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Risikokommunikation als Strategie von Unternehmen im Umgang mit ökologischen Risiken

Title: Risikokommunikation als Strategie von Unternehmen im Umgang mit ökologischen Risiken

Term Paper , 2002 , 44 Pages , Grade: sehr gut (Kommentar)

Autor:in: Julia Kutz (Author)

Psychology - Miscellaneous
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"Heute lässt sich feststellen, dass in den Chefetagen der Unternehmen zunehmend "grünes" Denken Einzug hält. Die Zeiten, in denen Ökonomie und Ökologie als Gegensatz gesehen wurden, in denen Umweltschutz als "Jobkiller" und als negativer Standortfaktor bezeichnet wurde, gehören der Vergangenheit an..." (Rede von Bundesumweltminister Jürgen Trittin anlässlich der Preisverleihung "Ökomanager des Jahres 2000" in Berlin am 18.10.2000).

Mit Inkrafttreten des Umwelthaftungsgesetzes am 1. Januar 1991 rückte das Umweltrisiko von Betrieben in der Bundesrepublik Deutschland verstärkt ins Interesse sowohl politischer und juristischer als auch sozial- und wirtschaftswissenschaftlicher Diskussionen. Laut Grasser begründet dieses Gesetz eine "...verschuldungsunabhängige Haftung für Umweltschäden, die auch Schäden aus dem genehmigten Normalbetrieb einschließt" (2000. S. 7).

Das Umwelthaftungsgesetz stellt aber nur eine Ausprägung des zunehmenden Interesses an Umweltrisiken dar. Eine weitere zeigt sich im veränderten und zunehmenden Interesse verschiedener gesellschaftlicher Interessengruppen an technischen Innovationen und an als riskant wahrgenommenen unternehmerischen Aktivitäten. So musste beispielsweise der Ölkonzerns Shell 1995 aufgrund einer Kampagne der Umweltschutzorganisation Greenpeace auf die Versenkung seiner ausgemusterten Ölplattform "Brent Spar" im Atlantik verzichten. Im Zuge der Kampagne kam es zum teilweisen Boykott von Produkten des Ölkonzerns durch Verbraucher. Weit schwerer als die unmittelbaren finanziellen Folgen wogen jedoch die Imageschäden für den betroffenen Betrieb.
Dieses Beispiel rückt ausser dem zunehmenden öffentlichen Einfluss auf unternehmerische Aktivitäten und Entscheidungen, noch einen weiteren Aspekt ins Blickfeld: Die Risikowahrnehmung der Öffentlichkeit weicht von der Risikoabschätzung der Experten insofern ab, als dass die Öffentlichkeit technische Risiken, wie die der Kernkraft, Müllverbrennungsanlagen oder gentechnischen Anlagen, höher bewertet als die involvierten Experten (vgl. Jungermann & Slovic 1983).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Aufbau der Arbeit

2. Begriffsbestimmung und Definitionen: Risikokommunikation

2.1 Definitorische Ansätze

2.2 Akteure in Risikokommunikationsprozessen

2.3 Risikokommunikation als Forschungsgebiet

2.4 Anlässe und Ziele der Risikokommunikation

3. Umweltbeziehung und Verantwortungsbewusstsein von Unternehmen

3.1 Ökologische Anliegen der Unternehmensumwelt

3.2 Verantwortliches Verhalten von Unternehmen

3.3 Aktionen und Reaktionen von Unternehmen auf ökologische Veränderungen

4. Risikokommunikation als Strategie im Umgang mit ökologischen Risiken

4.1 Verlauf und Zyklen von Risikokommunikationsprozessen

4.2 Die besondere Rolle der Medien in Risikokommunikationsprozessen

4.3 Ansätze zur Verbesserung der Risikokommunikation

5. Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Analyse der Risikokommunikation als strategisches Instrument des betrieblichen Umwelt-Risikomanagements unter Berücksichtigung eines umweltpsychologischen Blickwinkels. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie Unternehmen Risikokommunikation gestalten müssen, um in einem gesellschaftlichen Umfeld mit zunehmendem ökologischem Verantwortungsbewusstsein erfolgreich zu agieren und Vertrauen zu sichern.

  • Konzeptionelle Einordnung und Definition der Risikokommunikation
  • Analyse der Akteursgruppen und Interessenkonflikte in Risikodebatten
  • Wechselwirkung zwischen ökologischem Risikobewusstsein und unternehmerischer Strategie
  • Die Rolle der Medien als zentraler Akteur im Risikokommunikationsprozess
  • Strategien zur Verbesserung der Kommunikation mit Öffentlichkeit und Anspruchsgruppen

Auszug aus dem Buch

Die besondere Rolle der Medien in Risikokommunikationsprozessen

Presse, Funk, Fernsehen und teilweise auch neue Medien wie Internet beeinflussen durch ihre Auswahl von „berichtenswerten“ Nachrichten massgeblich, welche Themen überhaupt öffentliches Interesse erlangen können, denn sie bestimmen laut Peltu (1985, S. 129) mit über die Zuteilung des begrenzten Potentials an öffentlicher Aufmerksamkeit zu (Umweltrisiko-) Themen. Dyllick (1989, S. 74) spricht in diesem Zusammenhang auch von selektivem Herstellen von Öffentlichkeit.

