In den Bildern der damaligen Zeit sind geheimnisvolle und fantastische Vorfälle/ Handlungen abgebildet, die nicht erklärbar sind. Wie zum Beispiel Doppelgänger, lebendig gewordene Gegenstände, wiedersehen mit Figuren aus der Vergangenheit (vgl. Müller, Udo: „Wesenszüge der Romantik“, Romantik: Wort-Begriff-Wesenszüge, 2007, S. 6´7) oder „Verwischung der Grenzen von Mensch und Tier.“ (Müller, Udo: „Wesenszüge der Romantik“, Romantik: Wort-Begriff-Wesenszüge, 2007, S. 7)
Der Künstler war die Leitfigur der Epoche der Romantik, da er mit seinem können die „wahre“ Welt erfühlen und ausdrücken lassen konnte (vgl. Müller, Udo: „Der Begriff Romantik“, Romantik: Wort-Begriff-Wesenszüge, 2007, S. 5). Das Interesse der Romantik war es sich von der Bürgerwelt abzusondern und somit wurde den Figuren ein Zielpunkt gestellt und zwar „in eine jenseitige, je nachdem höhere oder tiefere Welt.“ (Müller, Udo: „Wesenszüge der Romantik“, Romantik: Wort-Begriff-Wesenszüge, 2007, S. 6) einzugehen. Wie zum Beispiel im Bild „Frau in der Morgensonne“(siehe Anhang), auf dem die Frau mit geöffneten Armen am Ende ihres Weges steht und die Lichtquelle vor ihrem Herzen liegt. Sozusagen färbt das Himmlische auf diese Frau ab, als ob sie vom Himmel angenommen werden möchte (vgl. Lindenhann, R.: Rückenbilder). 3. Casper David Friedrich
3.1. Biografie
1774: Caspar David Friedrich wird am 5. September als Sohn des Seifensieders Adolf Gottlieb Friedrich und seiner Ehefrau Sophie Dorothea Friedrich, geb. Bechly, in Greiswald als sechstes Kind geboren.
1781: Am 7. März stirbt Caspar David Friedrichs Mutter Sophie Dorothea Friedrich, geb. Bechly
1787: Am 9. Dezember versucht Caspar David Friedrichs älterer Bruder Johann Christopher Friedrich seinen jüngeren Bruder Caspar David zu retten, der beim Eis laufen eingebrochen war, doch dabei ertrank er.
(vgl. Walch, Julia: „Die ganz private Seite“, Romantik in Dichtung, Malerei und Musik, 6/2003, S.46).
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1798: Nach seinem Studium an der Kopenhagener Kunstakademie zieht Caspar David Friedrich nach Dresden. Dort lernt er viele Romantiker kennen und unternimmt reisen nach Rügen und zum Harz, aus deren Eindrücken er später seinen Landschaftsbilder malt.
1810: Caspar David Friedrich lernt Goethe kennen.
(vgl. Müller, Udo: „Porträts romantischer Künstler“, Romantik: Wort-Begriff Wesenszüge, 2007, S.61).
1817: Caspar David Friedrich wird aufgrund seines Gemäldes „Zwei Männer am Meer“ in Verdacht gezogen „sich zu der national-republikanischen Opposition den Demagogen, zu bekennen.“
(Walch, Julia: „Die ganz private Seite“, Romantik in Dichtung, Malerei und Musik, 6/2003, S.46)
1818: Am 21.1. heiratet Caspar David Friedrich Christiane Caroline Bommer. (vgl. Walch, Julia: „Die ganz private Seite“, Romantik in Dichtung, Malerei und Musik, 6/2003, S.46).
1820: Caspar David Friedrich und der romantische Maler Johan Christian Clausen Dahl, führen ein gemeinsames Atelier.
1840: Am 7. Mai stirbt der 66-jährige Caspar David Friedrich aufgrund eines Schlaganfalls.
(vgl. Müller, Udo: „Porträts romantischer Künstler“, Romantik: Wort-Begriff Wesenszüge, 2007,S.61).
