Inhaltsverzeichnis i
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Theorieteil 2
2.1 Einleitung in den Theorieteil 2
2.2 Klassenführung 3
2.3 Fragestellung im Bezug auf die vorgestellte Literatur 6
3. Methodenteil 7
3.1 Stichprobe 7
3.2 Versuchsdesign 8
3.3 Messinstrumente 9
3.4 Durchführung der Analyse 12
3.4.1 Interact 13
4. Ergebnisteil 15
4.1 Inhaltliche Darstellung der Unterrichtsstunde 15
4.2 Einordnung der Unterrichtsstunde in den Lehrplan 18
4.3 Einleitung der Analyse 19
4.4 Analyse: Teil 1 (01:00-14:00 Unterrichtsminute) 20
4.4.1 Mitarbeit, Fehlverhalten und Unterrichtsaktivitäten
der Schüler unter Analyse des Interactiongraphs 20
4.4.2 Allgegenwärtigkeit der Lehrkraft unter Analyse des
Interactiongraphs 22
4.4.3 Beschäftigungsradius, Mitarbeit und Allgegenwärtigkeit
unter Analyse des Interactiongraphs 24
4.4.4 Bewertung des Klassenführungsverhalten der Lehrkraft
unter Analyse des Interactiongraphs 26
4.5 Analyse: Teil 2 (22:15 - 35:15 Unterrichtsminute) 28
4.5.1 Mitarbeit, Fehlverhalten und Unterrichtsaktivitäten
der Schüler unter Analyse des Interactiongraphs 28
4.5.2 Allgegenwärtigkeit der Lehrkraft unter Analyse des
Interactiongraphs 30
4.5.3 Beschäftigungsradius, Mitarbeit und Allgegenwärtigkeit
unter Analyse des Interactiongraphs 31
4.5.4 Bewertung des Klassenführungsverhalten der Lehrkraft
unter Analyse des Interactiongraphs 33
Inhaltsverzeichnis ii
5. Diskussion 35
5.1 Interpretation 35
5.2 Validitätseinschränkungen 36
5.3 Schlussfolgerung 36
6. Literaturverzeichnis 37
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Tab. 1: Voreingestellte Farbdarstellung für die einzelnen
Kategorienauspr ägungen 14
Abbildung 2: Interactiongraph 1: Mitarbeit, Fehlverhalten
und Unterrichtsaktivität, Teil 1 20
Abbildung 3: Interactiongraph 2: Mitarbeit, Unterrichtsaktivität
und Allgegenwärtigkeit, Teil 1 22
Abbildung 4: Interactiongraph: 3: Mitarbeit, Allgegenwärtigkeit und
Besch äftigungsradius, Teil 1 24
Abbildung 5: Interactiongraph 4: Mitarbeit, Fehlverhalten,
Unterrichtsaktivit ät und Allgegenwärtigkeit, Teil 1 26
Abbildung 6: Interactiongraph 5: Mitarbeit, Fehlverhalten
und Unterrichtsaktivität, Teil 2 28
Abbildung 7: Interactiongraph 6: Mitarbeit, Unterrichtsaktivität
und Allgegenwärtigkeit, Teil 2 30
Abbildung 8: Interactiongraph 7: Mitarbeit, Unterrichtsaktivität
und Beschäftigungsradius, Teil 2 31
Abbildung 9: Interactiongraph 8: Mitarbeit, Fehlverhalten,
Unterrichtsaktivit ät und Allgegenwärtigkeit, Teil 2 33
Einleitung Seite 1 1 Einleitung
In der vorliegenden Arbeit soll die Frage beleuchtet werden, inwiefern der Unterrichtserfolg einer Schulklasse mit der Klassenführung der Lehrkraft zusammenhängt und welche Verhaltensweisen der Lehrkraft 1 das Schülerverhalten beeinflussen.
