Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
1.1 Einführung in die Thematik 2
1.2 Zielsetzung 2
1.3 Aufbau der Arbeit 3
1.4 Der Buchinhalt in Kurzfassung 4
2 Analyse prägender Ereignisse in der Kindheit 6
2.1 Erste Anzeichen des Unglücks 6
2.2 Die Geburt Parzivals 6
2.3 Parzivals Heranwachsen in der Einöde 8
2.4 Die Gotteslehre der Herzeloyde 10
2.5 Die Ritterbegegnung 11
2.6 Die Weltlehre der Herzeloyde 13
3 Das Mittelalterliche Bild von Erziehung 16
3.1 Die Generelle Auffassung von Kindheit 16
3.2 Die Entwicklungsstufen 17
3.3 Ein Vergleich 18
4 Zusammenfassende Betrachtung 20
5 Literaturverzeichnis 23
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1 EINLEITUNG
1.1 EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK
Das Werk Wolfram von Eschenbachs gehört dem Stoffkreis der keltischen Sagen um König Artus und dessen Ritter an. Zwischen 1200 und 1210 wird die Entstehung des Werkes datiert. Eine Zeit in der Einflüsse fremder Kulturen in verschiedenen kulturellen Bereichen, so auch in der Literatur, spürbar wurden. Geschichten und Legenden aus dem Orient griffen in die Literatur ein. Das Epos „Parzival“ zählt zu den zentralen Mythen des Abendlandes. Über 80 Handschriften des „Parzival“ bescheinigen dem Werk eine außerordentliche Popularität. Die Schrift fand nicht zuletzt durch den gebotenen Einblick in die damaligen ritterlichen Tugenden, das Leben und die Erziehung am Hofe weite Verbreitung. Erfolg versprach das Werk auch in erster Linie durch den Protagonisten an sich. An Hand von Parzival, der Hauptfigur des gleichnamigen Werkes, zeichnete der Verfasser einen menschlichen Entwicklungsweg und die damit verbundenen Konflikte auf. Der Erzähler beschreibt den Werdegang des anfänglichen tumpen Parzival, der am Ende Gralskönig wird. „Die Figur wandelt sich von einem unreflektierten, infantilen, draufgängerischen Charakter zum vorbildlichen Repräsentanten der Gralsgesellschaft […]“ 1 . Diese Entwicklung des jungen Protagonisten lässt sich in drei verschiedene Entwicklungsstufen einteilen: die Kindheit in Soltane und der dortigen Erziehung durch seine Mutter Herzeloyde, die Ritterlehre bei Gurnemanz und die religiöse Unterweisung bei Trevrizent.
1.2 ZIELSETZUNG
Mittelalterliche Legenden, Romane und Epen malten oft Bilder von vollkommenen Helden. Von Helden, die anfänglich meist gerade den Kinderschuhen entwachsen sind und im Laufe der Geschehnisse einen abenteuerlichen Prozess der Entwicklung durchlaufen. Gerade auch im Epos „Parzival“ werden die Kindheit und die Adoleszenz des Helden zur Grundlage der Erzählung. Der Erzähler zeigt auf, welchen Entwicklungsweg der junge Protagonist Parzival durchlebt und stellt insbesondere Gegebenheiten und Ereignisse heraus, die ihn während der Kindheit bedeutend prägten. Die erste Entwicklungsstufe und die daraus resultierenden Konsequenzen bilden den Fokus dieser Stu-
