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Inhalt
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Einleitung 3
I. Die Anfänge der Flotte im Deutschen Reich nach 1871 3
II. Der Ausbau der Flotte unter Alfred von Tirpitz: Der Tirpitz-Plan 4
1. Grundlagen und Zielsetzungen des Tirpitz-Plans 4
a) Der Amtsantritt Tirpitz im Marineministerium 4
b) Offensivflotte mit „Bündniswert“ 5
c) Der „Risikogedanke“ gegenüber England 6
2. Die Flottenpropaganda 7
3. Die erste Phase der Flottenaufrüstung 9
4. „Dreadnouhtsprung“ und Flottenhochrüstung 12
5. Das Scheitern des Tirpitz-Plans 14
III. Die Flottenrüstung in Großbritannien 15
1. Grundsätze britischer Seemacht-Politik 15
2. Die Grundzüge der britischen Flottenrüstung ab 1904 16
a) Die Entwicklung unter Lord Fisher 16
b) „Dreadnouthsprung“ - Vorsprung oder Nachteil? 17
IV. Deutsch-britische Differenzen in der Flottenfrage 19
1. Die Entwicklung der deutsch-britischen maritimen Beziehungen 19
a) Die politischen Rahmenbedingungen 19
b) Die Flottenverhandlungen 20
2. Zentrale Konfliktpunkte und Konfrontationsebenen 22
Zusammenfassung 24
Quellenverzeichnis 26
Literaturverzeichnis 27
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Einleitung
Die vorliegende Seminararbeit behandelt die deutsch-britische Flottenrüstung vor dem 1. Weltkrieg. Ausgangsbasis der Betrachtungen ist der so genannte Tirpitz-Plan, der der Flottenpolitik als Kernstück der wilhelminischen Weltpolitik organisatorische Grundlage und rechtlicher Rahmen dient 1 . Ziel der Arbeit ist es, die Verflechtungen zwischen dem Bau mächtiger Schlachtflotten in Deutschland und Großbritannien und dem Übergang zum I mperialismus als wirtschaftlicher und politischer Expansion des Deutschen Kaiserreichs aufzuzeigen. Die imperialistische Politik findet dabei nur soweit inhaltlichen Eingang in die Arbeit, als sie konkret zur Erläuterung des Geschilderten notwendig erscheint. Der Aufbau wurde so strukturiert, dass in insgesamt vier Abschnitten zunächst knapp von den Anfängen der Flotte im Deutschen Reich nach 1871 berichtet wird, um den Hinter-grund für das deutsche Flottenbauprogramm unter Tirpitz zu schaffen, das im zweiten A bschnitt eine umfassende Darstellung findet. Abschnitt III schildert die parallel zur deutschen Flottenrüstung ablaufende britische Flottenrüstung, um im letzten Abschnitt schließlich die Differenzen zwischen beiden Ländern in der Flottenpolitik zu skizzieren. Soweit möglich, und in den Kapiteln, in denen es der Übersicht wegen sinnvoll erscheint, sind die Ausführungen chronologisch gegliedert. Andere Aspekte werden dagegen prob-lemorientiert besprochen, wobei es auch zu Überschneidungen beider Herangehensweisen kommt. Zentrales Bemühen des Verfassers ist es darüber hinaus, die Konfrontationspunkte deutsch-britischer Flottenrüstung bzw. -politik, um die es dem gestellten Thema gemäß in erster Linie geht, während des Verlaufs der Arbeit auf mehreren Ebenen 2 darzustellen. Dabei wechselt der Blickwinkel zwischen der deutschen und der britischen Position, wobei der Schwerpunkt jedoch auf der deutschen Sicht liegt.
Grundlegende Quellenzitate sind Schriften Tirpitz‘, Johannes Hohlfelds „Deutsche Reichsgeschichte in Dokumenten“, Volker Berghahns Dokumentensammlung „ Rüstung im Zeichen der wilhelminischen Weltpolitik“ sowie Michael Behnens „Quellen zur deutschen Außenpolitik im Zeitalter des Imperialismus 1890 - 1911“ entnommen. Bei der Sekundärliteratur stützt sich der Verfasser hauptsächlich auf Publikationen Michael Epkenhans, Hans Georg Steltzers, Michael Salewskis, Jürg Meyers, Baldur Kaulischs, Robert K. Massies und Paul M. Kennedys.
