Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis VI
Abk ürzungsverzeichnis VII
1. Einleitung 1
1.1. Problemstellung 1
1.2. Zielsetzung 2
1.3. Aufbau der Arbeit 3
2. Mega Events 4
2.1. Definition 4
2.2. Entwicklung von Sport-Mega-Events 5
2.3. Effekte von Sport-Mega-Events 6
2.3.1. Ökonomische Aspekte 7
2.3.2. Infrastrukturelle Aspekte 8
2.3.3. Image Aspekte 9
3. Südafrika 10
3.1. Bevölkerung, Klima und Landschaft 10
3.2. Wirtschaft 13
3.3. Tourismus 15
3.4. Transportinfrastruktur 16
3.5. Probleme des Landes 17
3.5.1. Homelands und Townships 18
3.5.2. AIDS 18
3.5.3. Kriminalität 19
3.6. Sport 20
3.6.1.Die Geschichte des Fußballs in Südafrika 21
4. Die FIFA Fußball Weltmeisterschaft 2010 TM
24
4.1. Die FIFA 24
4.2. Die Entstehung der Fussball-WM 26
4.3. Vergabe der Fussball-WM Ausrichtung 27
4.4. Institutioneller Rahmen der Ausrichtung 29
4.5. Infrastruktur 30
4.5.1. Stadien 30
4.5.1.1. Durban 31
4.5.1.2. Johannesburg 32
4.5.1.3. Kapstadt 33
4.5.1.4. Bloemfontein / Mangaung 34
4.5.1.5. Port Elizabeth / Nelson Mandela Bay 35
////
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Südafrika
Abb. 2: Struktur der FIFA
Abb. 3: Fussball-WM 2010 Städte Übersicht
Abb. 4: Moses Mabhida Stadion
Abb. 5: Ellis Park Stadion
Abb. 6: Soccer City Stadion
Abb. 7: Green Point Stadion
Abb. 8: Free State Stadion
Abb. 9: Nelson Mandela Bay Stadion
Abb. 10: Mbombela Stadion
Abb. 11: Peter Mokoba Stadion
Abb. 12: Royal Bafokeng Stadion
Abb. 13: Loftus Versfeld Stadion
Abb. 14: Organe des FIFA Organisationskomitees
Abb. 15: Offizielles Emblem
Abb. 16: Offizielles Maskottchen
Abb. 17: Offizielles Poster
Abb. 18: 20 Zentren für 2010
Abb. 19: Trophy Tour
Abb. 20: Öffentliche Ausgaben für Infrastruktur bis 2010
Abb. 21: Infrastruktur Projekte
s //
Abkürzungsverzeichnis
ACDP -African Christian Democratic Party ACSA -Airports Company South Africa
AFC -Asian Football Confederation AIDS -Acquired immunodeficiency syndrome ANC -African National Congress BIP -Bruttoinlandsprodukt BRT -Bus Rapid Transit System
BSP -Bruttosozialprodukt bzw. -beziehungsweise ca. -circa CAF -Confédération Africaine de football CCTV -Closed Circuit Television
CONCACAF -Confederation of North and Central American and Caribbean Association Football
CONMEBOL CSF - Confederación Sudamericana de Fútbol COPE -Congress of the People DA -Democratic Alliance Party DBSA -Development Bank of Southern Africa
Et al. -et alii
FA -Football Association
FASA -Football Association of South Africa FC -Football Club
FF+ -Freedom Front Plus FIFA -Fédération Internationale de Football Association FNB -First National Bank
GP -Grand Prix HIV -Human immunodeficiency virus
s///
IAAF -International Association of Athletics Federations
ICC -International Cricket Council
ID -Independent Democrats IDZ -Industrial development zone IFP -Inkatha Freedom Party IOC -Internationales Olympisches Komitee IRB -International Rugby Board
LOK -Lokales Organisationskomitee Mrd. -Milliarden NPSL -National Professional Soccer League OFC -Oceania Football Confederation
OPR -Ogilvy Public Relations
OR -Oliver R.