1 Vgl.SASSENHAUSEN (2007), S. 2.
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dienarbeit. Diese versucht zu untersuchen, aus welchen Gründen Parzivals Lebensweg von Identitätssuche und Fehlverhalten bestimmt ist. Welche Rolle spielt in dieser Hinsicht Herzeloyde, die Mutter Parzivals, beziehungsweise welchen prägenden Einfluss übt gerade sie auf die Entwicklung ihres Sprosses aus? Und, zieht man die mittelalterliche Auffassung von Erziehung in die Betrachtung ein, was ist so anders an Parzivals Aufwachsen? Auf diese Fragen versucht die Autorin im Verlauf der Studie Antworten zu finden. In ihrer Analyse bezieht sie sich lediglich auf die erste Entwicklungsstufe Parzivals, auf das Aufwachsen in Soltane. Diese Eingrenzung erscheint geeignet, da einerseits der Umfang der Arbeit einzugrenzen ist und andererseits für die Autorin feststeht, dass grundlegende, prägende Einflüsse auf das Wesen des Protagonisten in diesem frühen Stadium anzusiedeln sind. Im Folgenden wird der Aufbau der Arbeit kurz wiedergegeben, um dem Leser einen Einblick in diese Abhandlung gewährleisten zu können.
1.3 AUFBAU DER ARBEIT
Die Arbeit gliedert sich in fünf Kapitel. Die Zielsetzung der Verfasserin und die Einführung in die Thematik bilden die Grundlage des ersten Kapitels. Zusätzlich verweist die Verfasserin kurz auf den Inhalt des Werkes, um dem Rezipienten die Möglichkeit zu geben die späteren, zu analysierenden Entwicklungsstufen in das Gesamtgeschehen ein-ordnen zu können. Der zweite Gliederungspunkt soll im Zeichen der Analyse stehen, d.h. die Autorin versucht in verschiedenen Unterpunkten Antworten auf die im Vorfeld festgelegten Forschungsfragen (vgl. Kapitel 1.2) zu finden. Hierzu werden im Einzelnen Tatsachen und Gegebenheiten zum Aufwachsen Parzivals in Soltane betrachtet. Im dritten Kapitel beruft sich die Autorin auf die im Mittelalter vorherrschende Auffassung von Erziehung. Es wird aufzuzeigen sein, welche Entwicklungsstufen den Heranwachsenden zu dieser Zeit zugeschrieben wurden und, welche Ansichten zum Kind-sein an sich im Mittelalter dominierten. Diese Vorgehensweise soll einem späteren Vergleich dienen. Am Ende des dritten Kapitels unterzieht die Autorin die gewonnenen Erkenntnisse einem gesonderten Vergleich. Zusammenfassend werden schließlich im vierten Kapitel die Ergebnisse der Untersuchung reflektierend vorgestellt. Das letzte Kapitel, Kapitel fünf, zeigt eine Übersicht der herangezogenen Literatur und Quellen. Der Rahmen der Literaturübersicht ist überschaubar, da Literatur zu dem hier behandelten Themenbereich einerseits karg vorhanden ist, der Autorin andererseits schwer zugänglich
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war. Grundlage der hier aufgezeigten Erkenntnisse bilden hauptsächlich die Werke der Autoren RUSS, BUMKE, ARIÈS und RENGGLI. Im Folgenden verweist die Verfasserin kurz auf den Inhalt des „Parzival“, um dem Rezipienten die Möglichkeit zu geben die späteren, zu analysierenden Entwicklungsstufen in das Gesamtgeschehen einordnen zu können.
1.4 DER BUCHINHALT IN KURZFASSUNG
Der Erzähler beschreibt die abenteuerlichen Erlebnisse zweier ritterlicher Hauptfiguren - einerseits die Entwicklung des Protagonisten Parzival vom tumpen Jungen zum Gralskönig, andererseits die gefahrvollen Abenteuer des Artusritters Gawein. Da der Rahmen dieser Studienarbeit klar eingegrenzt ist, geht die folgende Inhaltsangabe lediglich auf den Entwicklungsweg Parzivals ein und lässt die Geschehnisse um Gawein außen vor.
