Hendrik Lippek
Beitrag zum Aufbau eines Simulationssystems für Windenergieanlagen mit SIMPACK
Bachelorarbeit eingereicht im Rahmen der Bachelorprüfung
im Studiengang Technische Informatik
am Studiendepartment Informatik
der Fakultät Technik und Informatik
der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Abgegeben am 28. Februar 2006
Hendrik Lippek
Thema der Bachelorarbeit
Beitrag zum Aufbau eines Simulationssystems für Windenergieanlagen mit SIMPACK
Stichworte
Windenergieanlagen, SIMPACK, Mechanische Simulation, Mehrkörpersysteme, Finite Elemente, Fortran
Kurzzusammenfassung
Diese Bachelorarbeit thematisiert den Beitrag zum Aufbau eines Simulationssystems für Windenergieanlagen mit der Mehrkörpersoftware SIMPACK. Dafür wird der Turm einer Windenergieanlage mit SIMPACK modelliert, wobei verschiedene Konzepte getestet und validiert werden. Den Kernpunkt dieser Arbeit stellt die Programmierung von zusätzlichen Programmelementen für SIMPACK dar, mit denen aerodynamische Lasten simuliert und auf das Turmmodell angewendet werden.
Hendrik Lippek
Title of the paper
Contribution to the development of an simulation environment for wind turbines with SIMPACK
Keywords
Windturbines, SIMPACK, mechanical simulation, multibody systems, finite elements, Fortran
Abstract
This bachelor thesis consists of the contribution to the construction of a simulation system for wind turbines with the multi-body systems software SIMPACK. A tower of a wind turbine is modelled within SIMPACK whereby multiple concepts are tested and validated. The main part of this project consists of programming additional elements for the SIMPACK code which simulate aerodynamic loads which are than applied on the model of the tower.
Inhaltsverzeichnis
Tabellenverzeichnis 6
Abbildungsverzeichnis 7
Bearbeitete Aufgaben 8
Verwendete Formelzeichen und Abkürzungen 9
1. Einführung 10
1.1. Allgemeines 10
1.2. Zielsetzung 11
1.3. Aufbau der Arbeit 12
2. Modellaufbau in SIMPACK 13
2.1. Definition der Elemente in SIMPACK 15
2.2. Das flexible Modell 16
2.2.1. Aufbau des Modells 16
2.2.2. Analyse des flexiblen Modells 21
2.3. Aufbau als Mehrkörper-Modell 24
3. Programmiertechnische Erweiterungen 26
3.1. Berechnung von Windlasten 26
3.2. Die Programmierschnittstellen 31
3.3. Bestandteile der User Routinen 32
3.3.1. Beschreibung des Aufbaus der Userroutinen 32
3.3.2. uforce type(: : :) 33
3.3.3. uforce setup(: : :) 34
3.3.4. uforce(: : :) 34
3.4. Programmierung des Kraftelements 35
3.4.1. Die Parameterdatei: 36
3.4.2. Die Winddatei: 36
3.4.3. uforce setup(: : :) 37
3.4.4. uforce(: : :) 37
3.5. Skript-Datei zur automatisierten Berechnung und Ausgabe 40
5
Inhaltsverzeichnis
3.6. Automatisierung bei der Erstellung von Modellen 40
4. Ergebnisse 42
4.1. Vergleich der Ergebnisse von SIMPACK und RSTAB 42
4.1.1. Statische Belastung 43
4.1.2. Dynamisches Verhalten 48
4.2. Bewertung der Ergebnisse 48
5. Fazit und Ausblick 52
Literaturverzeichnis 54
A. Anhang 56
A.1. Verwendetes Koordinatensystem 56
A.2. Eigenformen des Turms 57
A.3. Pseudocode 60
A.3.1. Aufruf mit jedem Zeitschritt 60
A.3.2. Interpolation des zu der Position eines Markers gehörenden Windvektors. 62
A.3.3. Aufruf der Einleseroutinen 65
A.3.4. Pseudocode der Routine zum Einlesen der Winddatei 66
A.3.5. Einleseroutine für die Parameterdatei 67
A.4. Parameterdatei 68
A.5. Winddatei 70
A 6 ASCII-Export Script 72
Tabellenverzeichnis
0.1. Aufgaben die im Rahmen dieser Bachelorarbeit bearbeitet wurden 8
0.2. Verwendete Formelzeichen und Abkürzungen 9
2.1. Elemente in Simpack 15
2.2. Definition: Stahl 18
4.1. Abweichungen der Durchbiegungen zwischen SIMPACK und RSTAB 44
4.2. Abweichungen der ersten 3 Eigenfrequenzen von SIMPACK zu RSTAB 48
Abbildungsverzeichnis
2.1. Getriebe einer WEA als MKS-Modell INTEC-Angebot, 2005 13
2.2. Body des Turms in SIMPACK 17
2.3. SIMBEA-MEingabemaske für Schnittsektionen 18
2.4. SIMBEA-MEingabemaske für flexible Komponenten 19
2.5. Aufruf von FEMBS 20
2.6. Schritte zur Erstellung eines elastischen Körpers mit SIMPACK 21
2.7. Ausgelenktes MKS-Modell (überzeichnet) 24
3.1. Turbulentes Windfeld Eggleston und Stoddard, 1987 27
3.2. Durch Windlast gebogener Turm 27
3.3. Ersatzkräfte aus Streckenlasten 30
3.4. Die Programmierschnittstellen von Simpack 31
3.5. Menü zum Kompilieren und Linken der USR 32
3.6. Aufruf von Userroutinen aus Simpack 33
3.7. SIMPACK-Dialog zur Anbringung von Kraftelementen 35
3.8. Räumliche Interpolation des Windes 38
3.9. Screenshot des Excel-Preprozessors 41
4.1. Materialsteifigkeiten der einzelnen Schnitte in SIMPACK und RSTAB 42
4.2. Vergleich der Biegelinien zwischen SIMPACK und RSTAB 43
4.3. Vergleich RSTAB-Modell und SIMPACK-2-Bodies-Modell 45
4.4. Modell des Turms in RSTAB (ausgelenkt) 46
4.5. SIMPACK-Modell (ausgelenkt) 47
4.6. Zeitreihe: Kräfte an 3 Schnitten des Turms 49
4.7. Momente um die Y-Achse an den 3 Schnitten des Turms 50
4.8. Zeitreihe: Auslenkung in X-Richtung an 3 Schnitten des Turms 51
A.1. Turmfuß-Koordinatensystem GLWind-Richtlinie, 2003 56
A.2. 1. Eigenform 57
A.3. 2. Eigenform 58
A 4 3 Eigenform 59
Abbildungsverzeichnis
Verwendete Formelzeichen und
Abkürzungen
Tabelle 0.2.: Verwendete Formelzeichen und Abkürzungen
1. Einführung
1.1. Allgemeines
Die Windenergie ist in Deutschland mit einer derzeitig installierten Leistung von fast 17000 MW und über 17000 Anlagen der produktivste Bereich der erneuerbaren Energien [windpower-monthly, 2005].
Zur Zeit werden Windenergieanlagen (WEA) für eine Betriebsdauer von mindestens 20 Jahren ausgelegt [GLWind-Richtlinie, 2003]. Während der gesamten Lebensdauer erfährt eine WEA wechselnde dynamische Belastungen, die u.a. durch das auf sie wirkende Windfeld und die eigenen Massenkräfte verursacht werden.
Die Germanischer Lloyd WindEnergie GmbH (GL Wind) zertifiziert Typen von WEA. Zur Untersuchung der Schädigung, die eine WEA im Laufe ihrer Lebensauer erfährt, werden zum einen die extremsten Beanspruchungen berechnet (ausgelöst durch starke Böen, Erdbeben, oder bei der Montage), und zum anderen erfährt eine WEA als ein schwingungsfreudiges System durch die kontinuierlich wechselnden (Wind-) Lasten erhebliche Auslenkungen und Beschleunigungen, welche die Struktur der Bauteile auf Dauer schädigen. In bisherigen Simulationsmodellen von WEA werden elastische Verformungen und die sich daraus ergebenden Belastungen für den Turm und die Rotorblätter der Anlagen und in stark vereinfachter Form für den Triebstrang untersucht. Hierzu dienen speziell für diesen Anwendungsfall entworfene Simulationsprogramme. Die einzelnen Bauteile einer WEA wie Blätter, Turm, Triebstrang und Getriebe werden in diesen Programmen nur stark vereinfacht abgebildet.
Mehrkörpersysteme (MKS) bieten die Möglichkeit, mechanische Bauteile von WEA wie z.B. den Triebstrang realitätsnäher abzubilden. So kann u.a. der Einfluss elastischer Strukturen auf das Betriebsverhalten untersucht werden.
Zu diesem Zweck hat GL Wind die kommerzielle MKS Software SIMPACK erworben. Bei GL Wind wurde SIMPACK bisher nur in ersten Versuchen zur Modellierung von Getrieben verwendet. Es existieren für SIMPACK noch keine Erfahrungen über den Aufbau von großen elastischen Körpern und die Erweiterungsmöglichkeiten über die Programmierschnittstelle User defined Subroutines (USR). Innerhalb dieser Bachelorarbeit wird die Anwendbarkeit
1. Einführung
von SIMPACK für die Lastberechnung von WEA untersucht. Neben einem Konzept zum Aufbau eines Modells eines WEA-Turms in SIMPACK beschäftigt sich der Hauptteil dieser Arbeit mit der Programmierung von Routinen zur Verarbeitung von Windfeld-Dateien. Diese dienen als Eingabeparameter für die Berechnung von aerodynamischen Lasten. Über die in SIMPACK als Zusatzmodul enthaltene Programmierschnittstelle User Routines können diese Erweiterungsroutinen in Fortran 90 programmiert werden.
