Inhalt Inhalt Inhalt Inhalt
beobachten. 2
1. 1. 1. Einleitung und Einordnung. 2 1. Einleitung und Einordnung. 2 Einleitung und Einordnung. 2 Einleitung und Einordnung. 2
2. 2. 2. Warum und wozu Beobachtung? 2. Warum und wozu Beobachtung? 2 2 2 2 Warum und wozu Beobachtung? Warum und wozu Beobachtung?
3. 3. 3. Wahrnehmung. 3 3. Wahrnehmung. 3 Wahrnehmung. 3 Wahrnehmung. 3
4. 4. 4. Wie beobachtet man das Innenleben? 3 4. Wie beobachtet man das Innenleben? 3 Wie beobachtet man das Innenleben? 3 Wie beobachtet man das Innenleben? 3
5. 5. 5. Die gerichtete Aufmerksamkeit. 5. Die gerichtete Aufmerksamkeit. 4 4 4 4 Die gerichtete Aufmerksamkeit. Die gerichtete Aufmerksamkeit.
6. 6. 6. Die ungerichtete Aufmerksamkeit. 4 6. Die ungerichtete Aufmerksamkeit. 4 Die ungerichtete Aufmerksamkeit. 4 Die ungerichtete Aufmerksamkeit. 4
7. 7. 7. Bemerkenswert / Merkwürdig. 4 7. Bemerkenswert / Merkwürdig. 4 Bemerkenswert / Merkwürdig. 4 Bemerkenswert / Merkwürdig. 4
8. 8. 8. Von d 8. Von der Methode zur Haltung. 5 er Methode zur Haltung. 5 Von d Von d er Methode zur Haltung. 5 er Methode zur Haltung. 5
9. 9. 9. Neues im Kopf. 5 9. Neues im Kopf. 5 Neues im Kopf. 5 Neues im Kopf. 5
10. 10. 10. Kognitive Diskrepanz. 10. Kognitive Diskrepanz. 6 6 6 6 Kognitive Diskrepanz. Kognitive Diskrepanz.
11. Schwierigkeiten. 6 Schwierigkeiten. 6 Schwierigkeiten. 6 Schwierigkeiten. 6
Der Beobachter als Teil der Situation. 6
Der sichtbare Beobachter. 7
Risiken. 7
12. 12. 12. Vor 12. Vorteile. 8 teile. 8 teile. 8 teile. 8 Vor Vor
Beobachtung als Kommunikation. 8
Beobachtung als Wertschätzung. 8
Beobachtung als Grundlage von Dokumentation. 8
Beobachten als wohltuende Lebenseinstellung. 9
13. 13 13 Literaturverzeichnis 13 Literaturverzeichnis 11 11 11 11 Literaturverzeichnis Literaturverzeichnis
beobachten
Einleitung und Einordnung Einleitung und Einordnung Einleitung und Einordnung Einleitung und Einordnung
Was bedeutet eigentlich „beobachten“? Was tut man, wenn man beobachtet? Banale Fragen? Das klassische Bild eines Beobachters ist das eines Detektivs, der mit einem Loch in seiner Zeitung strategisch gut positioniert auf einer alten Parkbank sitzt. Wenn nun aber die Verdächtigen nicht verdächtig sind, sondern Kinder, kann man dann den Detektiv einfach durch einen Pädagogen ersetzen? Ist die löchrige Zeitung ein geeignetes Beobachtungsinstrument? Der Pädagoge möchte sicher mehr sehen, als das, was sich vor dem kleinen Guckloch abspielt.
Das Beobachten ist ein Instrument (unter anderen) des professionellen Handelns in der Frühpädagogik. Es ist - wie auch im alltäglichen Leben - Grundlage jeden Handelns. Darüber hinaus wird in der Bildungsvereinbarung NRW eine „beobachtende Wahrnehmung des Kindes“ als Basis „zielgerichteter Bildungsarbeit“ verstanden. 1 Damit pädagogisches Vorgehen nicht willkürlich oder gar schädlich wirkt, sollte es sich immer (u.a.) auf die Beobachtung stützen. Weitere unerlässliche Stützen, die sich mit Beobachtung in einem zyklischen Rhythmus abwechseln, sind die Verständigung mit dem Kind, der Einbezug theoretischer Konstrukte, die Reflexion, Austausch mit Kollegen/Eltern, Dokumentation, Folgerung und Planung, und sicher auch eine gute Portion Intuition.
Warum und wozu Beobachtung? Warum und wozu Beobachtung? Warum und wozu Beobachtung? Warum und wozu Beobachtung?