3.2. Caspar David Friedrichs Leben und Wirken in der Epoche der Ro-
mantik
Der deutsche Künstler Caspar David Friedrich zählt zu den bedeutendsten Landschaftsmaler der Epoche der Romantik. Seine Vorliebe für die Landschaftsmalerei lässt sich zu
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seinem früheren Zeichenlehrer Quistorp in Greifswald zurückführen, da sein Lehrer ihn auf die Naturschönheiten hin wies. Seine künstlerische Karriere hat er auch Goethe zu verdanken, der ihn gefördert hatte. So wurden seine Bilder im Jahre 1805 das erste mal einem Publikum vorgestellt, das sich im Jahre 1820 Nikolaus I. Pawlowitsch, dem Kaiser von Russland anschloss. Durch den Kaiser wurde sein Leben gesichert, da er zu seinen wichtigsten Auftragsgeber zählte, der von seiner Malweise sehr begeistert war. Seine Landschaftsbilder hat er oft realistisch und gefühlsvoll dargestellt. Das deutsche Volk war von der Bedeutung seiner Bilder und von ihm selbst sehr angetan, was ihn finanziell aufbesserte, da eine hohe Nachfrage für seine Werke herrschte. Mit seinem Malstil prägte Caspar David Friedrich nicht nur die Epoche der Romantik, sondern auch die darauf folgenden Kunstepochen (vgl. Porsche,Susanne: Caspar David Friedrich Biografie).
Einer seiner Vorlieben war es die Personen von hinten, als „Rückenbilder“ darzustellen. Außerdem waren in Caspar David Friedrichs Gemälden die Verwendung von vertikaler und horizontaler Linien üblich. Zum Beispiel ragte ein Baum oder die Masten eines Segelschiffes ein Bildelement raus und stellten somit „eine Verbindung von Diesseits und Jenseits her“ (Walch, Julia: „Ein Bild muss empfunden, nicht erfunden sein - Caspar David Friedrich“, Romantik in Dichtung, Malerei und Musik, 6/2003, S.45). Eine weitere Vorliebe Caspar David Friedrichs war es eine unsichtbare Lichtquelle zu malen, die man selber erahnen muss. beispielsweise malte er nie direkt die Sonne, sondern „eine indirekte Lichtquelle, die geheimnisvoll wirken“ (Walch, Julia: „Die ganz private Seite“, Romantik in Dichtung, Malerei und Musik, 6/2003, S.46) sollte. Wenn eine symmetrische Komposition vorliegt, hat Caspar David Friedrich oft den Vor-dergrund verdunkelt, damit das Gegenständliche zurückgedrängt wird und dadurch der Blick in die Tiefe gelenkt wird. In seinen Bildern nimmt der Himmel einen großen Teil des Bildes ein und das Entscheidende liegt darin (vgl. Müller, Udo: „Kunst der Romantik“, Romantik: Wort-Begriff-Wesenszüge, 2007,S.16f), „...dass das Entscheidende gerade hinter dem Sichtbaren liegt.“ (Müller,Udo: „Porträts romantischer Künstler“,Romantik: Wort-Begriff-Wesenszüge,2007,S.17)
3.3. Das Gemälde „Der Mönch am Meer“
Das Öl Gemälde „Der Mönch am Meer“ von Caspar David Friedrich wurde zwischen
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1808 und 1810 gemalt und ist ca. 110 x 171 cm groß. Das Gemälde wurde im Herbst 1810 in einer Ausstellung in Berlin präsentiert und hängt heute im Schloss Charlottenburg in Berlin.