Alle für die Modelle verwendeten Daten basieren auf dem WEA-Typ S88 des Unternehmens Suzlon Energy GmbH. Die Daten wurden für diese Bachelorarbeit freundlicherweise vom Hersteller zur Verfügung gestellt, mit der Auflage, dass sie in öffentlich einsehbaren Versionen dieser Arbeit nicht enthalten sind. Die S88 mit einem Rotordurchmesser von 88 Metern, einer Nabenhöhe von 80 Metern und einer Nennleistung von 2 MW entspricht in Dimension und Leistung einer typischen WEA auf dem heutigen Stand der Technik.
1.2. Zielsetzung
Mit dieser Arbeit soll gezeigt werden, ob es mit der MKS-Software SIMPACK möglich ist, ein Simulationssystem für WEA aufzubauen. MKS-Simulationen werden in ihren üblichen Anwendungsgebieten nicht für große elastische Körper betrieben. Deshalb wird ihre Anwendbarkeit für die Simulation von WEA in dieser Arbeit untersucht. Die ersten Arbeitsschritte für diese Arbeit bestehen darin, die Möglichkeiten zu untersuchen, wie ein Modell einer WEA mit SIMPACK erstellt werden kann. Konkret wird in dieser Arbeit das Modell eines Turms der S88 WEA in SIMPACK erstellt.
Zur Anwendung zeitabhängiger dynamischer Lasten, wie sie durch ein Windfeld erzeugt werden, auf ein in SIMPACK erstelltes Modell ist die Programmierung von zusätzlichen (Kraft-) Elementen erforderlich. Als Schnittstelle hierzu bietet SIMPACK die USR. Diese bieten die Möglichkeit, die Funktionalitäten des Programms durch selbst programmierte Dynamic Link Libraries (DLL) zu erweitern. Im Rahmen dieser Arbeit werden Routinen programmiert, die Windfelder einlesen, diese räumlich und zeitlich interpolieren und aus den Windstärken und -richtungen Kräfte berechnen, die auf ein MKS-Modell des Turms einer WEA wirken. Des Weiteren werden in dieser Bachelorarbeit die Möglichkeiten der Anpassung der Ein-und Ausgaben von SIMPACK an die Anforderungen des GL Wind untersucht. Hierbei geht es vor allem darum, dass ein Modell einer WEA mit geringem zeitlichem Aufwand aus den Anlagenparametern erstellt werden kann. Eine aufwendige Modellerstellung über die grafische Schnittstelle des in SIMPACK enthaltenen Computer Aided Design- (CAD) Moduls soll vermieden werden.
1. Einführung
1.3. Aufbau der Arbeit
Diese Arbeit beginnt mit einer Einführung in die Bedienung von SIMPACK. Im Kapitel 2 Modellaufbau in SIMPACK werden die Grundkonzepte eines MKS-Systems beschrieben und diskutiert, in welcher Weise diese für die Simulation von WEA nützlich sein können. Danach werden die Schritte beschrieben, die zur Erstellung eines Modells von einem WEA-Turm mit SIMPACK notwendig sind. Dabei wird das Vorgehen erläutert, welches sich im Laufe dieser Arbeit als am vielversprechendsten herausgestellt hat. Andere Ansätze werden kurz vorgestellt.
Im Kapitel 3 Programmiertechnische Erweiterungen werden die Möglichkeiten gezeigt, mit denen SIMPACK über den normalen Funktionsumfang hinaus erweitert werden kann. Den Kernpunkt dieser Arbeit stellt die Erweiterung von SIMPACK durch die Anbindung von eigenen Routinen zur Berechnung von Windlasten dar. Hier werden Schritt für Schritt die im Rahmen dieser Arbeit entwickelten Routinen vorgestellt, welche auf der Basis von Winddateien Lasten berechnen, die auf das Modell des Turms einer WEA wirken. Dabei wird der strukturelle Aufbau der Routinen und das Zusammenspiel von MKS-Simulation und USR erläutert.
Des weiteren werden hier Konzepte zur automatisierten Erstellung von SIMPACK-Modellen diskutiert und Automatisierungen bei der Berechnung und Ergebnisdarstellung gezeigt. Im Kapitel 4 Ergebnisse/Schlussfolgerungen werden die Resultate der Verifizierung des in SIMPACK erstellten Modells anhand der SIMPACK-Berechnungen und den Ergebnissen anderer Berechnungsprogramme gegenübergestellt und diskutiert.
Im Kapitel 5 Fazit wird die Anwendbarkeit von SIMPACK als zukünftiges Lastberechnungsprogramm für WEA besprochen. Des Weiteren werden die Schritte beschrieben, die noch zur Erstellung eines vollständigen Modells einer WEA notwendig sind.
2. Modellaufbau in SIMPACK
Def.: Mehrkörper-Simulation
Eine Mechanische Simulation, auch Mehrkörper-Simulation oder kurz MKS, ist ein nachgebildetes System zur näherungsweisen Beschreibung realer Problemstellungen. Beim Erstellen einer solchen Simulation wird heute normalerweise auf in einem CAD-System erstellte Geometrie-Daten zurückgegriffen. . . . Eine Mehrkörpersimulation ist eigentlich eine Verkettung verschiedener gewöhnlicher und partieller Differentialgleichungen zur möglichst genauen Abbildung eines realen Systems. Aufgebaut ist dies hinter einer Oberfläche, die verschiedene Körper im Hintergrund mit der dazu passenden Gleichung verbindet (daher auch Mehrkörper-simulation). So lässt sich relativ schnell ein komplexes System von Differentialgleichungen aufstellen und durch den Computer auch lösen. [Wikipedia, 2005, Zitat]
Abbildung 2.1.: Getriebe einer WEA als MKS-Modell [INTEC-Angebot, 2005]
2. Modellaufbau in SIMPACK
Eine MKS-Software löst die Bewegungsgleichung
M u C D u C Ku a F e x t
für mehrere gekoppelte Körper. Aus dieser Bewegungsgleichung können dann, durch die Summierung der inneren und äußeren Kräfte, die zwischen den Körpern wirkenden Schnittkräfte bestimmt werden [Grote und Feldhusen, 2004].
MKS-Systeme eignen sich zur Lastberechnung an beweglichen, mechanischen Systemen wie WEA. Eine WEA besteht aus vielen beweglich miteinander verbundenen Teilen (Rotorblätter, Getriebe, Generator, Turm). Eine besondere Eigenschaft von WEA ist ihre weiche Struktur. Deshalb sind elastische Verformungen, die an ihr auftreten nicht vernachlässigbar. Die durch Verformung auftretenden Schwingungen beeinflussen sowohl Massenkräfte, als auch die auf der Anlage wirkenden aerodynamischen Kräfte (aeroelastische Kopplung). [Dowell, 1980] Aus diesem Grund ist es wichtig, die Verformung der Hauptkomponenten und die Wechselwirkungen bei einer Simulation zu berücksichtigen. Eine MKS-Software bietet die Möglichkeit, diese Systeme einzeln zu modellieren und zu einem Gesamtsystem zu verbinden. Kräfte und Momente, die ein Körper erfährt, werden an ihren Verbindungsstellen (Joints) an die angrenzenden Körper weitergegeben. So wirkt sich eine am Rotor eingeleitete Kraft durch die Maschine und den Turm hindurch bis in das Fundament aus. In bisherigen Lastrechnungsprogrammen wurde das elastische Verhalten und dessen Auswirkungen nur für die Rotorblätter, den Turm und stark vereinfacht den Triebstrang untersucht. Die Untersuchung des Einflusses dieser Belastungen auf die einzelnen mechanischen Komponenten wie das Getriebe und den Generator einer WEA blieben dabei außen vor. Gerade bei der zunehmenden Größe heutiger WEA spielen die Lasten an diesen Komponenten eine immer größere Rolle. Mit Hilfe von MKS soll es moglich werden an unterschiedlichen Schnitten innerhalb des WEA-Modells Kräfte und Bewegungen zu bestimmen. Des weiteren sollen die Eigenfrequenzen der Hauptkomponenten (Turm, Blätter, Triebstrang) einer WEA bestimmt werden können.
2. Modellaufbau in SIMPACK
2.1. Definition der Elemente in SIMPACK
Tabelle 2.1. erklärt die wichtigsten Elemente, aus denen in der MKS-Software SIMPACK Modelle aufgebaut werden. Weitere Komponenten wie flexible Elemente, Schnittsegmenten und Materialien sind Bestandteil des Zusatzmoduls SIMBEAM und werden im Kapitel 2.2. näher erläutert.
2. Modellaufbau in SIMPACK
2.2. Das flexible Modell
2.2.1. Aufbau des Modells
Def.: Balkenmodell
Der Begriff Balkenmodell bezeichnet die Darstellung eines länglichen Körpers (Balken) und seiner elastischen Eigenschaften, dessen Materialkennwerte und geometrische Form an verschiedenen Schnitten innerhalb des Balkens bekannt sind. Eine Rohrkonstruktion, wie sie der Turm einer WEA darstellt, kann durch die Bestimmung der Querschnittsfläche (Gl.2.2) an den einzelnen Schnitten als Balkenmodell dargestellt werden. [Gummert und Reckling, 1986], [Ostermeyer, 1997 / 1998]
Hieraus ergeben sich die Verteilungen von Flächenträgheitsmomenten, Steifigkeiten und Massen entlang des Balkens. Es soll hier nicht tiefer auf die Theorie flexibler Körper eingegangen werden. Für eine genauere Beschreibung siehe [Grote und Feldhusen, 2004].
SIMBEAM
SIMBEAM ist ein in SIMPACK integriertes Modul zur Erstellung von einfachen, elastischen Modellen (Balkenmodellen) mit Hilfe von Finiten Elementen (FE). Mit diesen Balkenmodellen lassen sich die flexiblen Komponenten einer WEA (Turm, Rotorblätter) hinreichend genau darstellen. Zur Validierung des Biegeverhaltens und der Eigenfrequenzen der mit SIMBEAM erstellten Modelle dient ein parallel mit der FE Software RSTAB erstelltes Modell des S88 Turms.
