Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung und Gang der Untersuchung. 1
2. Grundlagen der Thematik 2
2.1 Life Cycle - Integrierter Produktlebenszyklus aus Produzentensicht 2
2.2 Life Cycle Costing 4
3. Ziele des Life Cycle Costings 7
4. Methoden des Life Cycle Costings. 9
4.1 Abschätzung von Kosten 10
4.2 Dynamische Investitionsrechnung 11
4.2.1 Kapitalwertmethode 11
4.2.2 Interne Zinsfußmethode 12
4.2.3 Annuitätenmethode 13
4.2.4 Dynamische Amortisationszeit 13
4.3 Deckungsbeitragsrechnungsbasierte Methoden 14
4.3.1 Life Cycle Costing auf Basis der Grenzplan- und Deckungsbeitragsrechnung 14
4.3.2 Life Cycle Costing auf Basis der relativen Einzelkosten-
und Deckungsbeitragsrechnung. 17
4.3.2.1 Deckungsanalyse 17
4.3.2.2 Break-even-Analyse mit alternativen Planwerten 18
4.3.2.3 Analyse der Kosten- und Erlösfestlegung. 18
4.4 Sensitivitätsanalysen für die Gefahren der Unsicherheit 19
5. Kritische Würdigung des Life Cycle Costing 19
6. Abschlussbemerkungen 22
1. Problemstellung und Gang der Untersuchung
Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit dem Thema Life Cycle Costing (deutsch: Lebenszyklus(kosten)rechnung) und konzentriert sich auf dessen Ziele, Methoden und Kritik. Dieses Verfahren des Kostenmanagements hat trotz seiner über 50 jährigen Vergangenheit an Aktualität nichts verloren und stellt, nicht zuletzt unter den folgenden, aktuellen Voraussetzungen, einen Kernpunkt der Forschung und Anwendung der Kostenrechnung dar.
Mit der zunehmenden Globalisierung und dem stetigen Wandel unserer Gesellschaft von einer Industrie- in eine Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft wird es für Unternehmen immer wichtiger, nachhaltige Wettbewerbsvorteile gegenüber Konkurrenten generieren. 1
Die folgenden, aus den beschriebenen Umständen resultierenden, Veränderungen steigern die Notwendigkeit neben den traditionellen periodenbezogenen Erfolgsrechnungen die Wirtschaftlichkeit von Produkten anhand von
periodenübergreifenden Erfolgsrechnungen zu beurteilen. 2
- Immer kürzer werdende Produktlebenszyklen von oft nur noch zwei bis fünf Jahren; 3
- Verlängerung von Entstehungszyklen, sowohl absolut als auch relativ auf den Gesamtlebenszyklus bezogen; 4
- Vielfach immer größer werdende Vorleistungskosten für Forschung und Entwicklung; 5
- Anschwellende Folgekosten, z.B. für Entsorgung und Verwertung, durch gesetzliche Regelungen zum Umweltschutz und einem gestiegenen Umweltbewusstsein der Bevölkerung. 6
1 Vgl. Coenenberg / Fischer / Günther, 2007, S.569-570
2 Vgl. Coenenberg / Fischer / Günther, 2007, S.570
3 Vgl. Ewert / Wagenhofer, 2008, S.291
4 Vgl. Zehbold, 1996b, S.121
5 Vgl. Ewert / Wagenhofer, 2008, S.291
6 Vgl. Kremin-Buch, 2007, S.183
1
Diese Anforderungen machen ein Instrument wie das Life Cycle Costing unerlässlich, durch das eine mehrperiodische Planung, Steuerung und Kontrolle der Kosten und Erlöse eines Produkts von der Wiege bis ins Grab, also über dessen gesamten Lebenszyklus, ermöglicht wird. 7
Zunächst werden die wichtigsten Grundlagen des Life Cycle Costings, das Lebenszyklusmodell und die Lebenszykluskosten selbst, dargestellt und erläutert. Darauf aufbauend werden im dritten Kapitel die Ziele einer Lebenszykluskostenanalyse vorgestellt.