I. Die Anfänge der Flotte im Deutschen Reich nach 1871
In den Anfangsjahren des Deutschen Reichs schenkte man der Frage einer deutschen Kriegsmarine eher geringe Beachtung. Zwar verabschiedete der Reichstag bereits am 7.
1 Vgl. Epkenhans, 1991, S. VIII.
2 Z.B. unter den Aspekten technischer Entwicklungen, innen- und außenpolitischer Spannungen sowie finanz-
politischer Probleme.
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März 1873 mit großer Mehrheit einen Flottengründungsplan 3 , aber dennoch spielte die Flotte in den folgenden Jahren eine, wie es Jürg Meyer nannte, „Aschenbrödelrolle von äusserster Bescheidenheit“ 4 .
Während die Armeen der 25 einzelnen Bundesstaaten als Kontingente des Reichsheeres fortbestanden, wurde die Kriegsmarine des Reiches laut Art. 53 der Reichsverfassung dem Oberbefehl des Kaisers unterstellt, der auch in Fragen der Organisation und Zusammensetzung Einfluss geltend machen konnte 5 . Damit war die Marine Teilstück der preußischdeutschen Reichspolitik.
Reichskanzler Otto von Bismarck zeigte sich niemals als besonders engagierter Verfechter von Marineinteressen 6 . D ennoch erkannte er angesichts der zunehmenden kolonialen B emühungen des Deutschen Reichs den Einsatz der Flotte im überseeischen Dienst an 7 und hat dort, wo das Primat der großen Politik bewahrt wurde, stets geschicktes und tatkräftiges Eingreifen deutscher Seestreitkräfte gewürdigt. Nur dann hatte Bismarck kein Erbarmen, wenn voreilige maritime Einzelaktionen seine politischen Konzeptionen störten 8 . Sah Bismarck in der Einrichtung einer deutschen Flotte auch die Möglichkeit, die Einheitsbestrebungen im Innern des Reiches zu erwärmen 9 , und stand einem Flottenausbau grundsätzlich nicht abgeneigt gegenüber, so lehnte er jedoch bis zu seinem Tod zwei Hauptmerkmale der späteren Tirpitz’schen Marine ab: Das Schlachtflottenprinzip und die sich abzeichnende Wendung gegen England 10 .
II. Der Ausbau der Flotte unter Alfred von Tirpitz: Der Tirpitz-Plan
1. Grundlagen und Zielsetzungen des Tirpitz-Plans a) Der Amtsantritt Tirpitz‘ im Marineministerium
Als Alfred von Tirpitz im Juni 1897 das Amt des Staatssekretärs im Marineministerium übernahm, begann an höchsten Stellen der deutschen Flottenleitung nicht nur ein frischer Wind zu wehen, sondern Tirpitz hatte nun die Position inne, die es ihm erlaubte, seine Vorstellungen von der künftigen deutschen Marine zu realisieren. Schon zuvor hatte er sich als Chef des Stabes im Oberkommando der Marine daran gemacht, neue Gefechtstaktiken zu entwickeln sowie die ständige Kampfbereitschaft der Flotte eingeübt 11 .
3 Vgl. Steltzer, 1989, S. 119. Baldur Kaulisch datiert den Flottengründungsplan dagegen auf April 1873 (vgl.
Kaulisch, 1982, S. 23).
