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2.1 Der Werdegang Max Josephs - Erziehung und Jugend. 3
2.2 Max Josephs Einzug in München 5
2.3 Militärisch- politische Situation Bayerns in den Jahren 1799-1813. 6
2.3.1 Die ersten Regierungsjahre Max Josephs 1799-1801. 7
2.3.2 Das Zustandekommen und der Ausbau der Bündnisse in den Jahren
1801-1806............................................................................................................. 8
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3.1 Napoleone Buonaparte 11
3.1.1 Erziehung und Jugend. 11
3.1.2 Vom General zum Konsul - der Staatsstreich vom 9.11.1799. 13
3.2 Maximilian von Montgelas. 14
3.2.1 Erziehung, Jugend und Studium 14
3.2.2 Montgelas Weg nach dem Studium bis hin zum Außenminister des
bayerischen Kurfürsten 16
3.2.3 Montgelas Reformpolitik in Bayern 18
3.3 Kronprinz Ludwig - Sohn Max Josephs 21
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4.1 Etymologie und Begriffseinordnung der Säkularisation. 23
4.2 Die Säkularisation in Bayern 24
4.2.1 Die Säkularisation in Bayern unter Max Josephs ab 1799. 25
4.3 Beispiele der Säkularisation in München. 27
4.3.1 Das Augustinerkloster. 27
4.3.2 Das Franziskanerkloster 29
4.4 Beispiele der Säkularisation außerhalb der Stadt München. 31
4.4.1 Die Augustinerchorherren in Rottenbuch 31
4.4.2 Der Birgittenorden in Altomünster 34
4.5 Folgen der Säkularisation. 36
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5.1 Bayern im Kontinentalsystem 1806-1810. 38
5.2 Von der Abwendung zum Bruch: Die Jahre ab 1810 41
5.3 Bayern in den Jahren 1814-1818 45
I
6.1 Kunstpflege unter Max Joseph 47
6.2 Das Nationaltheater als Ausdruck des Nationalbewusstseins 48
6.3 Das Zentrallandwirtschaftsfest 50
7.1 „König Max Joseph von Bayern am Schreibtisch“ von Joseph Stieler 52
7.2 Max-Joseph-Statue am Münchner Maximiliansplatz 54
5 FNEOLFNNDXII0D -RVHSKV:LUNHQ HGDQNHQQ XP) KUXQJVSRWHQWLDO0D
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II
Kapitel 1: Münchens Regenten vor Max IV. Joseph
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Die Stadt München erlebte im Laufe der Geschichte ein Auf und Ab in politischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht. Dieser Zustand war oft auf die Regierungsweise und die Entscheidungen der jeweiligen Herrscher zurückzuführen, wie besonders an den beiden Vorgängern Max Josephs 1 erkennbar ist.
Besonders glücklich war das bayerische Volk während der Regentschaft Kurfürst Max III. Dieser übernahm im Jahr 1745 die Regierung in München. Die Stadt hoffte mit dem neuen Regenten wieder bessere Zeiten in finanzieller Hinsicht zu erleben. Denn zum damaligen Zeitpunkt hatte München bereits viele Schulden, welche auf die verhängnisvolle Weltmachtpolitik des Vaters und Großvaters Max III. zurückzuführen war. Der Herrscher änderte jedoch die Regierungsweise, indem er beispielsweise Ausgaben für Hof und Heer verringerte. Max III. ist ein gutes Beispiel dafür, dass das Volk Bayern eine glückliche und zufrieden stellende Zeit erlebte. 2 Die Zeiten änderten sich aber drastisch unter dem Nachfolger des kinderlosen Max III., welcher Karl Theodor hieß. Dieser musste 1778 seinen Regierungssitz wider seinem Willen von Mannheim ins bayerische München verlegen. Karl Theodors Plan, Bayern an Österreich abzugeben, machte ihn beim Volk zum Landesverräter. Rückblickend war Karl Theodor ein wohlwollender Herrscher, was das Volk jedoch nicht so empfand, weil Karl Theodor auf Grund der damaligen Umbrüche ein sehr streng gewordener Regent war. Erklären lässt sich diese Verhalten wohl vor allem, weil in jeder Hinsicht Unsicherheit herrschte, ausgelöst durch die Umwälzungen seit 1789. Zudem verschlechterte sich die finanzielle Situation Münchens unter Karl Theodor wieder sehr und sein Regierungsbeginn in München war von Unstimmigkeiten mit dem Volk geprägt. Daher wurde sein Tod 1799 vom Volk gefeiert und es war bereit für einen neuen Herrscher, welcher den Namen Kurfürst Max IV. Joseph trug. 3 Inwiefern Max Joseph Bayern in politischer, wirtschaftlicher und kirchlicher Hinsicht bereichern konnte, ist nun im Folgenden festzustellen. Zu diesem Zweck ist es notwendig zunächst die Herkunft Max Josephs von Pfalz-Zweibrücken näher zu