Das vierte Kapitel befasst sich mit den Methoden des Life Cycle Costings die Lebenszykluskosten zu prognostizieren und zu analysieren. Woraufhin im vorletzten Kapitel Kritik und Probleme an der Lebenszyklusrechnung und ihren Methoden dargestellt werden, bevor dann die Arbeit mit einer Abschlussbemerkung endet.
2. Grundlagen der Thematik
In diesem Kapitel werden die Grundlagen des Life Cycle Costings erläutert, die notwendig sind um Ziele, Methodik und Probleme des Life Cycle Costings zu analysieren.
2.1 Life Cycle - Integrierter Produktlebenszyklus aus Produzentensicht
„Für Zwecke des Life Cycle Costings wird der gesamte Lebenszyklus in mehrere Phasen aufgeteilt. Abhängig vom zugrunde liegenden Gestaltungsobjekt ergeben sich phasentypische Verläufe der Erlös- und Kostenwirkungen bzw. der zugehörigen Ein-und Auszahlungen.“ 8
Bei der Bildung von Lebenszyklusmodellen kann zwischen vier
Betrachtungsperspektiven unterschieden werden. Man unterteilt hierbei in Produktions-, Marketing-, Kunden- und Gesellschaftsperspektive. 9
7 Vgl. Kremin-Buch, 2007, S.183
8 Schmidt, 2008, S.262
9 Vgl. Zehbold, 1996b, S.18-19
2
Für die vorliegende Problemstellung des Life Cycle Costings im Rahmen des Strategischen Kostenmanagements betrachtet die Arbeit fortan die Thematik aus der Sicht eines Produzenten von beliebigen Produkten.
Produzenten interessieren sich für die Gesamtheit aller hergestellten, vergleichbaren oder gleichen Produkte über den gesamten Zyklus und orientieren sich somit am marktbezogenen Produktlebenszyklus. Dieser stellt, ergänzt um einen Entstehungszyklus und einen Nachsorgezyklus, den sogenannten integrierten Produktlebenszyklus dar (siehe Abbildung 1). 10
Die Entstehungsphase beinhaltet die frühe Markterkundung, die Alternativensuche und - auswahl, die Entwicklung von Prototypen und Testexemplaren bis hin zum fertigen Produkt, sowie die Vorbereitung der Produktion und des Marktes.
Die Marktphase beschränkt sich auf den Zeitraum von Produktion und Verkauf, sie lässt sich weiter in Einführungs-, Wachstums-, Reife-, Sättigungs-, und Degenerationsphase unterteilen.
Die Nachsorgephase beginnt direkt nach dem Verkauf des ersten Produktes bei Anfallen von Garantie-, Reparatur- und Wartungsleistungen. In diesen Leistungen überschneiden sich Markt- und Nachsorgephase, letztere geht im Normalfall jedoch zeitlich weit über die Marktphase hinaus, da diese auch Rücknahme und Entsorgung verkaufter Produkte, sowie Rücknahme und Entsorgung der nicht mehr benötigten Produktionsanlagen miteinschließt. 12
10 Vgl. Coenenberg / Fischer / Günther, 2007, S.572
11 Modifiziert nach Schmidt, 2008, S.263
12 Vgl. Schmidt, 2008, S.262
3
2.2 Life Cycle Costing
Erstmals wurde das Konzept des Life Cycle Costings Anfang der sechziger Jahre in den USA vom United States Department of Defense als Entscheidungshilfe für die Beschaffung von Waffensystemen eingesetzt. 13 Hintergrund war eine Vorschrift, nach der derjenige Anbieter den Auftrag erhalten sollte, dessen Angebot unter Berücksichtigung des Anschaffungspreises und anderer Faktoren, zu denen die Life Cycle Costs zählten, am günstigsten ist. 14
In der Literatur existieren für den Begriff des „Life Cycle Costings“ eine Vielzahl an Synonymen, wie Product Life Cycle Costing 15 , Produktlebenszyklusrechnung 16 , Terotechnology 17 oder Lebenszykluskostenrechnung 18 , deren ohnehin geringe Unterschiede jedoch für diese Arbeit keine Relevanz besitzen.
