Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Was sind Stereotype? 4
1.1 Die Klassifizierung von Stereotypen 5
1.1.1 Geografisch begründete Stereotype 5
1.1.2 Historisch begründete Stereotype 5
1.1.3 Kausal begründete Stereotype 6
1.2 Die Wechselwirkung von Fremd- und Selbstwahrnehmung 7
2. Beispiele norwegisch-deutscher Stereotype 8
2.1 Beispiele aus der Wirtschaft 9
2.1.1 Beispiel 1 9
2.1.2 Beispiel 2 9
2.2 Beispiel aus dem Unterricht 10
3. Stereotype im Fremdsprachenunterricht 12
3.1 Didaktische Möglichkeiten der Verwendung von Stereotypen 12
4. Schlussbemerkung 15
5. Literatur 16
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Einleitung
Stereotype begegnen uns beinahe täglich in allen möglichen Situationen. Angefangen vom neutralen Bild, das wir über einen Angehörigen einer bestimmten Kultur im Kopf haben, bis hin zum negativ geprägten Vorurteil gegen etwas oder jemanden - nichts betrachten wir ohne den Einfluss von Stereotypen. Über den Ursprung des ein oder anderen Stereotyps machen sich die wenigstens Menschen Gedanken. Dabei kommt kein Urteil von irgendwoher, sondern hat stets einen Hintergrund, der es klassifiziert.
Was sagen Stereotype eigentlich über die eigene Wahrnehmung des Fremden und des Vertrauten aus? Und wo ist der Umgang mit Stereotypen sehr heikel und bedarf einer Sensibilisierung?
Diesen Fragen möchte ich in meiner Hausarbeit näher auf den Grund gehen. Betrachtet werden soll dabei der Bereich der Wirtschaft, in dem interkulturelle Kompetenz unabdingbar ist, sowie der landeskundliche Fremdsprachenunterricht, dessen Ziel es sein sollte, dem Lerner diese Kompetenz zu vermitteln.
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1. Was sind Stereotype?
Obwohl der Begriff „Stereotyp“ von den meisten Menschen gleichgesetzt wird mit einem negativ behafteten Vorurteil, wurde der Begriff in der Fachliteratur im Jahr 1922 vom Soziologen Walter Lippmann eingeführt, um wertfrei und neutral zu betiteln, was Menschen über andere Menschen und deren soziale Zugehörigkeit denken. Stereotype beeinflussen dabei jeden einzelnen Menschen in seiner Wahrnehmung und seinem Denken. Dies ist schon rein biologisch erklärbar. Schon ein Kind teilt die Welt, die es erlebt, in Kategorien und Gruppen ein. Alle Gruppen, denen es angehört, sind nach Lippmann die sogenannten in-groups des Kindes, alle anderen die out-groups. Die Gruppeneinteilung kann nicht wertfrei verlaufen; schon von Kindesbein auf an bewertet der Mensch Gruppen als positiv oder negativ. Die eigenen Gruppen werden hierbei zumeist positiv bewertet, während die out-groups dem Nichtgruppenmitglied negativ erscheinen. Es gibt jedoch auch out-groups, die positiv und sogar als erstrebenswert gewertet werden. Bedingt durch diesen biologisch-kognitiven Prozess haben sich Stereotype ausgebaut und wurden teils über Generationen weitergegeben. „Almost like a biological fact“ 1 nennt Lippmann die Auffassung derer, die Stereotype behandeln, als seien sie erwiesene Tatsachen. Er folgert: „For the most part we do not first see and then define, we define first and then see.” 2 Somit sind für gewöhnlich erst Stereotype im Kopf eines Menschen, bevor er die Gruppe, über die er gerade denkt, selbst zu erkunden beginnt.
Die Ursprünge der jeweiligen Stereotype kennen die wenigsten Menschen. Im Nachfolgenden soll ein Einblick in die gängigen Klassifizierungen von Stereotypen gegeben werden.
1 Zitiert nach: Husemann, Harald: Stereotypen in der Landeskunde - Mit ihnen leben, wenn wir sie
nicht widerlegen können, in: Neusprachliche Mitteilungen aus Wissenschaft und Praxis, Band 2
(1990), S. 89-98, hier Seite 90
2 Zitiert nach: ebd, Seite 89
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1.1 Die Klassifizierung von Stereotypen
1.1.1 Geografisch begründete Stereotype
Bei geografisch begründeten Stereotypen liegt das Verhalten vor, dass durch „von der Natur vorgezeichneten Bedingungen Rückschlüsse auf die Eigentümlichkeiten der Bewohner“ 3 gezogen werden. Messbare Fakten wie Klima, Wirtschaftlichkeit des Bodens, Industriedichte oder die weltgeografische Lage des Landes oder der Region werden folglich auf die Menschen, die in der jeweiligen Gegend ansässig sind, und deren Kultur projiziert. So wird beispielsweise die isolierte Lage eines Inselstaates dazu genutzt, auch die Menschen als isoliert und somit als konservativ, gern unter sich bleibend bis hin zu fremdenfeindlich zu klassifizieren. Ist jemandem von der anderen Kultur nur ein Teil der Industrie bekannt, der vielleicht eine große Fläche des Landes einnimmt und optisch nicht sehr ansehnlich ist, so mag er darauf schließen, dass es im ganzen Land dreckig und grau ist, die Menschen dementsprechend alle schlecht gelaunt, nur für die Arbeit lebend und unfreundlich sind. Andersherum werden aber auch die Menschen positiv bewertet, die aus einem Land stammen, das vielfältige und unberührte Natur beherbergt, diese wahrt und für den Tourismus anbietet. Hier spricht man schnell von freundlichen, immer fröhlichen und aufgeschlossenen Einwohnern.
Oft ist nur ein geografischer Faktor ausreichend, um ein ganzes Land oder eine ganze Kultur darüber zu bewerten. Geografische Stereotype tauchen auch besonders häufig innerhalb eines Landes auf, wenn dieses über verschiedene Naturerscheinungen verfügt.
1.1.2 Historisch begründete Stereotype
Bei historisch begründeten Stereotypen werden Erlebnisse aus der Vergangenheit, weltpolitische Ereignisse und historische Eigenheiten eines Landes oder einer Kultur als Maßstab gesetzt, um die Mitglieder der jeweiligen Kultur darüber zu definieren. Eine Kultur, die oft Opfer eines feindlichen Besetzung war, wird somit als schwach
3 Keller, Gottfried: Die Funktion von Stereotypen beim Erkenntnisprozess im kulturkundlichen
Unterricht - dargestellt an einer Strukturanalyse von Schülerurteilen, in: Die neueren Sprachen, Band
5 (1969), S. 6
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Arbeit zitieren:
BA Jenny Schulz, 2010, Stereotype zwischen Deutschland und Norwegen, München, GRIN Verlag GmbH
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