1 Im Folgenden wird der Name Max Joseph abkürzend für Max Joseph von Zweibrücken verwendet.
2 Vgl. BAUER, Geschichte Münchens, 84-85.
3 Ebd., 85-92.
1
Kapitel 1: Münchens Regenten vor Max IV. Joseph
betrachten. Die Darstellung seiner familiären Situation, seiner Erziehung und dem Verlauf der Jugend Max Josephs veranschaulicht seine intellektuelle und charakterliche Bildung. Ferner werden seine ersten Regierungsjahre als Kurfürst geschildert, in denen er unter schwierigen politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen vielerlei Aufgaben zu bewältigen hatte.
Die Regierungsentscheidungen Max Josephs wurden vor allem durch Napoleone Buonaparte und Maximilian von Montgelas beeinflusst. Aufgrund dessen muss auch auf deren Herkunft und Aufstieg zu historisch relevanten Personen eingegangen werden. Ferner muss auch auf den Kronprinzen Ludwig eingegangen werden, der ebenfalls einen erheblichen Beitrag zur Gestaltung Münchens bereits während der Regierungszeit Max Josephs leistete.
Um der chronologischen Abfolge der Ereignisse treu zu bleiben, wird in der Folge die Säkularisation und deren Auswirkungen zu erörtern sein. Dazu ist zunächst eine Definition des Begriffs nötig, dessen Verlauf in Bayern unter der Herrschaft Max Josephs im Anschluss daran behandelt wird. Beispiele innerhalb, sowie auch außerhalb der Stadt München zeigen, wie durch die Maßnahmen der Säkularisation höchst wertvolle Besitztümer - historisch, materiell und ethisch - zerstört wurden. Der Aufstieg Bayerns zum Königreich zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfordert zudem die Beschäftigung mit der weiteren militärischen Entwicklung unter Max Joseph, dem ersten König von Bayern. Unter anderem wird näher auf die Rolle Bayerns im Kontinentalsystem eingegangen, sowie die damit verbundenen Vor- und Nachteile. Max Joseph besaß ein ausgeprägtes kulturelles Interesse. Diese Neigung, die er auch mit seinem Volk teilen wollte, ist somit ebenfalls näher zu betrachten. Daraus lässt sich das große Bemühen Max Josephs erschließen, sein Volk kulturell zu bilden. Die Würdigung Max Josephs geschah auf unterschiedliche Art und Weise. Dazu werden exemplarisch ein Gemälde von Joseph Stieler, sowie das berühmte Max-Joseph-Denkmal in München genauer erschlossen.