Das Life Cycle Costing ist ein Prozess zur wirtschaftlichen Analyse der Lebenszykluskosten eines Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus. 19
Im Rahmen des Life Cycle Costings wird versucht, einem Produkt die, während seines gesamten Produktlebenszyklus anfallenden, Kosten anzurechnen. 20 Der Begriff „Kosten“ ist jedoch aus betriebswirtschaftlicher Sicht unpräzise, vielmehr sollte von den Rechengrößen Ein- und Auszahlungen die Rede sein. 21
In der Kosten- und Leistungsrechnung werden die Kosten und Erlöse aus Vor- und Nachlaufphase nicht den sie verursachenden Produkten zugerechnet, sondern als Gemeinkostenzuschläge in der Periode, in der sie entstehen, verrechnet. 22 Dadurch werden die Vorlaufkosten durch die gegenwärtigen Produkte vorfinanziert. Dagegen ist unter ökonomischen Aspekten, wie z.B. der Liquiditätssicherung, nichts einzuwenden. 23 Jedoch werden dadurch Produkte belastet, die für die Kostenverursachung überhaupt nicht verantwortlich sind. Daraus entstehen falsche
13 Vgl. Siegwart / Senti, 1995, S. XII
14 Vgl. Wübbenhorst, 1984, S.13
15 Vgl. Ewert / Wagenhofer, 2008 , S.291
16 Vgl. Back-Hock, 1988, S.7
17 Vgl. Back-Hock, 1992, S.704
18 Vgl. Schmidt, 2008, S.258
19 Vgl. Din EN 60300-3-3, 2005, S.6
20 Vgl. Ewert/Wagenhofer, 2008, S.291
21 Vgl. Coenenberg / Fischer / Günther, 2007, S.572
22 Vgl. Britzelmaier / Eller, 2004, S.528
23 Vgl. Siegwart / Senti, 1995, S.185
4
Arbeit zitieren:
Daniel Hanssmann, 2010, Life Cycle Costing: Ziele, Methodik und Probleme, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Entrepreneurship als Ausgangspunkt sektoralen Strukturwandels
Hausarbeit, 30 Seiten
Zero Base Budgeting - Anwendbarkeit und Konzept
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 26 Seiten
Ansätze und Methoden zur Schätzung des Marktvolumens
Diffusionsmodelle
BWL - Unternehmensforschung, Operations Research
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Budgetierung: Darstellung und kritische Beurteilung neuer Steuerungsko...
Studienarbeit, 29 Seiten
Preisbestimmung im Rahmen von Diffusionsmodellen
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit, 25 Seiten
Lebenszykluskostenrechnung und deren praktische Implementierung
Diplomarbeit, 80 Seiten
Life Cycle Costing im Maschinen- und Anlagenbau
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Diplomarbeit, 71 Seiten
Product Life Cycle Costing als Kostenmanagementinstrument. Kritische W...
Seminararbeit, 20 Seiten
Unternehmenskooperationen aus spieltheoretischer Sicht
VWL - Makroökonomie, allgemein
Hausarbeit, 23 Seiten
Die Entwicklung des globalen Werkzeugmaschinenbaus seit 1950
VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Seminararbeit, 28 Seiten
Kundenzufriedenheit: Mystery Shopping als Instrument der Kundenzufried...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Facharbeit (Schule), 60 Seiten
Einsatz von Portfolios in der ...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 29 Seiten
Daniel Hanssmann hat den Text Life Cycle Costing: Ziele, Methodik und Probleme veröffentlicht
Daniel Hanssmann hat einen neuen Text hochgeladen
Life Cycle Cost Assessments for Military Transatmospheric Vehicles
Mel Eisman, Daniel Gonzales
Life-Cycle Cost and Performance of Civil Infrastructure Systems
Hyo-Nam Cho, Dan M. Frangopol, Alfredo H-S Ang
0 Kommentare