Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ebenen der Narration
The micronarrative 2 1 Seite 4
2.2. The metanarrative Seite 5
The macronarrative 2 3 Seite 7
3. Dimensionen der Narration
The transnarrative 3 1 Seite 8
3.2. The hypernarrative Seite 8
4. Anwendung auf die Daily Soap Marienhof
5. Schlussbemerkung
1. Einleitung
Kaum ein Medienprodukt unserer Zeit ist in Inhalt und Form auf so komplexe Weise mit der Gesellschaft der es entspringt verbunden, wie die Soap Opera.
Mögen aus einer nicht-wissenschaftlichen Perspektive die Storylines und Plots noch so simpel und trivial erscheinen (ohne Zweifel sind sie das ja an der Oberfläche auch), so liegen darunter hinsichtlich einer soziokulturellen Analyse ungemein reichhaltige, konzeptionelle Schichten und Strukturen, die in einem realtiv gesetzmäßigen, wechselseitigen Verhältnis mit dem gesellschaftlichen Diskurs stehen. Der Versuch eine umfassende Analyse der televisuellen Erscheinungs-form Soap Opera zu erstellen, würde den Rahmen dieser Arbeit bei weitem sprengen. Deshalb soll hier der Blick auf einen stark abgegrenzten Aspekt der Soap, nämlich den der narrative(n) Struktur(en), gerichtet werden.
In seinem Buch „Good Times, Bad Times. Soap Operas and Society in Western Europe“ zeichnet Hugh O’Donnell ein differenziertes Bild der narrativen Zusammensetzung der Soap.
Die narrativen Ebenen, unterteilbar in micro-, meta- und macronarrative, und die narrativen Dimensionen trans- und hypernarrative, die O’Donnell postuliert, eröffnen nicht nur ein Verständnis für den internen Aufbau des Medienproduktes, sondern lassen auch erahnen, warum die Soap das ist, was sie ist: Ein in seiner Langlebigkeit unglaublich erfolgreiches TV-Phänomen. Ziel dieser Arbeit ist es, in einem ersten Schritt Hugh O’Donnells Ausführungen darzustellen und zu erläutern. Die daraus gewonnenen Thesen sollen in einem zweiten Schritt, mit dem Versuch einer kurzen, auf das Herausheben markanter Übereinstimmungen beschränkten Analyse der deutschen Daily Soap „Marienhof“, angewendet werden.
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2. Ebenen der Narration
Wenn im Folgenden die Rede von drei Ebenen der Narration ist, so sollte dabei berücksichtigt werden, dass diese Erzählschichten, die gleichzeitig und nebeneinander innerhalb einer Soap Opera existieren, zwar relativ leicht voneinander zu unterscheiden sind, jedoch oder gerade deshalb so organisch miteinander verbunden sind, dass sich jegliche Veränderung der einen Ebene unmittelbar auf die anderen beiden Ebenen auswirken muss, bzw. auch diese verändert (O’Donnell 1999, 21).
2.1 The micronarrative
Die Ebene des micronarrative, die O’Donnell als die am offensichtlichsten zu identifizieren einstuft (O’Donnell 1999, 21), ist die der individuellen Geschichten und „Geschichtchen“ über die Beziehungen zwischen den verschiedenen Charakteren der Soap. Es geht hier also um die Antworten auf „such hermeneutic enigmas as: Who is falling in love with who? Who is falling out of love with who? Who is cheating on who?“ (O’Donnell 1999, 21) und so weiter. Natürlich muss man nur das Paradigma „falling in love“ durch ein beliebiges anderes, wie zum Beispiel „sich verschwören“, ersetzen, um zu verdeutlichen, dass nahezu zahllose Variationsmöglichkeiten dazu bestehen.
O’Donnell führt hierzu das offizielle Handbuch der deutschen Soap „Lindenstraße“ an, dass ab Seite 182 eine lange Aufstellung von Hochzeiten, Scheidungen, Schwangerschaften, Mißgeburten, Krankheiten und Inhaftierungen auflistet (1999, 22), die sich während der vielen Jahre, in der die Serie ausgestrahlt wurde, abgespielt haben.
O’Donnell bezeichnet dieses endlose Recycling von Stories, die auf persönlichen Beziehungen basieren, als das, was die Soap am
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offensichtlichsten von den Genre-Spezifika des Melodrama geerbt (O’Donnell 1999, 22) und zur Methode gemacht hat.
2.2. The metanarrative
Die Meta-Ebene der Narration in Soaps ist ungleich komplexer. Während auf der Ebene der micronarrative unzählige Liebes- und Intrigengeschichten nebeneinander und aneinander gereiht werden, also in gewissem Sinne Wiederholung bzw. Zirkulation zelebriert wird, kann durch Variantionen auf der Meta-Ebene trotzdem simultan der Eindruck des stetig Neuen erzeugt werden.
Ist beispielsweise eine Liebesgeschichte zwischen einer jungen Frau und einem jungen Mann, mit allen ihren Problemen, Überraschungen, etc. die Haupt-Storyline einer Soap, könnte die exakt gleich aufgebaute Geschichte , allerdings mit einem homosexuellen Paar, direkt im Anschluss als völlig neu und der Produktion eine grundlegend andere Richtung gebend aufgefasst werden. Danach oder gleichzeitig könnte eine Romanze zwischen einer älteren Frau und einem älteren Mann erzählt werden, die beide langzeit-arbeitslos sind: Obwohl das Syntagma beibehalten wird, würde der Austausch der Paradimen für den Eindruck sorgen, die Soap verfüge über sich unentwegt erneuernde, aus dem Leben gegriffene, Erzählinien. Um es mit den Worten O’Donnells zu sagen: „It is this level of narrative which allows us to account for the fact that endless products such as soap operas appear to be simultaneously repetitive and new“ (O’Donnell 1999, 22).
Wie diese Ebene eingesetzt wird, bzw. welche Themen in die Storyline eingeflochten werden, wird durch das Bestreben der Produzenten bestimmt, einen „thematic content“ zu finden, der „broadly in tune with the expectations of their mass audience“ (O’Donnell 1999, 23) ist.
Damit geben die Meta-Inhalte von Soap Operas (Homosexualität, Rassissmus, Abtreibung), unter Berücksichtigung der öffentlichen
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M.A. Florian Rosenbauer, 2003, Ebenen der Narration in der Soap Opera, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Laura Stempel Mumford, Russell E. Mumford
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