PTY -Proprietary limited company
R -Rand
SA -South Africa
SABC -South African Broadcasting Corporation
SAFA -South African Football Association SAPS -South African Police Service
SAT -South African Tourism’s Welcome campaign Soweto -South Western Township u.a. -unter anderem UDM -United Democratic Movement UEFA -Union of European Football Associations
UNAIDS -The United Nations Joint Programme on HIV/AIDS v.a. -vor allem WHO -World Health Organization WM -Weltmeisterschaft z.B. -zum Beispiel
s////
Die Fussball-Weltmeisterschaft 2010 - Chancen und Risiken für Südafrika
1. Einleitung
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft (im Folgenden Fussball-WM oder nur WM) gehört neben den Olympischen Spielen zu den größten Sportereignissen der Welt. Ihre Ausrichtung stellt eine enorme Herausforderung in Bezug auf Infrastruktur und Organisation für das Gastgeberland dar.
Seit dem 15. Mai 2004 steht fest, dass die Endrunde der 19. Fussball-WM vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2010 in Südafrika und damit erstmals auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen wird. Aufgrund eines von der FIFA (Fédération Internationale de Football Association) beschlossenen Rotationsprinzips wurden für die Fussball-WM 2010 nur Bewerbungen afrikanischer Länder genehmigt. Neben Südafrika wurden noch die nordafrikanischen Staaten Ägypten und Marokko in der engeren Auswahl verblieben.
Südafrika verfügt bereits über Erfahrungen mit Großveranstaltungen, so wurden von der Kaprepublik die Rugby-WM 1995, der Cricket World Cup 2003, die Weltmeisterschaft des Women’s World Cup of Golf 2005 und 2006 sowie das Eröffnungsstraßenrennen der A1 GP im Motorsport 2006 erfolgreich ausgerichtet.
Aber die Fussball-WM 2010, mit mehr als 26 Milliarden erwarteten Fernsehzuschauern bei 64 Spielen, wird alle bis zu diesem Zeitpunkt ausgetragenen Sportereignisse um ein vielfaches überragen. Deutschland hat als WM-austragendes Land 2006 ein beeindruckendes Erbe hinterlassen, an dem viele Fußballfans, sei es vor Ort oder vor dem Fernseher, das Turnier in Südafrika messen werden. Der ehemalige südafrikanische Staatspräsident Thabo Mbeki ist der Meinung, dass die Fussball-WM einen großen Beitrag nicht nur zu
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Die Fussball-Weltmeisterschaft 2010 - Chancen und Risiken für Südafrika
1. Einleitung
Südafrikas Sozialwirtschaftswachstum, sondern auch zur Entwicklung des Kontinents als Ganzes leisten werde. „Für diesen unersetzlichen Nutzen schulden wir es der FIFA und dem Rest der Fußballwelt, uns richtig auf 2010 vorzubereiten“, sagte Mbeki und forderte jeden Südafrikaner zur Zusammenarbeit auf, um sicherzustellen, dass das Land „die beste Fußballweltmeisterschaft aller Zeiten“ ausrichten werde.
Die Fussball-WM stellt eine Chance für Südafrika dar, sich zu beweisen. Die erfolgreiche Ausrichtung der Spiele könnte dazu beitragen, die eher skeptische Haltung zu widerlegen, die viele Nicht-Afrikaner gegenüber Afrika, insbesondere Südafrika haben. Ebenso rechnet und hofft man auf viele positive und langfristige anhaltende Wirtschaftseffekte, um dem Staat Südafrika weitere Stabilität und zusätzlichen wirtschaftlichen sowie sozialen Aufschwung in Zukunft zu bringen. 1
Doch ist andererseits sehr zu bezweifeln, ob die Fussball-WM die grundlegenden und gravierenden Probleme dieses Landes lösen wird. Ein Risiko ist die hohe Kriminalitätsrate, die das Land zu verzeichnen hat. Diese wird auch vor der WM nicht halt machen, und es ist nach wie vor fraglich, ob die FIFA die Sicherheitsvorkehrungen derart treffen kann, dass sich hier Millionen fußballbegeisterte Fans frei bewegen werden können. 2
1.2. Zielsetzung
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen, welche die Ausrichtung der Fussball-WM zu Folge haben wird. Hierzu werden die jeweiligen Effekte, die eine Sportgroßveranstaltung bergen kann, herausgearbeitet und auf die derzeitige Situation in Südafrika angewandt. Somit wird ein detaillierter Überblick geschaffen, um die jeweiligen
1 Vgl. Südafrikanische Botschaft: FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010, http://www.suedafrika.org/wm2010/fifa-wm-2010.html, 07.11.09.
2 Vgl. Touring-Afrika.de: Bedeutung der WM 2010 für Südafrika, http://www.touring-afrika.de/wm2010/bedeutung-fuer-suedafrika.htm, 07.11.09.
