Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG. 3
2. BESCHAFFUNG EMPIRISCHEN DATENMATERIALS 4
3. GENERELLE EMPIRISCHE ERKENNTNISSE 5
4. THESENAUSWAHL 6
5. ÜBERPRÜFUNG DER THESEN 6
6. FAZIT 8
7. LITERATURVERZEICHNIS 10
8. TABELLENVERZEICHNIS. 11
9. TABELLEN. 13
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1. Einleitung
„Deutsche sind Reiseweltmeister“ (www.handelsblatt.com). Dieses Zitat geisterte in den
letzten Jahren durch fast alle großen Deutschen Zeitungen und Zeitschriften. Auch im Jahr
2007 haben die Bundesbürger wieder mehr Geld in Fernreisen investiert. Laut dem Deutschen
Reise Verband (DRV) haben die Deutschen in jenem Jahr 500 Millionen Euro mehr
ausgegeben als 2006. Damit steigen die Ausgaben laut einer Berechnung der Dresdner Bank
auf insgesamt rund 61 Milliarden Euro. Außerdem arbeiten 73.399 Personen in Reisebüros
oder für Reiseveranstalter.
Diese Zahlen zeigen, wie wichtig das Thema Urlaub in Deutschland ist. Der Tourismus zählt
in Deutschland zu den bedeutsamsten Wirtschaftsfaktoren mit einem solch hohen
Finanzvolumen und einer ebenso hohen Beschäftigungszahl. Deutschland hat aber nicht nur
viele potentielle Touristen, es ist auch als Reiseziel sehr beliebt. So konnte auch das Reiseland
Deutschland seine Einnahmen Euro im letzten Jahr auf ein Volumen von rund 26,5 Milliarden
enorm steigern.
So ist es nicht weiter verwunderlich, dass dieses Thema auch in der Deutschen
Kulturanthropologie viel Aufsehen erregt und sich eine große Zahl von Forschern mit dieser
Materie auseinandersetzen. Oder wie es Burkhart Lauterbach 1992 in seinem Text „, Von den
Einwohnern’ Alltagsdarstellungen im Spiegel des Reiseführers“ formuliert: „der Tourismus
ist weltweit immer noch eine der Wachstumsbranchen überhaupt, was (…) nichts anderes
bedeutet als: immer mehr Menschen reisen immer öfter, zu nahen wie auch zu entfernten
Zielen“.
In Proseminar „ ,Voyage, voyage’ - Reisen aus kulturwissenschaftlicher Sicht“ wurden
verschiedene Texten von Wissenschaftlern bearbeitet, die sich mit diesem Thema kritisch
auseinandergesetzt haben. Zu Beginn wurden sowohl der Tourismus als auch dessen Folgen
auf die Gesellschaft kritisch beurteilt. Anschließend folgte die Aufarbeitung der Entwicklung
des Tourismus von seinen Wurzeln her bis ins einundzwanzigste Jahrhundert hinein. Dies
geschah immer mit Blick auf die Gesellschaft, der Zeit und den Folgen der Entwicklungen,
die sich vollzogen haben.
In den bearbeiteten Texten zum Themenbereich wurden einige Thesen aufgestellt, mit denen
der Tourismus und im speziellen der Tourist beschrieben werden. Sinn und Zweck dieser
Hausarbeit ist es nun, sich mit der Aussagekraft dieser Thesen zu befassen und deren
Gültigkeit in der heutigen Gesellschaft zu überprüfen.
Welche Thesen in dieser Arbeit behandelt werden wird im nächsten Abschnitt erläutert.
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2. Beschaffung empirischen Datenmaterials
Um die Thesen in der Gesellschaft zu überprüfen, entwickelten drei Studenten in
Zusammenarbeit einen Fragebogen, mit dem sie empirisches Datenmaterial zusammentrugen.
Es handelt sich dabei um einen rein quantitativen Fragebogen. Die Befragung fand am 14.
März im Mainzer Hauptbahnhof statt.
Der Fragebogen dient der Feststellung, das Urlaubsverhalten der Befragten zu
charakterisieren. Hierfür wurde er in unterschiedliche Themenblöcke unterteilt.
Der erste Block
N bezieht sich auf den letzten Urlaub des Befragten,
N darum wie lange der Urlaub zurückliegt,
N von welcher Dauer er war und
N in welchem Raum die Destination liegt.