RSTAB ist eine kommerzielle FE Software zur Modellierung von räumlichen Stabwerken. Bei GL Wind wird RSTAB standardmäßig für die Berechnung von WEA-Türmen eingesetzt. [RSTAB]
2. Modellaufbau in SIMPACK
Vorgehensweise:
Zunächst wird in SIMPACK ein massiver Körper erstellt, der die Ausmaße der Form des zu modellierenden Körpers besitzt, siehe Abb.2.2..
Anschließend werden innerhalb dieses Körpers an den Positionen der zuvor ausgewählten Schnittsektionen Marker platziert. Der nächste Schritt besteht darin, das Materialverhalten des Turms zu definieren. Bei der S88 handelt es sich um einen Stahlrohrturm. Die Material- eigenschaften werden durch die in Tabelle 2.2. gezeigten Kennwerte definiert.
2. Modellaufbau in SIMPACK
Density in Kg/m 3
Anschließend können einzelne, flexible Komponenten definiert werden. Diese gehen jeweils von einem Marker zu einem anderen Marker. Jeder flexiblen Komponente kann ein Material und eine Schnittsektion zugewiesen werden.
SIMBEAM bietet mehrere, vorgefertigte, geometrische Formen für die Schnitte, an denen die flexiblen Elemente definiert werden. Für den Turm eignet sich das Rohrelement als Vorlage, siehe Abb.2.3. Hier müssen nur der Außenradius und die Wandstärke am jeweiligen Schnittt als Parameter manuell angegeben werden. Die Schnittfläche und die Steifigkeit berechnet SIMBEAM. Für andere Formen bietet SIMBEAM auch eine allgemeine Einstellung, in der alle Parameter von Hand eingestellt werden können. Außerdem muss die Ausrichtung der
2. Modellaufbau in SIMPACK
Schnittsektion in Form eines Vektors angegeben werden, siehe Abb.2.4. SIMBEAM stellt aus den Eingabedaten die Steifigkeits- und Massenmatrix für den flexiblen Körper auf, und erstellt ein .fbi File, welches mit dem SIMPACK Modul FEMBS weiterbearbeitet werden kann. Da in dieser Arbeit nur der Turm einer WEA modelliert wird, muss im Modell eine Ersatzmasse am Turmkopf angebracht werden, welche dem Gewicht von Rotorblättern, Nabe und Gondel entspricht. Diese Masse wird mit einem Joint ohne Freiheitsgrade mit dem Turmkopf verbunden. Wenn in späteren Modellen der Turmkopf mit Gondel und Rotor erstellt worden sind, können diese einfach die Ersatzmasse ersetzen.
2. Modellaufbau in SIMPACK
FEMBS
FEMBS ist eine Schnittstelle von SIMPACK zum Einlesen von FE-Strukturen. Neben Strukturdateien aus SIMBEAM können auch welche aus FE-Programmen wie ANSYS oder NASTRAN eingelesen werden. Die Strukturdateien werden über die FEMBS Schnittstelle in SIMPACK eingelesen, und dort als Parameter einer elastischen Struktur den zuvor definierten Bodies des MKS-Modells zugewiesen. Das bedeutet, dass die Modelle für SIMPACK wie feste Bodies aussehen, deren Marker sich aber entsprechend der flexiblen Struktur gegen-einander verschieben können. Der Aufruf von FEMBS erfolgt über das SIMPACK-Hauptmenü Abb.2.5. Es muss hier die .fbi-Datei der in SIMBEAM erstellten flexiblen Struktur eingelesen werden. Weiterhin muss angegeben werden, wieviele Eigenformen für die Berechnung des dynamischen Verhaltens verwendet werden sollen.
Alle Schritte, die erforderlich sind um mit SIMPACK und SIMBEAB ein Modell von einem elastischen Korper zu erstellen, sind in Abb.2.6. zusammengefasst.
21
2. Modellaufbau in SIMPACK
Abbildung 2.6.: Schritte zur Erstellung eines elastischen Körpers mit SIMPACK
2.2.2. Analyse des flexiblen Modells
Zur Verifizierung der mit SIMBEAM berechneten, flexiblen Struktur wurden die Steifigkeiten
der einzelnen Schnitte mit dem parallel in RSTAB erstellten Modell verglichen, (siehe Kapitel
4). SIMBEAM und RSTAB berechnen die Steifigkeiten identisch
2. Modellaufbau in SIMPACK
Da in der Grundeinstellung von SIMPACK nur 20 flexible Komponenten in einem Modell vor-handen sein dürfen, wurde zunächst für ein feineres Turmmodell mit 30 Schnitten der Turm in 2 massive Körper aufgeteilt und in einzelnen Projekten die FE-Strukturen für die jeweiligen Bodies berechnet. Die beiden Körper wurden in einem weiteren Projekt fest (0 Freiheitsgrade) miteinander verbunden. Hierbei ergaben sich bei der Auslenkung der einzelnen Schnitte im oberen Turmsegment erhebliche Abweichungen von der Parallelrechnung mit RSTAB, (siehe hierzu auch Abb.4.3.)
Die Ursache hierzu liegt in den Eigenschaften des MKS-Systems: Da der obere Körper an einem Joint mit 0 Freiheitsgraden hängt, werden die Trägheitsmomente des Körpers so berechnet, als ob er einseitig fest eingespannt ist. Tatsächlich verschiebt sich dieser Joint (und damit auch der Body) jedoch mit der Auslenkung des unteren Turmsegments. Die maximalen Anzahlen für alle SIMPACK-Elemente können in einem zum jeweiligen Projekt gehörenden Konfigurationsfile erhöht werden. Bei Modellen mit mehr als 100 flexiblen Komponenten kann es bei der Berechnung mit SIMBEAM zu Speicherproblemen des Systems kommen. Zur Reduzierung der Größe der Daten kann SIMBEAM auf die Berechnung von geometrischen Steifigkeitsmatrizen verzichten. Dies führt allerdings zu Ungenauigkeiten in den Ergebnissen (> 5 % der Eigenfrequenz des Systems), welche für unsere Berechnungen nicht tolerierbar sind.
Ausgabe von Eigenwerten
Zur Überprüfung der dynamischen Eigenschaften werden die Eigenfrequenzen (Eigenwerte) des Systems bestimmt. Eigenwerte zeigen das Resonanzverhalten eines Systems. Es lassen sich so viele Eigenfrequenzen wie Gesamtfreiheitsgrade ermitteln. Für Turmstrukturen sind bestenfalls die ersten 3 Eigenfrequenzen in jeder Richtung wichtig. Es wird davon ausgegangen, dass Frequenzen >5Hz keinen großen Einfluss haben. Nach der Berechnung der Eigenwerte eines Modells schreibt SIMPACK die Eigenfrequenzen und Eigenformen des Systems in eine Ausgabedatei (eva-File). Allerdings wird für jeden Body nur ein Eigenvektor erzeugt. Bei diesem Modell, in dem der Turm aus einem einzelnen Body besteht und eine flexible SIMBEAM Struktur besitzt, ist es dementsprechend nicht möglich, Eigenformen für die einzelnen Schnitte innerhalb des Bodies auszugeben. Nach Angaben von Intec [Simpack-Support] ist eine derartige Ausgabemöglichkeit in Planung. Bis dahin muss der folgende Workaround verwendet werden:
Auf den Positionen der einzelnen Schnittsegmente wird jeweils ein zusätzlicher (Dummy-) Body, der fest mit dem Turm verbunden ist, erstellt. Die Masse des Bodies muss so klein gewählt werden, dass sie auf die Berechnung des Systems keinen nennenswerten Einfluss nimmt. Die Berechnung der Eigenwerte liefert dann für jeden dieser Dummy-Bodies eine Eigenform, die der Eigenform der jeweiligen Schnittsektion entspricht.
2. Modellaufbau in SIMPACK
Eine grafische Darstellung der ersten 3 Eigenformen des S88 Turms ist im Anhang A.2. zu finden.
Ausgabe von Schnittkräften
Schnittkräfte bzw. Knotenkräfte sind die Kräfte, die innerhalb eines Körpers an einem Schnitt wirken. Sie resultieren aus den außen anliegenden Kräften und den Materialeigenschaften (Gl.2.3). Schnittkräfte sind für die dynamische Belastungsanalyse erforderlich, damit nachgewiesen werden kann, dass innerhalb des Materials keine Spannungen auftreten, die über die zulässigen Spannungen hinaus gehen. (Gl.2.4)
SIMPACK bietet zur Zeit keine Möglichkeit, Kräfte innerhalb eines flexiblen Körpers auszugeben. An den Verbindungen zwischen zwei Bodies können diese als sogenannte Joint-Forces ausgegeben werden. Möchte man diese Kräfte dennoch erhalten, so gibt es 2 Möglichkeiten dazu:
1. Ein Export der berechneten Ergebnisse in ein FE-Programm, mit dem dann die Knotenkräfte für jedes Element bestimmt werden können. Für diesen Export dient die LOADS-Schnittstelle von SIMPACK.
2. Ein Aufbau des Modells aus mehreren Bodies. Das Modell wird aus einzelnen Bo- dies so zusammengebaut, dass an den gewünschten Ausgabepunkten jeweils ein Joint
2. Modellaufbau in SIMPACK
zwischen den Bodies existiert. Dieser Joint besitzt dann 0 Freiheitsgrade. Die flexible Balkenstruktur muss für alle Bodies einzeln bestimmt und zugewiesen werden.
Zukünftige Versionen von SIMPACK sollen die Möglichkeit der Ausgabe von Schnittkräften beinhalten. [Simpack-Support]
2.3. Aufbau als Mehrkörper-Modell
Hier soll gezeigt werden, dass es theoretisch auch ohne die Nutzung von FE möglich ist, das statische und dynamische Verhalten des Turmes zu simulieren. Der Grundgedanke bei diesem Modell besteht darin, dass ein flexibler Körper dadurch idealisiert wird, indem man ihn aus mehreren festen Körpern erstellt, und diese flexibel mit Federn verbindet. Hierzu werden Federelemente verwendet, die zwischen den Turmsegmenten befestigt sind und eine Verschiebung in der horizontalen Ebene zulassen. Eine Biegung des Turmes sollte danach wie in Abb.2.8. dargestellt aussehen. Eine durch die Massenschwerpunkte der einzelnen Bodys gelegte Kurve sollte der tatsächlichen Biegelinie des Turmes näherungsweise entsprechen. Bei einer entsprechenden Anzahl von Elementen sollte auch die Berechnung der ersten Eigenfrequenzen möglich sein.