2
Kapitel 2: Max Josephs Weg vom Kurfürst zum ersten König Bayerns
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Max Joseph wurde 1756 als zweiter Sohn des Herzogs Friedrich Michael von Zweibrücken 4 und von Maria Franziska Dorothea, dessen Vater Pfalzgraf Joseph Karl von Sulzbach war, in Mannheim geboren. Max Joseph wuchs ohne seine Eltern auf, da sich sein Vater nach seinem Militärsdienst nach Ungarn und Böhmen versetzen ließ und auch nach Ende seiner Militärskarriere die Kinder nicht zu sich nehmen konnte. Die Mutter wurde vom Hof verbannt, da sie ein Liebesverhältnis mit einem anderen Mann hatte. 5
Max Joseph wurde deshalb vom Bruder seines Vaters, Christian IV., dem regierenden Herzog von Pfalz-Zweibrücken, in Mannheim erzogen. Seine Erziehung war vom französischen Lebensstil geprägt und beinhaltete ein friedvolles Zusammenleben mit musischen Tätigkeiten. Dadurch entwickelte Max Joseph ein eigenes kulturelles Interesse, intensiviert durch einen Besuch bei Max III. in Bayern, wo er das Theater kennen lernen durfte. 6
Max Josephs Onkel, Christian IV., starb im Jahr 1775. Dieser hatte keine erbberechtigten Nachkommen, da seine vier Kinder nicht erbberechtigt waren, weil diese aus der Ehe mit der Tänzerin Marie Carmasse stammten 7 , die am Hof als Maitresse angesehen wurde 8 . Auch der Nachfolger Christian IV., Karl August, der Bruder Max Josephs, hatte keine Erben vorzuweisen, da sein Sohn mit einer sächsischen Prinzessin im Alter von acht Jahren starb und auch keine weiteren Kinder aus dieser Beziehung hervorgingen. Dadurch verbesserte sich die Stellung Max Josephs, der zu diesem Zeitpunkt Pfalzgraf war. Es kristallisierte sich mehr und mehr heraus,
4 Vgl. BAUER, Max I. Joseph, 296.
5 Vgl. ULRICH, Das königliche Hof-und Nationaltheater, 43.
6 Ebd., 43.
7 Vgl. GLASER, Kurfürsten im Reich Wittelsbach, 36.
8 Vgl. ULRICH, Das königliche Hof-und Nationaltheater, 43.
3
Kapitel 2: Max Josephs Weg vom Kurfürst zum ersten König Bayerns
dass Max Joseph das gesamte Herzogtum Zweibrücken sowie das Erbe der Wittelsbacher erhalten würde. 9
Zum Werdegang Max Josephs gehört aber auch seine Militärkarriere zu Diensten des französischen Königs in Straßburg. Dort genoss Max Joseph jedoch mehr das Leben, als seinen Pflichten eines Kommandeurs nachzukommen. Seine edelherzige, freigiebige und charmante Art zeichnete ihn aus und verschaffte ihm Erfolg bei den Frauen. 10 Auf Grund des Erbes, das Max Joseph zu eigen werden sollte, war es aber zunächst nötig, Max in eine hoffähige Ehe zu leiten, da dieser im Alter von 28 Jahren noch immer ein ungebundenes Leben geführt hatte. Deshalb heiratete Max Joseph im September 1785 Prinzessin Wilhelmine von Hessen-Darmstadt. Im August 1786 wurde der erste Sohn Ludwig Augustus geboren. 11
In Straßburg kommandierte der Pfalzgraf Max Joseph das Regiment Royal Alsace, was der Tradition des Hauses entgegenkam. Max führte in Straßburg ein Leben, welches oftmals die verfügbaren finanziellen Mittel überstieg. Doch mit Ausbruch der Französischen Revolution endete auch Max Josephs bequemes Leben in Straßburg und er musste auf die rechtsrheinische Seite fliehen. In Mannheim erlebte er den ersten Koalitionskrieg, in dem sich Österreich und Preußen gegen Frankreich zusammengetan haben. Auf diesen Krieg hin folgte bereits wenige Tage später das Vorrücken der Revolutionsarmee in Zweibrücken. 12
Als im Jahr 1795 Max Josephs älterer Bruder Karl August plötzlich starb, erhielt Max Joseph das gesamte Erbe des Fürstentums Zweibrücken, darunter die Ansprüche auf das Erbe des Hauses Wittelsbachs. Zwar war er nun Reichsfürst, dennoch ein Fürst ohne Land, da alle linksrheinischen Gebiete nach wie vor von Frankreich besetzt waren. 13 Als die Franzosen schließlich die rechte Seite des Rheins belagerten floh Max Joseph ins preußische Ansbach zu seiner Familie und verfolgte dort die weiteren Entwicklungen Pfalzbayerns. In Ansbach fühlte sich Max Joseph sicher, da er geographisch von Frankreich weit entfernt war und weil Preußen mit der Französischen Republik einen Sonderfrieden geschlossen hatte. 14