Zusehen ist ein kleiner Mönch, der an einer Klippe am Meer steht und mit seiner rechten Hand sein Kinn berührt. Der Mönch wurde als „Rückenfigur“ gemalt, doch schaut er nicht direkt auf das Meer, sondern er blickt eher halb nach rechts. Das Bild wurde in der Zentralperspektive gemalt und eine Horizontale durchkreuzt das Gemälde. Das Bild ist nicht nach einem Vorder-, Mittel- und Hintergrund (vgl. Kremer, Detlef: „Farbige Unendlichkeit , Der Deutschunterricht, 3/2005, S. 64)
gegliedert, sondern horizontal, was den Kosmos noch dominanter wirken lässt. Ein Fünftel des Bildes zeigt die Erde an und fast vier Fünftel des Bildes zeigen den Himmel an. „Der Mönch am Meer“ wurde in der Zentralperspektive gemalt und der Mönch ist in seiner ganzen Umgebung „das einzige vertikale Element im Bild, aber er ist zu klein, um die Horizontale zu überblicken.“ (Lindenhann, R.: Der Mönch am Meer). Friedrichs undeutlich gezeichneter kleiner Mönch ist nicht die bildhafte Darstellungen eines einsamen Menschen, sondern er betont nur den Blick des Betrachters (vgl. Kremer, Detlef: „Brentanos ironische Bildbeschreibung“ , Der Deutschunterricht, 3/2005, S. 66). Caspar David Friedrich arbeitete mehr als zwei Jahre an seinem Gemälde „Der Mönch am Meer“,
das früher auch unter dem Titel „Seelandschaft mit Kapuziner“ bekannt war (vgl. Kremer, Detlef: „Farbige Unendlichkeit , Der Deutschunterricht, 3/2005, S. 63) und dabei wurde es mehrfach völlig umgearbeitet. Zum Beispiel waren zuvor neben dem Mönch links und rechts zwei Segelschiffe und ein Mond, sowie ein Morgenstern vorhanden. Diese Veränderung, die Caspar David Friedrich durchgeführt hat, sagt aus, dass er sein Gemälde reduzieren wollte (vgl. Lindenhann, R.: Der Mönch am Meer), damit die Gegenständlichkeit des Bildes zurückgenommt (vgl. Kremer, Detlef: „Farbige Unendlichkeit , Der Deutschunterricht, 3/2005, S. 67).
3.4. Die Bedeutung der Rückenbilder
Caspar David Friedrich verwendete in seinen Bildern immer Rückenbilder, wie zum Beispiel in seinem Gemälde „Der Mönch am Meer“. In der Malerei zur Zeit Caspar David Friedrichs war es ungewöhnlich Personen von hinten darzustellen, doch er verwen
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dete diese Art und sie wurde zu seiner Vorliebe und sind ein „Zeichen“ für die Kunst Caspar David Friedrichs. Bei den Rückenbildern wird der Betrachter oft „aufgefordert, sich in das Bild hineinzuversetzen“ (Lindenhann, R.: Rückenbilder), wie zum Beispiel im Gemälde „Frau in der Morgensonne“, wo eine Frau von hinten abgebildet wurde und ins Licht blickt. Da wird der Betrachter aufgefordert, sich in die Frau hineinzuversetzen und selber die Lichtquelle zu sehen.
Auch in dem Gemälde „Frau am Fenster“ (siehe Anhang) von 1822 hat Caspar David Friedrich eine Frau von hinten abgebildet, die seine eigene Frau darstellt. Hier kommt es wieder zu Stande, dass der Betrachter sich in die Person hineinversetzten muss, um zu sehen, was seine Frau (Christiane Caroline, geb. Bommer) sieht. Eine weitere wichtige und typische Rolle in der Epoche der Romantik spielt die Bedeutung der Fenster. Zentrale Aussagen dazu sind: „ Zugang nach draußen, Verbindung zum Außer persönlichen und Ausdruck des Wunsches nach innerer Befreiung und nach dem Erlebnis freier Natur“
(Lindenhann, R.: Rückenbilder). Eine weitere Rolle spielt die Geborgenheit und Häuslichkeit. Das Motiv des Fensters kommt nicht nur in der Kunst vor, sondern auch in vielen Texten der Epoche der Romantik (vgl. Lindenhann, R.: Rückenbilder).