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Die Fussball-Weltmeisterschaft 2010 - Chancen und Risiken für Südafrika
1. Einleitung
Chancen und Risiken gegenüber stellen zu können und letztendlich eine wissenschaftlich fundierte Schlussfolgerung treffen zu können.
Zu beachten ist selbstverständlich, dass diese Arbeit im Vorfeld der Fussball-WM 2010 verfasst wurde, wodurch nur der Zugriff auf erfahrungsbedingte und provisorische, jedoch kaum feststehende Fakten und Zahlen möglich war. Hinzu kommt ein grundsätzlicher Mangel an moderner und wissenschaftlich fundierter Literatur, sei es im Bereich aktueller Daten zu Südafrika oder im Bereich der Fussball-WM. Somit basiert diese Arbeit v.a. auf Quellen aus dem Internet.
1.3. Aufbau der Arbeit
Die Ausarbeitung dieses Themas ist in sechs Kapitel gegliedert. Nach der Einleitung, die eine Einführung in das Thema vermitteln soll, werden Sportgroßveranstaltungen bzw. Mega-Events theoretisch dargestellt und ihre Entwicklung sowie mögliche Auswirkungen beschrieben. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit der Republik Südafrika an sich. Es wird auf die Wirtschaft, den Tourismus und die Transportinfrastruktur sowie die Probleme des Landes eingegangen. Des Weiteren wird über den Sport und die Entwicklung des Fussballs in Südafrika berichtet. Im vierten Kapitel wird die Fussball-WM im Allgemeinen sowie die Fussball-WM 2010 in Südafrika und deren Organisation erläutert. Zudem wird der derzeitige Stand der Vorbereitungen festgehalten. Im fünften Kapitel wird auf die möglichen wirtschaftlichen, infrastrukturellen und imagebezogenen Auswirkungen der Fussball-WM auf Südafrika eingegangen, sodass eine Prognose für die Zukunft erstellt werden kann.
Abschließend wird im sechsten Kapitel ein Ausblick auf die Fussball-WM gewährt, indem der Stand der Vorbereitungen festgehalten wird und die Aussicht auf Erfolg prognostiziert wird.
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Die Fussball-Weltmeisterschaft 2010 - Chancen und Risiken für Südafrika
2. Mega-Events
2. Mega-Events
2.1. Definition
Als Events bezeichnet man Veranstaltungen, die sich v.a. durch den Veranstaltungsort an eine spezielle Zielgruppe richten, im Vorfeld geplant werden und zeitlich begrenzt sind.
Die Spezialisierung „Mega 3 -Event“ bezieht sich auf einen sehr großen Rahmen mit internationalem Charakter. Die Zielgruppe besteht dementsprechend aus vorwiegend geographisch gemischtem Publikum. Der Austragungsort spielt hier eine geringere Rolle, da der Event unabhängig von nationalen Werten und Normen ausgerichtet wird. Der Schwerpunkt liegt eher auf der Identifikation mit internationalen
Systemen. 4 Mega-Events werden überall auf der Welt auf gleiche Art und Weise ausgeführt. Die Fussball-WM findet jedoch im Gegensatz zu
anderen Mega-Events 5 an verschiedenen Standorten statt und wird von der gesamten Nation ausgerichtet, da die Spielorte im ganzen Land
verteilt sind und somit auch Reiseverkehr stattfindet. 6 Zwei bedeutende Merkmale kennzeichnen Mega-Events: sie bergen signifikante Effekte für die austragende Stadt, Region oder Nation - v.a. für die Tourismusbranche - und sie ziehen eine beachtliche Medienberichterstattung mit sich. Somit besitzen diese besonderen Veranstaltungen die Fähigkeit, Werbebotschaften über das Fernsehen
3 „Mega“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „groß“. [Vgl. Spiegel Wissen: Lexikon: „Mega“,
http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?titel=mega+...&id=54354888&top=Lexik on&suchbegriff=mega&quellen=&qcrubrik=kultur, 09.11.09].
4 Vgl. Moesch 2008, S. 44-45.
5 Zur Kategorie Mega-Event gehören derzeit: die EXPO, die Olympischen Winter- und Sommerspiele und die Fußball WM. [Vgl. Kurscheidt 2004, S. 8].