Fazit: In mehreren Ansätzen ließen sich die Federsteifigkeiten für die einzelnen Segmente nicht exakt berechnen. Weder die Turmkopfauslenkung noch die Eigenfrequenzen des Mehrkörpermodells lagen im Erwartungsbereich. Der Aufwand für die Weiterverfolgung die- ses Modellierungskonzepts erschien unvertretbar hoch. Ein entsprechender Ansatz ist von
25
2. Modellaufbau in SIMPACK
der TU Dresden veröffentlicht worden TU-Dresden, 1997 Dieser Ansatz wurde hier nicht
weiter verfolgt, da er den Rahmen dieser Arbeit übersteigen würde
3. Programmiertechnische
Erweiterungen
Für die Simulation von WEA und die Berechnung der Belastung, die eine Anlage während ihrer Laufzeit erfährt, ist es ist es notwendig, die WEA Lastfällen auszusetzen, welche der Realität annähernd entsprechen. Hauptursache der Belastungen bei einer WEA ist der Wind. Am Beispiel des Turmes werden in diesem Kapitel die Methoden der Simulation gezeigt. Hierzu werden als Grundlage für die Lastberechnung tabellierte Windfelder benutzt, welche für ein Zeitintervall die Windstärken und Windrichtungen in einem bestimmten Koordinatenbereich darstellen.
Gezeigt wird der Aufbau einer softwaretechnischen Lösung, die auf Basis dieser Winddateien Kräfte und Momente berechnet, und diese auf den Turm wirken lässt. Des weiteren wird untersucht, wie weit sich der Aufbau eines Simulationsmodells auf der Basis von tabellierten Eingabeparametern automatisieren lässt. Aufgrund der großen Ähnlichkeit der Turmgeometrien bei verschiedenen WEA soll es ermöglicht werden, das Modell des Turms anhand einer Parameterliste automatisch zu generieren.
3.1. Berechnung von Windlasten
Wind ist örtlich und zeitlich variabel. Das bedeutet, dass an jedem Punkt zu jedem Zeitpunkt sowohl Windgeschwindigkeit als auch Richtung zu ermitteln sind. [Eggleston und Stoddard,
1987] Als Eingabewerte für die Windlastberechnung werden Winddateien benutzt. In diesen Winddateien werden für eine Anzahl an Raumpositionen und Zeitschritten Windgeschwindigkeiten aufgeteilt in X-, Y- und Z-Komponenten gespeichert. Die Winddatei
In der Winddatei werden Windgeschwindigkeiten zu verschiedenen Raumpunkten gespeichert. Die Geschwindigkeiten sind als Vektoren gespeichert.
~ v a fX; Y; Zg
(3.1)
3. Programmiertechnische Erweiterungen
Diese Vektoren sind in einer 3-dimensionalen Matrix angeordnet, deren Y- und Z-Achse die Fläche aufspannen, die in einem Zeitschritt auf das Simulationsmodell trifft. Die X-Achse stellt die Zeitachse dar. Die Zeitachse wird mir der durchschnittlichen Windgeschwindigkeit durchschritten. Es kann also für jeden Knotenpunkt im Raum die Windrichtung und Windgeschwindigkeit ermittelt werden. Werte zwischen den Knoten können interpoliert werden, siehe Kapitel 3.4.4. und Abb.3.6.
Da sich der Turm mit der auf ihn wirkenden Last verformt Abb.3.2., muss die Berechnung der Ersatzkräfte und -momente im lokalen Koordinatensystem des jeweiligen Knotens erfolgen.
3. Programmiertechnische Erweiterungen
Deshalb muss der Windvektor zunächst aus dem globalen System in das Lokale transformiert werden.
Da der Turm durch die Einwirkung von wechselnden Windlasten in Schwingung gerät, ist es erforderlich, die Windgeschwindigkeit relativ zur Eigenbewegung des Turms an den einzelnen Knotenpunkten zu bestimmen.
Hierbei gilt für die relative Windgeschwindigkeit aus Sicht des Knotens am Turm:
v W i nd ~ v r e l at i v a ~ v Kno t e n
Die Berechnung der, aus der Windgeschwindigkeit resultierenden, Kräfte und Momente erfolgt für die beiden horizontalen Achsen (X, Y) in 3 Schritten. Entlang der vertikalen Z-Achse treten nur Reibungskräfte auf, die vernachlässigbar sind.
1. Berechnung des Staudrucks
Die Formel zur Berechnung des Drucks im Staupunkt eines Turms lautet: p a ¡ v 2
3. Programmiertechnische Erweiterungen
2. Berechnung der Streckenlast des Windes an einem Querschnitt des Turms
q a p ¡ c w ¡ D
3. Berechnung der Ersatzkräfte und -momente gegen den Punkt, die einer Streckenlast entsprechen
Die allgemeine Formel zur Berechnung der Ersatzkräfte und -momente für die Streckenlasten q 1 und q 2 lautet: [Grote und Feldhusen, 2004]
Hieraus ergeben sich für den Anwendungsfall „Ersatzkräfte und -momente für die Strecken- last gegen einen Punkt am Turm“ (siehe auch: Abb.3.3.) die folgenden Gleichungen:
3. Programmiertechnische Erweiterungen
Da diese Berechnung für alle Knoten des Turms erfolgt, ergibt sich aus allen berechneten Kräften und Momenten die gesamte Streckenlast gegen den Turm. Der gesamte Ablauf die- ser Berechnung als USR wird im Folgenden gezeigt.
3. Programmiertechnische Erweiterungen
3.2. Die Programmierschnittstellen
Die Abb.3.4. zeigt die Schnittstellen, die SIMPACK zur Einbindung und Ausführung von eigenem Programmcode bietet. Die hauptsächlich in dieser Arbeit behandelten USR werden nachfolgend näher beschrieben. Das Kapitel 3.5. befasst sich mit der Steuerung von SIMPACK über QT-Script. Der in Kapitel 3.6. beschriebene Excel-Preprozessor stellt keine direkte Schnittstelle zu SIMPACK dar, kann aber Modelldateien in einem SIMPACK kompatiblen Format erzeugen.
User defined Subroutines
SIMPACK bietet die Möglichkeit eigene Elemente in Form von programmierten Subroutinen einzubinden. SIMPACK speichert diese in einer eigenen DLL-Bibliothek. Als Programmiersprachen werden C und Fortran unterstützt. Abb.3.5.
Bei dieser Bachelorarbeit wird Fortran als Programmiersprache genutzt, da sich diese Sprache sehr gut für die programmtechnische Umsetzung von mathematischen Formeln eignet und der Umgang mit mehrdimensionalen Arrays hier besser gelöst ist als in C. Um Fortran-Routinen aus SIMPACK heraus kompilieren und linken zu können, wird der Compaq Visual Fortran Compiler in der Version 6.1 oder höher benötigt. [Compaq-Fortran, 1999] Freie Compiler wie gfortran funktionieren hierbei nicht, weil der Sprachumfang des Compaq Compiler zusätzliche C Sprachelemente wie include und Preprozessor-Anweisungen ent- hält. Diese sind ein notwendiger Bestandteil der SIMPACK Userroutinen. [SIMPACK, 2005]
3. Programmiertechnische Erweiterungen
3.3. Bestandteile der User Routinen
3.3.1. Beschreibung des Aufbaus der Userroutinen
Da Simpack zu verschiedenen Zeitpunkten auf die USR zugreift, muss die Programmierung anhand eines vorgegebenes Templates erfolgen. Abb.3.6.
Die Routinen uforce_setup(: : :) und uforce(: : :) bekommen einen Integer-Wert task übergeben. Dieser dient dazu, dass während des Aufrufs nur bestimmte Teile der Routine ausgeführt werden. Hierzu muss der jeweilige Programmcode an den entsprechenden Stel- len innerhalb eines Konstrukts wie hier dargestellt eingefügt werden.
3. Programmiertechnische Erweiterungen
IF ( task = 0 ) THEN
: : : ELSE IF ( task = 1 ) THEN
: : : ELSE IF ( task = 2 ) THEN
: : : ELSE IF ( task = 3 ) THEN
: : : ELSE IF ( task = 4 ) THEN
: : : END IF
3.3.2. uforce_type(: : :)
- Festlegung des Namens der USR - Festlegung des Elementtyps (ID)
3. Programmiertechnische Erweiterungen
3.3.3. uforce_setup(: : :)
Task 0:
Wird zum Zeitpunkt des Modellsetups kontinuierlich ausgeführt und stellt das Benutzerinterface für die USR bereit.
Task 1:
Wird einmalig nach dem Laden des Modells und kontinuierlich während des Setups aufgerufen. Dient der Festlegung von Ein- und Ausgabetypen.
Task 2:
Öffnen von Dateien, Überprüfung von Eingabeparametern und Vorabberechnungen.
Task 3:
Einmaliger Aufruf nach der Zeitintegration zum zurücksetzen von Werten.
Task 4:
Wird nach Abschluss aller Berechnungen aufgerufen. Schließen von geöffneten Dateien
Task 5:
Setzen von Default-Parametern für die Eingabe. Wird nur aufgerufen, wenn im Benutzermenü des Kraftelements die „Default-Parameter“ gewählt werden.
3.3.4. uforce(: : :)
Die Routine uforce(: : :) wird zu jedem Zeitschritt aufgerufen. Task 0 wird immer ausgeführt, die Ausführung der anderen Tasks ist abhängig von den in SIMPACK eingestellten Berechnungsoptionen.