Um den Befragten besser einordnen zu können, wurde nun gefragt wie häufig er in den letzten
zwölf Monaten verreist ist. Um näheres über die Urlaubsgestaltung zu erfahren, wurde nach
Art der Buchung gefragt.
Der nächste Fragenblock befasste sich dann
N mit der Unterbringung am Urlaubsort, wie man untergebracht war,
N was die Unterbringung kosten darf und
N auf welchen Komfort bei der Unterbringung Wert gelegt wird.
Von Interesse war weiterhin mit welchen Verkehrsmitteln der Urlaub zurückgelegt wurde und
mit welchen Personen man seinen Urlaub verbracht hatte.
Um sich ein besseres Bild von den Ansprüchen, die der Befragte an seinen Urlaub stellt zu
verschaffen, wurden verschiedene Aspekte nach ihrer Wichtigkeit bewertet.
Der vorletzte Frageblock beschäftigte sich mit dem Umgang mit Reiseführern. Dabei wurde
ermittelt, welche Reiseführer den Befragten bekannt sind und welche Teile eines Reiseführers
genutzt werden.
Im letzten Frageblock wurden dann noch einige statistische Angaben erbeten, beispielsweise
der Familienstand oder das Nettoeinkommen.
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3. Generelle empirische Erkenntnisse
Bei der Befragung wurden 53 Personen im Mainzer Hauptbahnhof befragt, davon waren 27
weiblich und 26 männlich. Das Durchschnittsalter lag bei 35,6 Jahren mit einem Minimum
von 20 Jahren und einem Maximum von 79 Jahren. (Tabelle 38)
Die mit den Fragebögen gewonnenen Informationen wurden dann in eine SPSS Datenbank
eingegeben. Und mit Hilfe des SPSS Programms ausgewertet.
Einige der Tabellen und deren Aussagen gelten aufgrund des „Chi-Quadrat“-Test als ungültig,
da nur 53 Personen befragt wurden. Diese Tabellen wurden zwar nicht außer Acht gelassen,
doch es wurde versucht überwiegend mit den Tabellen zu arbeiten, die den „Chi-Quadrat“-Test bestanden haben. Somit wurden die Aussagen auf einer wissenschaftlichen Basis
getroffen.
Generell kann gesagt werden, dass fast 35% der Befragten Studenten sind. So dass es nicht
verwundert, dass über die Hälfte der Befragten mindestens ein Abitur vorweisen können. Im
Gegensatz zu den Probanden mit einem hohen Bildungsabschluss sind die Befragten
Befragung für diese Gruppe nicht gegeben.
Im Gegensatz zu der unterrepräsentierten Gruppe mit einem niedrigen Bildungsabschluss ist
die Gruppe der Studenten sehr stark vertreten. Deshalb lassen sich über diese Gruppe einige
Aussagen treffen.
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4. Thesenauswahl
Da sich abgezeichnet hat, dass bei der Auswertung des empirischen Materials nicht alle
Gruppen gleichstark vertreten waren, werden in dieser Hausarbeit folgende Schwerpunkte
behandelt:
1. Gebildete Personen bevorzugen einen Individualurlaub, sowie einige Annahmen die
die Gestaltung eines Individualurlaubs betreffen.
2. Der moderne Tourist ist nur auf der Suche nach Action, Spaß und neuen Kontakten.
5. Überprüfung der Thesen
These 1: Gebildete Personen bevorzugen einen Individualurlaub, sowie einige Annahmen die
die Gestaltung eines Individualurlaubs betreffen.
Viele der Texte befassen sich damit, dass die Individualreise dem Massentourismus immer
mehr weichen muss und dass ein gewisses Bildungsniveau die Individualreise voraussetzt.
Henning formuliert es „Authentizität“ und meint damit: „Aufgeklärte Reisende suchen, echte’
Erlebnisse. Sie meiden die arrangierten Touristenspektakel“ (Henning 1997: 38)
Man erfährt weiter von ihm, dass der Gebildete Mensch auf der Suche nach dem
Authentischen seine Reise selbst gestaltet, da er nur so dem arrangierten Touristenspektakel
entgehen kann. Denn nur die Individualreise bietet ihm die letzte Realität.