6 Vgl. Kurscheidt 2004, S. 8-9.
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2. Mega-Events
oder andere Kommunikationsmittel an ein Milliardenpublikum
heranzutragen. 7
2.2. Entwicklung von Sport-Mega-Events
In der heutigen Gesellschaft spielen Sport-Mega-Events eine sehr große Rolle und beeinflussen diverse Bereiche.
Seit 1992, als die Olympischen Sommer und Winter Spiele zum letzten Mal im gleichen Jahr ausgetragen worden sind, findet ein 2 Jahreszyklus von Sport-Mega-Events statt. Die Olympischen Sommer Spiele teilen sich nun mit der Fussball-Europameisterschaft (Fussball-EM), die von der UEFA (Union of European Football Associations) organisiert wird, die Aufmerksamkeit in einem Jahr, während die Olympischen Winter Spiele zusammen mit der Fussball-WM, für deren Austragung die FIFA zuständig ist, in einem Jahr bestritten werden. Obwohl die Anzahl der Sportarten bei den Olympischen Spielen in Zukunft reduziert werden soll, wird deutlich, dass die Größe eines Events sowie der Enthusiasmus, an Sport-Mega-Events wie den Olympischen Spielen oder der Fussball-WM teilzunehmen bzw. sie sogar auszutragen, in den letzten 20 Jahren gestiegen ist. Drei zentrale Gründe führten zu der Expansion und der steigenden Attraktion von Sport-Mega-Events:
Erstens wurde durch neue Technologien in der Massenkommunikation, v.a. durch das Satelliten Fernsehen, eine enorme Audienz für Events wie die Olympischen Spiele oder die Fussball-WM gewonnen. Für die Übertragungsrechte wurden weltweit jeweils dreistellige Millionen Dollarbeträge ausgegeben. Bei den Olympischen Spielen betrugen die Ausgaben für die TV Rechte 53 % der Gesamteinnahmen, gefolgt von Sponsorship mit 34 %, Ticketverkauf mit 11 % und Merchandising mit 2 %
in der Periode 2001-2004. 8 Diese Ausgaben werden durch die mediale Attraktivität von solchen Events gerechtfertigt: bei der Fussball-WM 2006
7 Vgl. Horne 2006, S. 2.
8 Vgl. Horne 2006, S. 3-5.
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2. Mega-Events
in Deutschland betrug die Gesamtanzahl der TV-Zuschauer in 214 Ländern 26,3 Milliarden. Nicht zu vernachlässigen sind hierbei noch die gesendeten TV-Stunden von 73.000. 9
Der zweite Grund für die Expansion von Mega-Events war die Gründung einer Sport-Medien-Geschäftsallianz, welche den professionellen Sport im späten 20. Jahrhundert generell umstrukturierte. Sponsorenrechte, exklusive Übertragungsrechte und Merchandising zogen Sponsoren in Verbindung mit der Assoziation von Sport und der breiten globalen Zuschauermasse, welche die Events erreichten, an. Seit 1980 verhalfen die zwei größten Sportevents - die Olympischen Spiele und die Fussball-Weltmeisterschaft - dieser transnationalen Sport-Medien-Allianz zu einem Wert von Millionen von Dollars.
Der dritte Grund, warum das Interesse bei diesen Sport-Mega-Events als Gastgeber zu agieren gestiegen ist, sind die wertvollen
Werbemöglichkeiten für die Städte und Regionen. 10 Dabei hat sich in den letzten Jahren bei der Bewerbung um die Austragungsrechte ein harter und kostspieliger Wettstreit entwickelt. 11
2.3. Effekte von Sport-Mega-Events
Sport-Mega-Events wie die Fussball-WM können sich in einem hohen Maße auf eine Volkswirtschaft auswirken, wobei die unterschiedlichsten Bereiche betroffen sein können. Es werden Eintrittskarten gekauft, die öffentlichen Verkehrsmittel genutzt und das Gastronomie- und Hotelerie-Gewerbe in Anspruch genommen. Des Weiteren müssen die Stadien und die dazugehörigen Verkehrswege größtenteils ausgebaut und vor allem der Betrieb während der Veranstaltung durch entsprechende Produktionsmittel sichergestellt werden. 12