4 Meyer, 1967, S. 5.
5 Vgl. Steltzer, 1989, S. 116.
6 Vgl. Steltzer, 1989, S. 116, sowie Steinmetz, 1974, S. 19.
7 Vgl. Steinmetz, 1974, S. 9.
8 Vgl. Steinmetz, 1974, S. 44 und S. 94.
9 Vgl. Steinmetz, 1974, S. 93.
10 Vgl. Meyer, 1967, S. 39.
11 Vgl. Steltzer, 1989, S. 152 - 154.
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Dabei hatte Tirpitz aber gegen beachtliche marineinterne Widerstände anzukämpfen, denn in großen Teilen des Marineoffizierskorps herrschten Zweifel und Missfallen, zumindest jedoch Desinteresse an den Plänen Tirpitz‘, die u.a. eine verstärkte Flottenrüstung beinhalteten 12 . Unterstützung fanden die Vorstellungen beschleunigter F lottenrüstung, als sich im Zuge der sich rasch entwickelnden deutschen Wirtschaft, der sie begleitenden Konzentration von Produktion und Kapital sowie des einsetzenden Monopolisierungsprozesses und des damit verbundenen Drangs nach neuen Rohstoff- und Absatzmärkten die Stimmen zu mehren begannen, die statt einer ausschließlich kontinentalen Macht- und Militärpolitik den Aufbau deutscher Seemacht forderten 13 . Die Marine wurde so mehr und mehr als Gradmesse für die politische und wirtschaftliche Macht des Landes herangezogen. Für das Deutsche Reich bedeutete dies nach der Analyse Tirpitz‘, dass deutsche Weltgeltung ohne starke Flotte „wie ein Weichtier ohne Schale“ bliebe 14 .
Um seinen Kurs des Flottenbaus erfolgreich verfolgen zu können, sah Tirpitz allerdings die Notwendigkeit, die Realisierung seiner Politik, des Tirpitz-Plans, langfristig der Kontrolle des Parlaments und verschiedener Marinebehörden und somit den Schwankungen der T agespolitik zu entziehen 15 . Die Möglichkeit hierzu fand er in der Einbringung des Flottengesetzes (s. II,3).
b) Offensivflotte mit „Bündniswert“
Bevor wir uns dem Flottengesetz und seinen Novellierungen zuwenden, werfen wir an dieser Stelle zunächst einen Blick auf die strategische und politische Bedeutung, die Tirpitz der deutschen Flottenrüstung beimaß.
Schon in der Dienstschrift IX unterstreicht Tirpitz, dass nur eine Offensivflotte nach außen hin eine begehrenswerte Allianzkraft bilde 16 . Diese Konzentration auf die Durchsetzung einer offensiv ausgerichteten Flotte durchzieht eine Vielzahl der schriftlichen Stellungnahmen Tirpitz‘ 17 . Neben strategisch-militärischen Überlegungen steckte dahinter in erster Linie die Überzeugung, dass nur eine Offensivflotte den „Bündniswert“ Deutschlands g egenüber anderen Mächten erhöhe 18 :
„Denn nur eine Flotte, welche Bündniswert für andere Großmächte darstellte, also eine
leistungsfähige Schlachtflotte, konnte unserer Diplomatie dasjenige Werkzeug in die
12 Eine bedeutende frühe Grundlage von Tirpitz‘ Vorstellungen bezüglich der künftigen deutschen Marine
bietet die Dienstschrift Nr. IX der „Taktischen und Strategischen Dienstschriften des Oberkommandos der
Marine“ vom 16. Juni 1894 über „Allgemeine Erfahrungen aus den Manövern der Herbstübungsflotte“ (in
Auszügen bei Berghahn, 1988, S. 87 - 99.
13 Vgl. Kaulisch, 1982, S. 54 f.
14 Tirpitz, 1920, S. 50.
15 Vgl. Epkenhans, 1991, S. 20, und Kaulisch, 1982, S. 79.
16 Vgl. Dienstschrift IX (wie Anm. 12, bei Berghahn, 1988, S. 90).
17 Z.B. Tirpitz‘ Denkschrift zum Programm für den Ausbau der deutschen Flotte vom 3. Januar 1896 (bei
Behnen, 1977, S. 138), und schon im April 1891 in Tirpitz‘ Denkschrift über „Unsere maritim-militärische
Fortentwicklung“ (bei Berghahn, 1988, S. 83 - 85).