Ein Vorteil des Massentourismus ist natürlich der niedrige Preis, der durch die Vorteile der
Serienproduktion der Reiseveranstalter gegeben ist. Ein Fakt der gegen die Entwicklung, vor
allem in der Jüngeren Bevölkerung spricht, ist die Aussage der BITKOM und des Verbands
Internet Reisevertriebs (VIR): „15 Millionen Deutsche haben bereits eine Reise oder einen
Teil davon online gebucht - das ist jeder Vierte über 14 Jahren. 71 Prozent der Deutschen
über 14 Jahren mit Internet-Zugang haben vor der Buchung das Internet für Preisvergleiche
genutzt.“ Dies deckt sich mit unserer Erkenntnis, dass laut Tabelle 4 über 35% der Befragten
ihre Reise im Internet gebucht haben. Wenn man dann noch diese Frage mit der Frage 7:
„Wie haben sie ihren Urlaub gestaltet?“ kreuzt, erhält man als Resultat, dass etwa jeder vierte
seine Reise individuell im Internet gestaltet hat (Tabelle 40). Somit zeigt sich welch große
Bedeutung das Internet bei der Reisegestaltung hat. Laut der Reiseanalyse RA haben 40,1
Millionen Deutsche über 14 Jahren Zugriff auf das Internet, von all diesen haben bereits 29,2
6
Millionen das Internet für Reiseinformationen genutzt. Auch der DRV zeigt in seiner Statistik
von 2007, dass heute der Größte Teil der Reisen (67%) nicht bei Reiseveranstaltern oder
Reisebüros gebucht wird.
Es zeichnet sich ab, dass durch das Internet eine neue Entwicklung stattgefunden hat. Da viele
Anbieter ihr Reiseangebot ins Netz stellen und der Kunde somit selbst das Preis
Leistungsverhältnis bestimmen kann. Das betrifft vor allem viele kleine Anbieter, wie
beispielsweise kleine Pensionen oder kleine touristisch noch gering erschlossene Ortschaften.
Diese kleinen Anbieter haben durch das Internet die Möglichkeit sich auf dem Markt zu
präsentieren. Daher ist der Urlauber noch vor seinem Urlaub in der Lage, seine Reise nach
seinen Bedürfnissen und Präferenzen so zu gestallten wie er es selbst möchte. Er ist somit
nicht mehr abhängig vom kompakten Angebot des Reiseveranstalters. Aber mit 33% der
Reisen, die im Reisebüro gebucht werden, gibt es einen großen Teil von Urlaubern, die sich
lieber Zeit sparen und ein Reisebüro beauftragen. Doch bevor sie buchen, überprüfen sie
zumindest den Preis vorher im Netz.
Doch auch die Reisebüros wandeln sich. Sie passen ihr Angebot an. Wie Hans Werner Prahl
feststellt: „Trotz der starken Expansion des Veranstaltermarktes werden bis heute noch
immer zwei von drei Urlaubsreisen individuell geplant und durchgeführt. Reisen mit dem
privaten PKW machen weiterhin den Löwenanteil der Urlaubsreisen aus. (…) Ca. 60% der
Urlaubsreisen werden individuell mit dem PKW durchgeführt; an zweite Stelle folgt bereits
die Flugreise (ca. 20%).“ (Prahl1991:105)
Diese Feststellung lässt sich bei unserer Befragung durchaus bestätigen. Wie sich herausstellt,
sind das Auto und das Motorrad auch bei unserer Befragung die am häufigsten genannten
Verkehrsmittel. Laut Tabelle 13 haben 47% der Befragten gesagt, sie waren mit dem eigenen
Auto unterwegs. Somit kann man sagen, dass viele der befragten Personen ihre Reise
individuell mit dem eigenen Auto gestalten.
These 2: Der moderne Tourist ist nur auf der Suche nach Action, Spaß und neuen Kontakten.
Ein weiteres Thema, welches die Texte der Veranstaltung häufig ansprechen, ist der Wandel
im Angebot der Reiseveranstalter. In den Texten wird aufgezeigt, dass der moderne Tourist
andere Bedürfnisse als früher hat. Um es als These zu formulieren: Der moderne Tourist ist
mehr ein Spaß und Action suchendes Individuum, das seinen Urlaub zum Ausleben seiner
Kontaktbereitschaft nutzt.
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Arbeit zitieren:
Daniel Hamann, 2008, Eine empirische Erhebung zum Tourismus, München, GRIN Verlag GmbH
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