Task 0:
Enthält die Arrays force und torque welche mit den Kräften und Momenten für alle Achsen beschrieben werden. Diese werden nach Ausführung der Routine von SIMPACK auf das System aufgebracht um die Verschiebungen und Zustände aller Elemente des MKS-Modells neu zu berechnen (Rechte Seite Gl.2.1).
3. Programmiertechnische Erweiterungen
Task 1:
Hier können alternative Berechnungsalgorithmen stehen, die ausgeführt werden können wenn sich die Berechnungsfunktionen in Task 0 unstetig verhalten.
Task 2:
Hier kann der Zustand des Modells zurückgesetzt werden.
Neben diesen fest von SIMPACK benötigten Subroutinen, können zur Strukturierung des Programmcodes weitere eigene Subroutinen im Programmcode enthalten sein.
3.4. Programmierung des Kraftelements
Dieser Abschnitt enthält die konkrete programmtechnische Umsetzung der Kraftkomponente auf die USR. Voraussetztungen:
Für die korrekte Arbeitsweise der hier beschriebenen USR ist es erforderlich, dass an jedem Kraftangriffspunkt am Modell diese USR angebracht wird, siehe Abb.3.7. Für jeden dieser Punkte wird ein Eintrag in die Parameterdatei benötigt. Der Ausgangspunkt aller USR-Kraftelement muss das Referenzkoordinatensystem Isys sein. Des Weiteren muss das Format von Parameter- und Winddatei strikt eingehalten werden.
Die Berechnung besteht aus:
1. Bestimmen der Position im Koordinatensystem 2. Interpolation des Windvektors 3. Berechnung der Kräfte und Momente nach Kapitel 3.1.
3. Programmiertechnische Erweiterungen
Die genauen Schritte und deren Umsetzung auf die USR sind nachfolgend im Detail beschrieben.
3.4.1. Die Parameterdatei:
Zur Berechnung des Staudrucks am Turm und der daraus resultierenden Lasten werden Informationen über die geometrische Form der Turmsegmente benötigt, siehe Gl.3.4. SIMPACK bietet keine Systemfunktion, die es ermöglicht die Parameter von Schnittsektionen abzurufen. Dies und die Notwendigkeit, dass zu jedem Knoten die Nachbarknoten bekannt sein müssen, macht es erforderlich, dass die USR zusätzliche Informationen erhalten müssen. Als Lösung wurde hier eine zusätzliche Parameterdatei angelegt, die die Durchmesser und die Bezeichnungen der Marker der einzelnen Schnittsektionen enthält. Durch die An-ordnung innerhalb der Parameterdatei ergibt sich die Reihenfolge der Marker auf dem Turm.
Zusätzlich werden in der Parameterdatei die Luftdichte und
der c
w
-Wert, die für das Modell gelten, gespeichert. Die Parameterdatei hat den folgenden Aufbau:
<>
3.4.2. Die Winddatei:
Alle Parameter der Winddatei werden als Header in der ersten Zeile der Datei in folgender Form gespeichert:
3. Programmiertechnische Erweiterungen
3.4.3. uforce_setup(: : :)
Task 0:
Im Task 0 erfolgt der Aufruf des Benutzerdialogs. Dieser Task wird während des Modellsetups kontinuierlich ausgeführt. Hier werden als Parameter die Pfade zur einzulesenden Wind- und Parameterdatei benötigt.
Task 1:
Hier muss die Variable res_flg mit dem Wert 3 initialisiert werden, damit die USR sowohl Kräfte als auch Momente zurückgibt.
Task 2:
Hier werden die Wind- und Parameterdateien geöffnet und in globalen Arrays gespeichert. So sind zur Berechnungszeit alle relevanten Daten bereits im Hauptspeicher vorhanden und es müssen keine Dateizugriffe mehr erfolgen. Dies ist deutlich effizienter, da die Größe der Winddatei durchaus mehrere MB betragen kann.
Die Wind- und Parameterdaten werden in COMMON-Blöcken als globale Variablen gespeichert. Dadurch erhalten sie fest reservierte Speicherbereiche im Hauptspeicher, die von allen USR aus erreichbar sind.
Die Winddatei wird mit der Subroutine readWindFile(. . . ) in ein Array mit den Dimensionen (T M ax , Y M ax , Z M ax , 3) eingelesen. Anschließend werden die Dateien wieder geschlossen. Das Schließen kann schon im Task 2 erfolgen, da während der Berechnung keine Dateizugriffe mehr erfolgen.
Da die Routine uforce_setup(. . . ) für jeden Knoten gegen den diese Kraft wirken soll einmal aufgerufen wird, muss hier abgefragt werden, ob die Dateien schon eingelesen wurden. Sonst würden die Wind- und Parameterdatei im Falle des S88 Modells 30 mal gelesen und überschrieben werden. Was sich bei einer Winddatei von meherern MB deutlich in der Ladezeit bemerkbar macht.
3.4.4. uforce(: : :)
Task 0:
Aufrufe der Berechnungsroutinen. Pseudocode der Routine: siehe Anhang
3. Programmiertechnische Erweiterungen
Folgende Schritte sind notwendig:
1. An jedem Knoten den globalen Windvektor räumlich interpolieren
2. Für das aktuelle Element die Transformationsmatrix aufbauen 3. Lokale Windgeschwindigkeit am Knoten und den beiden Nachbarknoten des Elements bestimmen
4. Streckenlast für die Knoten bestimmen 5. Aus den Streckenlasten die Ersatzkräfte und -momente bestimmen 6. Rücktransformation des Kraft- und Momentenvektors ins globale Koordinatensystem
Der Windvektor am aktuellen Knoten wird durch Interpolation über alle 3 Koordinatenachsen bestimmt.
Der Zusammenhang zwischen der geometrischen Position im Raum und den Feldindizes im Array ergeben sich folgendermaßen:
Index t a time=¡T C I
39
3. Programmiertechnische Erweiterungen
mit Index t Feldindex für Zeit-Werte
Index Y Feldindex für Y-Werte (Horizontal)
Index Z Feldindex für Z-Werte (Vertikal)
time Aktueller Zeitschritt in der Simulation
T
Abstand zwischen 2 Zeit-Positionen
Y
Abstand zwischen 2 Y-Positionen
Z
Abstand zwischen 2 Z-Positionen
Y Of f s e t Offset der Y-Positionen
Z Of f s e t Offset der Z-Positionen
Da die Indizes für die einzelnen Achsen Integer-Variablen sind, werden die Nachkomma-
stellen der Berechnung abgeschnitten. Daraus ergibt sich, das Positionen, die zwischen 2
St ützpunkten liegen, den Index der niedriegeren Stützstelle erhalten. Dies bedeutet, dass
die Interpolation Abb.3.8. für jede Achse zwischen den Werten am berechneten Index und
dem Index 1 erfolgen muss.
Die vollständige Routine zum Finden von Positionen im Windfeld und Interpolieren von Zwi-
schenwerten ist im Anhang A.3.2. als Pseudocode beschrieben.
Nach Abschluss der Berechnung werden den Arrays force und torque die für alle Achsen be-
rechneten Ergebnisse zugewiesen. force und torque sind globale Felder, die von SIMPACK
ausgewertet werden. Diese nutzt SIMPACK als Eingabeparameter für die Simulation des
physikalischen Verhaltens des Modells
3. Programmiertechnische Erweiterungen
3.5. Skript-Datei zur automatisierten Berechnung und Ausgabe
SIMPACK bietet die Möglichkeit Abläufe der Berechnung und Ausgabeerstellung per Scriptdatei zu automatisieren. Als Sprache steht hierzu QT-Script for Applications (QSA) zur Verfügung [QSA-Dokumentation, 2005]. In der mit SIMPACK gelieferten Version bietet QSA Funktionen zum Aufruf von Zeitintegrationen und zur Steuerung des Post-Processing Moduls von SIMPACK.
Aufruf aus der SIMPACK Komandozeile mit:
spckgui -s
Ein vollständiges Beispiel herzu ist im Anhang A.6. zu finden.
Zeitintegration: Im hier behandelten Modell bezeichnet eine Zeitintegration die numerische Berechnung von Kräften und Momenten, die auf das Modell wirken und der daraus resultierenden Verformungen des Modells.
Zunächst wird die Formatierung für die ASCII Ausgabe definiert. Mit Process.execute wird die Zeitintegration ausgeführt. Anschließend wird das Ausgabetemplate AlleSchnitte.spf geöffnet und die Zusammenstellung von Ergebnissen, welche in dem Template angegeben ist in das ASCII File ascii_export.csv exportiert. Diese csv-Files (comma seperated values) können standardmäßig von Programmen wie MatLab oder Excel eingelesen und in Tabellen aufbereitet werden.
Das SIMPACK-Plot-File (.spf) ist ein in XML geschriebenes Template, welches die Zusammenstellung, Anordnung und Darstellungsweise von Ergebnissen aus SIMPACK Berechnungen beschreibt.
Der Funktionsumfang für die SIMPACK-Skript Dateien ist allerdings auf das Starten von zu-vor festgelegten Zeitintegrationen und die Formatierung und Ausgabe der Ergebnisse beschränkt. Es dient also im wesentlichen zum erstellen von Batch-Jobs.
3.6. Automatisierung bei der Erstellung von Modellen
Die Erstellung eines Turmmodells in SIMPACK, welches den gestellten Anforderungen ent- spricht ist über die SIMPACK Oberfläche sehr zeitaufwendig und umständlich. Der GL Wind
3. Programmiertechnische Erweiterungen
berechnet viele unterschiedliche Modelle von WEA in kurzer Zeit. Der Aufbau eines WEA-Modells soll nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. Daraus ist der Wunsch entstanden, die Parameter, die zum Aufbau eines Modells benötigt werden, tabelliert einzulesen und weite Teile des Aufbaus zu automatisieren. Als erster Schritt ist hierzu ein Programm zu realisieren, welches eine Eingabe der Turmparameter in tabellierter Form ermöglicht, und aus diesen Daten ein SIMPACK-Systemfile erzeugt. Dies ist eine ASCII-Datei, welches das komplette SIMPACK-Modell beschreibt. Der nächste Schritt besteht darin, die Erzeugung der FE-Strukturen mit SIMBEAM und das Wiedereinlesen mit FEMBS zu automatisieren.