9 Vgl. GLASER, Kurfürsten im Reich Wittelsbach, 36.
10 Vgl. BAUER, Max I. Joseph, 296.
11 Vgl. GLASER, Kurfürsten im Reich Wittelsbach, 36.
12 Ebd., 36.
13 Vgl. BAUER, Max. I. Joseph, 296.
14 Vgl. GLASER, Kurfürsten im Reich Wittelsbach, 36.
4
Kapitel 2: Max Josephs Weg vom Kurfürst zum ersten König Bayerns
In Ansbach begann bereits das neue Bayern. Max Joseph, der das 40. Lebensjahr bereits erreicht hatte, fand sich nun wieder in der Umgebung seiner fürstlichen Verwandtschaft, in welcher er aufgewachsen war. Da Max Joseph dort von Ludwig Felix Kerealio erzogen wurde, der ihn im Geist der Aufklärung nach Rousseaus pädagogischem Muster „Emile“ bildete, ist es nachvollziehbar, dass ihm national-deutsche Gefühle fremd waren und es ihm, selbst nach den Unordnungen der Revolution, leicht fiel, sich mit Frankreich zu arrangieren, selbst wenn dieses seine Nachbarn Niederlande, Rheinlande und Norditalien anführen wollte. 15
Dieser Zustand des Abwartens in Ansbach endete, als im Februar 1799 Karl Theodoramtierender Kurfürst in München - starb und somit Max Joseph zum Nachfolger ernannt wurde. Max Joseph zog nach München und wurde Kurfürst Max IV. Joseph von Bayern. 16
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„Ja Maxl, weil du nur grad da bist, jetzt wird alles gut!“ 17 Mit diesen Worten soll der Brauer Josef Pschorr den Nachfolger Karl Theodors - Kurfürst Max IV. Josephbegrüßt haben. Dieses Zitat spiegelt die Freude des gesamten Volkes, sowie die Erleichterung der Allgemeinheit über einen neuen Herrscher im Jahr 1799 wider. Denn die Münchner Bevölkerung begrüßte ihren neuen Kurfürsten Max IV. Joseph nicht nur, weil Karl Theodor unbeliebt, sondern auch, weil sich das Haus Zweibrücken gegen die Übergabe Bayerns an Österreich und damit verbundene Intentionen des Landtausches wehrte. 18 Denn Max Josephs Cousin Wilhelm begab sich sofort nach Karl Theodors Schlaganfall - vier Tage vor dessen Tod - nach München und schrieb bereits in der Todesstunde Karl Theodors in die Besitzergreifungsurkunde des neuen Kurfürsten Max Josephs ein Datum und ließ den neuen Kurfürsten auf den Straßen verkünden. So wurde ein Eingriff Österreichs abgewehrt und Österreich musste folglich den Antritt einer neuen Regierung durch Max Joseph dulden, so dass die Nachfolge aus bayerischer Sicht gesichert war. 19