Es ist wichtig sich mit dieser Frage zu beschäftigen, da Klassenführung eine zentrale Aufgabe der täglichen Lehrerarbeit ist. Die Lehrkraft hat den Auftrag, Schüler 2 zu aktivieren und muss anhaltend dafür sorgen, dass die Klasse gut geführt wird. Darauf verweist auch Hans Jürgen Apel, der „eine effektive, d.h. in didaktischen Situationen erfolgreiche Führung der Klasse und des Unterrichts immer noch als wichtigen Beitrag zur Qualität von Schule und Unterricht“ (Apel, 2002, S. 7) ansieht. Vor allem können die Lehrkräfte mit „ihrer Unterrichtsgestaltung und mit ihrer didaktischen Führung die Qualität des Erziehungs- und Bildungsangebots“ (Apel, 2002, S.8) sichern. Gerade deshalb ist es wichtig, sich mit der Frage zu beschäftigen, inwiefern der Unterrichtserfolg von der Lehrkraft abhängt. Eine Lehrerin sollte sich Kenntnisse darüber aneignen, wie eine „gute“ Klassenführung gelingen kann und welche didaktischen Kompetenzen für diese benötigt werden, denn die Schüler erwarten, dass sie zu aktivem Lernen angeregt und angeleitet werden.
Im Folgenden soll zunächst in einem theoretisch angelegten Untersuchungsbereich aufgezeigt werden, dass Klassenführung ein wichtiger Aspekt für den Erfolg von Unterricht ist. Anschließend soll näher erläutert bzw. definiert werden, was unter „Klassenführung“ im engeren Sinne verstanden werden kann und die einzelnen Klassenführungsdimensionen werden definiert. In Rückbezug auf die theoretischen Untersuchungsergebnisse wird die Fragestellung sodann präzisiert, sowie einige Fragen und Hypothesen entwickelt, die dann im weiteten Verlauf dieser Arbeit beantwortet werden sollen. Danach folgt ein Methodenteil, indem die zu untersuchende Lerngruppe vorgestellt, die Messinstrumente dargestellt und die Durchführung der Analyse beschrieben wird.
1 In dieser Arbeit wird zur Bezeichnung der Schülerinnen und Schüler durchgängig „Schüler“
verwendet und dafür zur Bezeichnung des Lehrers durchgängig „Lehrerin“ oder „Lehrkraft“.
2 Siehe Anmerkung: 1
Theorie Seite 2
Der Ergebnisteil ergibt sich durch die Analyse einer exemplarischen Unterrichtsstunde und der Beschreibung des Unterrichtsverlaufs. Abschließend erfolgt eine Diskussion, in der die Frage zu klären ist, wie sich das Verhalten der Lehrerin auf die Schüler auswirkt.
2 Theorieteil
2.1 Einleitung in den Theorieteil
Klassenführung ist ein wichtiges Thema für die Gestaltung von Unterricht und für den Erfolg von Wissensvermittlung, da der Lernerfolg einer Klasse auch immer etwas mit der Lehrkraft zu tun hat. Die Lehrkräfte können mit ihrer didaktischen Führung die Qualität des Unterrichts sichern. Somit besteht ihre Aufgabe darin, „Lernwege in dem Sinne effizient zu gestalten, dass sie Eigenaktivität fördern und dabei Fehler konstruktiv korrigieren“ (Apel, 2002, S.8). Die Lehrkräfte sollen eine Klasse gut anleiten, motivieren und zur Lernarbeit verpflichten können, denn die Schüler wollen zum aktiven Lernen angeregt werden. Die Klasse sollte durch Anregung und Anleitung geführt werden, besonders auch da, wo es um „die Erziehung der Schüler zu einem entdeckenden Lernverhalten, zu Skepsis und um Kritikfähigkeit geht“ (Apel, 2002, S.10). Um verstehen zu können, warum Klassenführung für den Unterrichtserfolg so bedeutsam ist, muss zunächst einmal dargestellt werden, was eine Lehrerin für das Lernverhalten ihrer Schüler unternehmen kann und inwiefern ihr aber auch Grenzen gesetzt sind. Grundsätzlich ist es so, dass jeder Schüler das Lernen für sich vollziehen muss, doch damit dies überhaupt möglich ist, muss die Lehrerin einige Unterrichtsvoraussetzungen schaffen. Nach M. Holodynski (1998) gibt es vier Voraussetzungen, die unabdingbar sind, um lernen zu können.
• „Schüler lernen besser, wenn sie bezüglich des Lernstoffes wissen, was sie eigentlich tun und was sie lernen sollen“.
