Erziehungskonzepte im Vergleich - BRD und DDR
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 3
2 Erziehung in der BRD 4
2.1 Politische Erziehung 5
2.2 Auswirkungen auf den Sport 6
3 Erziehungskonzepte in der DDR - Die sozialistische Erziehung 7
3.1 Methoden und Organisationsformen. 8
3.2 Auswirkungen auf den Sport 10
4 Die Erziehungsvorstellungen im Vergleich 12
4.1 Ein Vergleich auf politischer Ebene. 13
4.2 Ein Vergleich in Bezug auf den Sport. 14
5 Fazit. 16
Literaturverzeichnis. 17
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1 Einleitung
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges am 08. Mai 1945 formulierten die alliierten Siegermächte (England, Frankreich, die Sowjetunion und die USA) im Juli 1945 im Potsdamer Abkommen neue Inhalte, Richtlinien und Ziele für das zukünftige Erziehungs- und Bildungssystem in Deutschland. Die Siegermächte wollten die Entwicklung demokratischer Ideen ermöglichen und das deutsche Erziehungswesen so überwachen und kontrollieren, „dass die nazistischen und militaristischen Lehren völlig ausgemerzt“ (Peiffer, 2001, S. 372) werden. Möglichkeiten für eine praktische Umsetzung der Erziehungsvorstellungen wurden jedoch noch nicht entwickelt. Ziel der vier Siegermächte war es, das nationalsozialistische Gedankengut für immer zu verdrängen, mittels einer Umerziehung der Deutschen. Von den Alliierten verfolgte die USA dieses Ziel am nachdrücklichsten. Die Umerziehung sollte sich nicht nur auf den schulische Bereich beschränken, sondern richtete sich auch an Eltern und Lehrer, da diese einen besonderen erzieherischen Einfluss auf die Kinder und Jugendlichen haben (vgl. Reinhardt, 2004, S. 15). Man sah den Nationalsozialismus als eine „Eigentümlichkeit des deutschen Wesens“ an, und bezeichnete ihn als Schwäche und Erkrankung, die geheilt werden muss. Er galt als beständige Bedrohung für den Weltfrieden. Es kristallisierte sich allerdings enorm schnell heraus,
„dass das Demokratieverständnis der sowjetischen Besatzungsmacht sich grundlegend unterschied von dem der westlichen Alliierten.“ (Peiffer, 2001, S. 372)
Nicht nur das Demokratieverständnis der Sowjetunion, sondern auch die wirtschaftlichen Ansichten unterschieden sich enorm. So schlossen sich die USA und England im März 1946 zur „Bizone“, einer Vereinigung auf wirtschaftlicher Basis, zusammen, während die Sowjetunion diese Idee missbilligte. Die „Deutsche Wirtschaftskommission“ im Osten war die sowjetische Antwort auf die Bizone. Eine Trennung Deutschlands wurde immer wahrscheinlicher. 1949 kommt es dann zur Gründung zweier deutscher Staaten. Am 24. Mai 1949 wird die Bundesrepublik Deutschland (BRD) gegründet, knappe fünf Monate später die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Angesichts dieser Teilung entwickelten sich auch die Erziehungsziele und -konzepte der BRD und der DDR in eine unterschiedliche
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Richtung. Anlässlich dieser Entwicklung kommt es zu der bereits angesprochenen unterschiedlichen Auffassung von Erziehung. Unterschiedliche Ziele und Methoden werden entwickelt und entfalten sich. In den folgenden zwei Kapiteln werden die Erziehungskonzepte der BRD und der DDR vorgestellt. Des Weiteren werden die jeweiligen Methoden und Organisationsformen, mit einem besonderen Bezug auf das Fach Sport, erläutert. Im Vierten Kapitel wird sich anschließend mit dem Problem des Vergleichs auseinandergesetzt, sowie die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Pädagogiken bzw. Erziehungskonzepte aufgezeigt.