15 Ebd., 36.
16 Vgl. BAUER, Max I. Joseph, 296.
17 PSCHORR, Joseph, zitiert von: BAUER, Max I. Joseph, 295.
18 Vgl. BAUER, Max I: Joseph, 295.
19 Vgl. Glaser, Fürsten im Reich Wittelsbach, 39.
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Kapitel 2: Max Josephs Weg vom Kurfürst zum ersten König Bayerns
Ferner sorgte der Name „Max“ des neuen Kurfürsten für positive Gesinnung, da dieser Name das Volk an den Regenten Max III, der vom Volk sehr geliebt wurde, erinnerte. Denn in der Tat war Max Joseph das Patenkind des verehrten Max III. 20 Das Volk war somit höchst erfreut, dass ein neuer Kurfürst die Regierung übernahm, da es die Zeit Karl Theodors als Unterdrückung empfand. Allein der an Max III. erinnernde Name und, dass der neue Kurfürst kein unmittelbares Familienmitglied Karl Theodors war, sorgte für Erleichterung und großer Freude beim Volk. Darüber hinaus schätzte die Allgemeinheit, dass Max Joseph katholisch war, auch wenn seine zweite Ehefrau Prinzessin Karoline, mit der er 1799 in München einzog, Protestantin war. Zum Zeitpunkt des Einzugs in München war Karoline hochschwanger, dennoch setzte ein Ehevertrag fest, dass, auch wenn die Ehefrau Max Josephs ihren protestantischen Glauben beibehalten darf, die acht folgenden Kinder eine katholische Erziehung genießen sollen. Zudem hatte Max Joseph bereits fünf Kinder aus erster Ehe, der älteste mit dem Namen Ludwig, so dass das Haus Wittelsbach eine sichere Nachkommenschaft hatte. 21
Auf Grund all dieser Aspekte wurde Max Joseph vier Tage nach dem Ableben Karl Theodors am Münchner Karlstor mit Beifall überschüttet und tätigte alsbald eine seiner ersten Regierungstätigen, nämlich die Ernennung Freiherr von Montgelas zum Außenminister. 22
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Als Max Joseph im Jahr 1799 sein Amt als Kurfürst antrat, fand er eine heikle militärische Situation vor: Bayern war innenpolitisch geprägt von Konflikten zwischen den Gebieten Pfalz und Bayern. Aber auch außenpolitisch war das Kurfürstentum in komplizierte Verhältnisse verwickelt. 23 „Österreichische Truppen standen im Land, Bayern befand sich unmittelbar vor einem neuen Krieg, Preußen war als Bündnispartner
20 Vgl. BAUER, Max I. Joseph, 295.
21 Ebd., 295-297.
22 Vgl. GLASER, Fürsten im Reich Wittelsbach, 39.
23 Vgl. ULRICH, Das königliche Hof-und Nationaltheater, 45.
6
Kapitel 2: Max Josephs Weg vom Kurfürst zum ersten König Bayerns
ausgefallen, Frankreich bedeutete die einzige Stütze im Kampf um die territoriale und politische Souveränität des Landes.“ 24
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Angekommen in München fand Max Joseph sich unmittelbar in die territorialen Spannungen verwickelt. Zu diesem Zeitpunkt war an eine Wiedergewinnung der wittelsbachischen, linksrheinischen Territorien nicht zu denken. Ferner hatten in Bayern die Österreicher eine deutliche Macht, denn diese standen mit über 100.000 Mann unter anderem in München und folgten den Befehlen ihres Erzherzogs Karl. Aber auch Frankreich und Preußen gaben keine Unterstützung. Folglich war Bayern auf die Beihilfe Englands und des russischen Zaren angewiesen um weiterhin bestehen zu können. 25
Im Jahr 1799 wurde Napoleon Bonaparte erster Konsul Frankreichs, indem er die Herrschaft durch den Sturz der leitenden Behörde an sich riss. Ab diesem Zeitpunkt ging die alles umfassende Entfaltung der Politik Napoleons Hand in Hand mit den Geschehnissen in Bayern. 26 Denn man erkannte schnell, dass Debatten mit dem Konsul Bonaparte einfacher zu führen waren als die mit dem habsburgischen Kaiser. 27 Im Juni 1800 gewann ein französisches Heer die Schlacht bei Marengo gegen Österreich. Zudem gewannen französische Truppen das Gefecht bei Hohenlinden im Dezember desselben Jahres. Daraufhin mussten die Kampfmächte in Lunéville Frieden schließen. Dadurch wurde zunächst die Selbstständigkeit Bayerns gesichert und Max Joseph blieb weiterhin Kurfürst, so dass österreichische Pläne bezüglich Bayerns nun vorerst beiseite gelegt werden mussten. 28 Ferner wurde vereinbart, dass alle linksrheinischen Gebiete endgültig bei Frankreich verblieben. Daraufhin erkannte auch Max Joseph und sein Berater Montgelas, dass ein gedachtes Bündnis mit Österreich eher eine Gefährdung der Existenz Bayerns mit sich brachte. Deshalb war es für Bayern notwendig, dass man mit Frankreich in unmittelbare Gespräche und Verhandlungen trat,