• Der Schüler braucht Augenblicke, in denen er selbständig überprüfen kann, ob und „inwiefern er den Lernstoff verstanden hat“.
• Wenn der Schüler den Lernstoff verstanden hat, braucht er immer wieder Gelegenheiten, sein Wissen zu festigen, so dass es „zur Routine wird, um wieder Kapazitäten für neuen Lernstoff frei zu bekommen.“
• „Jedes Lernen muss daraufhin überprüft werden, ob es richtig verstanden und richtig geübt worden ist.“
Theorie Seite 3
Diese vier Voraussetzungen können durch die Klassenkameraden, die Unterrichtsmaterialien oder durch die Lehrerin überprüft werden. Am Ende eines Schuljahres sollten nicht nur die „guten“ Schüler den Lernstoff verstanden haben, sondern auch die lernschwächeren Schüler. Die Herausforderung einer Lehrerin liegt darin, jeden Schüler zu erreichen und ihn zum Lernen anzuleiten. Problematisch ist jedoch, dass von jeder Lehrerin gefordert wird, Klassenführung- und Unterrichtsführung mit Schüleraktivität zu verbinden. Doch „die Möglichkeiten und Grenzen, Strategien, Routinen und Prozeduren einer solchen Führung werden kaum erörtert, geschweige denn genauer untersucht“ (Apel, 2002, S.8). Auch Hans Göckel (2000) sieht dies als Problem an und findet, dass die Unterrichtsführung als pädagogische Aufgabe eher unterschätzt und in der Literatur vernachlässigt wird. Der Begriff der Klassenführung werde geradezu ängstlich vermieden oder mit ‚Erziehung’ vermengt, obwohl Lehrerinnen und Lehrer gerade hier, bei der Führung von Klassen als sozialen Gruppen, die größten Schwierigkeiten erleben (Göckel, 2002, S.7). Gerade weil Klassenführung so wichtig für guten Unterricht und die Bildung der Schüler ist, möchte ich in dieser Arbeit einen Teil dazu beitragen, mehr über das Verhältnis zwischen Klassenführung und Unterrichtserfolg einer Klasse herauszufinden.
2.2 Klassenführung
Klassenführung beschreibt die Art und Weise, wie die Lehrerin zu Beginn des Schuljahres einzelne Unterrichtsaktivitäten, wie z.B. Stillarbeitsphasen, Lehrervorträge oder Unterrichtsgespräche in den Unterricht einbaut, um im weiteren Verlauf des Schuljahres einen störungslosen und reibungslosen Unterricht sicherzustellen. Nach Apel (2002) ist Klassenführung eine Form des „organisierend-disziplinierenddidaktischen Handels“. „Klassenführung erfolgt durch Organisation, Unterrichten und professionellen Umgang, wobei die Orientierung an allgemein verbindlichen Regeln der Interaktion und Kooperation von allen erwartet wird“ (Apel, 2002, S.86). Jacob S. Kounin hat sich als einer der ersten mit dem Thema der Klassenführung beschäftigt indem er in den 70er Jahren eine Videoanalyse mit 49 Grundschulklassen aus den Vororten von Detroit und Detroit selbst durchgeführt hat. Ausgangspunkt seiner Untersuchung war, erfolgreiche Strategien zu finden, die einer Lehrerin dabei helfen Störverhalten von Schülern wirksam zu unterbinden und sie stattdessen zur aktiven Mitarbeit zu bewegen. Der zentrale Ansatz war „das professionelle Auftreten vor der
Klassenführung Seite 4
Klasse, die angemessene Verwendung methodischer Formen und der Einsatz von Medien“ (Apel, 2002, S.94). Es wurde nicht nur auf die unmittelbare Reaktion des Lehrers auf eine Störungssituation und das anschließende Schülerverhaltens geachtet, sondern auch das Geschehen davor wurde mit einbezogen.