18 Vgl. Michalik, 1931, S. 13.
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Hand geben, das [...] unsere festländische Macht ergänzte.“ 19 Zwei bis drei hochgeschulte Geschwader würden Deutschland selbst dem größten Seestaat Europas - also England - gegenüber das notwendige diplomatische Gewicht verleihen, um seine Interessen wahren zu können 20 . Nur eine starke deutsche Flotte - nicht die Armeeverleihe dem Kaiserreich die Macht, sich weltpolitisch vielseitige Optionen zu eröffnen 21 . Um aber als homogenes Machtinstrument wirken zu können, lag für Tirpitz der Schwerpunkt der Flottenkonzeption auf der Bildung einer Schlachtflotte mit Konzentration in der Nordsee (gegen England gerichtet). Kreuzer-Einheiten in Übersee waren dafür in seinen Augen zu vernachlässigen 22 . Tirpitz wandte sich damit offen gegen Vorstellungen der jeune école unter den Marinefachleuten, die die Aufstellung von Defensivgeschwadern sowie einen auf überseeische Häfen gestützten Kreuzerkrieg gegen die feindliche Handelsschifffahrt befürworteten 23 . Kritiker dieser Einstellung hatten in der kaiserlichen Marine keine Chance, sich gegen Tirpitz durchzusetzen 24 .
Trotzdem Tirpitz in seiner Flottenstrategie prinzipiell von dem Offensivwert der Marine ausging, formulierte er diesen aggressiven Aspekt der deutschen Flottenrüstung auffallend zurückhaltend und suggerierte damit eine defensive Zielsetzung immer dann, wenn es ihm zweckdienlich erschien 25 .
c) Der „Risikogedanke“ gegenüber England
Besondere konzeptionelle Bedeutung für Tirpitz‘ Flotten-Plan kam dem so genannten „Risikogedanke“ zu, dessen Grundgedanke mit dem bisher Gesagten in enger Verbindung steht. Öffentlichen Ausdruck fand diese Begründung mit ihrer anti-englischen Stoßrichtung erstmals im Zusammenhang mit der Begründung des zweiten Flottengesetzes im Juni 1900. Nach Tirpitz‘ beinhaltete der „Risikogedanke“ die Vorstellung, dass die deutsche Flotte in einer Größe gehalten werden müsse, die es „auch der größten Seemacht [England; d. Verf.] den Angriff auf uns als ein gewagtes Unternehmen erscheinen [...] lassen.“ 26 Doch die In-
19 Tirpitz,1920, S. 51; vgl. hierzu auch Tirpitz, 1920, S. 80 f.
20 Vgl. Denkschrift Tirpitz‘ zum Programm für den Ausbau der deutschen Flotte (bei Behnen, 1977, S. 138).
21 Vgl. Schreiben von Tirpitz an Stosch vom 13. Februar 1896 (bei Behnen, 1977, S. 148).
22 Vgl. Steltzer, 1989, S. 167 - 169.
23 Vgl. u.a. Dienstschrift IX (wie Anm. 12, bei Berghahn, 1988, S. 96).
24 So schlug z.B. der Lehrer für Taktik und Seekriegsgeschichte an der Marineakademie, Kapitän z.S. Curt
Freiherr von Maltzahn, als Alternative zur alleinigen Schlachtflotte eine Kombination von Geschwaderkampf
und Kreuzerkrieg vor, ohne für seine Ideen Gehör zu finden (vgl. Rahn, 1999, S. 59).
25 In der Begründung zum Entwurf des ersten Flottengesetzes vom November 1897 heißt es beispielsweise
ausdrücklich: „Die Aufgabe der Schlachtflotte ist die Verteidigung der heimischen Küsten. Ausschließlich
hiernach ist Zahl und Größe der Schiffe [zu; d.Verf.] bemessen“ (bei Berghahn, 1988, S. 153), obwohl Tirpitz
im gleichen Zusammenhang eine offensive Ve rwendung „gegen schwächere Seemächte“ in Aussicht stellt
(vgl. bei Berghahn, 1988 S. 153). An anderer Stelle bezeichnet er wieder die „Aufstellung offensiver Perspek-
tiven [...] für unverantwortlich [...]“ (Denkschrift Tirpitz‘ vom 13. November 1905, bei Behnen, 1977, S.
334).
26 Tirpitz, 1920, S. 106.
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tention des „Risikogedankens“ fand bei Tirpitz schon weit früher ihren Ausdruck 27 und sollte die weiteren Planungen deutscher Flottenrüstung als eine Art Dogma weiter beherrschen 28 .
