INHALTSVERZEICHNIS
Seite
1 Prolog 3
2 Soziale Rollen im Sport 4
2.1 Die spezifische Rollenproblematik des Trainers 6
2.2 Trainer versus Übungsleiter - Charakteristik der Rolle des Übungsleiters 7
2.3 Soziale Interaktion und Kommunikation 8
3 Führung 9
3.1 Kompetenzbereich 9
3.2 Entscheidungsspielraum 10
3.3 Führungsstile 10
3.3.1 Autoritärer Führungsstil 10
3.3.2 Kooperativ-partnerschaftlicher Führungsstil 11
3.3.3 Laissez-faire’ Führungsstil 12
3.3.4 Situative Führung 13
LITERATURVERZEICHNIS
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1 Prolog
Kommt mir die notwendige Aufmerksamkeit zu? Spreche ich mit meiner Art ein Training zu leiten die Bedürfnisse der mir ‚unterstellten’ Sportler an? Fordere ich sie ausreichend bzw. bis an das Maß des Erträglichen oder überfordern meine oder die durch andere gesteckten Ziele ihr Leistungsvermögen? Fragen die den meisten Trainern und Übungsleitern bekannt vorkommen dürften. Im Sport spielen soziale Prozesse in vielfältiger Weise eine bedeutende Rolle. Dies lässt sich sowohl über die sozialen Kognitionen begründen, wie auch aus der Tatsache herleiten, dass Sport und Bewegung vornehmlich in einem Gruppenkontext stattfinden. ‚Sportliches Handeln’ ist (fast) immer auch soziales Handeln. Und dieses soziale Handeln bzw. der Umgang mit anderen Menschen erfordert zum Einen eine Unmenge an Erfahrungen aus dem eigenen evtl. sportlichen Werdegang; zum Anderen auch instinktive, angeborene Fähigkeiten sowie erlernte Fertigkeiten, um pädagogisch wirksam interagieren und eine auf gegenseitigem Nutzen basierende dauerhafte Verbindung zwischen Trainer und Sportler etablieren zu können. Der Leiter einer Sportmannschaft hat zumeist Dutzende verschiedener Charaktere zu betreuen, die nicht nur in ein (meist vorgegebenes) Sportkonzept bzw. -modell eingefügt werden wollen, sondern zur vollständigen Synthese mit diesem und dem zum Erreichen bestimmter Ziele notwendigen Umfeld reifen sollen. Hierbei ist es seine Aufgabe durch eine ständige Sublimierung der Trainingsinhalte ein Höchstmaß an Leistungsfähigkeit, mit all den feinen Abstufungen, zu sichern. Dabei trägt die Person des Trainers nicht nur die Verantwortung für die sportliche sondern gerade im Hochleistungssport auch für die soziale, menschlich-charakterliche und berufliche Entwicklung seiner Zöglinge. Welche Methode in der Interaktion am ehesten ‚Früchte’ trägt, lässt sich, wie immer im Umgang mit Menschen, nur sehr schwer pauschalisieren und scheint doch am Ende ein schier unmögliches Vorhaben. Es haben sich im Laufe der Zeit bestimmte Arten der Menschenführung entwickelt, die letztlich auch immer von der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung geprägt und abhängig waren, weil sie das Menschenbild ihrer Zeit widerspiegelten. Diese Veränderungen der Umfeldfaktoren mussten sich natürlich auch in der Ausdifferenzierung und weiteren ‚Verästelung’ des sozialen Rollengeflechts im Sport niederschlagen, in den nun folgenden Ausführungen sollen neben grundlegenden Begriffsklärungen auch verschiedene Führungsansätze näher beleuchtet werden.
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2 Soziale Rollen im Sport
Was versteht man unter der, besser noch, einer „Sozialen Rolle“?
„Sie repräsentiert die Summe sozialer Normen, denen der Inhaber einer sozialen Position entsprechen muss. Soziale Rollen sind Bündelungen von sozialen Normen um eine soziale Position, also positionelle Verfestigungen eines Satzes von sozialen Normen. Die soziale Rolle sagt noch nichts aus über das faktische Verhalten eines Positionsinhabers, sondern nur über die Rechte und Pflichten, die in einer Rolle zusammengefasst sind und die ein Positionsinhaber wahrnehmen sollte, wenn er nicht Sanktionen in Kauf nehmen will.“ (Heinemann, 1998, S. 65)
Sie hat die Aufgabe das gesellschaftliche Miteinander, Geben und Nehmen zu erleichtern, indem es den Inhaber einer bestimmten sozialen Position mit einem Bündel speziell-genormter Verhaltenserwartungen konfrontiert, die von seinem Umfeld; sei es eine Einzelperson (z. B. in der Trainer-Sportler Beziehung etc.) oder eine bzw. mehrere Bezugsgruppen (z. B. seine Sportmannschaft, die Zuschauer etc.); an ihn herangetragen werden. Aus der Erfüllung dieser (individualisierten) sozialen Rolle ergibt sich ein regelmäßiges und daher voraussehbares Verhalten, auf das sich andere Menschen, mit der Auswahl gleichartiger oder anderer Positionen (Rollen), einstellen können. Die faktische Erfüllung der Rollenerwartungen erklärt sich vor allem aus Lernprozessen im Verlauf der Sozialisation, im Laufe derer viele Rollenvorschriften, auch unter dem Aspekt der negativen Sanktionierung bei Fehlverhalten, internalisiert werden. Diese kontinuierlich planbare Interaktion ist durch eine ständige Wechselbeziehung der jeweiligen Aktionspartner geprägt (Cachay, 2000, S. 67). Nur so kann unsere Gesellschaft zu einem arbeitsteilig und u. U. hierarchisch gegliederten Gefüge aufeinander bezogener Verhaltensnormierungen organisiert werden, durch das Gleichförmigkeit, Regelhaftigkeit und Vorhersehbarkeit des Handelns der einzelnen Positionsinhaber ermöglicht werden.
„Unter sozialer Rolle ist zudem eine situationsübergreifende, in relevanten Situationen aktualisierte, erlernte Verhaltensfigur zu verstehen, die in der Gesellschaft bekannt und anerkannt ist.“ Das Individuum entspricht mit der Aktualisierung seiner Rolle typisierten Erwartungen und ermöglicht erst so ein situationsgerechtes Verhalten. Dieses reicht aber prinzipiell nicht aus, um den individuellen Besonderheiten einer Situation oder des Partners gerecht zu werden. Neben einer gemeinsamen Situationsdefinition muss ein gemeinsames Verständnis der in dieser Situation zu spielenden Rollen erarbeitet werden. Beides muss konkreter sein, als es die vorgängigen Typisierungen vermitteln können. Eventuell müssen Modifikationen an den vorgegebenen Rollenvorschriften vorgenommen werden, um ‚sinngemäß’ handeln zu können (Cachay, 2000, S. 83).
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Arbeit zitieren:
Lars Wegner, 2003, Die soziale Rolle der Trainer und Übungsleiter, München, GRIN Verlag GmbH
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