4. Heinrich von Kleist
4.1. Biografie
1777: Am 18. Oktober wird Bernd Wilhelm Heinrich von Kleist in Frankfurt an der Oder als Sohn des Stabskapitäns Joachim Friedrich von Kleist und seiner Frau Juliane Ulrike von Kleist, geb. Pannwitz geboren.
1788: Am 18. Juni stirbt sein, Vater Joachim Friedrich von Kleist und Kleist zieht zu seinem neuen Erzieher, dem Prediger Samuel Heinrich Catel nach Berlin. 1792: Heinrich von Kleist tretet im Juni in das Regiment Garde in Potsdam als Gefrei-ter-Korporal ein.
1793: Am 3. Februar stirbt Kleists Mutter Juliane Ulrike von Kleist und Kleist wird zum
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1. Gefreiten-Korporal befördert.
1793/94: Heinrich von Kleist nimmt an Kämpfen des Ersten Koalitionskrieges teil. 1797: Kleist wird zum Sekondeleutnant befördert und nimmt Unterricht in Philosophie, Mathematik und Deutscher Grammatik
1799: Kleist verabschiedet sich vom Militär und studiert drei Semester in Frankfurt „Physik und Mathematik, Vorlesung in Philosophie,Kulturgeschichte und Naturrecht“ (vgl. Mersiowsky, Christine. Hilebrand, Olaf 2009, S.106)
1800: Kleist verlobt sich mit Wilhemine von Zenge und beschäftigt sich mit Philosophen wie Rousseau. Ihm kommt der Gedanke als Schriftsteller tätig zu werden. 1801: Kleist begegnet die Philosophie Kants und hat die „Kant-Krise“ ( Erkenntniskrise). Kleist träumt davon mit seiner verlobten Wilhemine von Zenge in einem Bauernhof in der Schweiz eine Familie zu gründen und als Landmann tätig zu werden, doch diese lehnt es ab.
1802: Kleist stellt seinen ersten Drama „Die Familie Schroffenstein“ fertig. 1803: Kleist schmiegt Selbstmordpläne und kehrt erkrankt nach Mainz zurück 1804: Kleist wird von dem ehemaligen Jakobiner Dr. Wedekind behandelt und tritt wieder in den preußischen Staatsdienst ein.
1805: Kleist beginnt an der Erzählung „Michael Kohlhaas“ zu arbeiten und ist in Königsberg als Diätar tätig.
1806: Kleist nimmt Urlaub und arbeitet weiter an seinen Werken. 1807: Kleist geriet in französischer Gefangenschaft und wird am 13. Juli freigelassen. Er lernt den Publizisten Adam Müller und den romantischen Maler Caspar David Fried
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rich kennen.
1808: Die Monatszeitschrift „Phöbus“ erscheint unter den Herausgebern Kleist und Adam Müller. Der Drama „Die Hermannsschlacht“ entsteht. 1809: Die Monatszeitschrift „Phöbus“ wird eingestellt.
1810: Der erste Band Kleists Erzählungen erscheint und im Oktober kommt seine Tageszeitung „Berliner Abendblätter“ heraus.
1811: Die Tageszeitung wird eingestellt und der zweite Band seiner Erzählungen erscheint. Am 20. November begeht Kleist mit seiner Freundin Henriette Vogel am Wannsee Selbstmord (vgl. Van Loo, Johanna. Freytag, Gerald. Grzondziel, Günter 2010, S. 11-16).
4.2. Brentano und Kleists Äußerung zu Friedrichs Werk „Der Mönch am
Meer“
Heinrich von Kleist äußerte sich in seiner Tageszeitung, den Berliner Abendblättern vom 13.10.1810 über seine Empfindung gegenüber Caspar David Friedrichs Werk „Der Mönch am Meer“. Der Titel des Abendblattes im Jahre 1810 lautete „Empfindungen vor Friedrichs Seelandschaft“.