24 ULRICH, Das königliche Hof-und Nationaltheater, 45.
25 Vgl. GLASER, Fürsten im Reich Wittelsbach, 39.
26 Vgl. DUFRAISSE, Napoleon und Bayern, 221.
27 Ebd., 221.
28 Ebd., 221.
7
Kapitel 2: Max Josephs Weg vom Kurfürst zum ersten König Bayerns
um den Fortbestand des Kurfürstentums zu sichern und möglichst Gebietsentschädigungen zu erreichen. 29
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Bereits in den ersten Monaten nach dem Frieden von Lunéville wurden die politischen Vorhaben Napoleons ersichtlich. Dieser wollte sich an seine Verpflichtungen, welche aus dem Frieden von Lunéville herausgegangen sind, halten, sofern er damit nicht Frankreich gefährdete. Darüber hinaus wollte Bonaparte Bayern durchaus würdigen, auch wenn Preußen zum damaligen Zeitpunkt der bessere Verbündete war. Er hatte zum Ziel Bayern zu stärken, so dass dieses ihm als wachender, schützender Partner vor den Österreichern dienen konnte. 30
Am 24. August 1801 kam es zum ersten Bündnis zwischen Bayern und Frankreich. Es wurde vereinbart, dass Frankreich den Einfluss Bayerns vergrößern und untermauern sollte. Aus diesem Grund wurde Bayern territoriale Entschädigung für die linksrheinischen Gebiete zugesagt, welche sich rechts des Rheins befinden und keinesfalls weniger wert als die verlorenen Gebiete sein sollten. 31 Ende Februar 1803 traf sich die außerordentliche Deputation des Deutschen Reiches um über die Entschädigungsfrage des Friedens von Lunéville zu diskutieren an deren Ende der Reichsdeputationshauptschluss abgefasst wurde. 32
Danach erhielt Bayern ein Gebiet von 17.000km², einer Bevölkerung von 84.000 und einem Einkommen von sechseinhalb Millionen Gulden. 33 Dem Kurfürstentum wurden die Hochstifte Würzburg, Augsburg, Bamberg und Freising, sowie Teile der Hochstifte Eichstätt und Passau und des Erzstifts Salzburg, sowie 15 Reichsstädten und 13 Reichsabteien übertragen. 34
Diese Territorien schlossen direkt an das Kurfürstentum an. Max Joseph war dadurch Herrscher über ein Gebiet, das zunächst in seinen einzelnen Gebietsteilen sehr verschiedenartig war, sich jedoch im Laufe weniger Jahre zu einem einheitlichen