2 Erziehung in der BRD
„Zwölf Jahre nationalsozialistischer Herrschaft hatten zum Zusammenbruch der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschlang geführt. Unsicherheit und Orientierungslosigkeit waren die Folge [...] Diese allgemeine Stimmung betraf auch den Bereich der Erziehung“ (Vennebusch-Beaugrand, 1993, S.84),
denn das Menschenbild war nach dem Zweiten Weltkrieg stark geschädigt. Bisher unbekannte menschliche Schwächen waren zum Vorschein gekommen. In den vergangen Jahren hatten die Menschen einen Einblick in die Abgründe der menschlichen Natur bekommen, so dass die Erziehungsziele, und - aufgaben neu überdacht werden mussten. Im Zuge dessen wandte man sich von den reformpädagogischen Gedanken ab, da man mit ihnen und in Bezug auf den Nationalsozialismus schreckliche und menschenunwürdige Erfahrungen gemacht hatte, jedoch führte dies nicht zur Beantwortung der Frage, wie die neuen Erziehungsziele zu lauten hatten und an welchen Werten man sich zu orientieren hatte. Zu erst musste, so meinten die Pädagogen, die auf Grund der Verunsicherung auftretende Frage, nach den Möglichkeiten und den Grenzen von Erziehung und ob Erziehung eigentlich realisierbar sei, beantwortet werden. Es kristallisierte sich jedoch heraus, dass nicht etwa „die Frage, ob Erziehung überhaupt möglich sei, sondern die Gewißheit, daß Erziehung nötig war“ (Vennebusch-Beaugrand, 1993, S.91) zum Ausgangspunkt des pädagogischen Aufbruchs wurde. Mit diesem Wissen als Basis lassen sich nach Vennebusch-Beaugrand (1993, S. 102) folgende drei Aufgaben von Erziehung festlegen:
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1. Leben lernen 2. Erziehung zur Verantwortung 3. Erziehung zum Denken
Die Kinder und Jugendlichen sollten auf das Leben vorbereitet werden, um zum Beispiel ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Dies beinhaltete natürlich, dass die Kinder und Jugendlichen lernen mussten, ihr Leben verantwortungsvoll sich selbst und den anderen Mitgliedern der Gesellschaft gegenüber zu führen. Hieraus resultiert die Aufgabe, die Kinder und Jugendlichen zu verantwortungsbewussten und selbst denkenden Menschen zu erziehen. Beide geforderten Eigenschaften sind für das persönliche Weiterkommen und das demokratische Leben in der Gemeinschaft unerlässlich (vgl. Vennebusch-Beaugrand, 1993, S.100), denn nur wer sich mit den gesellschaftlichen Werten auseinandersetzt, soziale Kompetenzen entwickelt und sich individuell entfalten kann, ist fähig in einer demokratischen Gemeinschaft zu leben. Es wird somit deutlich, dass der Einzelne nicht in der Masse untergehen sollte, sondern „der Mensch wieder behutsam an die Grundwerte des Lebens herangeführt“ (Vennebusch-Beaugrand, 1993, S.98) werden sollte.
2.1 Politische Erziehung
Angesichts Hitlers Diktatur fehlte den Menschen jegliches Interesse an politischer bzw. an Bereitschaft zu politischer Aktivität. Die bereits erwähnte Unsicherheit und Orientierungslosigkeit erschwerten einen politischen Neubeginn. Jedoch war auch klar, dass man die entsetzliche Zeit des Naziregimes nicht einfach vergessen konnte, oder vor ihr die Augen verschließen durfte (Vennebusch-Beaugrand, 1993, S.164f.). So zählte für die von Erich Weniger angestrebte politische Erziehung, dass sie ohne historischen Standpunkt und ohne direkten Bezug zum staatlichen Leben nicht möglich sei, da ihr sonst wichtige inhaltliche Komponenten vorenthalten würden. Weniger verstand politische Erziehung als eine Art Aufklärung an die Vernunft und Einsicht des Menschen (Vennebusch-Beaugrand, 1993, S.166). Eine der wichtigsten Schlüsse, die man aus der Diktatur Hitlers und dem Zweiten Weltkrieg ziehen konnte und musste, war,
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Arbeit zitieren:
Mareike Müller, 2009, Erziehungskonzepte der BRD und DDR im Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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