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Gliederung
1. Vorwort Seite 2
2. Hauptthesen des Textes Seite 2
3. Konzeptionen von Freundschaft Seite 4
3.1 Freundschaft als „Naturprozess“ Seite 4
3.2 Ausdehnung des Selbst Seite 5
3.3 Egoismus Seite 5
4. „bedingter Altruismus“ Seite 6
5. Nachwort Seite 7
Quellenverzeichnis Seite 9
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1. Vorwort
Lawrence A. Blum ist ein zeitgenössischer Philosoph der Moralphilosophie. Er unterrichtet als Dozent an der Universität Boston, Massachusetts. Hauptsächlich hat er Werke und Schriften über die Phänomenologie der Facetten von Moralität in heutigen Gesellschaftsstrukturen verfasst, wie beispielsweise „MORAL PERCEPTION AND PARTICULARITY“, Cambridge University press, 1994. Im Folgenden wird das Kapitel „Freundschaft als moralisches Phänomen“ aus seinem Buch FRIENDSHIP, ALTRUISM AND MORALITY“ (London /Boston/Melbourne, Henley-on-Thames Routledge & Kegan Paul, 1980) untersucht. Auffällig an diesem Text ist, dass Blum zur Untermauerung seiner Thesen ein Frauenbeispiel nutzte, was im Gegensatz zur Tradition steht, denn von den meisten Philosophen wurden für die Darlegung von Freundschaft nur Männerbeispiele verwendet, da sie Freundschaften zwischen Frauen als unwichtig und für wissenschaftliche Zwecke irrelevant empfanden. Blum beschreibt das Vorhandene und nicht das Ideale in der Freundschaft, wie auch Aristoteles es schon getan hat. Er gilt unter anderem auch wegen der Verwendung plausibler Beispiele von Frauenfreundschaften, die sich mit der Erfahrung decken, als Vorreiter für die feministische Ethik.
In dieser Arbeit werden seine Thesen zur Moralität von Freundschaft und seine Abgrenzungen, zum Beispiel zu Kant´s Konzeption von Freundschaft und zu Kierkegaards Universalismus und seine Bezugnahme auf die traditionelle Konzeption bzw. Teile der Konzeption von Aristoteles aufgezeigt.
2. Hauptthesen des Textes
Blum analysiert die Existenz von Freundschaft als eigenständiges moralisches Phänomen. Auch Aristoteles hat die Freundschaft als moralisches Phänomen angesehen, und ihr als integralen Bestandteil einer Ethik einen hohen Stellenwert angerechnet. Sören Kierkegaard hingegen hat ihr keine volle ethische Bedeutung zugestanden hat, sondern sie fällt seiner Auffassung nach vielmehr unter ästhetische Bestimmungen. Denn: „Wer die Freundschaft ethisch betrachtet, sieht sie also als eine Pflicht.“ 1
1 Sören Kierkegaard „Freundschaft und das Ethische in: Philosophie der Freundschaft, Hg.: Klaus-Dieter
Eichler, Reclam Leipzig 2000, S. 146
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Jedoch gibt er auch zu, dass in der Freundschaft etwas ethisches sein muss, denn: „[...] die Freundschaft trage dazu bei, dass man ethisch die Wirklichkeit gewinnt.“ 2 Blum stellt zwei Thesen auf, die deutlich machen, dass freundschaftliches Handeln nicht nur gut oder angemessen, sondern auch moralisch gut, wenn nicht sogar moralisch vorzüglich sein kann.
Die erste These stellt dar, dass Akte der Freundschaft dementsprechend gut sind, wenn dieses Handeln mit Rücksicht auf eine andere Person um seinetwillen geschieht. Damit soll nicht ausgedrückt werden, dass jede altruistische Handlung moralisch vortrefflich sei. Einige Handlungen, wie Rücksichtnahme, Anteilnahme und eine gewisse Fürsorge werden in einer Freundschaft vorausgesetzt und das Nicht-Handeln einer der Personen würde ein moralisches Versagen darstellen.
Die zweite These Blums besagt, je tiefer und stärker die Sorge um den Freund und somit je stärker der Wunsch und die Bereitschaft ist, zum Wohl des Freundes zu handeln, desto höher ist der moralische Wert. Eine Freundschaft mit einem hohen Grad moralischer Vorzüglichkeit zeichnet sich durch folgende Merkmale aus: Anteilnahme, Fürsorge, Sympathie und die Bereitschaft mehr von sich zu geben als gemeinhin üblich ist bzw. erwartet wird.
Die Fürsorge beruht auf der Kenntnis des anderen, auf Vertrauen und Vertraulichkeit, was nur allmählich entstehen kann. Es kommt oft zu einer starken Identifizierung mit dem Wohl des anderen und man gibt uneigennützig viel von sich selbst. Wobei man dies nicht als Opfer betrachtet und sich der Unterschiedenheit des jeweils anderen bewusst ist.
Blum nutzt für die Darstellung einer solchen Freundschaft ein Beispiel von zwei sehr verschiedenen Frauen. In diesem Beispiel zeigt er auf, dass man aufgrund der Fürsorge sehr offen zueinander sein kann. Denn das Wissen um die Fürsorglichkeit der anderen Person hat immer Bestand, auch wenn manche Reaktionen in praktischer Hinsicht manchmal nicht hilfreich sind. Das Niveau der einzelnen Merkmale ist gegenüber Nicht-Freunden im allgemeinen weitaus niedriger und besitzt zudem einen anderen Charakter, besonders im Hinblick auf die Identifizierung mit dem Wohl des anderen. Blum bezeichnet die Summe dieser moralisch hoch bedeutsamem Merkmale von Freundschaft als „innige Fürsorge für den anderen und Identifizierung mit seinem Wohl“ 3 .
2 Sören Kierkegaard „Freundschaft und das Ethische in: Philosophie der Freundschaft, Hg.: Klaus-Dieter
Eichler, Reclam Leipzig 2000, S. 146
3 L.A. Blum „Freundschaft als moralisches Phänomen in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie 45, 1997, S. 217-
233, Kapitel I, S.: 219
Arbeit zitieren:
M.A. Ulrike Hammer, 2004, Lawrence A. Blum - Freundschaft als moralisches Phänomen, München, GRIN Verlag GmbH
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