9 Vgl. Moesch 2008, S. 61.
10 Vgl. Horne 2006, S. 5-8.
11 Vgl. Moesch 2008, S. 62.
12 Vgl. Büch, Maennig, Schulke 2002, S. 83.
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Die Fussball-Weltmeisterschaft 2010 - Chancen und Risiken für Südafrika
2. Mega-Events
2.3.1. Ökonomische Aspekte
Ein Sport-Mega-Event kann sich auf verschiedene Branchen ökonomisch auswirken. Die größten Effekte werden aber dem Tourismusbereich und der Baubranche zugeschrieben. Durch die Konsumausgaben der in- und ausländischen Besucher, der Athleten, der Betreuer und der Journalisten werden kurzfristige Impulse v.a. im Handel, Gastronomie, Beherbergung, Transportwesen und Kommunikation geschaffen. Um auch längerfristig davon zu profitieren, sind für das Austragungsland zwei Faktoren entscheidend:
1. Durch Medien und zufriedene Besucher transportierte Werbe- und Imageeffekte zu erzeugen und
2. die Attraktivität durch verbesserte Infrastruktur zu steigern.
Durch erfolgreiche Umsetzung dieser Aspekte, können in weiterer Folge induzierte Nachfrageeffekte hervorgerufen werden. Demgegenüber stehen allerdings auch negative Effekte: erschwerte Einreisebedingungen, Überfüllung der touristischen Infrastruktur und (sektorale) Preissteigerung durch die erhöhte Nachfrage. Dies kann bewirken, dass potenzielle Besucher ausbleiben bzw. ihre Ausgaben an einem anderen Ort tätigen. Der zweite Einflussfaktor ist, wie bereits erwähnt, die Baubranche. Durch die Vorbereitung und Durchführung eines Events werden in der Baubranche zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Jedoch kann dieser Effekt durch höher ausfallende Erstellungskosten als budgetiert, Bauruinen, die durch mangelnde längerfristige Planung entstehen, und im Unterhalt nicht kostendeckende Anlagen, gemindert werden. Während die Effekte im Tourismusbereich und in der Baubranche kurz-oder mittelfristig sind, können sich auch längerfristige ökonomische Effekte ergeben. Image- und Markeneffekte, Netzwerk- und Kompetenzeffekte oder Attraktivitätssteigerungen durch
Infrastrukturverbesserungen können durch einen kompetenten und
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Die Fussball-Weltmeisterschaft 2010 - Chancen und Risiken für Südafrika
2. Mega-Events
zukunftsorientierten Umgang langfristigen wirtschaftlichen Nutzen
erzeugen. 13
2.3.2. Infrastrukturelle Aspekte
Infrastrukturmaßnahmen, die notwendig sind für einen Event, haben positive und negative Auswirkungen. Zum Einen werden
Infrastrukturprojekte realisiert, die ohne den Event nicht entstanden wären und die zu einer Verbesserung der ökologischen Begebenheiten führen können. Zum Beispiel wurde in Wien für die Fussball-EM 2008 die Linie U2 bis zum Praterstadion verlängert, um einem Verkehrschaos vorzubeugen. Zwar wird es eine Weile dauern, bis sich die Kosten amortisiert haben werden, jedoch profitieren die Bewohner Wiens auch nach der EM davon.
Zum Anderen belastet jedoch die Planung und Durchführung dieser
Maßnahmen das Budget der Gemeinden, Länder und des Bundes. 14 Infrastrukturmaßnahmen bergen zudem auch Auswirkungen auf die Umwelt. Ein Hauptaspekt ökologischer Belastungen ist der bei einem Event zusätzlich verursachte Verkehr sowie das Energie-, Lärm- und Müllaufkommen.
Da die Öffentlichkeit sehr sensibel auf ökologische Fragen reagiert, ist es für den Veranstalter unabdinglich, sich mit diesem Thema gewissenhaft auseinander zu setzen und seine Vorsätze diesbezüglich zu kommunizieren und auch ernsthaft zu verfolgen. Das
Organisationskomitee der Fussball-WM 2006 gründete sogar ein eigenes Umweltprojekt (Green Goal), das die erste klimaneutrale Austragung einer
