1. Einleitung 2
2. Adjektive der räumlichen Dimension 2
2.1. Abgrenzung der Dimensionsadjektive 2
2.2. Der Richtungsbezug 3
2.3. Mediumorientiertheit. 3
2.4. Antonymie. 4
2.5. Normabhängigkeit. 5
2.6. Dimensionsadjektive als relative und transparente Adjektive 5
2.7. Die Verwendung im Satz 6
2.8. Valenz. 7
2.9. Morphologische Aspekte. 7
2.10. Elf Merkmale von Dimensionsadjektiven. 8
3. Eigenschaften metaphorisch verwendeter Dimensionsadjektive 9
3.1. Die Metaphorisierung von Dimensionsadjektiven. 9
3.2. Die untersuchten Beispiele. 9
3.3. Die Qualifizierung der Bezugselemente 10
3.4. Antonyme metaphorisierter Dimensionsadjektive 11
3.5. Normabhängigkeit bei metaphorisch verwendeten Dimensionsadjektiven 12
3.6. Ihre syntaktische Verwendbarkeit. 13
3.7. Morphologische Merkmale metaphorisierter Dimensionsadjektive 13
4. Zusammenfassung. 14
5. Literatur 15
1. Einleitung
Ziel dieser Arbeit ist eine semantische, syntaktische und morphologische Beschreibung, der Dimensionsadjektive des Deutschen, aus der gemeinsame Eigenschaften von Dimensionsadjektiven entwickelt werden sollen. Hierbei werden zunächst nur Verwendungen von Dimensionsadjektiven betrachtet, bei denen diese in ihrem ursprünglichen, raumbezogenen Sinn verwendet werden. Die im Literaturverzeichnis genannten Veröffentlichungen von Bierwisch, Tribushinina, Robering und Helbig und Buscha liegen diesem Teil der Arbeit zugrunde. In einem zweiten Teil werden einige metaphorische Verwendungen von Dimensionsadjektiven daraufhin überprüft, ob die gemeinsamen Eigenschaften von Dimensionsadjektiven in räumlicher Verwendung auch auf sie zutreffen. Bei der Auswahl der Beispiele wurde teilweise auf das Duden Wörterbuch und die angeführte Veröffentlichung von Lafrenz zurückgegriffen.
2. Adjektive der räumlichen Dimension
Nach semantischen Gesichtspunkten können räumliche Dimensionsadjektive innerhalb der Adjektive zu einer besonderen Gruppe zusammengefasst werden. Sie gehören zu den qualitativen Adjektiven und zeichnen sich durch gemeinsame syntaktische und morphologische Merkmale aus.
2.1. Abgrenzung der Dimensionsadjektive
Dimensionsadjektive benennen räumliche Dimensionen. Zu ihnen zählt Bierwisch groß, klein, lang, kurz, hoch, niedrig, breit, schmal, tief, flach, dick, dünn, weit, nah und eng. 1 Er erwägt außerdem die Zugehörigkeit des Adjektivs steil zu den Dimensionsadjektiven. Lafrenz weist darauf hin, dass auch stark ein Dimensionsadjektiv sein kann, wenn es im Sinn von Dicke benutzt wird. 2 Robering charakterisiert auch die nicht-räumlichen Altersadjektive wie jung oder neu, sowie Temperaturadjektive wie warm, kalt oder heiß als Dimensionsadjektive. 3 Hier soll jedoch nur die Gruppe der von Bierwisch aufgezählten räumlichen Dimensionsadjektive be- 1 Siehe:Manfred Bierwisch: Dimensionsadjektive als strukturierender Ausschnitt des Sprachverhaltens. In: Manfred Bierwisch und Ewald
Lang (Hrsg.): Grammatische und konzeptuelle Aspekte von Dimensionsadjektiven. Berlin 1987. S. 11.
2 Siehe: Peter Goerges Lafrenz: Zu den semantischen Strukturen der Dimensionsadjektive in der deutschen Gegenwartssprache. Göteborg
1983. S. 17.
3 Siehe: Klaus Robering: Dimensionsadjektive. In: David Alan Cruse, Franz Hundsnurscher, Peter Rolf Lutzeier und andere (Hrsg.):
Lexikologie. Ein internationales Handbuch zur Natur und Struktur von Wörtern und Wortschätzen. Teilbd. 2. Berlin und New York 2002. S.
1550.