Generierung von SIMPACK-System-Files
Alle in einem SIMPACK-Projekt enthaltenen Objekte werden von SIMPACK in einer ASCII- -Excel undseine Erwei-Datei gespeichert. Das Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft R
terungsmöglichkeiten durch Visual Basic for Applications (VBA) stellen eine gute Plattform, zur Erstellung von SIMPACK-Files aus Tabellierten Eingabewerten dar. Für die Erstellung des System-Files werden die Parameter der einzelnen Knotenpunkte des Turmes (Höhe, Durchmesser, Wandstärke) aus vorher festgelegten Tabellenfeldern eingelesen. Anschliessend werden per VBA-Makro für alle Knoten Schnittsektionen, Marker und Kraftelemente generiert, und als ASCII-String in eine Datei geschrieben. Parallel zu der Erstellung des System-Files wird innerhalb des Makros auch die Parameterdatei erzeugt, die für die USR benötigt wird. Diese benötigt die selben Parameter in einem für Fortran lesbaren Format.
4. Ergebnisse
4.1. Vergleich der Ergebnisse von SIMPACK und RSTAB
Um herauszufinden, ob die Rechenergebnisse von SIMPACK und RSTAB überhaupt plausibel sind wurde zunächst überprüft, ob die von diesen Programmen berechneten Modellparameter gleich sind. Hier zu wurden wie in Abb.4.1. gezeigt, die Materialsteifigkeiten für die Biegung um die horizontalen Achsen (X und Y) der beiden Turmmodelle an ihren einzelnen Schnitten verglichen. Die Steifigkeiten bestimmen sich aus Querschnittsfläche, geometrischer Form und den Materialeigenschaften an den einzelnen Schnitten des Modells. Diese Werte wurden von SIMPACK und RSTAB identisch berechnet. Dementsprechend kann hier gesagt werden, dass beide Modelle das selbe Biegeverhalten besitzen.
Abbildung 4.1.: Materialsteifigkeiten der einzelnen Schnitte in SIMPACK und RSTAB
4. Ergebnisse
4.1.1. Statische Belastung
SIMPACK-Modell (1 Body mit 30 Knoten)
SIMPACK
RSTAB: Einspannung: Fest Turmkopfmasse: Enstprechend S88 Lastbericht Kraft in X-Richtung: 100 kN gegen den Turmkopf
Abbildung 4.2.: Vergleich der Biegelinien zwischen SIMPACK und RSTAB
Es ist aus Abb.4.2. ersichtlich, dass die Biegelinie des mit SIMPACK berechneten Modells fast exakt mit der des RSTAB-Modell übereinstimmt. Die Abweichungen liegen weitgehend innerhalb der Toleranzgrenzen (¦ 3%). Tabelle 4.1.
44
4. Ergebnisse
Segment Höhe Abweichung
m
1 0
2 4,96 3,71
3 7,4 3,31
4 9,84 2,89
5 12,28 2,45
6 14,72 2,2
7 17,29 1,59
8 19,86 1,18
9 24,74 0,52
10 27,18 0,25
11 29,62 0,04
12 32,16 2,3
13 34,61 -0,27
14 37,15 -0,34
15 39,59 -0,28
16 42,03 -0,35
17 46,91 -0,23
18 49,35 -0,14
19 51,79 -0,04
20 54,31 0,07
21 56,55 0,15
22 60,89 0,29
23 63,06 0,29
24 65,25 0,27
25 67,43 0,22
26 69,63 0,12
27 71,83 0,04
28 74,03 -0,18
29 76,24 -0,38
30 77,5 -0,47
Tabelle 4 1 : Abweichungen der Durchbiegungen zwischen SIMPACK und RSTAB
4. Ergebnisse
SIMPACK-Modell (2 Bodies mit jeweils 15 Knoten)
In Abb.4.3. ist der Vergleich des aus 2 Bodies bestehenden SIMPACK-Modells mit dem RSTAB-Modell zu sehen. Es ist hier deutlich zu erkennen, dass die Marker des unteren Bodies (die unteren 16 Diagrampunkte) recht genau mit denen des RSTAB-Modells übereinstimmen. In der oberen Hälfte laufen die Biegelinien deutlich auseinander. SIMPACK
RSTAB: Einspannung: Fest Turmkopfmasse: Enstprechend S88 Lastbericht Kraft in X-Richtung: 100 kN gegen den Turmkopf Für eine Erklärung hierzu siehe Kapitel 2.2.2.
Abbildung 4.3.: Vergleich RSTAB-Modell und SIMPACK-2-Bodies-Modell
46
4. Ergebnisse
Abbildung 4 4 : Modell des Turms in RSTAB (ausgelenkt)
47
4. Ergebnisse
Abbildung 4 5 : SIMPACK-Modell (ausgelenkt)
4. Ergebnisse
4.1.2. Dynamisches Verhalten
Die Eigenfrequenzen beider Modelle Tabelle 4.2. liegen leicht über den im Lastbericht der S88 [S88-Lastbericht, 2005] angegebenen Werten. Dies ist dadurch zu erklären, dass die Türme in RSTAB und SIMPACK fest eingespannt sind d.h. sie besitzen keine Freiheitsgrade am Fundament, im Gegensatz zu der weichen Einspannung, die dem Lastbericht der S88 zu Grunde liegt. Für genauere Eigenfrequenzen mus die Steifigkeit des Fundaments bestimmt und diese durch Federn im Modell dargestellt werden. Dieses Modell benötigt am Turmfuß dann Freiheitsgrade für die Verschiebung in X- und Y-Richtung und Rotation um X- und Y-Achse.
Die Abweichungen der ersten 3 Eigenfrequenzen vom SIMPACK-Modell im Vergleich zu dem mit RSTAB gerechneten Modell sind in Tabelle 4.2. dargestellt.
Tabelle 4.2.: Abweichungen der ersten 3 Eigenfrequenzen von SIMPACK zu RSTAB
4.2. Bewertung der Ergebnisse
Es konnte gezeigt werden, dass der mit SIMPACK erstellte Turm in seinem statischen und dynamischen Verhalten mit dem RSTAB Modell gut übereinstimmt. Die Abweichungen zwischen den Modellen liegen alle in einem tolerierbaren Bereich von weniger als 3%. Somit wurde gezeigt, dass SIMPACK Modelle von großen elastischen Strukturen wie dem hier be-handelten WEA-Turm ausreichend genau berechnet. Die Zeitreihen in Abb.4.6. und Abb.4.7. zeigen die von der USR zu jedem Zeitschritt neu berechneten Kräfte und Momente. In Abb.4.8. sind die Auslenkungen der hier betrachteten 3 Schnitte im Zeitverlauf zu sehen, die von den auf das Modell wirkenden Windlasten abhängen. Die der Berechnung zu Grunde liegende Winddatei hat eine mittlere Windgeschwindigkeit von 10 m/s mit einer Turbulenz von 50%. D.h. die Windstärke zu jedem Zeitschritt liegt zwischen 5 und 15 m/s. Die Schnitte liegen in den Höhen: • 27,18 m • 54,31 m • 77,5 m
49
4. Ergebnisse
Abbildung 4 6 : Zeitreihe: Kräfte an 3 Schnitten des Turms
50
4. Ergebnisse
Abbildung 4 7 : Momente um die Y-Achse an den 3 Schnitten des Turms
51
4. Ergebnisse
Abbildung 4 8 : Zeitreihe: Auslenkung in X-Richtung an 3 Schnitten des Turms
5. Fazit und Ausblick
Ziel dieser Bachelorarbeit war es, Teile eines Simulationsmodells zur Lastberechnung von WEA mit SIMPACK zu entwickeln. Im Vordergrund stand dabei die Erweiterung von SIMPACK über die USR-Programmierschnittstelle. Hier mussten, nach einer Einarbeitung in die Programmiersprache Fortran, Routinen entwickelt werden, die Dateien mit Wind-Zeitreihen einlesen. Innerhalb dieser Windfelder waren Windgeschwindigkeiten an einzelnen Punkten im Raum durch Interpolation zu bestimmen. Des weiteren wurden die physikalischen Formeln, um aus diesen hieraus Kräfte und Momente die auf das Modell wirken zu bestimmen, in Fortran umgesetzt.
Bevor mit der Programmierung der USR begonnen werden konnte, mussten zunächst die möglichen Konzepte zur Modellierung von WEA-Türmen analysiert werden. Zu dem Aufbau von Modellen mit großen elastischen Strukturen in einer MKS-Software wie SIMPACK existieren bisher wenig Erfahrungen. Innerhalb dieser Arbeit konnten Kenntnisse über die Funktionsweisen von SIMPACK und SIMBEAM gesammelt werden. Das Modellierungskonzept wurde durch die Analyse des Biegeverhaltens und der Eigenfrequenzen des Turms im Vergleich mit anderen Simulationsprogrammen validiert.
Danach erfolgte das Anbringen der USR auf das Turmmodell und die Überprüfung der Funktionsweise.
Ein automatisierter Ablauf von Berechnungen, wie die Zeitintegration und die formatierte Ausgabe von Ergebnissen wird mit Hilfe der Skriptsprache QSA als Batch-Job realisiert. Der Funktionsumfang dieser Sprache ist allerdings auf diese Anwendung beschränkt, so dass sich weitere Automatisierungen z.B. bei der Modellerstellung hiermit nicht realisieren lassen. Zur vereinfachten Modellierung von WEA-Türmen wurde in Excel ein Preprozessor geschrieben, der Turmparameter tabelliert einliest und daraus ein sIMPACK-Modell erstellt.
