1 Einleitung
In dieser Hausarbeit möchte ich anhand der psychoanalytischen Entwicklungstheorie die Ursachen für aggressives Verhalten von Schülern im Unterricht beschreiben. Zunächst zu einer Definition: Unter aggressivem Verhalten versteht man Verhalten welches zielgerichtet und instrumentell erfolgt. Es hat zum Ziel die eigenen Bedürfnisse und Interesen durchzusetzen.
Die grundlegenden Annahmen der psychoanalytischen Entwicklungstheorie gehen größtenteils auf Sigmund Freud zurück. Freud war jedoch kein Entwicklungspsychologe, sondern ein Therapeut und Persönlichkeitspsychologe, der die Zustände der Erwachsenenpersönlichkeit verstehen wollte und so zur Entwicklungspsychologie kam. Die Psychoanalyse stellt eine Lehre von bewussten und unbewussten psychischen Vorgängen wie Gefühlen, Wünschen und Träumen dar. Freud behandelte viele Erwachsenen und sah sich bei der Therapie gezwungen die Entwicklungsgeschichte bis in die frühe Kindkeit zurückzuverfolgen. Außerdem erkannte er, dass die frühkindliche Entwicklung für die gesamte Persönlichkeitsentwicklung eine herausragende Bedeutung spielt. Im Laufe der ersten sechs Lebensjahre sind nach Freud alle Grundthemen des menschlichen Zusammenlebens, wie Liebe, Gehorsam, Besitz usw. angeklungen und die erste Vereinigung aller Sexualtriebe ist bis dahin erfolgt. Die Richtung der weiteren Persönlichkeitsentwicklung ist somit vorgegeben. Neben seiner Phasentheorie der psychoanalytischen Entwicklung hat er unter anderem eine Persönlichkeitstheorie aufgestellt, um das Verstehen der Entwicklungstheorie zu gewährleisten.
2 Hauptteil
Die Ursachen aggressiven Verhaltens im Unterricht können vielerlei Herkunft haben. Jedoch sollte man vor allem als Lehrer beachten, dass der Grundstein für aggressives Verhalten schon oft in der frühen Kindheit gelegt wird und nicht von heute auf morgen entsteht. So könnten Aggressionen aus zeitlicher Trennung von Mutter und Kind resultieren.
„Die Senatsschulverwaltung in Berlin verpflichtet die Schüler am Schulanfang, den Leistungsstand in Deutsch und Mathematik zu überprüfen, aber nicht die Lebenslage oder den Hilfebedarf von Schülern“ (vgl. S. 119 Becker 2008) Das kann oft zu aggressivem Verhalten führen, da die Lehrer nicht informiert werden inwieweit die Schüler hilfsbedürftig sind. Somit können die Lehrer teilweise das Verhalten der Schüler nicht nachvollziehen. Eine Situation kann also eskalieren, wenn sich beide Seiten- Lehrer und Schüler- daran hochspielen. Somit endet ein Mißverständnis in aggressivem Verhalten beiderseits. Um solche Situationen zu vermeiden, sollten die Lehrer über Ursachen aggressiven Verhaltens einzelner Schüler informiert werden. Somit könnten diese die Hintergründe besser nachvollziehen und entsprechend reagieren.
Schüler übertragen positive und auch negative Beziehungserfahrungen oft auf den Lehrer. Der Lehrer wird also oft vom Schüler als wichtige Bezugsperson gesehen. „Dies bedeutet, ein Schüler nimmt, ohne sich dessen bewusst zu sein, den Lehrer als seine Mutter oder seinen Vater wahr.“ (Becker 2008) Hiermit wird deutlich, dass die Lehrer-Schüler- Beziehung im Unterricht eine wichtige Rolle spielt. Die Schüler könnten den Lehrer als Kontrollperson wahrnehmen, wenn dieser im falschen Moment an- oder abwesend ist. Hier würde dann der Lehrer als Bezugsperson zwar anwesend aber von dem Schüler falsch interpretiert werden. (vgl. Becker 1995) Wie bereits erwähnt können Trennungen einen bedeutenden Einfluss auf den Unterricht haben. Sie werden „als schädigend und nicht entwicklungsfördernd angesehen […]“ (vgl. Becker 1995) Im Folgenden werde ich mich auf die Trennung und deren Ursachen von Mutter und Kind beziehen. Da Kinder von der Geburt an eine innige Beziehung zu ihrer Mutter aufbauen, fallen ihnen zeitliche Trennungen besonders schwer. Vor allem ab dem
Arbeit zitieren:
Luise Nern, 2009, Beschreiben Sie die Ursachen aggressiven Verhaltens im Unterricht aus der Sicht der psychoanalytischen Entwicklungstheorie, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Umwelthaftpflichtversicherung als umweltpolitisches Instrument
Seminararbeit, 17 Seiten
Finanzierung im Rahmen von "Mergers and Acquisitions"
BWL - Investition und Finanzierung
Hausarbeit, 25 Seiten
Entwicklungsprobleme und Problemverhalten Jugendlicher
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Seminararbeit, 9 Seiten
Ethische Rechtfertigung des Neuzeitlichen Kapitalismus - Ein Widersp...
Hausarbeit, 48 Seiten
Autoritäre Erziehung, antiautoritäre Erziehung, Antipädagogik und die ...
Seminararbeit, 17 Seiten
Der normale Lernprozess und die Bewältigung schulischer Anforderungen
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Seminararbeit, 21 Seiten
Einsatz von Zinsoptionen im Zinsrisikomanagement von Unternehmen
---
BWL - Investition und Finanzierung
Hausarbeit, 35 Seiten
Konjunktur und Krise - Möglichkeiten einer Geld- und Finanzpolitik
Seminararbeit, 28 Seiten
Die Bedeutung verschiedener Aggressionstheorien in Hinblick auf den pr...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Seminararbeit, 17 Seiten
Kritik am interkulturellen Lernen
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Hausarbeit, 12 Seiten
Tanz als erlebnispädagogisches Gestaltungsfeld
Grundsätzliche Überlegungen un...
Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge
Examensarbeit, 117 Seiten
Luise Nern hat einen neuen Text hochgeladen
Fächerübergreifender Unterricht aus der Sicht des Faches Musik
Eine historisch-systematische ...
Beate Christiane Dethlefs-Forsbach
Literaturunterricht aus Sicht der Lehrenden
Eine qualitative Interviewstud...
Dorothee Wieser
Ratgeber Aggressives Verhalten
Informationen für Betroffene, ...
Franz Petermann, Manfred Döpfner, Martin H. Schmidt
Aggressives Verhalten bei Kindern und Jugendlichen
Ursachen, Prävention, Behandlu...
Ulrike Lehmkuhl
0 Kommentare