WM zum Ziel hatte. 15
13 Vgl. Moesch 2008, S. 63-67; Vgl. Bale 2003, S. 110 ff.
14 Vgl. Thöni 1999, S. 344.
15 Vgl. Moesch 2008, S. 71-72.
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Die Fussball-Weltmeisterschaft 2010 - Chancen und Risiken für Südafrika
2. Mega-Events
2.3.3. Image Aspekte
Dem Image einer Stadt oder Region wird eine zunehmende Bedeutung beigemessen. Nicht nur für Unternehmen spielt das Image in Bezug auf Unternehmensstandort und Arbeitskräfte eine wichtige Rolle sondern v.a. für den Tourismussektor, der anhand subjektiver Wahrnehmungen sein
Urlaubsziel wählt. 16
Ein perfekt organisierter Mega-Event kann zur Verbesserung des Images eines Landes oder einer Stadt beitragen oder dazu genutzt werden, es zu verändern oder neu zu positionieren. Touristen selbst, aber v.a. die Medien sind wichtige Botschafter dieses Images. Durch ihre Berichte und Informationen können sie einen milliardenschweren Werbewert erzeugen. In diesem Sinne ist es sehr wichtig, das Image zu verbessern, um langfristige Effekte wie kontinuierliche Tourismusausgaben, Investitionen
und Neuansiedlungen von Unternehmen erzeugen zu können. 17 Dass Mega-Events einen großen Teil dazu beitragen, das Image des Ausrichterlandes bzw. der -stadt zu verbessern, ist offenkundig: St. Moritz wurde durch die Olympischen Spiele 1928 von einem armen Dorf zu einem mondänen Skiort. Münchens Olympiapark wurde 1972 von fast 300 Millionen Zuschauern besucht, die der Stadt München einen Einkommenszuwachs von zwei Milliarden DM verschafften. Nicht zuletzt konnte Sapporo durch die Olympiade 1972 seine Einwohnerzahl verdoppeln.
Somit ist es nicht verwunderlich, dass Imageeffekte eine wesentliche Rolle bei der Motivation zur Durchführung eines Mega-Events einnehmen. Trotz dieser zentralen Position werden Imagewirkungen bei Wirtschaftlichkeitsberechnungen von Mega-Events häufig unter dem Strich abgehandelt, da sie als „intangible“ gelten, was den Wert solcher Berechnungen allerdings schmälert. 18
16 Vgl. Büch, Maennig, Schulke 2002, S. 101.
17 Vgl. Weiß 2008, S. 67-68.
18 Vgl. Büch, Maennig, Schulke 2002, S. 104.
Julia Sadowski
Die Fussball-Weltmeisterschaft 2010 - Chancen und Risiken für Südafrika
3. Südafrika
3. Südafrika
3.1. Bevölkerung, Klima und Landschaft 19
Swasiland. Hinzu kommt das Königreich Lesotho, welches im Südosten des Landes komplett von der Republik umschlossen wird und somit eine Enklave bildet. Im Westen, Süden und Osten umgeben der Indische- und Atlantische Ozean Südafrikas Küsten. Beide Weltmeere üben einen mäßigenden Einfluss auf das Klima aus, das aufgrund des subtropischen
Hochdruckgürtels durch eine starke Trockenheit geprägt ist. 23 Knapp 48 Millionen Einwohner (47.940.000 24 ) leben in den neun Provinzen Südafrikas: Eastern Cape, Free State, Gauteng, KwaZulu-Natal, Limpopo, Mpumalanga, Northern Cape, North West und Western Cape. Northern Cape bildet die flächenmäßig größte Provinz, weist jedoch die geringste Bevölkerungsdichte auf. Gauteng hingegen verfügt als
19 Vgl. Google Bilder: Südafrika, http://www.auswandernnach.net/media/karten/Suedafrika_karte.png, 23.06.09.
20 Seit 1961. [Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung: Südafrika: Das Land in Daten, http://www1.bpb.de/wissen/TA2YWX,0,0,S%FCdafrika.html?buchstabe=O, 09.11.09].
21 Vgl. Republic of South Africa: Quick Facts, http://www.sa2010.gov.za/en/quick-facts, 23.06.09.
22 Vgl. Pabst 2008, S. 10.
23 Vgl. Südafrikanische Botschaft: Südafrika im Überblick, http://www.suedafrika.org/suedafrika/das-land-ueberblick.html, 23.06.09.
24 Vgl. Republic of South Africa: Quick Facts, http://www.sa2010.gov.za/en/quick-facts, 23.06.09.
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Die Fussball-Weltmeisterschaft 2010 - Chancen und Risiken für Südafrika
3. Südafrika
kleinste Provinz über die meisten Einwohner. 25 Die Bevölkerung wächst mit einer Rate von 1,06 %. 26
Die folgende Auflistung zeigt die größten Städte Südafrikas mit der
jeweiligen Einwohnerzahl. 27
• Johannesburg: 3.225.812 Einw.