Nehmen wir als Beispiel eine Erzieherin und ein Kindergarten-Kind. Die Erzieherin beobachtet das Kind, um es genauer kennen zu lernen. Es geht hier nicht darum, sog. Entwicklungsverzögerungen (Kann das Kind auf einem Bein hüpfen?) oder Defizite im Hinblick auf schulische Anforderungen (Kann das Kind kleben und schneiden?) aufzudecken. Diese Fragestellungen beruhen auf normierten Checklisten; sie fordern dem Kind standardisierte Fähigkeiten und Leistungen ab. Sie implizieren ein modellhaftes und defizitäres Menschenbild, welches zu bedenklichem pädagogischem Handeln verleitet. Die Erzieherin beobachtet das Kind also, um zu erfahren, was für ein Mensch es ist, welche Vorlieben es hat und worüber es lacht. Der Erzieherin geht es auch darum, herauszufinden, welche Themen das Kind gerade beschäftigen, wie es mit verschiedenen Themen, Spielen oder Aufgaben umgeht, was es schon alles weiß und kann, und welche Fragen es sich stellt. Um Kinder mit ihrer Neugier, ihrer Selbsttätigkeit und ihren Selbstbildungspotentialen anzuerkennen und zu unterstützen, ist es elementar, ihre individuell verschiedenen Arten und Weisen des Wahrnehmens, des Denkens, des Handelns, des Ausdrucks und des Lernens zu sehen und zu fördern. Hier wird nach Interessen, Talenten und Möglichkeiten des Kindes gefragt; es handelt sich um eine kompetenzorientierte Beobachtung. 2 Dies impliziert ein
1 Ministerium für Schule, S. 7.
2 Vgl. Caritasverband: Beobachtung und Dokumentation, S. 8.
2
kompetentes Bild vom Kind. 3 Beobachtung ist also notwendig, um professionelle Bildungsarbeit leisten zu können.
Wahrnehmung Wahrnehmung Wahrnehmung Wahrnehmung
Wie beobachtet man denn nun? Zunächst einmal nimmt die Erzieherin das Kind wahr. Wahrnehmung ist ein konstitutiver Bestandteil von Beobachtung und ihr kommt dabei mehrfache Bedeutung zu. Die Erzieherin konzentriert sich zunächst auf ihre beiden Hauptfernsinne ‚sehen’ und ‚hören’. Was sie riecht ist selten, aber manchmal auch von Bedeutung. Später schenkt sie auch ihrer emotionalen Wahrnehmung Beachtung. Sie fragt sich, welche Gefühle das Gesehene und Gehörte in ihr auslösen. Aufgrund des Wahrgenommenen stellt die Erzieherin nun Vermutungen über die Wahrnehmung des Kindes an. Sie fragt sich: Was sieht das Kind? Was hört es? Was fühlt und spürt es (über die Haut)? Und welche Emotionen hat es bei all diesen sinnlichen Wahrnehmungen?
Doch auch wenn die Erzieherin die Informationen all ihrer Sinne nutzt, bleiben immer Bereiche außerhalb des menschlichen Wahrnehmungsvermögens. Die Erzieherin kann außerdem nur äußerliche Merkmale am Körper des Kindes sehen. Dazu zählen Verhalten, verbale und non-verbale Kommunikation. Die Erzieherin kann also auf Aktivitäten, Beschäftigungsfelder und Rhythmus des Kindes achten; was es tut, was es unterlässt und wie es etwas tut. Sie kann seine Haltung, seine Gestik, Mimik und seine Bewegungen wahrnehmen. Die automatischen Körpersignale des Kindes teilen der Erzieherin auf unbewusstem Wege eine Menge mit. Außerdem gewährt die Sprache des Kindes Einblick in sein Innenleben: Fragen und Aussagen, Wortwahl und Satzkonstruktion, Tonfall und Stimmlage, Lautstärke, Tempo, Rhythmus und Intonation, etc.
Wie beobachtet man das Innenleben? Wie beobachtet man das Innenleben? Wie beobachtet man das Innenleben? Wie beobachtet man das Innenleben?
Wie schafft die Erzieherin es nun, die Gedanken und Gefühle eines Kindes zu beobachten, wenn diese doch von außen gar nicht sichtbar sind!? Nun kommt der Punkt: Dadurch, dass sich Fühlen, Denken und Erleben des Menschen bei allen Exemplaren seiner Sorte immer bis zu einem gewissen Grad ähneln, ist die Erzieherin in der Lage, mithilfe von viel Empathie in Kombination mit ihrer eigenen Biographie, Hypothesen über die Gedanken und Gefühle des Kindes aufzustellen!
Ein Beispiel: Fällt ein Kind von der Wippe, könnte sich die Erzieherin den Schmerz und den Schreck vorstellen, den das Kind dabei empfindet. Hier schließt die Erzieherin von der Wahrnehmung der Situation auf das Empfinden des Kindes.
Noch ein Beispiel: Ein Kind kommt morgens blass, mit nach vorne gebeugtem Oberkörper, unsicherem Gang und weit geöffneten Augen in die Kita. Da ähnliche Gefühle bei den Menschen durch ähnliche Körpersignale zum Ausdruck kommen, könnte die Erzieherin darauf schließen, dass das Kind sich unwohl, verängstigt und/oder unsicher fühlt. Sie könnte vermuten, dass etwas zu Hause vorgefallen sei oder sich das Kind in den Räumen der Kita
3 Vgl. Schäfer: Bildung beginnt mit der Geburt, 20ff.
3
Arbeit zitieren:
Diplom-Pädagogin Anna Bachem, 2007, Beobachten als Instrument professionellen Handelns in der Frühpädagogik, München, GRIN Verlag GmbH
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