Die im „Risikogedanken“ implizierte Vorstellung politischer Abschreckung gegenüber den Feinden des Reichs, d.h. insbesondere gegenüber England, machte es Tirpitz leicht, der deutschen Öffentlichkeit den Ausbau der Hochseeflotte in der von ihm angestrebten Form als eine Art „Friedensgarantie“ darzustellen. Die Zeit bis zum Erreichen der angestrebten „Risikostärke“ betrachtete Tirpitz als „Gefahrenzone“ für Deutschland 29 . Erst danach würde die potenzielle maritime Bedrohung, die von der deutschen Flotte ausgeht, stark genug wirken, dass England dem Deutschen Reich als gleichberechtigten Partner, ja als „Wunschpartner“ begegnen würde 30 . Grundprobleme dieser Zielsetzung sind m.E. zwei Faktoren: 1) Die „Risikostärke“ der deutschen Flotte war nur dann zu erreichen, wenn zeitgleich die englische Flottenmacht vergleichsweise geringer würde und
2) Tirpitz‘ Politik der Stärke basierte ausschließlich auf der Konfrontation mit England, statt einen Ausgleich zu suchen.
In der jüngeren F orschung wird die von Anfang an „gegen England“ gerichtete Flottenrüstung Tirpitz‘ erkannt 31 . Ungeklärt bleibt hingegen die Frage, ob Tirpitz mit seiner geplanten Schlachtflotte den Krieg mit England bewusst herbeiführen wollte, oder ob er davon ausging, dass der politische „Druckansatz“ ausreichen würde, um England den deutschen Wünschen gefügig zu machen.
2. Die Flottenpropaganda
Wenige Monate nach seinem Amtsantritt als Staatssekretär des Marineministeriums setzte auf Tirpitz‘ Initiative hin im Spätherbst 1897 eine gezielte und erfolgreiche Flottenpropa-ganda ein 32 , nachdem die bescheidenen Anfänge einer Marineagitation seit Mitte der 1890er Jahre bis dato wenige positive Ergebnisse gebracht hatte 33 . Nach Tirpitz‘ Auffassung
27 So schrieb Tirpitz in diesem Sinn bereits im Juli 1897 in einer Denkschrift über „Allgemeine Gesichtspunk-
te bei der Feststellung unserer Flotte nach Schiffsklassen und Schiffstypen“: „Für Deutschland ist zur Zeit der
gefährlichste Gegner zur See England. Es ist auch der Gegner, gegen den wir am dringendsten ein gewisses
Maß an Flottenmacht als politischer Machtfaktor haben müssen“ (bei Berghahn, 1988, S. 122). Eine Randbe-
merkung des Staatssekretärs Tirpitz vom November 1899 zu den strategischen Vorstellungen des Kapitäns
z.S. von Maltzahn und des Vizeadmirals a.D. Valois beinhaltete die Forderung, die gesamte Kraft auf die
Schaffung der Schlachtflotte gegen England zu konzentrieren. Sie allein könne Deutschland Seegeltung ge-
genüber England verschaffen (vgl. bei Berghahn, 1988, S. 127).
28 Vgl. z.B. den Entwurf des Vizeadmirals Capelle der Disposition für den Immediatvortrag des Admirals
Tirpitz am 24. Oktober 1910 zur Frage einer Verständigung mit England über die Flottenrüstung (bei
Berghahn, 1988, S. 329) sowie Tirpitz‘ „Erinnerungen“, wo Tirpitz nochmals hervorhebt, dass Deutschland
seine „weltpolitische Allianzkraft“ verlöre, sollte vom Grundsatz des Risikogedankens abgewichen werden
(vgl. Tirpitz, 1920, S. 193).
29 Vgl. Meyer, 1967, S. 126.
30 Vgl. Salewski, 1998, S. 122.
31 Vgl. Salewski, 1998, S. 120.
32 Vgl. Meyer, 1967, S. 21.
33 Vgl. Meyer, 1967, S. 6.
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Michael Mößlein, 2003, Die deutsch-britische Flottenrüstung vor dem 1. Weltkrieg, München, GRIN Verlag GmbH
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