2
trachtet werden, die sich "auszeichnet durch den gemeinsamen Bezug auf räumliche Dimensionen, die durch Proportion und Orientierung voneinander unterschieden" wird. 4
2.2. Der Richtungsbezug
Sie sind semantisch durch ihren Richtungsbezug charakterisiert als vektorielle Adjektive wie hoch, lang oder breit, die eine Richtung von einem Gravitationszentrum, beziehungsweise zu einem Gravitationszentrum hin, benennen oder skalare Adjektive wie groß oder klein, die in den meisten Fällen eine Ausdehnung nach mehreren Richtungen hin benennen. 5 Welches Dimensionsadjektiv einem Nomen zugeordnet wird, kann vom Fokus der Betrachtung oder der Lage des Objekts abhängen, wie folgende Beispiele illustrieren: (1) (a) Das Auto ist hoch (b) Das Auto ist breit (c) Das Auto ist lang (d) Das Auto ist groß (e) Das Auto ist nah (f) Die Stange ist hoch (g) Die Stange ist lang 6
2.3. Mediumorientiertheit
Während etwa ein Farbadjektiv wie rot maximumorientiert angewendet wird, wird ein Dimensionsadjektiv wie hoch mediumorientiert benutzt. 7
Dabei gibt es bei Tribushinina zur Mediumorientiertheit die Idee eines Absoluten Nullpunkts ("Absolute Zero"), ab dem Dimension überhaupt erst feststellbar ist, der Punkt also, an dem ein Gegenstand für den Betrachter wahrnehmbar räumlich zu existieren beginnt. 8 Ein anderer Punkt, oder besser eine Spanne, markiert bei Tribushinina den Kognitiven Nullpunkt ("Cognitive Zero") oder das Medium, das heißt, einen Bereich, in der die Dimension eines Gegenstands einer prototypischen Norm entspricht, der Gegenstand also weder als hoch, noch als niedrig wahrgenommen wird. 9 Wird dieser Kognitive Nullpunkt oder die Norm oder
4 Bierwisch 1987, S. 12.
5 Siehe Robering, S. 1548
6 Siehe: Manfred Bierwisch: Some semantic universals of German adjectivals. In Patrick Hanks (Hrsg.): Lexicology. Critical Concepts in
Linguistics. Band 2, London und New York 2008. S. 360ff.
7 Siehe Bierwisch 1987, S. 359 und Elena Tribushinina: Cognitive reference points. Semantics beyond the prototypes in adjectives of space
and colour. Utrecht 2008. S. 120.
8 Siehe Tribushinina, S. 122.
9 Siehe ebd., S. 121.
3
das Medium erkennbar überschritten, wird ein Gegenstand als hoch wahrgenommen und benannt werden. Bei Unterschreitung wird er bis hin zum Absoluten Nullpunkt entsprechend als niedrig wahrgenommen. Hoch und niedrig beziehen sich dabei "auf die gleiche Dimension, legen aber auf der Skala entgegengesetzte Vergleichsrichtungen fest". 10
2.4. Antonymie
Aus der Mediumorientiertheit ergibt sich, dass für jedes Dimensionsadjektiv ein Antonym existieren muss, manchmal auch mehrere in Form einer Antonymengabel. So kann weit - je nach Verwendung - nah oder eng als Antonym haben.
Bierwisch illustriert die semantische Besonderheit der Verhältnisse von Antonymen bei den Dimensionsadjektiven mit folgendem Beispiel: (2) (a) Hans ist so groß wie sein Bruder. (b) Hans ist so klein wie sein Bruder. (c) Hans ist so glücklich wie sein Bruder. (d) Hans ist so unglücklich wie sein Bruder. 11
Während (b) besagt, dass Hans und sein Bruder klein sind und sich damit so wie die nichtdimensionalen Adjektive in (c) und (d), die beide Brüder als glücklich, beziehungsweise unglücklich charakterisieren, verhält, sagt (a) nicht aus, dass Hans und sein Bruder tatsächlich groß sind, sondern nur, dass sie die gleiche Größe haben. Beide Glieder des Antonymenpaars in (a) und (b) sind also nicht gleichwertig. Bierwisch bezeichnet Adjektive wie groß in diesem Zusammenhang als (+Pol) marked Elements, klein entsprechend als (-Pol) marked Element. 12 (3) (a) Der Tisch ist doppelt so lang wie die Bank. (b) *Der Tisch ist doppelt so kurz wie die Bank. (c) Der Faden ist doppelt so dünn wie ein Haar.
Satz (a) kann problemlos gebildet werden, denn lang ist ein (+Pol) marked Element. der gleiche Satz kann aber nicht mit dem (-Pol) marked Element kurz wie in (b) gebildet werden. Dass Ausnahmen existieren, zeigt (c).
Lafrenz sieht lang als ein Hyperonym an, dem zwei antonyme Kohyponyme untergeordnet sind, nämlich kurz und wiederum lang. 13
Nicht-Gleichwertigkeit der Antonyme ist ein typisches Merkmal von Dimensionsadjektiven.
10 Bierwisch 1987, S. 16.
11 Siehe: Bierwisch 1987, S. 16.
12 Siehe: Bierwisch 2008, S. 256.
13 Siehe Lafrenz, S. 24.
4
Arbeit zitieren:
Dirk Kranz, 2009, Adjektive der räumlichen Dimension und ihre metaphorischen Verwendungen, München, GRIN Verlag GmbH
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