Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Die Geschichte der Ganztagsschule in Deutschland 3
3. Die Ganztagsschule heute 5
3.1 Verschiedene Formen der Ganztagsschule 5
3.2 Rhythmisierung 6
3.3 Die Rolle des Lehrers 7
4. Fazit 8
Literaturverzeichnis S. 9
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1. Einleitung
Da die Schülerinnen und Schüler Deutschlands gegenwärtig unter absolut anderen Bedingungen aufwachsen, wie einst, wurde es in den letzten Jahren erforderlich den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule neu zu überdenken. In den letzten dreißig Jahren konnten sich viele Halbtagsschulen zu guten Ganztagsschulen entwickeln und reformieren. In der folgenden Hausarbeit soll zuerst auf die geschichtliche Entwicklung der Ganztagsschule und ihre Begründung in Deutschland eingegangen werden, um anschließend die drei verschiedenen Formen, die gebundene, teilweise gebundenen und offenen, der Ganztagsschule vorzustellen und das Konzept der Rhythmisierung, in dem auch der Lehrer eine „andere“ - für viele Lehrer heutzutage ungewohnte - neue Position einnimmt, zu erläutern. Schließlich soll das Thema „Ganztagsschule“ mit einem Ausblick auf die Zukunft des ganztägigen Unterrichts abgerundet werden.
2. Die Geschichte der Ganztagsschule in Deutschland
Im 19. Jahrhundert galt die traditionelle Ganztagsschule als Normalform der Schule. Die Unterrichtszeit war der „vorherrschenden Zeiteinteilung der damaligen Arbeitswelt“ (Ludwig, 1997a, S. 32) angepasst und aufgeteilt. Nach Ende des Vor-mittagsunterrichts gegen 12 Uhr gingen die Schülerinnen und Schüler zurück nach Hause, um dort ihr Mittagessen einzunehmen. Anschließend setzte sich der anwesenheitspflichtige Unterricht für weitere 2 Stunden fort. Eine Umstellung auf den heutzutage meist üblichen Vormittagsunterricht erfolgte gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die meisten Arbeiterfamilien konnten ihre Kinder nicht für den ganzen Tag entbehren, da sie auf deren Mitarbeit und Erwerbstätigkeit angewiesen waren. Dementsprechend musste sich der Unterricht auf den Vormittag konzentrieren. (Ludwig 1993a, S.32-33)
Im Rahmen der Reformpädagogik wurden bereits vor dem 1. Weltkrieg verschiedene Konzepte ganztägiger Schulen entwickelt, wie zum Beispiel das des „deutschen Landerziehungsheim“ im Jahre 1898 nach Hermann Lietz 1 . Zu diesem Konzept gehört die Lage fernab der Großstadt mit ihren schädlichen Einflüssen, wo eine ganzheitliche Erziehung also „nicht [die] alleinige Ausbildung des Verstandes und Gedächtnisses, sondern [die] Entwicklung aller Seiten, aller Kräfte, Sinne, Organe, Glieder und guter Triebe der
1 Hermann Lietz (* 28. April 1868 in Dumgenevitz auf Rügen; † 12. Juni 1919 in Haubinda) war ein deutscher
Reformpädagoge, Lehrer und Gründer der deutschen Landerziehungsheime für Jungen.
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kindlichen Natur zu einer möglichst harmonischen Persönlichkeit,“ (Ludwig, 1993a, S.56/57)
ermöglicht werden sollte und im Mittelpunkt steht. Aus der Lehranstalt Schule soll ein zu Hause für die Schülerinnen und Schüler werden. (Vgl. Ludwig, 1993a, S. 56/57) Im Zuge der Industrialisierung, in der die „Wahrung der Einheit von Unterricht und Erziehung“ (Ludwig, 1993a, S. 76) nicht mehr gegeben war besinnt sich der Reformpädagoge Ernst Kapff zurück auf die von Lietz gegründeten Landerziehungsheime. Er sieht das Halbinternat am Stadtrand als angebrachte und zweckentsprechende Lösung. Hier sollen die Schülerinnen und Schüler vormittags theoretischen und Wissenschaftlichen Unterricht erteilt bekommen und nach einem gemeinsamen Mittagessen sollte eine Erholungspause vollzogen werden. Die letzten Unterrichtsstunden befassen sich mit eher technischen Fächern oder Turnen und abschließend soll in ungezwungener Atmosphäre das am Vormittag gelernte noch einmal reflektiert werden. (Vgl. Ludwig, 1993a, S. 78/79)
Die ersten modernen Ganztagsschulen entstanden im Jahr 1904 „im Rahmen der Wald- und Freiluftschulbewegung, [….] [die] ebenfalls unter dem Einfluß der Landerziehungsheime von H. LIETZ“ (Ludwig, 1993b, S.584/585)
Zur Zeit des Nationalsozialismus, während der die äußere „Gleichschaltung“ und die ideologische Schulung im Vordergrund stehen, wurde das Konzept der Ganztagsschule nicht in betracht gezogen. Da die Hitlerjugend sich die Führungsrolle bei der „Nazifizierung“ der Schülerinnen und Schüler sichern wollte, den Schulen allerdings nicht vertraute, wurden beispielsweise auch die Lehrgänge in den Schullandheimen verboten. (Ludwig, 1933a, S. 316)
In den Nachkriegsjahren kam es zu einer Schulreformdiskussion, die auf den Ideen der Reformpädagogen beruhte, wobei festzuhalten ist, dass beispielsweise die Organisation „German Educational Reconstruction“ (G.E.R) in Deutschland und England pädagogische Tagungen durchführte. Somit war es normal, dass sich deutsche Lehrer- und Erziehergruppen in England auf Informationsreise befanden, letzten Endes mit dem englischen Schulkonzept der Ganztagsschule in Kontakt standen und diese Ideen in Deutschland weiterverbreiten. (Ludwig, 1993b, S. 357) Das für und wieder der Ganztagsschule wurde vor allem in der zweiten Hälfte der 50er Jahre auch öffentlich mit der Einführung der 5-Tage Woche in der Arbeitswelt intensiv erörtert und bereits ab den 60er Jahren sind Ganztagsschulen fester, wenn auch nur minder vertretener, Bestandteil der Schulen in Deutschland. (Ludwig, 1993b, S.475)
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Arbeit zitieren:
Mareike Müller, 2008, Die Ganztagsschule, München, GRIN Verlag GmbH
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