29 Vgl. GLASER, Kurfürsten im Reich, 39.
30 Vgl. DUFRAISSE, Napoleon und Bayern, 221-222.
31 Ebd., 222.
32 Ebd., 222.
33 Ebd., 222.
34 Vgl. GLASER, Kurfürsten im Reich Wittelsbach, 39.
8
Kapitel 2: Max Josephs Weg vom Kurfürst zum ersten König Bayerns
Territorium entwickelte. So konnte sich in Bayern ein festes Gefüge entwickeln, durch das die Zerstückelungspläne der Österreicher abgewehrt werden konnten. 35 Max Joseph war dem ersten Konsul Frankreichs zu Dank verpflichtet, da dieser die Gebietsinteressen Bayerns unterstützt hatte. Allerdings führte dies keineswegs zu einem blinden Gehorsam Bayerns gegenüber Frankreich. Es gab immer eine Anzahl von Menschen, die lediglich aus Angst vor Österreich den starken Anschluss Bayerns an Frankreich befürworteten. Dazu gehörten unter anderem der Kronprinz Ludwig sowie auch die Prinzessin Karolina, die Ehefrau des Kurfürsten, die die Schwester der Königin von Schweden und Schwester der russischen Zarin war. 36 Im Mai 1804 setzte sich Napoleon selbst die Kaiserkrone auf. Dieser daraus hervorgehende Anspruch auf das Kaisertum beeinflusste ganz Mitteleuropa. Auf eine Einladung Napoleons folgend kamen mehrere deutsche Fürsten im September 1804 nach Mainz um Napoleon den Hof zu machen. Eine Einladung, die Österreich, Russland und England verärgerte. 37
Aus Furcht, Österreich zu reizen, kam der bayerische Kurfürst Max Joseph nicht zu diesem Treffen. Wäre er erschienen, hätte er wohl von dem Vorhaben Napoleons erfahren, dass dieser seinen Stiefsohn Eugen Beauharnais mit der Prinzessin Auguste von Bayern zu vermählen beabsichtigte. Darüber hinaus wollte Napoleon, der einen Angriff gegen England plante, von Bayern die Garantie der Unterstützung gegen Österreich. 38 Max Joseph wünschte neutral bleiben zu können, aber ihm war klar, dass dies Bayern den größten Schaden bringen würde. Ferner war ein Abkommen mit Österreich nicht möglich, da dieses immer noch Zerstückelungs- und Annektierungspläne gegen Bayern hegte. Frankreich und Bayern waren hingegen in den letzten Jahrhunderten immer wieder Verbündete gewesen. Zudem erhielt Bayern nur durch Frankreichs Gunst nach dem letzten Friedensschluss die große Anzahl an Territorien. 39 Darüber hinaus stellte Napoleon territoriale Erweiterungen in Schwaben in Aussicht. 40
Montgelas empfahl dem Kurfürsten gemäß dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 zu handeln. Da Napoleon Bayern als perfekten Ort für die bevorstehende Schlacht