Der erste Blick des Publikums fällt auf den kleinen Mönch, doch der deutsche Schriftsteller Clemens Brentano (1798-1842) nimmt den Beobachterstandpunkt ironisch. Den Himmel oder das Meer im Bild sehe er nicht, sondern er sagt, dass er ein Spiegel sehe, worin sich das spöttische Publikum spiegeln würde. Außerdem erzählte er, dass er selbst der „Kapuziner“ wurde und mit Sehnsucht den fehlenden See beobachtete. Die Zuschauer oder das Publikum bezog er so ein, dass sie Teil des Bildes wurden: „lauschte ich auf die Äußerung der Verschiedenheit der Beschauer um mich her, und teile sie als zu diesem Gemälde gehörig“ (vgl. Kremer, Detlef: „Brentanos ironische Bildbeschreibung“, Der Deutschunterricht, 3/2005, S. 65).
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Brentano hat seine Bildbeschreibung zum Werk sechs mal umgeändert, damit Caspar David Friedrichs „öde Wasserwüste“ mit Leben gefüllt wird. In seiner Bildbeschreibung geht er spöttisch mit dem Gemälde um, aber auch lächerlich mit dem Publikum. Brentano gibt gegenüber des Gemäldes ein negatives Urteil ab, indem er den Mönch als „braunen Fleck“ bezeichnet und erwähnt, dass es ihm nicht schwer fiele, Bilder zu nennen, „(...) wo Meer und Ufer und Kapuziner besser gemalt sind“ (Kremer, Detlef: „Brentanos ironische Bildbeschreibung“ , Der Deutschunterricht, 3/2005, S. 66). Zudem macht Brentano noch einen Vorschlag, wie er den „Kapuziner“ gemalt hätte. Und zwar sollte er schlafend gestreckt liegen und dabei beten oder schauen (vgl. Kremer, Detlef: „Brentanos ironische Bildbeschreibung“ , Der Deutschunterricht, 3/2005, S. 66).
Aufgrund einer Reaktion des Publikums, wich Brentano dessen komplett aus. Doch Kleist rückte sich selber ins Zentrum, indem er Brentanos Anspielungen ausnutzte und sich seinem eigenen Interesse unterordnete, wodurch „die Irritation des Gemäldes erträglich“ (Kremer, Detlef: „Brentanos ironische Bildbeschreibung“, Der Deutschunterricht, 3/2005, S. 66) wurde. Außerdem verwendete Kleist die selben Worte wie Brentano, doch ließ er die Ironie weg.
Kleist behandelt das Gemälde wie eine Art „Projektionsfläche“ mit Gefühlen, welche die Folge hat, dass die Leser mehr über die Psychologie Kleists erfahren, als über das Gemälde.
In seinem Zeitungsartikel hat Kleist „eine Reihe von Metaphern und Anspielungen in einer Weise übernommen,“ (Kremer, Detlef: „Brentanos ironische Bildbeschreibung“, Der Deutschunterricht, 3/2005, S. 65) die ohne den Text des deutschen Schriftstellers Clemens Brentano nicht verständlich wären. Wie zum Beispiel diese Metapher: „(...) und da es, in seiner Einförmigkeit und Uferlosigkeit, nichts, als den Rahm, zum Vordergrund hat, so ist es, wenn man es betrachtet, als ob einem die Augenlider weggeschnitten wären.“(Kremer, Detlef: „Brentanos ironische Bildbeschreibung“, Der Deutschunterricht, 3/2005, S. 67) Damit meint Kleist, dass der Kunst-Rahmen, der scharf geschnitten ist, dem Betrachter die Augenlider abschneidet. Das wiederum bedeutet, dass er dem Betrachter die Möglichkeit nimmt, seine Augen gegenüber dem Bild zu schließen. Dadurch wird der Betrachter selbst zum Mönch im Bild und „zum Gegenstand und notwendigen Teil des Gemäldes.“ (Kremer, Detlef: „Brentanos ironische Bildbeschreibung“, Der Deutschunterricht, 3/2005, S. 67). Der Rahmen und die Augen
-9-lider stimmen somit überein.