Ein Ergebnis Kounins war, dass die Mitarbeit und das Fehlverhalten der Schüler eng mit dem Verhalten der Lehrerin zusammenhängt. Bei seiner Studie zeigten sich große Unterschiede zwischen den beobachteten Klassen. Eine Lehrerin, die gute Mitarbeit in ihrer Klasse verzeichnen konnte, wandte bestimmte Klassenführungsstrategien an, die Kounin wie folgt definiert:
1. Allgegenwärtigkeit
Mit Allgegenwärtigkeit ist gemeint, dass die Lehrerin darüber im Bilde ist, was aktuell in der Klasse passiert und dass sie eine Störung eines Schülers, oder mehrerer Schüler, direkt und unverzüglich unterbindet. Dies geschieht durch eine direkte, klare und bündige Ansprache der Lehrerin. Darüber hinaus führt Kounin zur genaueren Analyse noch den Objekt- und Zeitfehler und die unbeachtete Störung ein, die an dieser hier jedoch nicht weiter erläutert werden sollen.
2. Überlappung
Überlappung meint die Fähigkeit der Lehrerin, zwei gleichzeitig ablaufende Prozesse des Unterrichts, die „unbedingt ihre Aufmerksamkeit erfordern“ (Miederhoff, Holodynski, Roos, Schmidt, 2007) auch gleichzeitig überblicken und steuern zu können. „Widmet sich eine Lehrerin ausschließlich einer Störung oder einem einzelnen Schüler, kann das die restlichen Schüler, die nun unbeschäftigt sind und daher warten müssen, aus Langeweile dazu bringen, sich mit Unterrichtsfremden Aktivitäten zu beschäftigen“ (Holodynski, 1998). Mangelnde Überlappung spiegelt sich hingegen darin wieder, dass die Lehrerin offensichtlich nur einen Unterrichtsprozess überblickt und andere Aktivitäten im Klassenraum nicht wahrnimmt oder sogar ignoriert.
Klassenführung Seite 5
3. Reibungslosigkeit
Unter Reibungslosigkeit versteht man, dass die Lehrerin einen reibungslosen Wechsel zwischen verschiedenen Unterrichtsaktivitäten schafft. „Manchmal bedeutet es auch psychisches Überwechseln oder Wechseln der Lernmittel, wenn die Kinder etwa von der Beschäftigung mit Rechenaufgaben zur Beschäftigung mit Rechtschreiben übergehen sollen, ohne dabei ihre Plätze zu verlassen“ (Kounin, 2006, S.101).
4. Schwung
Schwung bedeutet, dass die Lehrerin eine Unterrichtsaktivität so gestaltet, dass sie dem Lerntempo der Schüler entspricht. Wenn die „Länge und die Detailliertheit der Erklärungen und des Vormachens auf das Verständnis abgestimmt sind“, (Holodynski, 1998) kann man von einer Lehrerdemonstration sprechen, die Schwung hat. Wenn die Lehrerin zu ausführlich erklärt, wird es für die Schüler schnell langweilig und wenn sie jedoch zu schnell erklärt, dann verstehen die Schüler ihre Lernaufgabe nicht und wissen nicht was sie zu tun haben. Schwung beinhaltet, dass für die jeweilige Klasse ein angemessenes Niveau und Tempo der Unterrichtsaktivität zu finden ist (Holodynski, 1998).
5. Gruppenfokus
Gruppenfokus meint die Fähigkeit, die einzelnen Schüler - auch die nicht aufgerufenenzu motivieren und „auf dem Posten zu halten“ (Kounin, 2006, S.118). Nach Holodynski (1998) muss eine Lehrerin hierfür:
1. für Schüler aus allen Leistungsgruppen Gelegenheiten schaffen, sich mit dem Lernstoff aktiv auseinander setzen zu können;
2. die Schüler beim Lernen so oft wie möglich aktiv handeln (und so wenig wie nötig nur zuhören) lassen;
3. Schüler auf allen Sitzpositionen in die Lehrer-Schüler-Interaktion einbeziehen;
4. die Beschäftigung nicht nur auf einzelne Schüler fokussieren, sondern stets die ganze Klasse aktivieren;
5. von jedem Schüler bezüglich seiner Lernaktivitäten Rechenschaft verlangen und konstruktiv Rückmeldung dazu geben.
Arbeit zitieren:
Dörthe Albert, 2008, Klassenführung und Unterrichtserfolg - Eine Fallstudie in einer Englischstunde in der dritten Klasse, München, GRIN Verlag GmbH
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