35 Vgl. DUFRAISSE, Napoleon und Bayern, 222.
36 Ebd., 222.
37 Vgl. GLASER, Kurfürsten im Reich Wittelsbach, 40.
38 Vgl. DUFRAISSE, Napoleon und Bayern, 222.
39 Vgl. GLASER, Kurfürsten im Reich Wittelsbach, 40.
40 Vgl. DUFRAISSE, Napoleon und Bayern, 222.
9
Kapitel 2: Max Josephs Weg vom Kurfürst zum ersten König Bayerns
empfand, führte dieser dem Kurfürst vor Augen, dass die Zerrüttung Bayerns auch bei einem Sieg Österreichs und Russlands nicht verhindert werden könnte, selbst wenn Bayern auf deren Seite stünde. Kämpfte er allerdings auf der Seite Frankreichs, so versicherte ihm der Kaiser Frankreichs die Königskrone. 41 Aufgrund der ansteigenden Spannungen unterzeichnete Montgelas schließlich am 25.4.1805 den Vertrag von Bogenhausen, wodurch sich Bayern auf die Seite Frankreichs stellte. Freilich profitierte Napoleon ebenso von dem Abkommen, denn dadurch hatte dieser bereits Truppen, die weit vor den Franzosen, die ersten Anstürme abfingen. Napoleons Truppen konnten daraufhin geradewegs gegen Österreich marschieren. 42
Am 17.10.1805 unterwarf sich Ulm. Vom Volk mit Beifall überschüttet, kam Napoleon am 24. Oktober 1805 nach München. 43 Max Joseph war aber zu dem Zeitpunkt noch nicht in der Stadt, da er vor den kriegerischen Ausbrüchen nach Würzburg geflohen war, aus Angst vor einem Angriff auf seine Person. Anfang Dezember kam es zur Entscheidungsschlacht zwischen Frankreich und der russisch-österreichischen Armee bei Austerlitz, welche Frankreich gewann. 44 Daraufhin wurde am 10.12.1805 der Vertrag von Brünn unterschrieben, in dem stand, dass Bayern bei Friedensschluss die Königwürde erhalten soll. Zudem besagte der Vertrag, dass Bayern die Markgrafschaft Burgau, sowie die übrigen Besitzungen der Bistümer Passau und Eichstätt, Vorarlberg und Augsburg bekommen sollte. 45
Bayern hatte sich somit erneut vergrößert. Am 26.12.1805 wurde der Friede von Pressburg besiegelt. Dieser zwang Österreich das Königsreich Bayern anzuerkennen. 46 Am 1.1.1806 kam Kaiser Napoleon ein zweites Mal nach München und verkündete dort, dass er Bayern die Königswürde zuerkannte. 47
41 Ebd., 222-223.
42 Ebd., 223.
43 Ebd., 223.
44 Vgl. GLASER, Kurfürsten im Reich Wittelsbach, 41.
45 Vgl. DUFRAISSE, Napoleon und Bayern, 223.
46 Ebd., 223.
47 Vgl. GLASER, Kurfürsten im Reich Wittelsbach, 41.
10
Kapitel 3: Einflussgrößen im Leben und der Regierung Max Josephs
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Napoleone Buonaparte - Geburtsname des späteren Napoleon Bonapart - wurde am 15. August 1769 im korsischen Ajaccio als Franzose geboren. Sein Vater, Charles Buonaparte, gehörte dem niederen Adel an und war mit der Mutter Napoleones, Maria Laetizia Ramolino, verheiratet. Sie gebaren insgesamt 12 Kinder, von denen jedoch nur acht überlebten. Napoleone war das zweite Kind der lebensfähigen Kinder. 48 Die Familie Buonaparte lebte weder im Reichtum, noch in Armut. Um die Großfamilie ernähren zu können, ersuchte Charles Buonaparte, der der französischen Partei beitrat, vom Gouverneur der Insel Korsika, Graf Marbeuf, immerzu Profite, um die Ausgaben der Familie zu schonen. 49
1779 wurde Napoleones Vater zum Abgeordneten des korsischen Adels am Hofe Ludwigs XVI. Ab diesem Zeitpunkt siedelte Charles Buonaparte mit seinen beiden ältesten Söhnen, Joseph und Napoleone, nach Frankreich über. Dort besuchten die beiden Brüder Joseph und Napoleone das Collège von Autun. Napoleon aber konnte bereits nach zwei Monaten auf Grund eines Stipendiums des Königs an die Militärschule in Brienne-le-Châteu wechseln. Diese Schule war eine von 12 Einrichtungen, die dazu dienten, insgesamt 650 adlige Söhne im Kriegshandwerk auszubilden. Die Gebühren dieser Unterrichtungen wurden vom König bezahlt. 50 Als vierzehnjähriger Knabe war Napoleon zur Zeit des Besuchs der Schule in Brienne eine noch recht hagere Gestalt und wurde von seinen Mitschülern gehänselt. Zudem war Napoleone als Junge weit entfernt von seiner Familie. Aber er konnte sein Interessen in Geschichte und Geographie vertiefen. Er verschlang viele Bücher und besaß eine
48 Vgl. DUFRAISSE, Napoleon, 11.
49 Ebd., 12.
50 Ebd., 12.
11
Arbeit zitieren:
Margit Häckl, 2009, Die Regierung Münchens in Bayern unter Max I. Joseph, München, GRIN Verlag GmbH
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