Die Rolle der Medien im Rahmen von öffentlichen Auseinandersetzungen ist zweigeteilt: Zum einen dienen sie der Verbreitung von Botschaften anderer Akteure zum Beispiel in Form von Werbung und erfüllen so eine Dienstleistungsfunktion. Zum anderen greifen Medien auf vielfältige Art und Weise unmittelbar in Risikokommunikationsprozesse ein oder initiieren sie sogar, sind also selbst Akteure (vgl. Peltu 1985, S. 130). Dabei beeinflussen die Redakteure nicht nur durch Kommentare mit persönlichen Meinungen den Inhalt der Darstellung. Auch scheinbar wertfreie Nachrichten können durchaus bestimmte Wertungen widerspiegeln und so die öffentliche Meinung beeinflussen (vgl. Peters 1991).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die Thematik der Risikokommunikation vor dem Hintergrund steigender ökologischer Sensibilisierung und rechtlicher Rahmenbedingungen.

2. Begriffsbestimmung und Definitionen: Risikokommunikation: Herleitung des Begriffs der Risikokommunikation unter Einbeziehung definitorischer Ansätze, der beteiligten Akteure sowie des Forschungsstands.

3. Umweltbeziehung und Verantwortungsbewusstsein von Unternehmen: Analyse des veränderten gesellschaftlichen Erwartungsdrucks an Unternehmen und deren Reaktion durch ökologisch bewusstes Management.

4. Risikokommunikation als Strategie im Umgang mit ökologischen Risiken: Untersuchung des dynamischen Verlaufs von Risikokommunikationsprozessen und der Rolle der Medien sowie praktische Ansätze zur Optimierung der Risikokommunikation.

5. Schlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Bedeutung von Dialog, Offenheit und Frühzeitigkeit als zentrale Erfolgskriterien unternehmerischer Risikokommunikation.

Schlüsselwörter

Risikokommunikation, Umweltrisiken, Unternehmensführung, Risikoakzeptanz, Öffentlichkeitsarbeit, Stakeholder-Ansatz, Medienwirkung, Ökomanagement, Risikowahrnehmung, Unternehmensethik, Umwelthaftungsgesetz, Umweltpsychologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Wirtschaftsunternehmen ökologische Risiken durch strategische Risikokommunikation professionell adressieren können, um Vertrauen bei gesellschaftlichen Anspruchsgruppen zu wahren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Definition von Risikokommunikation, das Stakeholder-Management, der Einfluss von Medienberichterstattung sowie Strategien zur Verbesserung der Kommunikation in Krisensituationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird analysiert, wie Risikokommunikation Unternehmen dabei unterstützen kann, ökologische Risiken zu bewältigen und wie diese Prozesse gestaltet sein müssen, um Akzeptanzkrisen zu verhindern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, die verschiedene Ansätze der Risikoforschung und der Unternehmenskommunikation integriert und auf den betriebswirtschaftlichen Kontext anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung, die Analyse der Umweltbeziehung von Unternehmen und die detaillierte Betrachtung von Risikokommunikation als strategisches Managementinstrument inklusive der Rolle der Medien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Charakteristische Begriffe sind Risikokommunikation, ökologische Risiken, Risikoakzeptanz, Unternehmensführung, Stakeholder-Ansatz und Medienwirkung.

Warum ist die Rolle der Medien bei ökologischen Risiken besonders kritisch?

Medien fungieren als "Gatekeeper", die bestimmen, welche Themen das öffentliche Interesse erreichen und welche Informationen die öffentliche Risikowahrnehmung massgeblich beeinflussen.

Welche Axiome schlägt Becker für eine moderne Risikokommunikation vor?

Er schlägt u.a. Offenheit und Transparenz, den Aufbau dauerhafter Beziehungen zu Meinungsbildnern, den Dialog statt Monolog sowie ein antizipierendes statt reaktives Handeln vor.

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Details

Title
Risikokommunikation als Strategie von Unternehmen im Umgang mit ökologischen Risiken
College
University of Hagen
Grade
sehr gut (Kommentar)
Author
Julia Kutz (Author)
Publication Year
2002
Pages
44
Catalog Number
V14651
ISBN (eBook)
9783638199933
ISBN (Book)
9783638837859
Language
German
Tags
Risikokommunikation Strategie Unternehmen Umgang Risiken
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Kutz (Author), 2002, Risikokommunikation als Strategie von Unternehmen im Umgang mit ökologischen Risiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14651
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