Es konnte in dieser Bachelorarbeit gezeigt werden, dass mit SIMPACK und seinen Programmierschnittstellen ein Simulationsmodell zur Berechnung von Windlasten aufgebaut werden kann. Ebenfalls wurde gezeigt, dass ein flexibles Modell eines WEA-Turms, mit dem FE-Modul SIMBEAM in seinem statischen und dynamischen Verhalten korrekt berechnet wird. Probleme bestehen noch bei der Ausgabe von Rechenergebnissen innerhalb der flexiblen Körper. Die Eigenform eines flexiblen Körpers wird nur für die Verschiebung des Turmkopfes
5. Fazit und Ausblick
gegenüber des Turmfußes bestimmt. Nur durch die Anbringung zusätzlicher Dummy-Körper an den einzelnen Schnittsegmenten kann eine Eigenform für alle Querschnitte bestimmt werden. Für die Ausgabe von Schnittkräften in flexiblen Körpern konnte noch keine Lösung gefunden werden, die den Modellierungsaufwand nicht extrem erhöht oder weitere FE-Programme benötigt.
Die nächsten anstehenden Arbeiten, um SIMPACK für die komplette Simulation von WEA nutzen zu können, ist die Modellierung eines Rotors mit SIMPACK und SIMBEAM. Hierzu müssen die USR angepasst werden, sodass neben dem Staudruck auch Auftriebskräfte von den Rotorblättern berechnet werden können. Die Routinen zum Einlesen und Interpolieren von Winddaten können dazu unverändert weiterverwendet werden. Falls die Notwendigkeit besteht, die Einflüsse des Modells auf das Strömungsverhalten des Windes genauer zu simulieren, müssen die USR durch Algorithmen aus dem Bereich der Computational Fluid Dynamics (CFD) erweitert werden [Anderson, 1995], [Krüger und Spieck, 2002]. Danach kann ein Zusammenbau der einzelnen Komponenten in SIMPACK erfolgen. (Ein MKS-Modell vom Triebstrang und Getriebe der S88 wird bei GL Wind zur Zeit entwickelt). Hier ist es dann wichtig, dass die Übertragung von Kräften und Momenten zwischen den einzelnen Baugruppen korrekt funktioniert.
Wenn zukünftige Versionen von SIMBEAM die Ausgabe von Schnittkräften aus einer FE-Struktur ermöglichen, wären einige Vereinfachungen bei der Modellerstellung von Turm und Blättern denkbar.
Literaturverzeichnis
[Simpack-Support ] : persönliche Kommunikation mit dem SIMPACK Support. Telefon, Email
[RSTAB ] RSTAB das räumliche Stabwerk. Ing.-Software Dlubal GmbH. - Version 5.14 [TU-Dresden 1997] : Methoden und Werkzeuge zum Entwurf von Mikrosystemen. Pader-born, 1997. - ISSN 2947-1413
[Compaq-Fortran 1999] Compaq Fortran Language Reference Manual. Digital Equipment Corporation. 1999. - Order-Number: AA-Q66SD-TK
[GLWind-Richtlinie 2003] : Guideline for the Certification of Wind Turbines. Germanischer Lloyd WindEnergie GmbH. 2003
[Wikipedia 2005] : Mechanische Simulation. http://de.wikipedia.org/wiki/Mechanische_Simulation.
2005
[QSA-Dokumentation 2005] : Qt Script for Applications. http://doc.trolltech.com/qsa-1.2.0/index.html. 2005
[SIMPACK 2005] : SIMPACK User Guide. INTEC GmbH. 2005
[INTEC-Angebot 2005] Wind Turbine Simulation with SIMPACK - In answer to Germanischer Lloyd Windenergie Anforderungen an MKS-Software. 2005. - Antwort auf Anfrage von GL Wind [windpower-monthly 2005] : Windpower Monthly. http://www.windpower-monthly.com.
2005
[S88-Lastbericht 2005] : Zertifikationsdokument für die Lastenberechnung. Suzlon Energy GmbH. 2005 [Anderson 1995] ANDERSON, John D.: Computational Fluid Dynamics. New York : McGraw-Hill Inc., 1995. - ISBN 0-07-113210-4
[Dowell 1980] DOWELL, Earl H.: A modern course in aerolastic. The Netherlandy : Sithoff
& Noordhoff, alpen aan den Rijn, 1980. - ISBN 90-286-0057-4
Literaturverzeichnis
[Eggleston und Stoddard 1987] EGGLESTON, David M. ; STODDARD, Forrest S.: Wind
Turbine Engineering Design. New York, USA : Van Nostrand Reinhold Company Inc., 1987. - ISBN 0-442-22195-9
[Grote und Feldhusen 2004] GROTE, Karl-Heinrich ; FELDHUSEN, Jörg: Dubbel Taschenbuch für den Maschinenbau. Berlin : Springer Verlags AG., 2004. - ISBN 3540221425 [Gummert und Reckling 1986] GUMMERT, Peter ; RECKLING, Karl-August: Mechanik.
Braunschweig : Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, 1986. - ISBN 3-528-08904-0
[Krüger und Spieck 2002] KRÜGER, W.-R. ; SPIECK, Heinrich. M.: Fluid Structure Coupling using CFD and multibody simulation methods. Braunschweig: ICAS 2002 Congress (Veranst.), 2002
[Ostermeyer 1997 / 1998] OSTERMEYER, G.P.: Mechanik I und II. Technische Universität Berlin, 1997 / 1998. - Vorlesungsskript
A. Anhang
A.1. Verwendetes Koordinatensystem
Abbildung A.1.: Turmfuß-Koordinatensystem [GLWind-Richtlinie, 2003]
Das raumfeste Turmfuß-Koordinatensystem das beim GL Wind einheitlich verwendet wird, hat seinen Ursprung im Schnittpunkt der Turmachse mit der Fundament-Oberkante. Es rotiert nicht mit der Gondel. Es entspricht dem Koordinatensystem, welches SIMPACK für den Reference Frame verwendetet. Der globale Windvektor muss in diesem Koordinatensystem dargestellt sein.
A. Anhang
A.2. Eigenformen des Turms
Hier werden die extremsten Verformungen der Eigenformen gezeigt. Diese Form nimmt der Turm bei einer Anregung ind der jeweiligen Eigenfrequenz an. Die seitliche Auslenkung der Schnitte wurde mit dem Faktor 1000 überzeichnet dargestellt.
1. Eigenform
58
A. Anhang
2. Eigenform
Abbildung A 3 : 2 Eigenform
59
A. Anhang
3. Eigenform
Abbildung A 4 : 3 Eigenform
A. Anhang
A.3. Pseudocode
Hier sind die wichtigsten, in dieser Arbeit programmierten, Routinen als Pseudocode dargestellt. Die Syntax des hier verwendeten Pseudocode orientiert sich an der verwendeten Programmiersprache Fortran.
A.3.1. Aufruf mit jedem Zeitschritt
Dieser Code befindet sich im Task 0 der uforce() Routine. Er wird zu jedem Berechnungsschritt einmal aufgerufen.
! Finden der Position count in der Parameterdatei
count = 1
DO WHILE
(count < Anzahl Marker auf dem Turm) Hole ID des Markers
IF (aktueller Marker = unterster Marker) THEN
Interpoliere globalen Windvektor für Knoten(count)
Interpoliere globalen Windvektor für Knoten(count+1) Transformiere Windvektor für Knoten(count) in lokale Koordinaten
Transformiere Windvektor für Knoten(count+1) in lokale Koordinaten
Berechne Streckenlast für Knoten(count) Berechne Streckenlast für Knoten(count+1) Streckenlast für Knoten(count-1) = 0 Länge Strecke 1 = 0
Länge Strecke 2 = Höhe Knoten(count+1) - Höhe Knoten(count)
ELSE IF (aktueller Marker = oberster Marker) THEN
A. Anhang
Interpoliere globalen Windvektor für Knoten(count)
Interpoliere globalen Windvektor für Knoten(count-1) Transformiere Windvektor für Knoten(count) in lokale Koordinaten Transformiere Windvektor für Knoten(count-1) in lokale Koordinaten Berechne Streckenlast für Knoten(count) Berechne Streckenlast für Knoten(count-1) Streckenlast für Knoten(count+1) = 0 Länge Strecke 1 = Höhe Knoten(count) - Höhe Knoten(count-1) Länge Strecke 2 = 0
ELSE
Interpoliere globalen Windvektor für Knoten(count)
Interpoliere globalen Windvektor für Knoten(count-1) Interpoliere globalen Windvektor für Knoten(count+1) Transformiere Windvektor für Knoten(count) in lokale Koordinaten Transformiere Windvektor für Knoten(count-1) in lokale Koordinaten Transformiere Windvektor für Knoten(count+1) in lokale Koordinaten Berechne Streckenlast für Knoten(count) Berechne Streckenlast für Knoten(count+1) Berechne Streckenlast für Knoten(count-1) Länge Strecke 1 = Höhe Knoten(count) - Höhe Knoten(count-1) Länge Strecke 2 = Höhe Knoten(count+1) - Höhe Knoten(count)
END IF
Berechne Ersatzkräfte und -Momente für Knoten(count)
A. Anhang
A.3.2. Interpolation des zu der Position eines Markers gehörenden Windvektors.
Die Routine getWindAtPosition() bestimmt die 8 Knotenpunkte die einen Raumpunkt umgeben und ruft die Subroutine TrilinInterpol() auf, die den Windvektor an dem Raumpunkt interpoliert.