Bei Friedrichs Gemälde hat Kleist einen Prozess der gestalterischen Abstraktion emp-funden, was bedeutet, dass die dargestellten Sachen stilistisch auf bestimmte Aspekte Reduziert werden. „Ja, wenn man diese Landschaft mit ihrer eigenen Kreide und mit ihrem eigenen Wasser malte; so glaube ich, man könnte die Füchse und Wölfe damit zum Heulen bringen: das Stärkste, was man, ohne allen Zweifel, zum Lobe für diese Art von Landschaftsmalerei beibringen kann.“(Kremer, Detlef: „Brentanos ironische Bildbeschreibung“ , Der Deutschunterricht, 3/2005, S. 68)
Diese Aussage Kleists ist zweideutig zu betrachten. Mit dem Beispiel der heulenden Füchse und Wölfe vor einem nachgeahmten Bild meint Kleist, das die Natur so perfekt simuliert wurde, dass sich die Natur selbst aufgrund des künstlerischen Abbildes täuscht. Mit dieser Aussage bezieht sich Kleist nur auf das Material und nicht auf die genaue Wiedergabe der Natur. Und zwar, dass das Bild den Gesetzen der Ästhetik entsprechend sein eigenes Material, (die Kreide und das Wasser) enthält (vgl. Kremer, Detlef: „Brentanos ironische Bildbeschreibung“, Der Deutschunterricht, 3/2005, S. 68). Ein weiteres Merkmal Kleists ist die Konkurrenz zwischen einer äußeren Realität und seiner „imaginativen künstlerischen Realität“ (Kremer, Detlef: „Brentanos ironische Bildbeschreibung“, Der Deutschunterricht, 3/2005, S. 68).
5. Reflexion
Aus meiner Facharbeit erschließe ich, dass Brentano sehr ironisch und spöttisch mit Friedrichs Werk umging und es negativ kritisierte. Im Gegensatz zu Kleist, der sich in das Gemälde mit einbezogen fühlte. Er verglich das Bild mit einem überaus positiven Kommentar zu einer perfekt simulierten Natur, dessen Darstellung schwer wäre und es einen guten Künstler ausmacht.
Das Gemälde „Der Mönch am Meer“ sprach mich sehr an und die Epoche der Romantik war etwas, das ich selber „erfühlen“ und „beschnuppern“ wollte. Diese Epoche war so voller Leiden und starken Gefühlen, dass ich herausfinden wollte, wie einzelne Schriftsteller oder bzw. Künstler damit umgingen. Mit dieser Facharbeit lernte ich eine neue Art der Romantik und eine neue Epoche kennen und nahm bedeutende Poeten mit auf meinem Weg.
-10- 6.Literatur- und Quellenverzeichnis Literaturverzeichnis
Biermann, H. Schurf, B.: Texte, Themen und Strukturen. Deutschbuch für die Oberstufe. Berlin 1999
Kremer, D.: Der Deutschunterricht. 3/2005
Mersiowsky, C. Hildebrand, O.: EinFach Deutsch - Textausgaben: Die Marquise von O. und weitere Texte: Textausgabe gymnasiale Oberstufe. Paderborn 2009 Müller,U.: Literatur der Romantik. 2007
Van Loo, J. Freytag, G. Grzondziel, G.: Abi Box Deutsch. Schülerarbeitsbuch Heinrich von Kleist. Leipzig 2010
Walch, J.: Romantik in Dichtung, Malerei und Musik. 6/2003
Quellenverzeichnis
Anlage 1:
Lindenhann, R.: Caspar David Friedrich - Merkmale der Romantik, aus: http://www.lindenhahn.de/referate/romantik/friedric.htm (abgerufen am 08.02.2010) Anlage 2:
Porsche, S.: Caspar David Friedrich, aus: http://www.whoswho.de/templ/te_bio.php?PID=792&RID=1 (abgerufen am 08.02.2010)
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Arbeit zitieren:
Roman Tiker, 2004, Zwei Stellvertreter der Epoche der Romantik: Caspar David Friedrich und Heinrich von Kleist, München, GRIN Verlag GmbH
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