Gachmuret, der Vater Parzivals und Sohn Gandains, zieht nach dem Tod des Vaters in die Welt. Er besteht in kurzer Zeit zahlreiche Abenteuer und gelangt schnell zu Ruhm und Ehre. Nach dem Tod des Bruders übernimmt Gachmuret das väterliche Reich. Er heiratet kurze Zeit später Herzeloyde, stirbt jedoch kurz darauf selbst in einer Schlacht. Herzeloyde bringt zwei Wochen nach Gachmurets Tod einen Erben zur Welt. Um ihren Sohn zu schützen, zieht sie sich in die Einöde Soltanes zurück. Abseits von Rittern, Schlachten und Leid wächst Parzival behütet auf. Eines Tages, so geschah es, begegnet Parzival vier Rittern. Angetan vom Rittertum will er in die Welt ziehen und ebenfalls Ritter werden. Die Mutter ist darüber sehr betrübt. Im Narrenkleid und mit gut gemeinten Ratschlägen lässt sie ihn ziehen. Der unsägliche Kummer über den Verlust des Sohnes bringt sie ins Grab.
Parzival hingegen reitet in die Welt und sollte viele Abenteuer bestehen. Ein erster unbeholfener Versuch an Artus Hof Ritter zu werden, scheitert. So führt ihn sein Weg weiter zu Gurnemanz. Er lehrt dem Jungen die ritterlichen Tugenden und den Umgang mit Waffen. Sein Drang in die Welt zu ziehen, veranlasst Parzival Abschied von seinem Lehrmeister zu nehmen. Auch die Minne Kondwiramurs, einer edlen Jungfrau, vermag es nicht ihn festzuhalten. Nach einiger Zeit gelangt er auf unwegsamen Pfaden zur Gralsburg und trifft dort auf den Burgherrn, den Gralskönig Anfortas, der unter einer schweren Erkrankung leidet. Die Burgbewohner versuchen den über Abend den
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schweigsamen Ritter zur Nachfrage hinsichtlich der Erkrankung des Königs zu ermuntern, mit der er den siechenden König erlöst hätte. Doch Parzival stellt die erlösende Frage nicht. Lehrte Gurnemanz ihn doch Fragen zu vermeiden. Dies wird ihm später schwer zur Last gelegt. Am nächsten Tag, als Parzival die Burg längst verlassen hatte, wird er von Sigune über das Mysterium der Gralsburg aufgeklärt. Seit dieser Begegnung widmet sich Parzival der Gralssuche erneut, um sein Versäumnis gut zu machen. Einige Zeit später führt ihn seine Suche an Artus' Hof. Er wird nun in die Tafelrunde aufgenommen. Verflucht von der Gralsbotin Cundrie, verlässt er den Hof wenig später und gelangt zu einem Einsiedler, Trevrezent, bei dem er lernt. Nachdem er einige Schlachten und Zweikämpfe bestanden hatte, kommt er zum zweiten Mal zur Gralsburg. Er stellt Amfortas nun die Frage nach dessen Leid und kann ihn dadurch retten. Nachdem sich alles zum Guten gewandt hatte, wird er schließlich zum Gralskönig ernannt. 2
Die folgenden Hauptgliederungspunkte dienen der Antwortfindung. Eine Analyse prägender Ereignisse in Parzivals Kindheit und die Darstellung der mittelalterlichen Auffassung von Erziehung sollen Klarheit geben. Klarheit zum zentralen Forschungsaspekt dieser Arbeit, der sich in den folgenden Fragen manifestiert: aus welchen Gründen ist Parzivals Lebensweg von Identitätssuche und Fehlverhalten bestimmt; welche Rolle spielt in dieser Hinsicht Herzeloyde, die Mutter Parzivals, beziehungsweise welchen prägenden Einfluss übt gerade sie auf die Entwicklung ihres Sprosses aus und, zieht man die mittelalterliche Auffassung von Erziehung in die Betrachtung ein, was ist so anders an Parzivals Aufwachsen?
2 Vgl. HERTZ; HOFSTAETTER (1997).
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Arbeit zitieren:
Karolin Flügel, 2008, Wolfram von Eschenbachs Parzival - Die Kindheit Parzivals, München, GRIN Verlag GmbH
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Die Erziehung des jungen Parzival - Hindernis oder Chance?
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