SUBROUTINE getWindAtPosition(. . . )
Bestimmung der Position des Markers im globalen Koordinatensystem Zähler countT, countY, countZ auf Position im Windfeld unterhalb der Markerposition setzen (für alle 3 Achsen)
countZ = (pos(3) / ¡Z) - (Z Of f s e t / ¡Z) + 1 countY = (pos(2) / ¡Y) - (Y Of f s e t /¡Y) + 1 countT = time / ¡T +1
IF (pos(2) < Y Of f s e t + ¡Y) THEN
countY = 1 END IF
IF (pos(3) < Z Of f s e t + ¡Z) THEN countZ = 1 END IF
Erstelle Matrix (2,2,2,3) für Positionen der
8 Windvektoren, die den Marker umgeben
Erstelle Matrix (2,2,2,3) für Werte der
8 Windvektoren, die den Marker umgeben
IF (Markerposition < 1. Z-Position) THEN
Positionsmatrix wo Z = countZ 0 setzen Wertematrix wo Z = countZ 0 setzen END IF
IF (Markerposition >= letzte Z-Position) THEN
Positionsmatrix wo Z = Z M ax +1 auf Z M ax setzen Wertematrix wo Z = Z M ax +1 auf Z M ax setzen END IF
A. Anhang
IF (Markerposition < 1. Y-Position) THEN
Positionsmatrix wo Y = countY 0 setzen Wertematrix wo Y = countY 0 setzen END IF
IF (Markerposition >= letzte Y-Position) THEN Positionsmatrix wo Y = Y M ax +1 auf Y M ax setzen Wertematrix wo Y = Y M ax +1 auf Y M ax setzen END IF
IF (Zeit >= letzter Zeitpunkt) THEN
Positionsmatrix wo t = T M ax +1 auf T M ax setzen Wertematrix wo t = T M ax +1 auf T M ax setzen END IF
axisCount = 1
DO WHILE (axisCount <= 3)
Trilineare Interpolation zur Bestimmung des Windvektors an der Markerposition für Achse axisCount Hole Geschwindigkeitsvektor des Markers aus SIMPACK Wind(axisCount) = Wind(axisCount) - Eigenbewegunng axisCount = axisCount + 1 END DO RETURN Wind END
A. Anhang
Die Routine TrilinInterpol() interpoliert eine Position in einem 3-Dimensionalen Quader, der durch 8 Knotenpunkte definiert wird.
SUBROUTINE TrilinInterpol(. . . )
! Siehe hierzu auch Abb.3.7.. Lineare Interpolation der X-Achse bei Y = 1 und Z = 1 Lineare Interpolation der X-Achse bei Y = 2 und Z = 1
Lineare Interpolation der Y-Achse zwischen den interpolierten X-Werten bei Z = 1
Lineare Interpolation der X-Achse bei Y = 1 und Z = 2
Lineare Interpolation der X-Achse bei Y = 2 und Z = 2
Lineare Interpolation der Y-Achse zwischen den interpolierten X-Werten bei Z = 2
Lineare Interpolation der Z-Achse zwischen den interpolierten Y-Werten RETURN interpolierter Wert END
SUBROUTINE LinInterpol(. . . )
IF (x1 = x0) THEN ! Division durch 0 abfangen
res = f0 ELSE
res = f0 + ((f1-f0) / (x1-x0)) * (x-x0) END IF RETURN res END
A. Anhang
A.3.3. Aufruf der Einleseroutinen
Dieser Code befindet sich im Task 2 der uforce_setup() Routine. Er wird vor dem Start einer Zeitintegration einmalig aufgerufen.
Überprüfe ob Winddatei existiert
IF (Winddatei existiert) THEN IF (Winddatei wurde noch nicht eingelesen) THEN Öffne Winddatei Aufruf von readWindFile Schließe Winddatei End If ELSE
Fehlermeldung: "Winddatei existiert nicht" Beende USR END IF
Überprüfe ob Parameterdatei existiert
IF (Parameterdatei existiert) THEN IF (Parameterdatei wurde noch nicht eingelesen) THEN Öffne Parameterdatei Aufruf von readParameterFile Schließe Parameterdatei End If ELSE
Fehlermeldung: "Parameterdatei existiert nicht" Beende USR END IF
A. Anhang
A.3.4. Pseudocode der Routine zum Einlesen der Winddatei
SUBROUTINE readWindFile(: : :)
REWIND ! Zeiger auf Dateianfang setzen
! Einlesen des Headers:
READ Y Of f s e t , Z Of f s e t , ¡Y, ¡Z, ¡T, Y M ax , Z M ax , T M ax
countT = 1
DO WHILE (countT <= T M ax ) countY = 1 DO WHILE (countY <= Y M ax ) countZ = 1 READ ! Trennzeichen einlesen DO WHILE (countZ <= Z M ax )
countZ = countZ + 1
END DO countY = countY + 1 END DO countT = countT + 1 END DO END
A. Anhang
A.3.5. Einleseroutine für die Parameterdatei
SUBROUTINE readParameterFile(: : :)
REWIND ! Zurück zum Dateianfang
! Luftdichte und C W -Wert des Turms einlesen:
READ rho, cw
! Anzahl Datensätze einlesen:
READ maxcount
count = 1 ! Zähler initialisieren
DO WHILE (count <= maxcount) ! Alle Datensätze lesen ! Einlesen von Höhe, Durchmesser und Name des Markers am Knoten(count): READ Knotenwerte(count, 1), Knotenwerte(count, 2), markerbezeichner(count) count = count + 1 END DO END
A. Anhang
A.4. Parameterdatei
Beispielhafte Parameterdatei für einen WEA-Turm:
Die erst Zeile enthält die Luftdichte und den c w Wert des Turms. In der zweiten Zeile steht die Anzahl der Schnitte, die den Turm beschreiben. Danach folgen die Einzelnen Schnitte jeweils mit:
Höhe im globalen Koordinatensysten, Durchmesser, Bezeichnung des Markers. Diese Parameterdatei beschreibt einen fiktiven WEA-Turm, dessen Geometriedaten in keinem Zusammenhang mit denen der S88 stehen.
1.204 0.6
30
0.0 4.50 5.0 4.40 7.5 4.10 10.0 4.05 12.25 4.05 14.75 4.04 17.00 4.035 $M_Tower1_Seg7 19.50 4.035 $M_Tower1_Seg8
24.75 4.03 27.00 4.03 29.50 4.025 $M_Tower1_Seg11 32.00 4.025 $M_Tower1_Seg12 34.50 4.013 $M_Tower1_Seg13
37.25 4.01 39.50 4.01 42.00 4.00 47.00 4.00 49.25 3.95 51.75 3.90 54.25 3.85 56.50 3.80 60.75 3.75 63.75 3.70 65.25 3.65 67.50 3.60 69.75 3.55 71.75 3.50
69
A. Anhang
74.00 3.45 M Tower1 Seg28
76.25 3.40 M Tower1 Seg29
78.00 3 3 M Tower1 SegTT
A. Anhang
A.5. Winddatei
Auszug aus einer Winddatei mit:
Y Of f s e t = -10m, Z Of f s e t = 10m
¡Y = 10m, ¡Z = 10m, ¡T = 0,1m T M ax = 30, Y M ax = 3, Z M ax = 3
Durchschnittliche Windgeschwindigkeit = 10 m/s Turbulenz = 0,5
Die komplette Winddatei befindet sich auf der beiliegenden CD (wind.txt). zur Generierung von Winddateien kann die Excel-Vorlage generiereWindfile.xls verwendet werden.
-10 0 10 10 0.1 3 10 30
1 11.03 1.01 0 8.95 0.96 0 7.57 1.05 0 11.05 0.92 0 11.81 1.05 0 12.31 1.07 0 12.25 0.98 0 11.34 0.92 0 9.84 0.96 0 10.74 0.96 0 1 11.65 1.06 0 12.43 1.07 0 10.98 1.09 0 10.17 0.93 0 10.88 0.91 0 8 0.93 0 8.92 0.92 0 9.41 0.96 0 12.4 0.98 0 8.3 0.94 0 1 9.55 0.98 0 9.13 1.02 0 8.43 1.02 0
A. Anhang
9.79 1.07 0 11.43 0.98 0 12.1 1.02 0 9.64 0.93 0 10.97 1.07 0 7.61 1.01 0 9.65 1.03 0 1 10.07 0.99 0 9.52 0.96 0 8.72 1.09 0 9.45 0.98 0 8.28 1 0 10.64 1.01 0 12.19 1.03 0 9.45 0.93 0 9.8 1.05 0 11.66 0.91 0
...
A. Anhang
A.6. ASCII-Export Script
Beispiel für die automatisierte Berechnung einer Zeitreihe und anschließender Erstellung einer ASCII-Ausgabe mit QT-Script:
// --------------------// ASCII Export Settings // ---------------------AsciiExporter.setSeparator(";");
AsciiExporter.setTextIdentifier("\""); AsciiExporter.setNumericComma(","); AsciiExporter.setNumberFormat(AsciiExporter.FIXED); AsciiExporter.setPrecision(8); AsciiExporter.setValuesFiltered(true); AsciiExporter.setValuesInBounds(true); AsciiExporter.setObjectsInSeparateLine(Spck.PROJECT); AsciiExporter.setOneXColumnPerDiagram(true); AsciiExporter.setTextsToWrite(Spck.PROJECT|Spck.DIAGRAM| Spck.CURVE); AsciiExporter.setWriteUnits(false);
// ---------------------------------------------------------// Start the SIMPACK solver for model 30Schnitt_Simbeam_Modell_1Body // ---------------------------------------------------------Process.execute("simpack integ fullsbr D:/Hendrik/Bachelorarbeit/Models/Getting_Started/ 30Schnitt_Simbeam_Modell_1Body fg");
// --------------------------------------------------------// Open the Project and export the Curves in ascii format // ---------------------------------------------------------var SpckProject = Spck.openProject("D:/Hendrik/
Bachelorarbeit/Models/Getting_Started/ 30Schnitt_Simbeam_Modell_1Body.spf");
AsciiExporter.exportToFile(SpckProject,
"D:/Hendrik/Bachelorarbeit/Models/
A. Anhang
Getting_Started/ascii_export.csv"); Spck.closeProject(SpckProject);
Arbeit zitieren:
M.Sc. Hendrik Lippek, 2006, Beitrag zum Aufbau eines Simulationssystems für Windenergieanlagen mit SIMPACK, München, GRIN Verlag GmbH
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