angedeutet, wird in diesem Kapitel das „Lesen“ unter dem Aspekt der optischen Wahrnehmung betrachtet. Im Folgenden wird daher die Anatomie des Auges in Bezug auf das Lesen erläutert.
Die Sehschärfe des Auges ist nach Hunziker in der zentralen Sehgrube, der Fovea, am höchsten. Dies begründet sich nicht durch die Verteilung der Sehzellen, die im Auge nahezu konstant ist, sondern durch die Verteilung von Zapfen und Stäbchen. Während die Zapfen, die fast ausschließlich im Bereich der Fovea zu finden sind, ein farbiges und scharfes Bild erzeugen können, sind die Stäbchen, die in den peripheren Bereichen des Auges platziert sind, nur in der Lage, hell und dunkel voneinander zu unterscheiden und können somit nur ein schwarz-weißes Bild wiedergeben, das von starker Verzerrung und sehr geringer Bildschärfe gekennzeichnet ist. Das periphere System ist im Wesentlichen für das Erkennen von Bewegungen und für die Vermittlung eines Gesamteindrucks zuständig 8 . Nach Michelmann kann das Auge nur im zentralen Bereich das Bild scharf genug auflösen, um das Erkennen von Text
2 Vgl. Wikipedia (2009), o. S.
3 Vgl. Fritz, A., Suess, A. (1986), S. 12.
4 Vgl. ebd., S. 13.
5 Vgl. ebd., S. 12.
6 Vgl. Wissen Media Verlag (2009), o. S.
7 Michelmann, R., Michelmann, W.-U. (2002), S. 27.
8 Vgl. Hunziker, H.-W. (2007), S. 20/21.
4
und somit das Lesen zu ermöglichen. Lediglich der Bereich von 5 Winkelgraden unseres Gesichtsfeldes soll demnach zum Lesen genutzt werden können 9 . Unter Berücksichtigung des Abstandes zum Text ergibt sich die kreisförmige Fläche, die unser Auge scharf erfassen kann. In Anlehnung an Taylor (1965) beträgt der durchschnittliche oder normale Leseabstand 33 cm 10 . Unter Annahme dieses Leseabstandes und einem Sichtbereich von fünf Winkelgraden ergibt sich ein Durchmesser von 2,9 cm (33 cm x tan 5°).
In der Literatur zum Thema Schnelllesen wird gehäuft auf die Steigerung der Lesegeschwindigkeit mittels Blickerweiterung hingewiesen. In diesem Zusammenhang wird von einem „weichen Blick“ gesprochen, der es ermöglichen soll, mehr Informationen mit nur einer Augenfixierung (Fixation) aufzunehmen 11 .
Hunziker schreibt dazu: „Mit der Zeit gelingt es einem guten Leser, Wörter aus dem Unschärfebereich bis 45° zu erkennen. Er kann mit einem Blick mehr sehen 12 .“
2.3 Geistige Leistungsfähigkeit
Unabhängig von den Fähigkeiten des menschlichen Auges und den in den folgenden Abschnitten beschriebenen Möglichkeiten zur Optimierung des Leseprozesses ist die geistige Leistungsfähigkeit des Menschen begrenzt. Menschen mit einem höheren Intelligenzquotienten können in der Regel mehr Informationen in einer kürzeren Zeit aufnehmen 13 und haben auch ein besseres Kurzzeitgedächtnis, das sich wesentlich auf die komplexe Leistungsfähigkeit in Alltag, Beruf und Freizeit auswirkt 14 .
3 Lesemanagement
Ziel des Lesemanagements, als eine Art Rahmen des Leseprozesses, ist die Optimierung von Herangehensweise und Organisation vor und während des Leseprozesses, um eine Steigerung des Leseverständnisses und der Lesegeschwindigkeit zu erreichen.
Zentrale Fragestellungen dieses Abschnitts sollen in diesem Zusammenhang das Ob und das Wie sein. Das Ob soll klären, ob es überhaupt erforderlich ist, dass ein Text gelesen wird bzw. wie intensiv dieser zu bearbeiten ist. Das Wie soll klären, mit welchen Methoden die Bearbeitung optimiert werden kann.
9 Vgl. Michelmann, R., Michelmann W.-U. (2002), S. 42.
10 Vgl. Hunziker, H.-W. (2007), S. 113.
11 Vgl. Chevalier, B. (2007), S. 38; Buzan, T. (2007), S. 64 ff.
12 Hunziker, H.-W. (2007), S. 113.
13 Vgl. Lehrl, S., Gallwitz, A., Blaha, L., Fischer, B. (1992), S. 23.
14 Vgl. ebd., S. 24.
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Arbeit zitieren:
Martin Loos, 2009, Lesetechniken, München, GRIN Verlag GmbH
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