• Durban: 3.090.122 Einw.
• Cape Town/Kapstadt: 2.893.247 Einw.
• Tshwane/Pretoria: 1.985.983 Einw.
• Port Elizabeth: 1.005.779 Einw.
• Soweto: 858.649 Einw.
• Tembisa: 348.687 Einw.
• Pietermaritzburg: 223.518 Einw.
• Botshabelo: 175.820 Einw.
• Mdantsane: 175.783 Einw.
• Boksburg: 158.650 Einw.
• EastLondon: 135.560 Einw.
• Bloemfontein: 111.698 Einw.
Südafrika pflegt seit der Abschaffung des geächteten Apartheidsregime 28 im Jahre 1994 eine demokratische Staatsform, deren politisches Oberhaupt der Präsident (seit 2009 Jacob Zuma) darstellt. Zuma ist Mitglied des African National Congress (ANC), der größten und zugleich bedeutendsten politischen Organisation der schwarzen Südafrikaner. 29
25 Vgl. FIFA: Südafrika im Überblick, http://de.fifa.com/worldcup/destination/hostcountry/index.html, 13.05.09.
26 Vgl. Auswärtiges Amt: Südafrika, http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Suedafrika.html, 09.11.09.
27 Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung: Südafrika: Das Land in Daten, http://www1.bpb.de/wissen/TA2YWX,0,0,S%FCdafrika.html?buchstabe=O, 09.11.09.
28 „Bezeichnung für die 1948 bis 1994 verfolgte und durch eine systematische Gesetzgebung organisierte Politik der „Rassentrennung“ in Südafrika.“ [Vgl. Spiegel Wissen: Apartheid, http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=54300569&suchbegriff=Apartheid&t op=Lexikon, 13.05.09].
29 Vgl. South African Tourism: Südafrika erleben, S.2.
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Die Fussball-Weltmeisterschaft 2010 - Chancen und Risiken für Südafrika
3. Südafrika
Die Nationalversammlung setzt sich aus folgenden Parteien zusammen:
• ANC - African National Congress: 264 Sitze
• DA - Democratic Alliance Party: 67 Sitze
• COPE - Congress of the People: 30 Sitze
• IFP - Inkatha Freedom Party: 18 Sitze
• UDM - United Democratic Movement: 4 Sitze
• ID - Independent Democrats: 4 Sitze
• FF+ - Freedom Front Plus: 4 Sitze
• ACDP - African Christian Democratic Party: 3 Sitze
• Et al. 30
Die offizielle Hauptstadt Südafrikas ist Pretoria mit dem Hauptsitz der Regierung. Weiterhin befindet sich in Kapstadt der Sitz des Parlaments und in Bloemfontein der oberste Gerichtshof. Die Verwaltung ist dezentral in Landes-, Provinz- und Gemeinderegierungen gegliedert. Grundlage für
den Staatsaufbau ist die Verfassung 31 Südafrikas, die als eine der progressivsten und liberalsten der Welt gilt. 32
Der größte kulturelle Schatz Südafrikas ist seine Bevölkerung, die sogenannte "Regenbogen-Nation". Dieser Begriff soll die verschiedenen Kulturen, geschichtlichen Hintergründe und Sprachen widerspiegeln, welche das Land durchziehen. In Südafrika gibt es insgesamt elf offiziell anerkannte Amtssprachen, wovon die englische Sprache im wirtschaftlichen Sektor die größte Verwendung wiederfindet. 33 Bis in das Jahr 1991 wurde das Volk durch die damalige Verfassung in vier diverse ethnische Gruppen eingeteilt: Schwarze, Weiße, Farbige und Asiaten. Obwohl diese Einteilung nicht mehr im Gesetz verankert ist, sehen sich viele Südafrikaner immer noch einer dieser
30 Vgl. Auswärtiges Amt: Südafrika, http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Suedafrika.html, 09.11.09.
31 Von 1997 [Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung: Südafrika: Das Land in Daten, http://www1.bpb.de/wissen/TA2YWX,0,0,S%FCdafrika.html?buchstabe=O, 09.11.09].
32 Vgl. FIFA: Südafrika im Überblick, http://de.fifa.com/worldcup/destination/hostcountry/index.html, 13.05.09.
33 Ebenda.
Julia Sadowski
Arbeit zitieren:
Julia Sadowski, 2009, Die Fußball-WM 2010, München, GRIN Verlag GmbH
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